
Großer Bruder des MixPre-3 II mit gleichen Preamp- und Wandlerdaten, aber vier XLR-Eingängen und acht Spuren. Für Film, Podcast und Feldaufnahmen mit höchsten Ansprüchen.
- Eingänge4 × XLR
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 192 kHz
- Rauschen (EIN)−128 dBu
- Gewicht560 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Vier Kashmir-Preamps mit 76 dB Gain und −128 dBu EIN
- 32-Bit-Float bis 192 kHz, 142 dB Dynamikumfang (A-bewertet)
- Interner Timecode-Generator, Timecode/Rec-Trigger via HDMI
- 8-in/4-out-USB-Interface mit 32-Bit-Float, SDXC bis 512 GB
Nachteile
- Hoher Preis
- Kein eingebautes Mikrofon
- Akkulaufzeit vom Hersteller nicht angegeben
Technische Daten
| Hersteller | Sound Devices |
|---|---|
| Preisklasse | hoch |
| XLR-Eingänge | 4 |
| Spuren | 8 (6 Einzelspuren + Stereo-Mix) |
| Max. Sample-Rate | 192 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✗ |
| Max. Gain | 76 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | -128 dBu(A) |
| Dynamikumfang | 142 dB(A) |
| Frequenzbereich | 10 Hz – 80 kHz |
| Aufnahmeformat | WAV (polyphon) |
| Batterie / Stromversorgung | 4 × AA (Batteriegehäuse MX-4AA im Lieferumfang), optional 8×AA- oder L-Mount-Sled (2 × Sony L), USB-C-Busstrom oder Netzteil MX-PSU |
| Gewicht | 560 g |
| Eingänge (Details) | 4 (XLR/Klinke-Combo) |
| Abmessungen | 166 × 118 × 36 mm |
Der Sound Devices MixPre-6 II (Werbelink) ist der mittlere Rekorder der MixPre-II-Serie, mit vier Kashmir-Preamps, acht Spuren und 32-Bit-Float. Damit du weißt, was du hier liest: Den MixPre-6 II habe ich nicht getestet. Selbst getestet habe ich seinen kleinen Bruder, den MixPre-3 II. Im Video dazu habe ich den MixPre-6 nur kurz mit seinen Eckdaten erwähnt. Meine Erfahrungen mit dem MixPre-3 II übertrage ich hier nicht einfach auf das größere Modell. Du bekommst stattdessen eine Einordnung auf Basis der Herstellerdaten und dazu Punkte, die Nutzer häufig berichten.
Einordnung: Was der MixPre-6 II ist
Die MixPre-II-Serie besteht aus drei Geräten. Im Video zum MixPre-3 II habe ich sie so zusammengefasst: Der MixPre-3 hat drei XLR-Eingänge und einen 3,5-mm-Aux-Eingang, der MixPre-6 hat vier XLR/Klinke-Combo-Eingänge und der MixPre-10 acht. Der MixPre-6 II ist also der goldene Mittelweg, wenn du mehr als drei Mikrofone anschließen oder auch Line-Signale über Klinke einspeisen willst.
Preislich spielt der MixPre-6 II in der oberen Klasse. Er ist deutlich teurer als der Zoom F6 (Werbelink) mit sechs XLR-Eingängen und auch etwas teurer als der MixPre-3 II. Dafür bekommst du Preamps und Wandler mit Spitzendaten, ein sehr kompaktes Gehäuse und eine Ausstattung, die auf Film, Podcast und Feldaufnahmen ausgelegt ist.
Das Gehäuse misst 166 × 118 × 36 mm und wiegt 560 g ohne Batterien. Bedient wird der Rekorder über einen 1,6 Zoll kleinen, sonnenlichttauglichen Farb-Touchscreen, LED-Ringe um die Regler und die Drehregler selbst. Für Einsteiger gibt es einen Basic-Modus, der die Bedienung vereinfacht, dazu einen Advanced- und einen Custom-Modus mit allen Einstellungen.
Ausstattung und Anschlüsse
Die vier Combo-Eingänge nehmen XLR für Mikrofon- und Line-Pegel sowie 6,35-mm-Klinke für Line-Signale auf. Phantomspeisung mit 48 V gibt es an allen vier XLR-Buchsen. Dazu kommt ein 3,5-mm-Aux-Eingang mit zwei Kanälen, der wahlweise als Mikrofon- oder Line-Eingang arbeitet und 3 V Plug-in-Power für Lavaliermikrofone liefert. Insgesamt hast du damit sechs analoge Eingänge.
Pro Kanal stellst du Gain, Panorama, Low-Cut, Phasenumkehr und Phantomspeisung direkt im Gerät ein. Der Low-Cut ist zwischen 40 und 160 Hz einstellbar, mit 18 dB pro Oktave. Limiter gibt es in jeder Verstärkerstufe, mit einstellbarem Schwellwert, Ratio und Release. Im 32-Bit-Float-Modus sind die Limiter nicht nötig, weil dann die mehrstufigen Wandler den gesamten Dynamikbereich erfassen.
Ausgänge sind ein 3,5-mm-Stereo-Ausgang, zum Beispiel für die Kamera, und ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang mit 300 mW pro Kanal. Sound Devices schreibt, dass er für Kopfhörer jeder Impedanz geeignet ist. Ein abnehmbarer Gummiring am Kopfhörerregler erleichtert das Drehen mit dem Finger.
Für Filmer wichtig: Der MixPre-6 II hat einen internen Timecode-Generator. Timecode kann über den Aux-Eingang hinein und über den Stereo-Ausgang hinaus. Über Micro-HDMI liest er den Timecode von Kameras, die ihn ausgeben, und kann die Aufnahme über das Aufnahmesignal der Kamera automatisch starten und stoppen. Bei ausgeschaltetem Gerät hält er den Timecode bis zu vier Stunden genau, auch ohne Batterien.
Per Bluetooth LE steuerst du den Rekorder mit der App Wingman vom Smartphone. An die USB-A-Buchse kannst du eine Tastatur zum Benennen, einen der unterstützten MIDI-Controller oder einen USB-Stick anschließen, auf den die Aufnahmen auf Wunsch automatisch kopiert werden.
Technische Daten eingeordnet
Sound Devices nennt für die Mikrofoneingänge eine Verstärkung von +6 bis +76 dB. Zusammen mit dem Fader kommst du auf maximal 96 dB vom Mikrofon bis zur Aufnahme. Das äquivalente Eingangsrauschen liegt bei maximal −128 dBu, A-bewertet bei 76 dB Gain. Der Dynamikumfang der Wandler wird mit mindestens 142 dB angegeben, A-bewertet. Der Frequenzgang reicht bei 192 kHz von 10 Hz bis 80 kHz mit ±0,5 dB.
Das sind dieselben Kernwerte wie beim MixPre-3 II, den ich selbst getestet habe. Im Video zum MixPre-3 II habe ich die 142 dB Dynamikumfang als unschlagbar bezeichnet. Der Zoom F6 kommt auf 131 dB, und das ist immer noch sehr viel. Sound Devices schreibt außerdem, dass die Kashmir-Preamps unabhängig von der Gain-Einstellung ein sehr niedriges Grundrauschen haben.
Aufgenommen wird auf SD-, SDHC- oder SDXC-Karten bis 512 GB, als polyphones WAV mit 16 Bit, 24 Bit oder 32-Bit-Float und mit 44,1 bis 192 kHz. Maximal sind acht Spuren möglich: sechs Einzelspuren und eine Stereo-Mischung. Der Pre-Roll-Puffer speichert bis zu zehn Sekunden vor dem Druck auf die Aufnahmetaste mit.
Was heißt das für dich? Auf dem Papier gehört der MixPre-6 II zu den Rekordern mit den besten Preamp- und Wandlerdaten in diesem Portal. Wie er klingt und wie sich die Bedienung anfühlt, kann ich dir ohne eigenen Test aber nicht sagen.
Rekorder, USB-Interface und Plugins
Als USB-Interface arbeitet der MixPre-6 II mit acht Eingängen und vier Ausgängen. Über USB-C streamt er mit 16, 24 oder 32 Bit Integer oder mit 32-Bit-Float, allerdings nur mit 44,1 bis 96 kHz, nicht mit 192 kHz. Am Mac ist er class-compliant, unter Windows gibt es einen ASIO-Treiber zum Herunterladen. Für 32-Bit-Float über USB brauchst du mindestens macOS Catalina oder Windows 10 beziehungsweise 11 mit ASIO-Treiber und eine Software, die das Format unterstützt. Eine Routing-Matrix legt fest, welche Signale in welcher Reihenfolge an den Rechner gehen, Mix-Minus inklusive.
Praktisch ist die Funktion Remix/Rerecord. Hast du eine Aufnahme in 32-Bit-Float zu laut aufgenommen und keine Schnittsoftware zur Hand, spielst du die Datei im Gerät ab und nimmst mit den Reglern eine neue Stereo-Mischung auf.
Über Plugins lässt sich der Rekorder erweitern. Das Musician-Plugin bringt Overdub, Bounce, Hall und Metronom für Songideen. Mit dem Ambisonics-Plugin nimmst du mit einem Ambisonics-Mikrofon 360-Grad-Audio auf und hörst binaural mit. NoiseAssist reduziert Hintergrundgeräusche wie Verkehr oder Klimaanlagen, MixAssist ist ein Automixer, der ungenutzte Mikrofone absenkt, was zum Beispiel bei Podcast-Runden hilft. Diese Plugins kosten extra, und einige Funktionen sind eingeschränkt. Im Musik-Modus etwa gibt es kein 32-Bit-Float und nur sechs gleichzeitige Eingänge, und NoiseAssist läuft nur bis 48,048 kHz.
Stromversorgung: Was Nutzer berichten
Im Lieferumfang sind der Batterieschlitten MX-4AA für vier AA-Zellen, das Netzteil MX-PSU und ein USB-C-Kabel. Batterien liegen nicht bei. Optional gibt es einen Schlitten für acht AA-Zellen und einen für zwei Sony-L-Akkus, die du im Betrieb einzeln tauschen kannst. Außerdem lässt sich der Rekorder über USB-C mit Strom versorgen, also auch an einer Powerbank. Sound Devices empfiehlt NiMH-Akkus statt Alkaline. Eine Laufzeit gibt der Hersteller nicht an.
Genau hier liest man viel Kritik. Viele Nutzer berichten, dass vier AA-Zellen nur für kurze Aufnahmen reichen, und Alkaline-Batterien sollen besonders schnell leer sein. Mit hochwertigen NiMH-Akkus sind es nach Nutzerberichten einige Stunden, je nach Phantomspeisung und Displayhelligkeit. Die meisten betreiben den MixPre-6 II deshalb an einer USB-C-Powerbank oder am L-Mount-Schlitten und nutzen die AA-Zellen nur als Reserve. Manche Nutzer heben hervor, dass der Rekorder beim Wegfall der USB-Versorgung auf den Batterieschlitten umschaltet.
Beim MixPre-3 II, den ich selbst getestet habe, kam ich mit vier Eneloops nur auf etwa eine halbe bis eine Stunde. Ob das beim MixPre-6 II genauso ist, habe ich nicht ausprobiert. Die Nutzerberichte deuten aber in dieselbe Richtung: Plane für längere Drehs eine externe Stromquelle ein.
Für wen der MixPre-6 II passen kann
Der MixPre-6 II ist für dich interessant, wenn du vier Mikrofone mit Spitzen-Preamps aufnehmen willst, etwa für einen Podcast zu viert, für Filmton mit mehreren Funkstrecken oder für Feldaufnahmen, bei denen jede Reserve zählt. Timecode, HDMI-Trigger und der Kameraausgang machen ihn besonders für Filmer spannend.
Wenn dir drei Eingänge reichen, ist der MixPre-3 II mit denselben Kerndaten die günstigere Wahl, den habe ich selbst ausführlich getestet. Wenn du mehr Eingänge zu einem deutlich niedrigeren Preis willst, bietet der Zoom F6 sechs XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float und läuft mit NP-F-Akkus. Seine Daten sind etwas schwächer, für die allermeisten Aufnahmen aber mehr als ausreichend.
Eingebaute Mikrofone hat der MixPre-6 II nicht. Für schnelle Atmo-Aufnahmen ohne externes Mikrofon ist er also nicht gedacht.
Fazit: Sound Devices MixPre-6 II
HervorragendDen Sound Devices MixPre-6 II habe ich nicht selbst getestet, das hier ist also eine Einordnung und kein Testurteil. Auf dem Papier ist er einer der stärksten kompakten Rekorder: vier Kashmir-Preamps mit −128 dBu Eigenrauschen, 142 dB Dynamikumfang, 32-Bit-Float bis 192 kHz, acht Spuren, Timecode und ein 8-in/4-out-USB-Interface. Gegenüber dem MixPre-3 II, den ich getestet habe, bekommst du vor allem einen vierten Eingang, Combo-Buchsen und mehr Spuren. Die größte Schwäche laut vieler Nutzer ist die kurze Laufzeit mit AA-Zellen, plane also eine Powerbank oder L-Mount-Akkus ein. Wenn du vier Mikrofone in höchster Qualität aufnehmen willst und das Budget hast, ist der MixPre-6 II auf dem Papier eine sehr starke Wahl.
Kaufen, wenn …
- du vier Mikrofone mit sehr rauscharmen Preamps aufnehmen willst
- du Timecode und HDMI-Aufnahmestart für Filmton brauchst
- du Rekorder und 32-Bit-Float-USB-Interface in einem Gerät suchst
- du ohnehin mit Powerbank oder L-Mount-Akkus arbeitest
Lieber eine Alternative, wenn …
- dir drei Eingänge reichen und du dieselben Kerndaten günstiger willst Sound Devices MixPre-3 II
- du sechs XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float deutlich günstiger willst Zoom F6
- du eingebaute Mikrofone und einen großen Touchscreen willst Tascam Portacapture X8
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Alternativen zum Sound Devices MixPre-6 II
Sound Devices MixPre-3 II
Note 9,2 von 10
Der kleine Bruder mit denselben Preamp- und Wandlerdaten, aber nur drei reinen XLR-Eingängen und weniger Spuren. Den habe ich selbst getestet und fand die Tonqualität hervorragend.
Zoom F6
Note 9,3 von 10
Sechs XLR-Eingänge, 32-Bit-Float und 131 dB Dynamikumfang zu einem deutlich niedrigeren Preis. Den F6 habe ich selbst ausführlich getestet.
Tascam Portacapture X8
Note 8,5 von 10
Ebenfalls vier Combo-Eingänge und acht Spuren, dazu eingebaute Mikrofone und ein großer Touchscreen, aber mit deutlich schwächeren Dynamikangaben. Auch den X8 habe ich nicht selbst getestet.
Häufige Fragen zum Sound Devices MixPre-6 II
Hast du den MixPre-6 II getestet?
Nein. Getestet habe ich den kleineren MixPre-3 II. Die Angaben zum MixPre-6 II stammen von Sound Devices oder aus Nutzerberichten.
Was unterscheidet den MixPre-6 II vom MixPre-3 II?
Der MixPre-6 II hat vier XLR/Klinke-Combo-Eingänge statt drei reiner XLR-Eingänge und nimmt bis zu acht Spuren auf. Gain, Eigenrauschen und Dynamikumfang sind laut Datenblatt gleich.
Kann ich den MixPre-6 II als USB-Interface nutzen?
Ja, mit acht Eingängen und vier Ausgängen, auch in 32-Bit-Float. Über USB sind allerdings nur bis 96 kHz möglich.
Wie lange hält der MixPre-6 II mit AA-Batterien?
Sound Devices nennt keine Laufzeit und empfiehlt NiMH-Akkus. Viele Nutzer berichten von kurzen Laufzeiten mit vier AA-Zellen und nutzen eine USB-C-Powerbank oder L-Mount-Akkus.
Hat der MixPre-6 II Timecode?
Ja, einen internen Timecode-Generator. Timecode geht über den Aux-Eingang hinein und den Stereo-Ausgang hinaus, über HDMI liest er den Timecode und das Aufnahmesignal von Kameras.
Hat der MixPre-6 II eingebaute Mikrofone?
Nein. Du brauchst immer externe Mikrofone, entweder über die vier Combo-Eingänge oder über den 3,5-mm-Aux-Eingang.
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