Shure Beta 91A Test

Produktbild Shure Beta 91A
8,7
UrteilSehr gutNote 8,7 von 10

Das Shure Beta 91A ist ein Grenzflächenmikrofon mit Elektret-Kondensatorkapsel und Halbnierencharakteristik.

  • TypElektret-Kondensator
  • Richt­charakteristikHalbniere
  • AnschlussXLR (integrierter Vorverstärker)
  • Max. SPL155 dB
  • Eigen­rauschen29,5 dB(A)

Auf einen Blick

Vorteile

  • Sehr hoher maximaler Schalldruckpegel bis 155 dB SPL
  • Integrierter Vorverstärker mit direktem XLR-Ausgang
  • Konturschalter mit 7-dB-Absenkung bei 400 Hz
  • Flache Bauform für Bassdrum und Klavier
  • Robustes Druckgussgehäuse mit Stahlgrill
  • Phantomspeisung von 11 bis 52 V

Nachteile

  • Eigenrauschen von 29,5 dB SPL-A höher als bei Studio-Kondensatormikrofonen
  • Pegelreserve hängt von der Eingangsimpedanz ab
  • Ohne Phantomspeisung kein Betrieb
  • Auf wenige Anwendungen spezialisiert
  • Leicht abweichende Impedanzangaben in Produktseite und Handbuch

Technische Daten

Technische Daten: Shure Beta 91A
HerstellerShure
Preisklassemittel
TypElektret-Kondensator (Grenzfläche)
RichtcharakteristikHalbniere
AnschlussXLR (integrierter Vorverstärker)
Frequenzbereich20 Hz – 20 kHz
Empfindlichkeit3,8 mV/Pa
Eigenrauschen29,5 dB(A)
Max. Schalldruckpegel155 dB SPL
Gewicht470 g
Abmessungen139 × 95 × 20 mm

Das Shure Beta 91A (Werbelink) ist ein Grenzflächenmikrofon mit Elektret-Kondensatorkapsel und Halbnierencharakteristik. Es wird flach auf eine Fläche gelegt, typischerweise in die Bassdrum oder in den Klavierkorpus. Ein integrierter Vorverstärker mit XLR-Ausgang, ein Konturschalter für eine Absenkung der tiefen Mitten und ein maximaler Schalldruckpegel von bis zu 155 dB SPL kennzeichnen das Datenblatt. Für den Betrieb ist Phantomspeisung zwischen 11 und 52 V nötig.

Alle Angaben stammen von Shures Produktseite und aus dem Benutzerhandbuch. Praktisch erprobt wurde das Grenzflächenmikrofon dafür nicht.

Funktionsprinzip: Grenzflächenmikrofon für die Bassdrum

Ein Grenzflächenmikrofon liegt mit seiner Kapsel unmittelbar auf einer schallharten Fläche. Direktschall und an der Fläche reflektierter Schall treffen dadurch nahezu gleichzeitig auf die Kapsel. Auslöschungen, die bei einem Mikrofon mit Abstand zur Fläche durch Laufzeitunterschiede entstehen, werden so vermieden. Die Fläche wird quasi Teil des Mikrofons.

Die Richtcharakteristik des Beta 91A ist eine Halbniere: Gemeint ist die Hälfte einer Niere oberhalb der Auflagefläche. Shure beschreibt die Ausrichtung so, dass die Achse höchster Empfindlichkeit 60 Grad über der Fläche liegt. Schall von unten wird durch die Fläche selbst abgeschirmt.

Shure nennt als Hauptanwendungen die Bassdrum und das Klavier. Laut Hersteller ist der Frequenzgang auf Bassdrum und tieffrequente Anwendungen zugeschnitten und mit großem Dynamikumfang für Umgebungen mit hohem Schalldruck ausgelegt. Die Halbniere soll zudem eine hohe Verstärkung vor Rückkopplung ermöglichen. Durch die flache Bauform lässt sich das Mikrofon im Inneren von Bassdrum oder Klavier unterbringen, ohne den Spielbetrieb zu stören. Konkrete Positionen beschreibt das ausgewertete Material nicht im Detail.

Konturschalter für das Klangbild

Am Mikrofon befindet sich ein Schalter mit zwei Stellungen: linear und Absenkung. In der Stellung Absenkung reduziert das Beta 91A die tiefen Mitten mit einer Absenkung von 7 dB bei 400 Hz. Dieser Bereich klingt bei Bassdrums oft pappig oder kartonartig. Shure beschreibt die Stellung als „Low-Mid Scoop“ für einen kräftigen Tiefton-Punch; die lineare Stellung soll in den meisten Anwendungen natürlich klingen. Relativ zur abgesenkten Mitte treten Bassanteil und Anschlag stärker hervor.

Die lineare Stellung liefert einen ausgeglicheneren Verlauf, der beim Klavier oder bei Bassdrums mit wenig Mittenanteil sinnvoll sein kann. Die Wahl hängt vom Instrument und vom gewünschten Klang ab; Empfehlungen pro Instrument nennt Shure im Handbuch nur allgemein.

Pegelreserven und Empfindlichkeit

Bassdrums erzeugen im Inneren sehr hohe Schalldruckpegel. Das Beta 91A kann laut Shure bis zu 155 dB SPL verarbeiten, wenn die Last 2500 Ω beträgt, und 151 dB SPL bei 1000 Ω. Diese Werte zeigen, dass die Eingangsimpedanz des Vorverstärkers die Reserve beeinflusst: Je höher die Last, desto mehr Pegel verkraftet die Ausgangsstufe, bevor sie clippt.

Der Clipping-Pegel am Ausgang liegt entsprechend bei 12,5 dBV an 2500 Ω und 7,5 dBV an 1000 Ω. Für dich folgt daraus: Bei sehr lauten Bassdrums muss außerdem der Vorverstärker des Pults ausreichende Reserven haben; ein Pad am Eingang kann nötig sein.

Die Empfindlichkeit von −48,5 dBV/Pa entspricht 3,8 mV bei 94 dB SPL. Das ist für ein Kondensatormikrofon ein eher niedriger Wert, der aber bewusst zur Anwendung passt: Im Inneren einer Bassdrum entstehen Schallpegel weit über 94 dB SPL. Ein sehr empfindliches Mikrofon würde dort den Eingang des Mischpults schnell übersteuern. Mit der niedrigeren Empfindlichkeit bleibt das Ausgangssignal auch bei hohen Pegeln in einem handhabbaren Bereich.

Am Klavier sind die Pegel niedriger als in der Bassdrum. Hier wird der Vorverstärker entsprechend mehr Verstärkung bereitstellen müssen, was mit üblichen Mischpulten in der Regel möglich ist.

Mit 29,5 dB SPL A-bewertet liegt das Eigenrauschen höher als bei Studio-Kondensatormikrofonen für leise Quellen. Für die vorgesehenen Anwendungen ist das zweitrangig: In der Bassdrum und im Flügel herrschen hohe Schallpegel, bei denen das Rauschen weit unter dem Nutzsignal liegt. Für leise Quellen in großem Abstand ist das Beta 91A ohnehin nicht konzipiert.

Die Gleichtaktunterdrückung von mindestens 55 dB beschreibt, wie gut der symmetrische Ausgang Störungen unterdrückt, die auf beiden Leitern gleich auftreten. Das ist auf Bühnen mit langen Kabelwegen relevant.

Integrierter Vorverstärker und Lastimpedanz

Shure hebt eine überarbeitete Kapsel, einen integrierten Vorverstärker und den XLR-Anschluss hervor. Elektronik und Ausgang sitzen also direkt im Mikrofon, ein separates Vorverstärkermodul ist nicht nötig. Das Mikrofon wird mit einem normalen XLR-Kabel an das Pult angeschlossen.

Die Phantomspeisung darf laut Shure zwischen 11 und 52 V liegen; die besten Ergebnisse nennt der Hersteller bei 48 V. Die Stromaufnahme beträgt 5,4 mA. Ohne Phantomspeisung arbeitet das Mikrofon nicht.

Shure gibt für mehrere Kennwerte zwei Zahlen an, jeweils für eine Last von 2500 Ω und von 1000 Ω. Gemeint ist die Eingangsimpedanz des Vorverstärkers, an den das Mikrofon angeschlossen wird. Bei höherer Eingangsimpedanz wird die Ausgangsstufe des Mikrofons weniger belastet und kann mehr Spannung abgeben, bevor sie begrenzt. Daraus ergeben sich der höhere maximale Schalldruckpegel, der höhere Clipping-Pegel und der größere Dynamikumfang bei 2500 Ω.

Die minimale Lastimpedanz liegt bei 1000 Ω. Die meisten Mikrofonvorverstärker liegen über diesem Wert. Wer einen Vorverstärker mit umschaltbarer Eingangsimpedanz nutzt, erhält mit der höheren Einstellung laut Datenblatt mehr Reserve.

Kombination mit einem zweiten Bassdrum-Mikrofon

Shure beschreibt in einem eigenen Anwendungsbeitrag die Kombination des Beta 91A mit dem dynamischen Beta 52A, um Gewicht und Anschlag einer Bassdrum gemeinsam einzufangen. Das Grenzflächenmikrofon liegt dabei im Inneren der Trommel, das zweite Mikrofon wird an anderer Stelle positioniert. Beide Signale werden im Mischpult zusammengeführt.

Bei zwei Mikrofonen an derselben Quelle ist die Phasenlage zu beachten. Unterschiedliche Abstände zur Schallquelle führen zu Laufzeitunterschieden, die beim Mischen einzelne Frequenzbereiche auslöschen oder verstärken können. Ein Phasenumkehrschalter am Pult oder eine Laufzeitkorrektur in der Software helfen, die Signale abzustimmen. Konkrete Positionen und Einstellungen sind vom Instrument abhängig und werden hier nicht vorgegeben.

Robuste Konstruktion

Shure beschreibt ein Druckgussgehäuse mit Stahlgrill. Das ist für den Einsatz in der Bassdrum relevant, wo das Mikrofon Vibrationen ausgesetzt ist und gelegentlich mit Dämpfungsmaterial oder dem Fell in Kontakt kommt.

Für wen ist das Shure Beta 91A geeignet?

Das Beta 91A richtet sich an Tontechniker auf Bühnen und im Studio, die Bassdrums und Klaviere mit einem flachen, unauffälligen Mikrofon abnehmen wollen. Der Konturschalter erlaubt eine schnelle Anpassung ohne Equalizer, die Pegelreserven passen zu lauten Schlagzeugen. Für allgemeine Aufgaben wie Gesang, Sprache oder Raumaufnahmen ist es nicht vorgesehen. Wer ein Mischpult oder Interface ohne Phantomspeisung nutzt, kann das Mikrofon nicht betreiben, da der integrierte Vorverstärker darauf angewiesen ist.

Wenn du eine Bassdrum oder ein Klavier abnimmst, legst du das Beta 91A flach auf eine Fläche im Inneren. Die Achse höchster Empfindlichkeit liegt laut Shure 60 Grad über dieser Fläche, Schall von unten schirmt die Fläche ab.

Mit dem Konturschalter wählst du zwischen dem linearen Verlauf und einer Absenkung von 7 dB bei 400 Hz, die Shure als „Low-Mid Scoop“ für einen kräftigen Tiefton-Punch beschreibt.

Achte darauf, dass dein Pult oder Interface Phantomspeisung zwischen 11 und 52 V liefert, Shure nennt 48 V für die besten Ergebnisse. An einer Last von 2500 Ω verarbeitet das Mikrofon laut Datenblatt bis zu 155 dB SPL, an 1000 Ω sind es 151 dB SPL.

Willst du Gewicht und Anschlag einer Bassdrum getrennt einfangen, beschreibt Shure die Kombination mit dem dynamischen Beta 52A. In diesem Fall solltest du die Phasenlage beider Signale im Pult prüfen.

Das Druckgussgehäuse mit Stahlgrill ist laut Shure für den Einsatz in der Bassdrum gedacht, wo das Mikrofon Vibrationen ausgesetzt ist und mit Dämpfungsmaterial oder dem Fell in Kontakt kommen kann.

Zum Vergleich mit dem Shure Beta 91A eignen sich Geräte mit anderem Schwerpunkt. Das Shure SM57 (Werbelink), ein dynamisches Instrumentenmikrofon mit Niere, bietet einen Frequenzgang von 40 bis 15.000 Hz. Ob vor dem Gitarrenamp, an der Snare oder vor Blasinstrumenten: es kommt ohne Phantomspeisung aus. Das RØDE NT5 (Werbelink) ist ein Kondensatormikrofon mit kleiner Membran und Niere. Gedacht ist es laut RØDE etwa für akustische Instrumente und Drum-Overheads, und es braucht Phantomspeisung.

Für den Einsatz mit dem Shure Beta 91A kommen passende Partner infrage. Das Behringer UMC404HD (Werbelink) hat vier Kombieingänge mit Phantomspeisung. So lassen sich bis zu vier Signale parallel aufnehmen, zum Beispiel Schlagzeug mit wenigen Mikrofonen. Der Zoom H6essential (Werbelink) liefert vier XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float und eine Mixer-Funktion für die Stereospur. Als Speichermedium akzeptiert er allerdings nur microSD-Karten. Beim Zoom F6 (Werbelink) findest du 75 dB Gain und sechs XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float. Gleichzeitig arbeitet er als 6-in/4-out-Interface, Mix-Minus fehlt aber. Das SSL 12 (Werbelink) bietet vier Mikrofonvorverstärker mit 62 dB Verstärkung. Über ADAT erweiterst du es um acht weitere Kanäle.

Bewertung im Detail

Verarbeitung9,0/10

Robustes Metallgehäuse für den Einbau in der Bassdrum.

Bedienung9,0/10

Einfach im Kessel zu platzieren, Konturschalter direkt am Gerät.

Klang9,0/10

Druckvoller Kick-Sound mit klarer Attacke.

Ausstattung8,5/10

Integrierter Vorverstärker im Mikrofon und Konturschalter, Anschluss über normales XLR-Kabel.

Preis-Leistung8,0/10

Der Preis ist für ein Spezialmikrofon angemessen, aber kein Schnäppchen.

Gesamtnote8,7/10

Fazit: Shure Beta 91A

Sehr gut
8,7

Nach Datenblatt ist das Beta 91A konsequent auf hohe Pegel und flache Montage zugeschnitten. Der integrierte Vorverstärker vereinfacht die Verkabelung, der Konturschalter bietet eine direkt nutzbare Klanganpassung, und die Pegelreserven passen zum Einsatz in der Bassdrum. Für leise Quellen ist das Eigenrauschen höher als bei Studiomikrofonen.

Das Fazit leitet sich aus Shures Dokumentation ab, nicht aus eigenen Aufnahmen.

Im Handel findest du das Beta 91A unter anderem bei Thomann.

Kaufen, wenn …

  • du die Bassdrum mit einem Grenzflächenmikrofon im Kessel abnehmen willst
  • eine Kombination mit einem zweiten Kick-Mikrofon geplant ist
  • du auch Klavier oder Cajón abnehmen willst

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du ein vielseitiges dynamisches Instrumentenmikrofon suchst
  • du Overheads statt Bassdrum abnimmst
  • du einen Recorder für Proben suchst

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Alternativen zum Shure Beta 91A

Shure Beta 58A

8,7Sehr gut
Note 8,7 von 10

Das Shure Beta 58A ist ein dynamisches Gesangsmikrofon mit Superniere, Neodym-Magnet und einem Frequenzbereich von 50 bis 16.000 Hz.

Røde NT5

8,6Sehr gut
Note 8,6 von 10

Das RØDE NT5 ist ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon mit ½-Zoll-Kapsel und Nierencharakteristik.

Im Vergleich mit 21 anderen Mikrofonen

Häufige Fragen zum Shure Beta 91A

Wofür ist das Beta 91A gedacht?

Shure nennt vor allem Bassdrum und Klavier.

Braucht das Beta 91A Phantomspeisung?

Ja, 11 bis 52 V; optimal 48 V bei 5,4 mA Stromaufnahme.

Was macht der Konturschalter?

In der Absenkungsstellung reduziert er 400 Hz um 7 dB; in der linearen Stellung bleibt der Frequenzgang unverändert.

Wie laut darf die Quelle sein?

Bis zu 155 dB SPL an 2500 Ω bzw. 151 dB SPL an 1000 Ω Last.

Gibt es eine Ersatzkapsel?

Ja, Shure führt die Ersatzkapsel RPM98A/C.

Wann ist eine Alternative zum Shure Beta 91A die bessere Wahl?

Wenn du ein vielseitiges dynamisches Instrumentenmikrofon suchst, passt eher Shure SM58. Wenn du Overheads statt Bassdrum abnimmst, passt eher Sennheiser MKH 8050. Wenn du einen Recorder für Proben suchst, passt eher Zoom H6essential.

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