Røde NT1-A Test

Produktbild Røde NT1-A
9,0
UrteilHervorragendNote 9,0 von 10

Das RØDE NT1-A ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit 1-Zoll-Kapsel und Nierencharakteristik für Studioaufnahmen.

  • TypGroßmembran-Kondensator
  • Richt­charakteristikNiere
  • AnschlussXLR
  • Max. SPL137 dB
  • Eigen­rauschen5 dB(A)

Auf einen Blick

Vorteile

  • Sehr niedriges Eigenrauschen von 5 dBA
  • Hoher maximaler Schalldruckpegel von 137 dB SPL
  • Dynamikumfang über 132 dB
  • Komplettpaket mit Spinne, Popschutz, Staubschutz und Kabel
  • Transformatorlose Elektronik mit interner Kapselaufhängung
  • Zehn Jahre Garantie nach Registrierung

Nachteile

  • Keine Schalter für Pad oder Hochpassfilter
  • Nur Niere, keine umschaltbare Richtcharakteristik
  • Benötigt Phantomspeisung und ein Interface mit XLR-Eingang
  • Empfindlich gegenüber Raumgeräuschen in unbehandelten Räumen
  • Kein USB-Anschluss

Technische Daten

Technische Daten: Røde NT1-A
HerstellerRøde
Preisklassemittel
TypGroßmembran-Kondensator
RichtcharakteristikNiere
AnschlussXLR
Frequenzbereich20 Hz – 20 kHz
Empfindlichkeit25 mV/Pa
Eigenrauschen5 dB(A)
Max. Schalldruckpegel137 dB SPL
Gewicht326 g
Abmessungen190 mm × 50 mm Ø

Das RØDE NT1-A (Werbelink) ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit 1-Zoll-Kapsel und Nierencharakteristik für Studioaufnahmen. RØDE gibt ein Eigenrauschen von 5 dBA, eine Empfindlichkeit von −32 dB re 1 V/Pa (25 mV) und einen maximalen Schalldruckpegel von 137 dB an. Das Mikrofon wird seitlich besprochen, benötigt P24- oder P48-Phantomspeisung und wird als Komplettpaket mit Spinne, Popschutz, Staubschutz und XLR-Kabel geliefert.

Grundlage dieses Berichts sind die Produktseite, das Datenblatt und das Produkthandbuch von RØDE.

Bauart: Großmembran-Kondensator mit echter Polarisation

Das NT1-A ist laut RØDE ein echtes Kondensatormikrofon mit extern polarisierter Kapsel, also kein Elektretmodell. Die Membran hat einen Durchmesser von einem Zoll und ist goldbedampft. Das Mikrofon arbeitet nach dem Druckgradientenprinzip mit Nierencharakteristik und wird von der Seite besprochen, nicht über die Stirnseite.

Røde NT1-A in der Spinne mit Popschutz
Røde NT1-A in der Spinne mit Popschutz Bild: RØDE (Herstellerbild)

Die Elektronik besteht laut Datenblatt aus einem JFET-Impedanzwandler mit bipolarem Ausgangspuffer und arbeitet transformatorlos. Die Kapsel ist intern elastisch aufgehängt, um Körperschall zu reduzieren. Das Gehäuse misst 190 × 50 mm, das Gewicht liegt bei 326 g.

Bei einem Kondensatormikrofon bilden Membran und Gegenelektrode einen Kondensator. Schwingt die Membran, ändert sich die Kapazität, und daraus entsteht das Audiosignal. Damit das funktioniert, muss die Kapsel elektrisch vorgespannt sein. Beim Elektretmikrofon übernimmt ein dauerhaft geladenes Material diese Aufgabe. Beim extern polarisierten Mikrofon, wie RØDE es für das NT1-A angibt, stellt die Elektronik die Polarisationsspannung aus der Phantomspeisung bereit.

Beide Prinzipien sind in der Studiotechnik verbreitet. Für dich ergibt sich daraus vor allem, dass das NT1-A ohne Phantomspeisung keinerlei Signal liefert. Klangliche Unterschiede lassen sich aus dem Prinzip allein nicht ableiten und werden hier deshalb nicht behauptet.

Eigenrauschen von 5 dBA in der Praxis

Das äquivalente Eigenrauschen gibt an, welchem Schallpegel das Rauschen der Mikrofonelektronik entspricht. 5 dBA ist ein sehr niedriger Wert. Für die Praxis heißt das: Bei leisen Quellen wie gesprochener Sprache in ruhigen Räumen, leisen Akustikinstrumenten oder Foley-Aufnahmen bleibt das Rauschen des Mikrofons selbst deutlich unter dem Nutzsignal. Der Signal-Rausch-Abstand von 88 dB bezieht sich auf den Referenzpegel von 94 dB SPL.

Gesangsaufnahme mit dem NT1-A
Gesangsaufnahme mit dem NT1-A Bild: RØDE (Herstellerbild)

Ein niedriges Eigenrauschen des Mikrofons hilft allerdings nur, wenn der Rest der Kette mithält. Raumgeräusche wie Lüftung, Straßenlärm oder Computerlüfter liegen meist deutlich über 5 dBA und werden vom empfindlichen Kondensatormikrofon ebenfalls aufgenommen. Die Aufnahmeumgebung entscheidet daher oft stärker über das Rauschniveau als das Mikrofon.

Pegelreserven und Ausgang

Der maximale Schalldruckpegel liegt laut RØDE bei 137 dB SPL. Damit lässt sich das Mikrofon auch vor lauten Gesangsstimmen oder Instrumentenverstärkern einsetzen. Zusammen mit dem niedrigen Eigenrauschen ergibt sich ein Dynamikumfang von über 132 dB.

Die Empfindlichkeit von 25 mV/Pa ist für ein Kondensatormikrofon hoch. Gegenüber einem dynamischen Mikrofon braucht das NT1-A deutlich weniger Vorverstärkung. Bei lauten Quellen sollte der Vorverstärker deshalb nicht übersteuert werden; der maximale Ausgangspegel des Mikrofons liegt bei +13,7 dBu. Ein Pad- oder Hochpassschalter ist am NT1-A nicht vorhanden; entsprechende Funktionen müssen am Vorverstärker oder in der Software erfolgen.

Die Ausgangsimpedanz von 100 Ω ist niedrig. Niedrige Ausgangsimpedanzen machen das Signal unempfindlicher gegenüber langen Kabelwegen und den Eingangsimpedanzen unterschiedlicher Vorverstärker. Die transformatorlose Ausgangsstufe vermeidet einen Übertrager im Signalweg. RØDE kombiniert dafür einen JFET-Impedanzwandler mit einem bipolaren Ausgangspuffer.

Für die Praxis bedeutet das: Das NT1-A lässt sich an handelsübliche Interfaces und Mischpulte anschließen, ohne dass auf eine bestimmte Eingangsimpedanz geachtet werden muss.

Aus der Empfindlichkeit lässt sich ableiten, welche Spannung bei bestimmten Schallpegeln ansteht. Bei 94 dB SPL liefert das NT1-A laut Datenblatt 25 mV. Jede Verringerung des Schallpegels um 20 dB senkt die Ausgangsspannung auf ein Zehntel. Bei einem Schallpegel von 74 dB SPL am Mikrofon, was einer ruhigen Sprechstimme in einigem Abstand entsprechen kann, ergeben sich rechnerisch etwa 2,5 mV.

Zum Vergleich: Ein dynamisches Mikrofon mit einer Empfindlichkeit von etwa 2 mV/Pa liefert bei gleichem Schallpegel nur rund ein Zwölftel dieser Spannung. Interfaces mit begrenzter Verstärkungsreserve kommen mit dem NT1-A deshalb meist ohne zusätzliche Booster aus. Bei sehr lauten Quellen wiederum ist auf Übersteuerung im Vorverstärker zu achten, da das Mikrofon selbst erst bei 137 dB SPL an seine Grenze kommt.

Anschluss und Aufstellung

Das Mikrofon benötigt Phantomspeisung mit 24 oder 48 V. Die meisten Audio-Interfaces und Mischpulte stellen 48 V bereit. Der Anschluss erfolgt über einen dreipoligen XLR-Stecker an einen symmetrischen Mikrofoneingang. Einen USB-Anschluss besitzt das NT1-A nicht, für die Aufnahme am Computer ist also ein Interface nötig.

NT1-A im Heimstudio
NT1-A im Heimstudio Bild: RØDE (Herstellerbild)

Wichtig für die Ausrichtung: Das NT1-A wird seitlich besprochen. Die Vorderseite ist am Gehäuse gekennzeichnet. Wer versehentlich von der Stirnseite oder der Rückseite hineinspricht, nimmt deutlich weniger Direktschall auf, weil die Niere nach hinten stark dämpft.

Da das NT1-A sehr empfindlich ist, lohnt es sich, den Aufnahmeplatz zu prüfen. Reflexionen von Wänden, Tischen oder Fenstern werden mit aufgenommen. Eine Aufstellung mit etwas Abstand zu harten Flächen und der Einsatz des mitgelieferten Popschutzes sind sinnvoll.

Bei Gesang führt ein geringer Abstand zur Anhebung tiefer Frequenzen durch den Nahbesprechungseffekt, typisch für Nierenmikrofone. Ein größerer Abstand reduziert diesen Effekt, erhöht aber den Raumanteil. Die Balance hängt vom Raum und vom gewünschten Klang ab.

Lieferumfang und Garantie

RØDE liefert das NT1-A als Komplettpaket. Enthalten sind die elastische Halterung SM6 mit integriertem Popschutz, ein Staubschutz und ein XLR-Kabel. Ein älteres Datenblatt nennt für das Kabel eine Länge von 6 m; die aktuelle Länge wird auf der Produktseite nicht durchgängig ausgewiesen. Ein Stativ gehört nicht dazu.

Die SM6 entkoppelt das Mikrofon vom Stativ und reduziert so Trittschall und Vibrationen. Der Popschutz vor der Kapsel dämpft Explosivlaute wie „p“ und „b“, die bei Nahbesprechung von Kondensatormikrofonen sonst leicht zu tieffrequenten Pegelspitzen führen.

RØDE gewährt nach Registrierung des Produkts eine Garantie von zehn Jahren.

Für wen ist das RØDE NT1-A geeignet?

RØDE positioniert das NT1-A als Studiomikrofon für Gesang, Sprache und Instrumente. Durch das geringe Eigenrauschen und den weiten Frequenzbereich ist es für Sprecheraufnahmen, Gesang, Akustikgitarre und ähnliche Quellen ausgelegt. Durch den hohen maximalen Schalldruckpegel kommen auch lautere Quellen in Frage.

Sängerin mit Gitarre vor dem NT1-A
Sängerin mit Gitarre vor dem NT1-A Bild: RØDE (Herstellerbild)

Weniger passend ist das Mikrofon für Bühnen und laute, unbehandelte Räume. Kondensatormikrofone mit Großmembran sind empfindlich gegenüber Raumreflexionen und Hintergrundgeräuschen.

Wem das RØDE NT1-A nicht ganz zusagt, der findet hier andere Wege. Das Røde NT1 5th Generation (Werbelink), ein Kondensatormikrofon mit großer Membran und Nierencharakteristik, bietet 4 dBA Eigenrauschen. Als Ausgänge stehen XLR und USB-C mit 32-Bit-Float bereit. Das Shure SM7B (Werbelink), ein dynamisches Großmembranmikrofon mit Niere, bietet einen Bass-Roll-off-Schalter sowie einen Mid-Boost-Schalter. Das Interface braucht wegen −59 dB Empfindlichkeit reichlich Gain. Das Røde Procaster (Werbelink), ein dynamisches Großmembran-Mikrofon mit Nierencharakteristik, bietet einen XLR-Anschluss. Dein Interface sollte dafür genug Gain mitbringen. Als Gesangsmikrofon in Kondensatorbauweise mit Superniere hat das Neumann KMS 105 (Werbelink) einen integrierten vierlagigen Popfilter. Dein Interface muss dafür 48-V-Phantomspeisung liefern.

Neben dem RØDE NT1-A lohnt ein Seitenblick auf das sE Electronics T1 (Werbelink). Es ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit Niere und hat 9 dB(A) Eigenrauschen, einen Low-Cut-Schalter und einen Pad-Schalter.

Als Interface für das RØDE NT1-A eignet sich etwa das SSL 2 MKII (Werbelink). Es liefert Stereo-Loopback, einen Legacy-4K-Schalter, 64 dB Verstärkung, einen Hochpassfilter pro Kanal und zwei Kopfhörerausgänge.

Bewertung im Detail

Verarbeitung9,0/10

Solides Metallgehäuse, bewährte Konstruktion.

Bedienung9,0/10

Keine Schalter, einfach anzuschließen mit Phantomspeisung.

Klang9,0/10

Sehr rauscharm mit präsentem, hellem Klangbild.

Ausstattung8,5/10

Zubehörpaket mit Spinne, Popschutz und Kabel, aber ohne Pad und Hochpass.

Preis-Leistung9,5/10

Der Preis für ein komplettes Paket ist sehr günstig.

Gesamtnote9,0/10

Fazit: Røde NT1-A

Hervorragend
9,0

Nach den Herstellerdaten bietet das NT1-A eine sehr niedrige Eigenrauschzahl, hohe Pegelreserven und ein Zubehörpaket, das für den Studioeinstieg kaum Ergänzungen erfordert. Die Reduktion auf eine Richtcharakteristik und der Verzicht auf Schalter halten die Bedienung einfach, verlagern Pad und Hochpass aber an Vorverstärker oder Software. Wer in einem akustisch unbehandelten Raum mit Hintergrundgeräuschen arbeitet, sollte bedenken, dass die hohe Empfindlichkeit auch Störgeräusche deutlich abbildet. In ruhigen, bedämpften Räumen spielt das Mikrofon nach Datenlage seine Stärken bei leisen Quellen aus. Für den Betrieb wird zwingend ein Interface oder Mischpult mit XLR-Eingang und Phantomspeisung benötigt.

Das Urteil stützt sich auf RØDEs Unterlagen.

Thomann hat das NT1-A im Sortiment.

Kaufen, wenn …

  • du Gesang oder Sprache im Heimstudio sehr rauscharm aufnehmen willst
  • ein Zubehörpaket direkt dabei sein soll
  • dein Raum akustisch behandelt ist

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du zusätzlich USB-Betrieb willst
  • dein Raum unbehandelt ist
  • du eine Bühnenlösung brauchst

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Alternativen zum Røde NT1-A

Shure SM7dB

8,8Sehr gut
Note 8,8 von 10

Das Shure SM7dB ist ein dynamisches Sprach- und Gesangsmikrofon mit Nierencharakteristik, das die bekannte SM7-Bauform um einen eingebauten aktiven Vorverstärker ergänzt.

Shure Beta 58A

8,7Sehr gut
Note 8,7 von 10

Das Shure Beta 58A ist ein dynamisches Gesangsmikrofon mit Superniere, Neodym-Magnet und einem Frequenzbereich von 50 bis 16.000 Hz.

Im Vergleich mit 21 anderen Mikrofonen

Häufige Fragen zum Røde NT1-A

Wie laut ist das Eigenrauschen?

RØDE gibt 5 dBA äquivalentes Eigenrauschen an.

Welches Zubehör liegt dem NT1-A bei?

Die Spinne SM6 mit Popschutz, ein Staubschutz und ein XLR-Kabel.

Hat das NT1-A einen Hochpassfilter?

Nein, laut Datenblatt gibt es keine Schalter für Pad oder Hochpass. Tiefe Störungen lassen sich mit dem Hochpassfilter des Interfaces oder in der Aufnahmesoftware entfernen.

Wie wird das NT1-A besprochen?

Von der Seite; die Vorderseite ist am Gehäuse markiert.

Wann ist eine Alternative zum RØDE NT1-A die bessere Wahl?

Wenn du zusätzlich USB-Betrieb willst, passt eher RØDE NT1 5th Generation. Wenn dein Raum unbehandelt ist, passt eher Shure SM7B. Wenn du eine Bühnenlösung brauchst, passt eher Neumann KMS 105.

Welche Alternativen zum RØDE NT1-A gibt es?

Als Alternativen kommen RØDE NT1 5th Generation, Shure SM7B, RØDE Procaster, Neumann KMS 105 in Frage. Den Hintergrund dazu findest du unter Alternativen.

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