Røde Procaster

Røde Procaster im Test – Vorschaubild des Videos
8,4
UrteilSehr gutNote 8,4 von 10

Bewährtes dynamisches Sprechermikrofon mit klarem Broadcast-Sound. Mit Spinne und Windschutz eine sehr gute Podcast-Basis.

  • TypDynamisch
  • Richt­charakteristikNiere
  • AnschlussXLR
  • Frequenz75 Hz – 18 kHz
  • Gewicht745 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Sehr gute Broadcast-Soundqualität
  • Unempfindlich gegenüber Umgebungsgeräuschen, nimmt wenig Raumhall auf
  • Sehr hochwertiges Metallgehäuse
  • Unempfindlich gegenüber Funkstrahlung

Nachteile

  • Interner Poppschutz eher schwach – Windschutz empfohlen
  • Spinne (PSM1) für beste Ergebnisse separat nötig
  • Benötigt Interface mit ordentlich Gain

Technische Daten

Technische Daten: Røde Procaster
HerstellerRøde
Preisklassemittel
TypDynamisch (Großmembran)
RichtcharakteristikNiere
AnschlussXLR
Frequenzbereich75 Hz – 18 kHz
Empfindlichkeit1,6 mV/Pa
Eigenrauschen–
Max. Schalldruckpegel–
32-Bit-Float✗
Gewicht745 g
Abmessungen–

Das Video zum Test

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Den Røde Procaster (Werbelink) habe ich über Monate an meinem Schreibtisch genutzt, bevor er bei mir vom PodMic und später vom Shure SM7B abgelöst wurde. Er ist ein dynamisches Sprechermikrofon mit klarem Broadcast-Sound und gehört preis-leistungsmäßig für mich zu den besten Mikrofonen. Er braucht allerdings einiges an Zubehör, um sein volles Potenzial zu zeigen. Hier erfährst du, wie er klingt, wo seine Schwächen liegen und welches Setup ich dir dazu empfehle.

Dynamisches Großmembranmikrofon für Sprache

Der Procaster ist ein dynamisches Großmembranmikrofon. Die Membran, die den Ton aufnimmt, ist also verhältnismäßig groß. Als dynamisches Mikrofon braucht er keinen Strom und keine Phantomspeisung. Der Frequenzbereich reicht von 75 Hz bis 18 kHz, und laut Aufdruck auf dem Karton ist er für Sprachfrequenzen optimiert.

Die Richtcharakteristik ist eine Niere. Die Stimme wird größtenteils von vorn aufgenommen, aber auch aus seitlichen Winkeln noch relativ stark. Erst direkt neben dem Mikrofon wird es deutlich leiser. Du musst also nicht direkt hineinsprechen. Ich spreche ihn die ganze Zeit etwas seitlich an, aus etwa 6 cm Abstand.

Geeignet ist er zum Podcasten, zum Streamen, für Voice-overs und für Videos. Nach der Registrierung bei Røde bekommst du 10 Jahre Garantie. Bei einer so langen Garantie reden wir eigentlich immer von einem Mikrofon für den professionellen Einsatz.

Klang und Unempfindlichkeit

Die typische Radiostimme, also diese Broadcast-Qualität, erreichst du mit dem Procaster ganz hervorragend. Damals fand ich seine Qualität ähnlich gut oder subjektiv sogar besser als die des deutlich teureren Shure SM7B, und auch mit meiner Stimme funktioniert er wirklich hervorragend. Später, im direkten Vergleich, hat mich das SM7B wegen seiner Natürlichkeit und Tiefe mehr überzeugt. Preis-leistungsmäßig blieb der Procaster aber mein Sieger. Den Klang finde ich sehr linear, mit enorm hoher Deutlichkeit, manchmal fast schon zu deutlich. Schmatzgeräusche hört man bei ihm deshalb wesentlich deutlicher. Die Tonspur in meinem Test ist komplett unbearbeitet, ich habe nur die Lautstärke angehoben.

Als dynamisches Mikrofon ist er unempfindlich gegenüber Umgebungsgeräuschen. Mein Büro ist nicht groß und akustisch eher schlecht. Klatsche ich in die Hände, hörst du ein bisschen Hall. Spreche ich aber relativ dicht hinein, klingt das ziemlich gut. Auch Tippen auf der Tastatur oder Mausklicks nimmt er nicht so stark auf wie ein Kondensatormikrofon. Je näher du herangehst, desto weniger hört man von der Umgebung. Bei meinem Test zwitscherten draußen jede Menge Vögel, und auf der Tonspur solltest du sie kaum hören. Deine Umgebung muss also nicht zwingend optimal sein.

Gegenüber Funkfrequenzen von WLAN, Bluetooth oder Mobilfunk ist er ziemlich unempfindlich. Störgeräusche dadurch hatte ich auf der Audiospur quasi noch nie.

Die Schwächen: Körperschall und Poppschutz

Empfindlich ist der Procaster dagegen bei Klopfgeräuschen. Klopfe ich direkt auf das Gehäuse, wird das sehr stark übertragen. Auf den Stativfuß geklopft hört man es noch, aber nicht mehr so stark. Das Gehäuse überträgt Klopf-, Bewegungs- und Impulsgeräusche relativ stark. Deshalb solltest du immer eine Spinne dazunehmen. Mitgeliefert wird nur eine einfache Halterung zum Einschrauben, und damit werden Vibrationen vom Schreibtisch eins zu eins übertragen.

Der eingebaute Poppschutz aus Schaumstoff funktioniert eher nicht gut. Spreche ich leicht seitlich vorbei, geht das ganz hervorragend. Wenn du gut sprechen kannst, brauchst du dann keinen zusätzlichen Schutz. Spreche ich aber direkt von vorn und nah hinein, etwa mit Wörtern wie Peter und Paula, klappt das wirklich nicht gut.

Die Lösung ist der Røde-Windschutz WS2. Er passt super auf das Mikrofon. Mit ihm übersteuern die Popplaute bei gleichem Abstand nicht mehr, und ich kann sogar noch näher heran, was die Audioqualität weiter verbessert. Der Nachteil: Das Mikrofon sieht dann nicht mehr ganz so schön aus. Ohne Windschutz positioniere ich mich etwa im 45-Grad-Winkel zum Mikrofon. Wenn du ihn aber aus der Nähe besprechen willst, ist der Windschutz früher oder später absolut notwendig.

Gehäuse, Gewicht und Lieferumfang

Die Optik gefällt mir richtig gut. Das hochwertige Metallgehäuse und besonders die Gitterstrukturen vorn finde ich schön, auch wenn das Mikrofon mal im Bild ist. Mit 745 g ist es relativ schwer, was du bei der Wahl eines Mikrofonarms bedenken solltest.

Geliefert wird der Procaster in einem schlichten Karton, dazu kommen Anleitungen, die einfache Halterung und eine Kunstledertasche für den Transport. Für den Preis finde ich den Lieferumfang eigentlich recht ordentlich, auch wenn eine Spinne fehlt.

Vom Design her achte ich gern auf Kleinigkeiten. Das schwarze XLR-Kabel von UGREEN, das ich nutze, passt optisch gut zum schwarzen Procaster. Ein silberner XLR-Stecker hinten am Mikrofon gefällt mir dagegen nicht ganz so gut. Das Kabel ist außerdem ziemlich gut geschirmt.

Zubehör, das sich lohnt

Du kannst erst einmal nur das Mikrofon kaufen und das Zubehör Stück für Stück ergänzen. Als Erstes würde ich dir die Spinne Røde PSM1 (Werbelink) empfehlen, die das Mikrofon vom Schreibtisch entkoppelt. Für mich ist sie alternativlos. Danach kommt der Windschutz WS2.

Dynamische Mikrofone sind relativ leise. Was aus dem XLR-Anschluss kommt, ist ziemlich leise. Hat dein Aufnahmegerät keine so guten Vorverstärker, empfehle ich dir einen Inline-Vorverstärker wie den Triton Audio FetHead. Er sitzt zwischen zwei XLR-Kabeln und verstärkt das Signal verhältnismäßig rauschfrei. Mit dem Zoom H5 (Werbelink) brauchte ich ohne FetHead etwa 70 % Eingangslautstärke, mit FetHead nur noch etwa 40 % für dieselbe Lautstärke, und das Rauschen nahm deutlich ab. Für Vorverstärker, die nicht ganz so stark sind, ist das eine sinnvolle Investition.

Als Tischstativ nutze ich einen kleinen Fuß von K&M. Er hat eine kleine Auflagefläche, nimmt nicht viel Platz weg und funktioniert an einem durchschnittlichen Schreibtisch ziemlich gut. Die Höhe lässt sich nicht verstellen, aber der Mikrofonwinkel, und ein paar Zentimeter mehr oder weniger Abstand toleriert der Procaster. Noch praktischer finde ich den Mikrofonarm Røde PSA1 (Werbelink), den du an fast jedem Schreibtisch montieren und beliebig drehen kannst. Der PSA1 trägt 0,7 bis 1,1 kg, reicht 82 cm in der Horizontalen und 84 cm in der Vertikalen und hat ein 3/8-Zoll-Gewinde. Die Tischklemme fasst Platten bis 7 cm, alternativ lässt er sich über ein Bohrloch direkt im Tisch montieren. Für den 745 g schweren Procaster passt das gut.

Womit du ihn aufnimmst und mein Setup

Aufgenommen habe ich mit dem Zoom H5. Der funktioniert ziemlich gut, ist aber nicht der rauschärmste. An meinem iMac nutzte ich damals das Behringer UMC202HD (Werbelink). Seine Vorverstärker sind so gut, dass ich den Procaster direkt daran betreiben konnte, ganz ohne FetHead. Alternativ gibt es das Focusrite Scarlett Solo, das sehr beliebt und einfach zu bedienen ist, oder für ein kleineres Budget das Behringer UMC22, das für sein Geld ziemlich viel leistet.

Mein empfohlenes Grundset sieht so aus: Procaster, Spinne, Windschutz, Tischstativ, XLR-Kabel und ein USB-Interface mit gutem Vorverstärker. Insgesamt kostet das ungefähr doppelt so viel wie das Mikrofon allein. Das klingt erst einmal nach viel Geld, aber du bekommst damit eine Audioqualität, die mit dem SM7B samt Zubehör vergleichbar ist. Für mich ist jeder Cent, den du in diese Ausstattung investierst, in Audioqualität und Komfort zurückgekommen.

Das Optimum habe ich am Ende mit Windschutz, Spinne, FetHead und dem H5 aus nächster Nähe vorgeführt, inklusive Nahbesprechungseffekt. Als Alternative nenne ich im Video das Røde PodMic, das ähnlich gebaut ist und keine Spinne braucht.

Bewertung im Detail

Verarbeitung8,5/10

Hochwertiges, schönes Metallgehäuse. Mit 745 g ist es recht schwer, und das Gehäuse überträgt Klopfgeräusche stark.

Bedienung7,5/10

Er braucht eine Spinne und für Nahbesprechung einen Windschutz. Der interne Poppschutz ist eher nicht gut.

Klang8,5/10

Klarer, sehr linearer Broadcast-Sound mit hoher Deutlichkeit und wenig Raum. Schmatzgeräusche sind gut hörbar.

Ausstattung7,0/10

Einfache Halterung und Kunstledertasche, dazu 10 Jahre Garantie nach Registrierung. Spinne und Windschutz kosten extra.

Vielseitigkeit8,0/10

Für Podcast, Stream, Voice-over und Videos geeignet, auch in akustisch schlechten Räumen.

Preis-Leistung8,3/10

Deutlich günstiger als ein SM7B mit ähnlichem Konzept. Das nötige Zubehör muss man einrechnen.

Gesamtnote8,4/10

Fazit: Røde Procaster

Sehr gut
8,4

Der Røde Procaster ist ein bewährtes dynamisches Sprechermikrofon mit klarem, sehr deutlichem Broadcast-Sound, das Umgebungsgeräusche, Raumhall und Funkstörungen gut ausblendet. Preis-leistungsmäßig ist er für mich einer der Besten. Du musst aber Zubehör einplanen: Eine Spinne ist Pflicht, weil das Gehäuse Klopfgeräusche stark überträgt, und für das Besprechen aus der Nähe brauchst du den Windschutz WS2, weil der interne Poppschutz eher nicht gut ist. Mit Spinne, Windschutz und einem Interface mit gutem Vorverstärker hast du eine sehr gute Podcast-Basis, die jeden Cent wert ist.

Kaufen, wenn …

  • du einen klaren Broadcast-Sound für Podcast, Stream oder Voice-over suchst
  • du in einem akustisch eher schlechten Raum aufnimmst
  • du bereit bist, Spinne und Windschutz dazuzukaufen
  • du ein langlebiges Mikrofon mit langer Garantie willst

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du ohne Spinne auskommen und noch weniger ausgeben willst Røde PodMic
  • dir ein wärmerer, natürlicherer Klang wichtiger ist als der Preis Shure SM7B

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Alternativen zum Røde Procaster

Røde PodMic

8,3Sehr gut
Note 8,3 von 10

Ähnlich gebautes, günstigeres dynamisches Podcast-Mikrofon, das keine Spinne zwingend braucht. Für meine Stimme klingt der Procaster etwas besser.

Shure SM7B

8,9Sehr gut
Note 8,9 von 10

Deutlich teurer, mit wärmerem Klang, schwingend gelagerter Kapsel und zwei Poppschutzen. Es braucht noch mehr Gain.

Røde X XDM-100

7,8Gut
Note 7,8 von 10

Ebenfalls ein dynamisches Røde-Mikrofon mit sehr gutem eingebautem Poppschutz, aber per USB-C, mit Kopfhörerausgang, DSP und Spinne im Lieferumfang. Ein Interface brauchst du nicht, XLR gibt es aber nicht.

Im Vergleich mit 9 anderen Mikrofonen

Häufige Fragen zum Røde Procaster

Braucht der Procaster Phantomspeisung?

Nein, als dynamisches Mikrofon braucht er keinen Strom. Nur ein FetHead davor bräuchte Phantomspeisung.

Brauche ich eine Spinne?

Ja, das würde ich dir unbedingt empfehlen. Das Gehäuse überträgt Klopf- und Tischgeräusche stark. Ich nutze die Røde PSM1.

Reicht der eingebaute Poppschutz?

Nur wenn du seitlich vorbeisprichst. Für das Besprechen aus der Nähe brauchst du den Windschutz WS2.

Brauche ich einen FetHead?

Nur, wenn dein Interface oder Rekorder schwache Vorverstärker hat. Am Behringer UMC202HD lief er bei mir ohne, am Zoom H5 hat der FetHead das Rauschen deutlich verringert.

Wie schwer ist der Procaster?

745 g. Bei einem Mikrofonarm solltest du auf eine passende Tragkraft achten.

Procaster oder SM7B?

Preis-leistungsmäßig ist der Procaster für mich der Sieger. Klanglich hat mich im direkten Vergleich das SM7B mit seiner Wärme und Natürlichkeit mehr überzeugt.

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