Zoom H4essential Test

Zoom H4essential im Test – Vorschaubild des Videos
7,8
UrteilGutNote 7,8 von 10

Gelungene Erneuerung des H4n Pro mit 32-Bit-Float und flottem Workflow. An den Preamps hat Zoom aber nichts verbessert.

  • Eingänge2 × XLR
  • Aufnahme32-Bit-Float
  • Sample­ratebis 96 kHz
  • Rauschen (EIN)−120 dBu
  • Gewicht226 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • 32-Bit-Float-Aufnahme
  • Deutlich besseres Farbdisplay als beim H4n Pro
  • Sehr schneller Start und Aufnahme-Start/-Stopp
  • Mixer-Funktion für die Stereospur, leise Tasten

Nachteile

  • Preamps rauschen hörbar (−120 dBu EIN) – keine Verbesserung
  • Nur microSD-Karten
  • Seitliches Bedienrad nicht optimal
  • 32-Bit-Float nicht auf 24 Bit umstellbar

Technische Daten

Technische Daten: Zoom H4essential
HerstellerZoom
Preisklasseniedrig
XLR-Eingänge2
Spuren4
Max. Sample-Rate96 kHz
Auflösung32-bit float
32-Bit-Float✓
Eingebautes Mikrofon✓
EIN (Eigenrauschen)-120 dBu(A)
AufnahmeformatWAV, MP3, BWF
Batterie / Stromversorgung2 × AA oder USB-C (Netzteil AD-17)
Gewicht226 g
Eingänge (Details)2 (XLR/Klinke-Combo)
Abmessungen156,1 × 66,9 × 38 mm

Das Video zum Test

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Der Zoom H4essential (Werbelink) ist die Mittelklasse der neuen Essential-Serie und tritt die Nachfolge des legendären H4n Pro an. Er bringt 32-Bit-Float, ein Farbdisplay und einen deutlich flotteren Workflow mit. Ich habe ihn ausführlich getestet, die Akkulaufzeit selbst gemessen und ihn mit SM7B (Werbelink), SM58 und NT1 ausprobiert. Hier erfährst du, was wirklich besser geworden ist und wo Zoom nichts verändert hat.

Technik im Überblick

Die wichtigste Neuerung ist 32-Bit-Float. Du musst nicht mehr einpegeln, du kannst es aber auch gar nicht mehr. Der H4essential nimmt als Rekorder immer in 32-Bit-Float auf, wahlweise mit 44,1, 48 oder 96 kHz, als WAV mit BWF- und iXML-Metadaten. Am Rechner, iPad oder Smartphone arbeitet er per USB-C als Audio-Interface mit vier Ein- und zwei Ausgängen im Multitrack-Modus oder 2-in/2-out im Stereo-Modus, in 24 Bit oder 32-Bit-Float.

Zoom H4essential von vorn
Zoom H4essential von vorn Bild: Zoom Corporation (Herstellerbild)

Das eingebaute XY-Mikrofon verarbeitet bis 130 dB SPL, das ist schon ziemlich laut und gar nicht schlecht. Das äquivalente Eingangsrauschen der XLR-Eingänge liegt bei −120 dBu oder weniger. Das ist ungefähr wie beim H4n Pro, verbessert hat sich da nicht viel. Dazu kommen zwei verriegelbare XLR/Klinke-Combo-Buchsen mit schaltbarer 48-V-Phantomspeisung, ein 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power für Lavaliers und ein 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Ausgang. Gespeichert wird auf microSD-Karten bis 1 TB, damit nimmst du tagelang auf. Angezeigt wird alles auf einem 2-Zoll-Farbdisplay mit 360 × 240 Pixeln, und es gibt einen eingebauten Lautsprecher.

Wie die anderen Essential-Modelle hat der H4essential eine Sprachführung für Menschen mit Sehbehinderung. Timecode und App-Steuerung gibt es über den optionalen Bluetooth-Adapter BTA-1, Timecode alternativ auch über den Adapter TCA-1.

Gehäuse und Verarbeitung

Zoom gibt 243 g inklusive Batterien an. In der Hand fühlt sich der H4essential so leicht an, dass ich immer denke, es seien gar keine Batterien drin. Oben sitzen die beiden XY-Kapseln im 90-Grad-Winkel, hinten der Lautsprecher, ein 1/4-Zoll-Gewinde, drei Gummifüße und das Batteriefach. Das Fach ist eines der hochwertigeren von Zoom. Es funktioniert gut und zuverlässig, und innen sorgt Schaumstoff dafür, dass nichts klappert. Früher waren die Batteriefächer bei Zoom immer sehr filigran, hier ist das deutlich besser geworden.

Seitenansicht des H4essential mit Combo-Buchse
Seitenansicht des H4essential mit Combo-Buchse Bild: Zoom Corporation (Herstellerbild)

Unten liegen die beiden Combo-Buchsen mit Verriegelung, dazu eine Öse für einen Riemen. Wichtig: XLR ist immer Mikrofon und Klinke immer Line, im Menü kannst du das nicht mehr umstellen. Links findest du Mikrofon/Line-Eingang, Kopfhörer/Line-Ausgang, das Lautstärkerad mit digitaler Anzeige im Display und den microSD-Slot. Rechts sitzen das blaue Scrollrad mit Enter-Taste, USB-C für Strom und Daten, der Ein-/Ausschalter und unter einer Gummiklappe der Anschluss für den BTA-1.

Insgesamt macht das Gehäuse einen ziemlich guten Eindruck. Der Kunststoff ist für Zoom-Verhältnisse echt hochwertig, an manchen Stellen aber rau, und das kann bei Berührung auch mal etwas lauter werden. Die Tasten lassen sich quasi lautlos drücken, ohne Klickmoment, das finde ich ziemlich gut.

Bedienung und Menü

Die Startzeit ist ziemlich schnell, und du kannst sofort aufnehmen. Auch Stoppen und neu Starten geht praktisch ohne Wartezeit. Hier hat sich gegenüber den älteren Zoom-Rekordern wirklich viel getan. Bei meinem H5 (Werbelink) vergehen nach dem Stopp viele Sekunden, bis ich die nächste Aufnahme starten kann, und das nervt manchmal echt.

Menü des Zoom H4essential
Menü des H4essential Bild: web-done / eigenes Video

Das Farbdisplay ist deutlich besser als beim H4n Pro, auch wenn die Farben noch besser genutzt werden könnten. Die Hauptansicht zeigt Aufnahmezeit, Restkapazität, Akkustand und die Pegel aller Spuren. Mit eigenen Tasten aktivierst du das XY-Mikrofon und die Eingänge 1 und 2, eine weitere Taste schaltet zwischen Normal- und Mixer-Ansicht um. Durch das Menü geht es mit dem Scrollrad: Dateiliste, Input mit Hochpassfilter, Mono-Mix, Plug-in-Power, 48-V-Phantomspeisung und dem Koppeln der Eingänge als Stereo- oder Mitte-Seite-Paar, Output, Aufnahmeeinstellungen mit Samplerate, Vorab-Aufnahme (bei mir zwei Sekunden), Pre- oder Post-Mixer-Aufnahme und iXML, außerdem SD-Karte, USB und System.

Das seitliche Scrollrad finde ich nicht optimal, ich überspringe damit manchmal Menüpunkte. Vielleicht ist das aber auch nur eine Umgewöhnung, weil ich die älteren Geräte kenne. Während der Aufnahme kannst du im Menü nur Marker setzen, den Output einstellen oder die Datei löschen, alles andere läuft über den Mixer.

Mixer, Interface und Backup

Mit der Mixer-Taste stellst du für jede Spur ein, wie laut sie in der Stereo-Mischspur landet. Das Mikrofon kann zum Beispiel auf −20 dB, die anderen Kanäle etwas höher. Für Podcaster, die immer mit denselben zwei, vielleicht auch unterschiedlichen Mikrofonen arbeiten, ist das sehr praktisch: einmal einstellen und dann immer die fertige Stereospur nutzen.

H4essential mit USB-Kabel als Interface
H4essential mit USB-Kabel als Interface Bild: Zoom Corporation (Herstellerbild)

Im USB-Menü wählst du zwischen Dateitransfer und Audio-Interface, als Stereo-Mix oder Multitrack-Gerät. Besonders praktisch: Der H4essential kann gleichzeitig als Interface arbeiten und auf die Karte aufnehmen, dann mit 44,1 oder 48 kHz. So hast du immer noch ein Backup. Die Stromversorgung lässt sich dabei auf USB oder Batterie stellen, was am Laptop sinnvoll sein kann. 96 kHz gibt es nur im reinen Interface-Modus.

Klang: XY-Mikrofon und externe Mikrofone

Das XY-Paar bildet das Stereobild sauber ab. Drehst du den Rekorder oder bewegst du dich zur Seite, hörst du, wie sich das Bild verschiebt. Die Handgeräusche sind für solche Rekorder ganz okay und werden gar nicht so laut übertragen. Das Kopfhörerkabel hört man allerdings, weil die Kapseln kaum entkoppelt sind. Im Monomodus bleibt das Stereobild weg, und du wirst beim Drehen nur leiser.

Interview-Aufnahme mit dem H4essential
Interview-Aufnahme mit dem H4essential Bild: Zoom Corporation (Herstellerbild)

Wind ist wie bei allen kleinen Zoom-Rekordern das große Thema. Die Mikrofone sind sehr, sehr windempfindlich. Ein aufgesteckter Windschutz, bei mir der vom Zoom H5, schwächt Pop- und Windgeräusche deutlich ab. Für Handheld-Einsätze aus kurzer Distanz und draußen sowieso solltest du immer einen Windschutz nutzen, für draußen am besten einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1 (Werbelink).

Bei externen Mikrofonen zeigen sich die Grenzen. Das Shure SM7B direkt am H4essential war so leise, dass ich mich in meinen DT 770 Pro (80 Ohm) bei voller Lautstärke kaum gehört habe. Monitoring kannst du dir da komplett sparen. Mit dem Triton Audio FetHead (Werbelink) davor, der 27 dB Verstärkung bringt, klappt es dagegen gut. Das Shure SM58 direkt ist okay, mit Kopfhörer auf 100 höre ich mich ausreichend laut. Beim Rode NT1 als rauscharmem Großmembran-Kondensator spielt das Rauschniveau des H4essential kaum noch eine Rolle. Der Kopfhörerausgang liefert 20 mW pro Kanal an 32 Ohm.

Akku und Stromversorgung

Der H4essential läuft mit zwei AA-Zellen oder über USB-C. Meine eigene Messung: interne Mikrofone in Stereo, dazu ein externes Kondensatormikrofon mit Phantomspeisung, 48 kHz, NiMH-Akkus mit 2000 mAh. Ich bin auf 3 Stunden und 3 Minuten gekommen. Über USB-C nimmst du unbegrenzt lange auf, bis die Speicherkarte voll ist.

Batteriefach des H4essential
Batteriefach des H4essential Bild: Zoom Corporation (Herstellerbild)

Zoom nennt für zwei Spuren mit dem XY-Mikrofon ohne Phantomspeisung und ohne Kopfhörer etwa 9 Stunden mit Alkali- oder NiMH-Zellen. Bei vier Spuren mit Kopfhörer und ohne Phantomspeisung sind es mit NiMH etwa 4 Stunden, mit Alkali etwa zweieinhalb. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 3 W. Im Systemmenü stellst du Batterietyp, Display-Abdunklung und Auto-Abschaltung ein.

Fazit und für wen er sich lohnt

Für mich ist der H4essential eine gute Erneuerung im Vergleich zum H4n Pro. Das Display ist deutlich besser, 32-Bit-Float ist auf keinen Fall ein Nachteil, der Mixer ist praktisch, und haptisch macht das Gerät einen ziemlich guten Eindruck. Schade finde ich, dass du 32-Bit-Float nicht manuell auf 24 Bit umstellen kannst. Inzwischen hat Zoom ein Firmware-Update für die Essential-Serie veröffentlicht, das unter anderem eine Pegelanpassung während der Aufnahme, MP3-Aufnahme und eine KI-Rauschunterdrückung ergänzt.

Der Knackpunkt bleibt die Audioqualität. −120 dBu Eigenrauschen ist nicht besonders gut, und daran hat sich nichts verbessert. Mein H5 liegt auf demselben Niveau, dynamische Mikrofone rauschen dort genauso stärker. Außerdem nutzt der H4essential microSD-Karten, ich finde große SD-Karten deutlich praktischer, wenn du Dateien per Karte statt per USB überträgst.

Meine Empfehlung: Hast du einen H4n Pro und kommst mit dem Einpegeln klar, behalte ihn, klanglich gibt es keine Verbesserung. 32-Bit-Float verhindert nur, dass du zu leise oder zu laut aufnimmst. Wer viel Erfahrung beim Pegeln hat, kann auch zu den älteren, zum Zeitpunkt meines Tests deutlich günstigeren Modellen greifen. Startest und stoppst du aber oft Aufnahmen und wühlst dich viel durch Menüs, ist der H4essential deutlich spannender, weil er einfach viel schneller arbeitet.

Bewertung im Detail

Verarbeitung8,0/10

Leicht, haptisch gut, mit einem der besten Batteriefächer von Zoom, verriegelbaren Combo-Buchsen und lautlosen Tasten. Der raue Kunststoff kann bei Berührung Geräusche machen.

Bedienung8,0/10

Sehr schneller Start, Aufnahme quasi ohne Verzögerung, gutes Farbdisplay und Sprachführung. Das seitliche Scrollrad finde ich nicht optimal.

Klang7,0/10

32-Bit-Float verhindert Übersteuern, die Preamps rauschen mit −120 dBu EIN aber hörbar. Ein SM7B braucht einen Inline-Preamp.

Ausstattung8,0/10

XY-Mikrofon bis 130 dB SPL, zwei XLR/Klinke-Combos, 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power, Mixer und 4-in/2-out-Interface mit gleichzeitiger Aufnahme. Es gibt nur microSD.

Akku7,5/10

Mit zwei AA-Akkus, Stereo-XY und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 3:03 Stunden gemessen. Per USB-C läuft er unbegrenzt.

Preis-Leistung8,0/10

32-Bit-Float, zwei XLR-Eingänge und ein eingebautes Stereomikrofon zu einem niedrigen Preis sind ein faires Paket. An den Preamps hat Zoom aber gespart.

Gesamtnote7,8/10

Fazit: Zoom H4essential

Gut
7,8

Der Zoom H4essential ist eine gelungene Erneuerung des H4n Pro. Er bietet 32-Bit-Float ohne Einpegeln, ein deutlich besseres Farbdisplay, eine praktische Mixer-Funktion, lautlose Tasten und einen extrem flotten Workflow beim Starten und Stoppen. Klanglich hat Zoom aber nichts verbessert: Die Preamps rauschen auf dem bekannten Niveau der H-Serie, und für leise dynamische Mikrofone brauchst du einen Inline-Preamp. Wenn du einen kompakten Allrounder mit Stereomikrofon und zwei XLR-Eingängen suchst und nie wieder pegeln willst, ist er eine gute Wahl. Wer klanglich mehr will, muss zur F-Serie greifen.

Kaufen, wenn …

  • du einen kompakten Rekorder mit eingebautem Stereomikrofon und zwei XLR-Eingängen suchst
  • du nie wieder einpegeln und Übersteuern ausschließen willst
  • du oft Aufnahmen startest und stoppst und einen schnellen Workflow schätzt
  • du ihn auch als Interface mit gleichzeitiger Backup-Aufnahme nutzen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du vier XLR-Eingänge und eine wechselbare Kapsel brauchst
  • dir zwei XLR-Eingänge ohne eingebautes Mikrofon reichen, du aber deutlich bessere Preamps willst
  • du sicher einpegeln kannst und ein günstigeres 24-Bit-Gerät mit Gain-Reglern bevorzugst

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Alternativen zum Zoom H4essential

Tascam DR-05XP

7,5Gut
Note 7,5 von 10

Der Tascam DR-05XP ist ein kleiner, günstiger Stereo-Recorder mit Kugelmikrofonen, 32-Bit-Float und langer Laufzeit. Für Besprechungen, Vorlesungen und Proben ist er eine unkomplizierte Wahl. Wer gerichtet aufnehmen oder XLR-Mikrofone nutzen will, greift zu einem anderen Modell.

Zoom PodTrak P4

7,4Gut
Note 7,4 von 10

Kompaktes mobiles Podcast-Studio mit starken Preamps und Mix-Minus. Die 16-Bit/44,1-kHz-Beschränkung und das kleine Display stören.

Im Vergleich mit 25 anderen Audiorekordern

Häufige Fragen zum Zoom H4essential

Muss ich beim H4essential einpegeln?

Nein. Er nimmt immer in 32-Bit-Float auf, eine Gain-Einstellung gibt es nicht. Lautstärken passt du später an oder vorab über den Mixer für die Stereospur.

Ist der Klang besser als beim H4n Pro?

Nein. Das Eigenrauschen liegt bei −120 dBu und damit auf dem bekannten Niveau. 32-Bit-Float verhindert nur zu leise oder übersteuerte Aufnahmen.

Funktioniert ein Shure SM7B am H4essential?

Direkt angeschlossen war es in meinem Test viel zu leise. Mit einem Inline-Preamp wie dem Triton Audio FetHead mit 27 dB Verstärkung funktioniert es gut.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei NiMH-Akkus (2000 mAh), Stereo-XY und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 3 Stunden und 3 Minuten gemessen. Ohne Phantomspeisung hält er deutlich länger, per USB-C unbegrenzt.

Kann ich ein Lavalier-Mikrofon anschließen?

Ja, über den 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power.

Kann ich gleichzeitig streamen und aufnehmen?

Ja. Im Interface-Modus nimmt der H4essential parallel auf die microSD-Karte auf, dann mit 44,1 oder 48 kHz. So hast du immer ein Backup.

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