NAS für Fotografen – Synology DS415+, SHR und WD Blue

Synology DS415+ NAS Test TestberichtNachdem ich in der Vergangenheit über die Apple Time Capsule und meine beiden verschlüsselten QNAP-NAS berichtet habe, hat sich seit November 2015 bei mir wieder einiges geändert. Was sich zwischenzeitlich geändert hat und warum ich nun das 4-Bay NAS DS415+ von Synology benutze, möchte ich euch in diesem Artikel gerne etwas beschreiben. Nichtsdestotrotz bleiben meine alten Artikel noch immer bestehen und sind inhaltlich immer noch relevant und durchaus nutzbar. Hier geht es zum ausführlichen Testbericht zur Synology DS415+.

Was ist nun also in der Zwischenzeit passiert?

Nunja, das Backup von der QNAP HS–251 zum QNAP TS–212P lief zwar, aber die TS–212P war letztendlich so langsam, dass ich mir nach einigen Monaten ein USB 3.0 RAID System für 2 Festplatten geholt habe. Hiervon gibt es sehr viele unbekannte Modelle, weshalb ich hier zunächst allgemein auf Amazon verlinken möchte. Ich selbst besitze ein bauchgleiches Modell zum Archgon MH–3622-PRD, welches auch RAID 0/ 1 und JBOD kann. Darauf habe ich etwa jede 2–4 Wochen ein Backup gezogen und dann das Gehäuse wieder außer Haus gelagert. Das ging um einiges schneller als mit dem anderen QNAP NAS und meine Daten waren ebenso verschlüsselt, da die QNAP-NAS ja auch externe Datenträger verschlüsseln können. Das ist wirklich genial und einfach.

Danach habe ich also das TS–212P wegen Nichtbenutzung verkauft und alles etwas manueller per Hand gestaltet, aber dafür dauert das Backup wirklich nur noch Minuten bis zu wenigen Stunden. Damit habe ich dann bis Ende Oktober 2015 auch glücklich gelebt. Aber dann gab es ein kleines Problemchen, das ich eigentlich auch hätte vorher wissen können.

Die Nachteile am 2-Bay NAS ohne RAID

Wie ich ja in meinem alten Artikel beschrieben habe, nutzte ich beide Festplatten in der QNAP als einzelne Datenträge, ohne RAID. Eine der Festplatte war eine WD Green, welche etwa 299.300 Load Cycle Count (LCC) aufwies. Western Digital gibt an, dass die Lebenszeit einer WD Green etwa 300.000 LCC betragen würde. Deshalb wollte ich nun die WD Green austauschen und gegen eine WD Red HDD tauschen. Und genau hier gibt es ein Problemchen bei einem nicht-RAID, wenn auch noch auf der auszutauschenden HDD die Systemdaten liegen. Im Ergebnis hätte ich alles neu installieren und einrichten müssen. Und ein RAID mit nur 2 Festplatten macht ja nur so halb Sinn, wenn man etwas mehr Daten hat, die nicht alle ständig aktualisiert werden.

Deshalb habe ich zunächst mit dem Gedanken gespielt, mir ein NAS mit 4-Schächten zu kaufen und dann ein RAID 5 zu nutzen. So könnte ich jederzeit eine Festplatte tauschen und aufrüsten, mit einem Arbeitsaufwand von nur wenigen Minuten. Beim QNAP 2-Bay-NAS hätte es einige Stunden gedauert. Aber wie gesagt, es liegt am System, nicht am Hersteller. Bei einem Synology-NAS wäre es genau so gewesen.

Vorteile von RAID 5 und Synology Hybrid RAID (SHR)

Sodann habe ich mich auf die Suche nach einem coolen 4-Bay NAS gemacht, was schnell ist, Verschlüsselung beherrscht und nicht zu teuer und stromfressend ist. Ich habe mir vorgenommen ein RAID 5 einzurichten, bei welchem ab zwei Festplatten eine ausfallen kann ohne dadurch Daten zu verlieren. Und natürlich ist ein RAID kein Backup 😉 Besonders ab drei Festplatten hat man durch die Redundanz einer HDD eine sinnvolle Datenverteilung. Jedoch kann beim RAID 5 maximal die Kapazität der kleinsten Festplatte sinnvoll verteilt werden, weshalb hier sinnvoller weise alle Festplatten gleich groß sein sollten. Ein kurzes Beispiel:

  • Ein RAID 5 mit 3 HDD wobei ich eine 2TB und zwei 4TB HDD nutzen würde hätten ein Gesamtkapazität von 4TB, da die 4TB ja durch die 2TB HDD nicht als 4TB genutzt werden können.
  • Ein RAID 5 mit 3 HDD die alle 4TB groß sind, würden sinnvolle 8TB nutzbaren Speicher ergeben.

Wem das alles zu kompliziert ist, der darf auch gerne andere Rechnen für sich lassen. Was man aber daraus schließen kann, ist ein sehr schlechte Datennutzung bei unterschiedlich großen Festplatten. Und wenn ich ein 4-Bay NAS habe ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich eine alte 3TB und eine neue 6TB HDD im selben RAID nutzen möchte. Oder wenn ich bereits 4 x 3TB benutze und möchte gerne etwas mehr Speicher nutzen, dann müsste ich eigentlich auch alle vier Festplatten erneuern. Irgendwie ist mir das auch zu dämlich gewesen. Technisch müsste das doch auch einfacher gehen.

WD Red, WD Green, WD Blue NAS

Durch meine Recherchen bin ich dann auf das Synology Hybrid RAID (SHR) gestoßen. Hier wird meistens der volle Speicherplatz auf allen Festplatten genutzt, wobei natürlich die Kapazität der größten Platte durch die Redundanz im RAID nicht nutzbar sind. Das System ähnelt dem RAID 5, wobei auch beim SHR eine HDD ohne Datenverlust ausfallen kann, nur wird der freie Speicher logischer verteilt. Das ist wohl auch einer der riesigen Vorteil von Synology gegenüber QNAP und anderen Herstellern. So konnte ich meine Festplatten (1x3TB, 2x4TB) mit 7TB effektiv nutzen, im RAID 5 wären es nur 6TB gewesen. Würde ich mir dann später noch eine weitere 4TB Platte holen, so hätte ich im RAID 5 nur 9TB, im SHR aber 11TB verfügbar. Das ist in meinen Augen schon echt ein riesiger Vorteil. Wer auch hier nicht Rechnen will, sollte den Synology Rechner benutzen und sich auch etwas zum SHR belesen.

Synology DiskStation - DS415

Ist oder ersetzt ein RAID ein Backup?

Nein, das habe ich ja auch schon weiter oben geschrieben. Es schützt NUR vor dem Ausfall einer Festplatte, Punkt. Löschen ich Daten oder hat das NAS-Betriebsystem einen Fehler, so können auch mal alle Daten weg sein. Deswegen ist auch immer ein Backup regelmäßig anzufertigen.

Aber, ein modernes zuverlässiges NAS mit einem Papierkorb, der alle gelöschten Daten weiterhin vorhält und mit etwas Menschenverstand, erzielt man auch so eine hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Das ersetzt aber selbstverständlich noch immer kein Backup 😉 Bei mir steigt dadurch aber die Zeitspanne etwas an, in der ich externe Backups mache. So bin ich nun bei etwa 4 Woche angelangt, da die Daten lokal schon relativ sicher sind. Trotzdem kann jederzeit eine Überspannung oder auch Feuer und Wasser das NAS und alle Daten komplett vernichten. Aber dann verliere ich maximal die letzten 4 Wochen, das reicht mir. Will ich wichtige Daten kurzfristig sichern, z.B. von einem wichtigen Projekt oder Urlaub, dann mache ich ein außerplanmäßiges Backup. Alles kein Problem und „relativ“ sicher, einfach und schnell 😉

Zwischenfazit

Nun, ich stellte fest das ein 4-Bay NAS Sinn machen kann, durch ein SHR macht es aber erst so richtig Sinn. Nur hat Synology in der Vergangenheit sehr viele Probleme mit der Verschlüsselung von Daten gehabt. Das ist auch noch immer so. DSM 5.2 – das aktuelle Synology OS ist hier nicht ausgereift. QNAP ist hier einfach Meilen weiter, bietet aber auch nur ein RAID 5. Seit einigen Monaten gibt es aber die Beta vom neuen DSM 6, das sich extrem verbessert hat. Ganz besonders aber auch die Verschlüsselung. Klar, man sollte nie eine Beta produktiv einsetzen, aber bei NAS-System ist das oft etwas weiter zu fassen.

Synology DiskStation - DS415

DSM von Synology oder QTS von QNAP sind die stabilsten Systeme die ich je gesehen habe, mit Abstand. Jedes finale Windows, OS X, Linux, iOS oder Anroid OS ist mir schon häufiger abgestürzt als eine QTS oder DSM Beta. Daher nutze ich in diesem Bereich oft auch Vorabversionen, will dieses aber nicht jedem ans Herz legen. Ich habe Monate QTS 4.2 beta genutzt, welches stabiler als die 4.1 final war. Ähnliches gilt auch für DSM 6. Deshalb war nun Synology erstmals eine wirklich besser Alternative zu anderen Herstellern.

Der Weg zum Synology DS415+

Den ausführlich Bericht zur Synology DS415+ schreibe ich noch später in einem separaten Artikel. Hier soll es darum gehen, warum die Synology DS415+ für mich fast alternativlos war.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Das es ein 4-Bay NAS werden sollte, war nun klar. Zudem sollte das System neu und schnell sein und gut mit DSM 6 zusammen arbeiten. Daher kamen nur die DS415+, die DS416 und die DS415play in Frage. Preislich liegen die DS416 und DS415play etwa gleich und die DS415+ kostet derzeit etwa 100 € mehr. Da ich meine Daten gerne verschlüsseln möchte, sind eine Hardwareverschlüsselung und eine schnelle CPU sinnvoll. Das bietet die DS415play nicht, weshalb sie für mich deshalb keine Alternative ist.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Die DS416 macht einen sehr guten Eindruck. Hat aber eine etwas schwächere 32-bit CPU und nur 1GB RAM. Vermutlich hätte es auch die 416 getan, aber die DS415+ bietet für 100 € mehr eine 2,4 GHz Quad Core Intel 64-bit CPU – was DSM 6 mag – und 2GB RAM. Wenn die DS415+ ein oder zwei Jahre länger und schneller als die DS416 läuft, lohnen sich also die 100 € Aufpreis, zumindest für mich. Andere technische Unterschiede zwischen den NAS haben für mich keine Rolle gespielt. Daher ist meine Wahl auf das DS415+ gefallen, was wohl einer der geilsten 4-Bay NAS-Systeme am Markt ist, besonders mit DSM 6. Ich habe die DS415+ für 520 € bei Amazon gekauft – von meinem eigenen Geld, ohne Sponsoring 😉

Später in einem anderen Artikel gibt es dann noch mehr Infos zur DS415+.

Meine Festplatten

Tcha, damals nutze ich im QNAP-NAS eine 3TB WD Red HDD und eine 4TB WD Green, welche bereits sehr viel LCC hatte. Eine neue 4TB WD Red habe ich mir dann noch gekauft, bei Amazon und von meinem Geld 😉

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Die WD Green war zwar schon etwas beansprucht, kann aber auch noch Jahre durchhalten. Auf jeden Fall hat der Betrieb der Green in dem QNAP NAS die LCC hochgetrieben, in einem Jahr auf etwa 300.000. Das ist schon enorm. Langfristig kann man also die WD Green nicht in dem QNAP nutzen.

Umso lustiger ist es, dass die gleiche WD Green in der Synology DS415+ nach 2 Monaten Dauerbetrieb nur etwa 1.000 LCC mehr hat, soviel wie auch die anderen WD Red platten im NAS. Die WD Green ist zudem nur 2-3 Grad wärmer als die Red, meist bei ca. 28°. Und nun die Masterfrage: Warum sollte ich eine WD Red in diesem NAS nutzen?

WD Red in Synology DS415+ NAS

WD Red sind teuerer und auf den 24/7 Betrieb ausgelegt. Sie haben und eine andere Firmware und laufen etwas kühler. Ansonsten scheinen sie quasi baugleich zu sein und WD verdient damit natürlich einiges mehr. Klar, 3 statt zwei Jahre Garantie gibt es auch noch bei der Red. Und das ist für mich bei der DS415+ der einzige Grund etwas mehr Geld auszugeben.

WD Red, WD Green, WD Blue NAS

WD Blue statt Green

Western Digital mag Farben. Red für NAS und Green für den Desktop war die Vorgabe. Nun wird es aber die WD Green mittelfristig nicht mehr geben. Blau ist das neue Grün sozusagen. Und da ich derzeit nur noch geringe Vorteil in WD Red Festplatten in meinem NAS sehe, habe ich mir mal eine WD Blue für etwa 90 € bei Amazon bestellt, ja, von meinem eigenen Geld 😉

WD Blue Western Digital Blue

Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die WD Blue im Vergleich zu der WD Green und den beiden WD Red Platten verhält. Zugegeben, DSM 6 und zwei Desktop Festplatten in einem NAS sind nicht meine Empfehlung und auch nicht ratsam, aber ich bin halt ein Draufgänger 😉 Naja, eigentlich versuche ich nur die Risiken abzuschätzen und laufe nicht jeder Marketingstrategie oder Regel hinterher, wenn sie für mich keinen Sinn ergibt.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Mal sehen wie lange es die beiden Desktop HDD im NAS aushalten. Sobald ich hier Ausfälle habe, werde ich es auch natürlich berichten. Ich hoffe dann auch mal, dass es immer nur eine Festplatte sein wird, denn sonst wird es wieder etwas aufwändig.

Was denkst du?

Und jetzt besteht natürlich Interesse meinerseits von euch zu erfahren, ob mein Verhalten leichtsinnig oder vertretbar bis interessant ist. Wie ist deine Meinung das?

Wenn dir der Artikel "NAS für Fotografen – Synology DS415+, SHR und WD Blue" gefallen hat und du mich und meine Unabhängigkeit etwas unterstützen möchtest, würde ich mich über deinen Kommentar freuen und wenn du eine Kamera, ein Objektiv oder auch ein beliebiges anderes Produkt bei Amazon kaufen möchtest, kannst du dies zum unveränderten Kaufpreis HIER* bestellen. Vielen Dank!



5 Gedanken zu „NAS für Fotografen – Synology DS415+, SHR und WD Blue

  1. Pingback: Synology DS415+ im Test - DSM 6.0 | Fotoblog web-done.de

  2. sehr geiler bericht! wollte jetzt auch von einer 213j auf was „richtiges“ umsteigen. dieser artikel hat mir sehr geholfen, vor allem mein verständnis über raid (in kombi mit wikipedia). dein erfahrungsbericht war auch goldwert. theoretisch baut man sich da schon immer was zusammen, aber man weiß dann nie obs wirklich so klappen wird. ist dann immer besser, wenn man den erfahrungsbericht von jemandem liest, der es schon gemacht hat. Auch deine erfahrungen bezüglich stabilität vom neuen dsm 6.0 waren sehr hilfreich! gute arbeit! bitte nicht übel nehmen, noch ein kleiner augenzwinker: http://www.dassdas.de 😉 danke für den guten artikel, der vorbildlich noch mit bildern ausgekleidet ist!

    • Danke 🙂

      Die DSM 6 ist jetzt übrigens auch final veröffentlicht. Teilweise lief die Beta runder als das Release.

      Du wirst in meinen Artikeln massenhaft Dass-Fehler und kreative Groß-Kleinschreibung finden…man muss ja nicht alles mitmachen. Wie ich sehe wehrst du dich auch gegen große Buchstaben 😉

  3. Pingback: Synology DS415+ im Test - DSM 6.0 - externe Festplatte Test

  4. Pingback: WD Green und WD Blue anstatt WD Red im NAS - externe Festplatte Test

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