
Das Shure Beta 58A ist ein dynamisches Gesangsmikrofon mit Superniere, Neodym-Magnet und einem Frequenzbereich von 50 bis 16.000 Hz.
- TypDynamisch
- RichtcharakteristikSuperniere
- AnschlussXLR
- Frequenz50 Hz – 16 kHz
- Gewicht278 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Superniere mit hoher Rückkopplungssicherheit
- Hohe Empfindlichkeit durch Neodym-Magnet
- Auf Gesang abgestimmter Frequenzgang mit Bassabfall
- Korb aus gehärtetem Stahl, pneumatisches Stoßdämpfersystem
- Keine Phantomspeisung nötig
Nachteile
- Rückwärtige Empfindlichkeit der Superniere, Monitoraufstellung beachten
- Primär für Gesang, nicht für Instrumente ausgelegt
- Kein Grenzschalldruckpegel angegeben
Technische Daten
| Hersteller | Shure |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| Typ | Dynamisch |
| Richtcharakteristik | Superniere |
| Anschluss | XLR |
| Frequenzbereich | 50 Hz – 16 kHz |
| Empfindlichkeit | 2,66 mV/Pa |
| Gewicht | 278 g |
| Abmessungen | 160 × 50 mm (Länge × Ø) |
Das Video zum Test
Das Shure Beta 58A (Werbelink) ist ein dynamisches Gesangsmikrofon mit Superniere, Neodym-Magnet und einem Frequenzbereich von 50 bis 16.000 Hz. Shure beschreibt den Frequenzgang als auf Gesang zugeschnitten, mit aufgehellten Mitten und einem Bassabfall, der den Nahbesprechungseffekt kontrolliert. Die Superniere soll für hohe Rückkopplungssicherheit sorgen, der Korb aus gehärtetem Stahl für Robustheit. Gegenüber dem SM58 liefert es laut Datenblatt mehr Ausgangspegel. Grenzen laut Datenblatt: Die Superniere hat eine rückwärtige Empfindlichkeit, die bei der Aufstellung der Monitore beachtet werden muss, und für Instrumente ist es nicht primär ausgelegt.
Grundlage dieses Berichts sind das Datenblatt von Shure und der Praxistest im YouTube-Video von web-done. Darin wird das Beta 58A für Sprache, Podcast und Video genutzt und mit dem Shure SM7B, dem RØDE Procaster und dem RØDE M2 verglichen. Die Standbilder in diesem Artikel stammen aus diesem Video.
Konzept: das Gesangsmikrofon mit Superniere
Das Beta 58A ist das Gesangsmikrofon der Beta-Serie von Shure. Der Hersteller bezeichnet es als dynamisches Gesangsmikrofon mit hohem Ausgangspegel für professionelle Beschallung und Projektstudios. Es ist auf vielen Bühnen zu sehen und gilt als Weiterentwicklung des Konzepts des SM58 (Werbelink). Äußerlich unterscheidet es sich durch den silberblau lackierten Druckgusskörper und den matten Korb aus gehärtetem Stahlgewebe.

Shure beschreibt den Frequenzgang als speziell für Gesang abgestimmt: Die Mitten sind aufgehellt, die Bässe fallen ab. Der Bassabfall soll den Nahbesprechungseffekt kontrollieren, der bei Gesang direkt am Korb sonst zu dröhnenden Tiefen führt. Die aufgehellten Mitten sollen Lead- und Background-Gesang laut Hersteller „Präsenz im Mix“ geben. Viele Käufer berichten von einem helleren, offeneren Klang im Vergleich zum SM58. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt von Stimme, Anlage und Abmischung ab.
Zum Zeitpunkt des Videos kostete das Beta 58A etwa 150 €. Im Video wird es als verbesserte Parallelentwicklung zum SM58 eingeordnet, nicht als dessen Nachfolger, denn das SM58 wird weiter gebaut.
Superniere und Neodym-Magnet
Die Superniere ist enger gebündelt als die Niere. Seitlich einfallender Schall wird stärker gedämpft, dafür entsteht direkt hinter dem Mikrofon ein kleiner Bereich mit wieder etwas höherer Empfindlichkeit. Shure betont, dass das Muster über den gesamten Frequenzbereich gleichmäßig bleibt. Das soll für hohe Verstärkung vor der Rückkopplung sorgen und andere Instrumente auf der Bühne ausblenden.

Für die Praxis bedeutet das: Bodenmonitore sollten nicht genau hinter dem Mikrofon stehen, wie es bei einer Niere üblich ist, sondern seitlich versetzt in einem Winkel von etwa 120 Grad zur Hauptachse, wo die Superniere am unempfindlichsten ist. Shure zeigt die typischen Polardiagramme im Handbuch. Wer vom SM58 umsteigt, sollte die Monitoraufstellung daher überprüfen.
Laut Shure sorgt der Neodym-Magnet für ein höheres Ausgangssignal und damit für einen besseren Signal-Rausch-Abstand. Mit −51,5 dBV/Pa ist das Beta 58A spürbar empfindlicher als viele andere dynamische Mikrofone. Das SM57 (Werbelink) kommt im aktuellen Handbuch zum Beispiel auf −56 dBV/Pa. Der Vorverstärker muss also weniger Verstärkung liefern, was gerade bei einfachen Mischpulten und Audio-Interfaces hilfreich ist. Shure gibt zudem an, dass das Mikrofon kaum von wechselnden Lastimpedanzen beeinflusst wird.
Der Richtungstest im Video zeigt die Superniere deutlich: Am leisesten ist die Stimme bei etwa 120 Grad, direkt von hinten wird sie wieder etwas lauter (Video ab 2:20). Im Tastaturtest liegt eine laute Tastatur im toten Winkel. Ihr Tippen wird dabei stark unterdrückt, laut Video besser als beim SM7B (Video ab 7:40). Der Nahbesprechungseffekt ist vorhanden, aber schwächer als beim SM58 oder SM7B.
Robustheit, Zubehör und Pflege
Shure hebt den Korb aus gehärtetem Stahlgewebe hervor, der Verschleiß und grobe Behandlung aushalten soll. Laut Hersteller übersteht er Schweiß, heruntergefallene Mikrofone und Transporte ohne Dellen. Ein fortgeschrittenes pneumatisches Stoßdämpfersystem soll die Übertragung mechanischer Geräusche und Vibrationen minimieren. Das ist bei einem Handmikrofon wichtig, das während eines Auftritts ständig bewegt wird.

Laut Shure gehören ein verstellbarer Stativadapter A25D, ein Gewindeadapter von 5/8 Zoll auf 3/8 Zoll (europäisches Gewinde) und eine Aufbewahrungstasche zum Lieferumfang.
Bei Gesangsmikrofonen sammeln sich im Korb Feuchtigkeit und Speichel. Der Korb lässt sich wie bei vielen Shure-Handmikrofonen abschrauben, sodass er getrennt von der Kapsel gereinigt werden kann. Die Kapsel selbst sollte dabei nicht nass werden. Wird ein Mikrofon von mehreren Personen genutzt, ist regelmäßige Reinigung des Korbs aus hygienischen Gründen sinnvoll. Für den Transport schützt die mitgelieferte Tasche vor Staub und Kratzern.
Im Video wirkt das Mikrofon sehr massiv gebaut. Korb und Einzelteile lassen sich nachkaufen. Es wiegt 278 g, eine Tasche und eine Mikrofonklemme liegen bei. Die Klemme hält das Mikrofon im Video besonders fest und lässt sich nur schwergängig kippen. Griffgeräusche beim Umgreifen fallen dank des luftgefederten Stoßdämpfers relativ gering aus.
Vorverstärker, Einpegeln und Datenblatt
Dank der vergleichsweise hohen Empfindlichkeit kommt das Beta 58A mit weniger Verstärkung aus als leisere dynamische Mikrofone. Für Gesang am Mischpult oder an einem Einsteiger-Interface mit rund 55 bis 60 dB Verstärkung reicht das in der Regel aus. Phantomspeisung wird nicht benötigt.

Am Mischpult oder Interface wird die Verstärkung so eingestellt, dass die lautesten Gesangspassagen deutlich ausschlagen, aber nicht übersteuern. Bei Gesang schwanken die Pegel stark zwischen leisen Strophen und lauten Refrains. Ein Probedurchlauf mit dem lautesten Teil des Songs verhindert Überraschungen. Weil das Beta 58A ein vergleichsweise kräftiges Signal liefert, bleibt der Gain-Regler meist weiter von seinem Maximum entfernt als bei leiseren dynamischen Mikrofonen. Das hält das Grundrauschen des Vorverstärkers niedrig. Auf der Bühne wird zusätzlich ein Hochpassfilter am Mischpult eingesetzt, um Trittschall und Rumpeln zu reduzieren, auch wenn der Bassabfall des Mikrofons bereits einen Teil davon abfängt.
Shure nennt eine Nennimpedanz von 150 Ω nach EIA-Norm und einen tatsächlichen Wert von 290 Ω. Damit ist das Mikrofon für niederohmige Mikrofoneingänge gedacht, wie sie an praktisch allen Mischpulten und Audio-Interfaces mit XLR-Buchse vorhanden sind. Die Polaritätsangabe besagt, dass positiver Schalldruck auf die Membran eine positive Spannung an Pin 2 gegenüber Pin 3 erzeugt. Das entspricht der üblichen Belegung und ist wichtig, wenn mehrere Mikrofone gemeinsam eingesetzt werden, damit keine Auslöschungen durch vertauschte Polarität entstehen. Das symmetrische XLR-Signal erlaubt lange Kabelwege auf der Bühne ohne nennenswerte Einstreuungen.
Im Video wird das Beta 58A am Zoom F6 betrieben. Laut Video reicht auch ein USB-Interface wie das Focusrite Scarlett oder das Audient iD4 ohne zusätzlichen Vorverstärker. Am Zoom H5 kann dagegen ein Inline-Vorverstärker wie der FetHead sinnvoll sein. Mit EQ, also weniger Höhen und Mitten und leicht angehobenen Tiefen, nähert sich der Klang dem SM7B an (Video ab 9:00).
Richtiger Einsatz auf der Bühne
Für Gesang wird das Mikrofon in kurzem Abstand gehalten, wobei der Nahbesprechungseffekt durch den Bassabfall begrenzt bleibt. Wer den Abstand bewusst verändert, kann mit der Stimme spielen: näher für mehr Wärme, weiter weg für ein zurückhaltenderes Klangbild. Der Korb sollte nicht mit der Hand umschlossen werden, da das die Richtcharakteristik verändert und Rückkopplungen begünstigt. Das gilt für alle gerichteten Mikrofone.

Im Projektstudio eignet sich das Beta 58A für Gesangsaufnahmen in Räumen ohne aufwendige Akustikbehandlung, weil die Superniere seitlichen Raumschall unterdrückt. Auch für Sprache, Moderation und Podcasts lässt es sich nutzen. Ein zusätzlicher Poppschutz ist bei sehr naher Besprechung trotz Kugelkorb sinnvoll.
Im Plosivtest im Video entstehen ohne Schaumstoffaufsatz Popgeräusche, mit Aufsatz sind sie deutlich geringer. Shure bietet dafür den A58WS an. Die Abstandsprobe bei etwa 5, 10 und 30 cm sowie 1 m zeigt, dass der Klang mit Abstand schnell dünner wird (Video ab 12:40). Für den Schreibtisch wird im Video ein schlichter Tischfuß von K&M empfohlen. Seitlich aufgestellt verdeckt das schlanke Mikrofon weniger vom Bildschirm als große Podcast-Mikrofone.
Unterschied zum SM58 und Kaufhinweise
Beide sind dynamische Gesangsmikrofone von Shure. Das SM58 hat eine Nierencharakteristik, das Beta 58A eine Superniere. Das Beta 58A nutzt einen Neodym-Magnet und liefert laut Datenblatt einen höheren Ausgangspegel. Der Frequenzbereich reicht laut Shure beim Beta 58A bis 16 kHz. Ein ausführlicher Beitrag zum SM58 ist bereits auf dieser Seite erschienen.

Wie beim SM58 warnt Shure vor Fälschungen über inoffizielle Verkaufskanäle. Der Kauf bei autorisierten Händlern schließt das aus. Wer das Mikrofon vor allem auf der Bühne nutzt, sollte prüfen, ob die vorhandenen Monitore zur Superniere passend aufgestellt werden können. Für Instrumente wie Gitarrenverstärker oder Snare gibt es in der Beta-Serie mit dem Beta 57A ein eigenes Modell.
Im Hörvergleich des Videos (ab etwa 11:20) klingt das SM7B voller und tiefer, kostet aber rund 400 €. Der RØDE Procaster (rund 165 €) benötigt für den Schreibtisch zusätzlich eine Spinne. Das RØDE M2 ist ein Kondensatormikrofon mit Phantomspeisung und kostet rund 70 €. Im Video überzeugt das Beta 58A als Kompromiss für Bühne, Podcast und Video: Stimmen werden sauber und gut verständlich übertragen, Störquellen von der Seite werden stark ausgeblendet.
Für wen ist das Shure Beta 58A geeignet?
Das Beta 58A passt zu Sängerinnen und Sängern, die auf lauten Bühnen Rückkopplungssicherheit und ein präsentes Klangbild suchen, sowie zu Projektstudios, die ein robustes dynamisches Gesangsmikrofon brauchen. Wer bisher ein SM58 nutzt und mehr Ausgangspegel möchte, findet hier eine naheliegende Alternative. Wer überwiegend Instrumente abnimmt, ist mit einem Instrumentenmikrofon besser bedient.
Stärken laut Datenblatt:
Superniere mit hoher Rückkopplungssicherheit
Hohe Empfindlichkeit durch Neodym-Magnet
Auf Gesang abgestimmter Frequenzgang mit Bassabfall
Korb aus gehärtetem Stahl, pneumatisches Stoßdämpfersystem
Keine Phantomspeisung nötig
Schwächen laut Datenblatt:
Rückwärtige Empfindlichkeit der Superniere, Monitoraufstellung beachten
Primär für Gesang, nicht für Instrumente ausgelegt
Kein Grenzschalldruckpegel angegeben
Statt des Shure Beta 58A kannst du auch zu einem dieser Geräte greifen. Das Neumann KMS 105 (Werbelink), ein Kondensator-Gesangsmikrofon mit Superniere, bietet einen integrierten vierlagigen Popfilter. Phantomspeisung mit 48 V ist Voraussetzung. Das Shure SM7B (Werbelink) ist ein dynamisches Großmembranmikrofon mit Niere und hat einen Bass-Roll-off-Schalter und einen Mid-Boost-Schalter. Die niedrige Empfindlichkeit von −59 dB erfordert reichlich Gain. Mit dem Røde PodMic (Werbelink) bekommst du ein dynamisches Mikrofon für Sprache mit Niere und XLR-Anschluss. Die 937 g Gewicht verlangen allerdings einen kräftigen, stabilen Arm.
Als Interface zum Shure Beta 58A bietet sich das SSL 2 MKII (Werbelink) an. Es hat einen Legacy-4K-Schalter, zwei Kopfhörerausgänge, einen Hochpassfilter pro Kanal, 64 dB Verstärkung sowie Stereo-Loopback.
Fazit: Shure Beta 58A
Sehr gutLaut Herstellerangaben ist das Beta 58A ein robustes dynamisches Gesangsmikrofon mit Superniere, hoher Empfindlichkeit und einem auf Gesang zugeschnittenen Frequenzgang. Es richtet sich an Bühnenmusiker und Projektstudios, die mehr Ausgangspegel und Rückkopplungssicherheit als beim SM58 suchen. Die Aufstellung der Monitore muss zur Superniere passen, wer vom SM58 umsteigt, sollte sie deshalb vor dem ersten Auftritt prüfen und gegebenenfalls seitlich versetzen. Im Praxistest im Video von web-done blendet die Superniere seitliche Störquellen wie eine Tastatur stark aus. Sprache wird sauber und verständlich übertragen, für Sprache aus der Nähe ist ein Schaumstoffaufsatz sinnvoll. Das Beta 58A ist unter anderem bei Thomann erhältlich.
Kaufen, wenn …
- du ein durchsetzungsstarkes Gesangsmikrofon für laute Bühnen suchst
- Rückkopplungsfestigkeit wichtig ist
- du mehr Präsenz als beim SM58 willst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du ein günstigeres Standardmikrofon suchst
- du ein Kondensator-Gesangsmikrofon willst
- du Sprache für Podcasts aufnimmst
Preise prüfen
Alternativen zum Shure Beta 58A
Shure Beta 91A
Note 8,7 von 10
Das Shure Beta 91A ist ein Grenzflächenmikrofon mit Elektret-Kondensatorkapsel und Halbnierencharakteristik.
Røde NT5
Note 8,6 von 10
Das RØDE NT5 ist ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon mit ½-Zoll-Kapsel und Nierencharakteristik.
Häufige Fragen zum Shure Beta 58A
Braucht das Beta 58A Phantomspeisung?
Nein, als dynamisches Mikrofon arbeitet es ohne Stromversorgung.
Ist das Beta 58A lauter als das SM58?
Laut Shure liefert es durch den Neodym-Magnet einen höheren Ausgangspegel.
Wo sollten Monitore bei einer Superniere stehen?
Seitlich versetzt hinter dem Mikrofon, etwa im Winkel von 120 Grad zur Hauptachse, nicht direkt dahinter.
Eignet sich das Beta 58A für Podcasts?
Ja, für Sprache ist es nutzbar. Ein zusätzlicher Poppschutz ist bei naher Besprechung sinnvoll.
Passt das Beta 58A auf europäische Stative?
Ja, laut Shure liegt ein Gewindeadapter von 5/8 Zoll auf 3/8 Zoll bei, sodass der Stativadapter auch auf Stative mit europäischem Gewinde passt.
Wie gut blendet das Beta 58A Tastaturgeräusche aus?
Im Tastaturtest im Video von web-done liegt die Tastatur im toten Winkel der Superniere. Das Tippen wird dort stark unterdrückt, laut Video sogar stärker als beim Shure SM7B.
Wann ist eine Alternative zum Shure Beta 58A die bessere Wahl?
Wenn du ein günstigeres Standardmikrofon suchst, passt eher Shure SM58. Wenn du ein Kondensator-Gesangsmikrofon willst, passt eher Neumann KMS 105. Wenn du Sprache für Podcasts aufnimmst, passt eher Shure SM7B.
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