Røde X XDM-100

Røde X XDM-100 im Test – Vorschaubild des Videos
7,8
UrteilGutNote 7,8 von 10

Dynamisches USB-Mikrofon für Streamer und Gamer mit guter Raumunterdrückung und starker Software. Wer XLR braucht, greift zum Procaster.

  • TypDynamisch
  • RichtcharakteristikNiere
  • AnschlussUSB-C
  • Frequenz20 Hz – 20 kHz
  • Gewicht700 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Nimmt wenig Raum sowie Tastatur- und Mausklicks auf
  • Kopfhöreranschluss mit latenzfreiem Monitoring und Lautstärkeregler
  • Interner DSP plus UNIFY-Software inklusive
  • Umfangreicher Lieferumfang (Spinne PSM-1, Poppfilter, Kabel)

Nachteile

  • Kopfhörer-Drehknopf hat etwas Spiel
  • LED blendet ohne Poppschutz
  • Nur USB, kein XLR

Technische Daten

Technische Daten: Røde X XDM-100
HerstellerRøde
Preisklasseniedrig
TypDynamisch
RichtcharakteristikNiere
AnschlussUSB-C
Frequenzbereich20 Hz – 20 kHz
Empfindlichkeit–
Eigenrauschen–
Max. Schalldruckpegel–
32-Bit-Float✗
Gewicht700 g
Abmessungen62 × 52 × 213 mm

Das Video zum Test

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Das Røde X XDM-100 ist ein dynamisches USB-C-Mikrofon der Røde-Untermarke Røde X, die sich speziell an Streamer und Gamer richtet. Ich habe es direkt am iMac getestet, die Software Unify unter Windows ausprobiert und es mit dem Røde Procaster verglichen, der ein sehr ähnliches Gehäuse hat. Hier erfährst du, was das Mikrofon gut kann, was mich gestört hat und für wen es sich lohnt.

Ein USB-Mikrofon für Streamer

Das XDM-100 ist ein dynamisches Mikrofon mit USB-C-Anschluss. Du brauchst also kein Interface. Am Mac wird es sofort erkannt, unter Windows eigentlich auch ohne Probleme, und es zeichnet mit 24 Bit und 48 kHz auf. Den USB-C-Anschluss finde ich gut, denn viele andere Hersteller verwenden noch ältere Anschlüsse. Der Frequenzbereich liegt bei 20 Hz bis 20 kHz, also die ganz normale Bandbreite, die man hören kann. Die Stimme nutzt davon ohnehin nicht so viel. Gleich zu Beginn war das XDM-100 so laut eingestellt, dass ich erst einmal herunterpegeln musste, damit ich nicht taub werde. Gesprochen habe ich die meiste Zeit aus 3 bis 6 cm Abstand und ohne zusätzlichen Poppfilter, damit du den Grundklang hörst.

Zum Zeitpunkt meines Tests lag das XDM-100 preislich deutlich über dem Procaster. Inzwischen ist es in der niedrigen Preisklasse angekommen und damit deutlich günstiger zu haben. Das ändert die Einordnung natürlich.

Auf die Bezeichnung habe ich mir übrigens selbst einen Reim gemacht: X für die Untermarke Røde X, D für dynamisch, M für Mikrofon. Was die 100 bedeutet, weiß ich nicht.

Richtcharakteristik und Sprechabstand

Das XDM-100 nimmt relativ wenig vom Raum auf, also auch wenig Tastatur- und Klickgeräusche und wenig Hall, weil man relativ nah dran ist. Die Richtcharakteristik ist eine Niere. Ich werde hauptsächlich von vorn aufgenommen, von den Seiten hört man mich nicht ganz so laut. Im Drehtest ist das gut zu hören. Aufgenommen habe ich am iMac in Final Cut Pro komplett unbearbeitet.

Du musst bei diesem Mikrofon darauf achten, relativ nah dran zu sein und dich nicht zu stark zu bewegen. Ein bisschen vor und zurück geht. Die beste Sprachqualität hast du, wenn das Mikrofon seitlich zwischen 45 und 90 Grad aufgestellt ist und du schräg daran vorbeisprichst, nicht weiter als 5 bis 6 cm entfernt. Auch wenn es so aussieht, als würde ich vorbeisprechen, hat das Mikrofon so mit die beste Klangqualität.

Ganz nah dran, wenn ich das Mikrofon schon mit dem Mundwinkel berühre, ist der Nahbesprechungseffekt sehr stark und sehr tief. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Bei 15 und 20 cm geht es noch, ab etwa 30 cm solltest du das Mikrofon definitiv nicht mehr besprechen, und aus 50 cm oder einem Meter ist es wirklich nicht geeignet.

Kopfhöreranschluss, Regler und LED

Unten gibt es einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für Direct Monitoring. Dort höre ich Geräusche vom PC und mich selbst live und latenzfrei, und das funktioniert ganz vorbildlich. Das ist wichtig, wenn du dich selbst abhören möchtest. Mit einem Drehknopf regelst du die Kopfhörerlautstärke, und drückst du ihn, bist du stummgeschaltet. Dann wird kein Tonsignal mehr zum Computer übertragen.

Der Knopf lässt sich gut drehen und fühlt sich eigentlich hochwertig an. Mir ist aber aufgefallen, dass er ein kleines Spiel hat. Bevor er greift, kann ich ihn ein paar Millimeter nach links und rechts bewegen, und das fühlt sich nicht hundertprozentig hochwertig an.

Dazu gibt es eine LED-Anzeige. Sie leuchtet blau, wenn die Software genutzt wird, und rot im Mute. Bei normalem Licht geht das, aber sobald die Umgebung etwas dunkler ist, blendet sie mich. Sie ist definitiv zu hell. Stülpe ich den mitgelieferten Poppschutz darüber, wird das Licht deutlich dunkler. Dass ich den Poppschutz gegen die Blendung brauche, sollte eigentlich nicht so sein.

Poppschutz und Spinne

Den eingebauten Poppschutz finde ich sehr gut. Ich habe die Kappe vorn abgeschraubt, darin steckt relativ viel, richtig dicker Schaumstoff, und auf der Kapsel sitzt noch einmal Schaumstoff. Spreche ich direkt mit Peter und Paula hinein, fängt das Mikrofon die Luftgeräusche schon sehr gut ab, wesentlich besser als der Procaster.

Mit dem mitgelieferten Poppfilter klingt das Ganze noch etwas dumpfer, dafür hast du dann praktisch keine Plopp-Geräusche mehr in der Tonspur, egal wie gut deine Sprechtechnik ist. Nur noch sehr minimal, und das stört kaum. Das ist wirklich sehr anfängerfreundlich. Sprichst du seitlich vorbei, brauchst du den Poppfilter dagegen gar nicht.

Beim Klopftest habe ich direkt auf das Mikrofon, auf das Bein meines Tischstativs und auf den Schreibtisch geklopft. Gerade beim Streamen oder Spielen berührt man das Mikrofon schließlich mal aus Versehen. Vom Schreibtisch sickert etwas durch, insgesamt macht die mitgelieferte Spinne aber einen sehr guten Job.

Die Software Røde X Unify

Zum Mikrofon gehört die Software Unify, eine virtuelle Mixing-Lösung für Streams und Gaming, und die finde ich extrem wichtig. Zum Testzeitpunkt gab es sie noch nicht für macOS, deshalb habe ich sie an meinem Mac unter Boot Camp mit Windows gezeigt. Du kannst verschiedene Mixe und Submixe einstellen, etwa was auf deinen Kopfhörern landet und was in den Stream geht. Unter Recording siehst du, was gerade aufgenommen wird, du kannst Sounds abspielen und Marker in der Aufnahme setzen. Außerdem lässt sich die Monitor-Funktion ein- und ausschalten und das Ausgabegerät auswählen. Die Lautstärke der Aufnahme regelst du ebenfalls direkt in der Software. Im Video hörst du meine Stimme einmal mit allen Effekten und einmal ohne direkt hintereinander, sodass du den Unterschied selbst beurteilen kannst.

Für das XDM-100 stellst du in Unify den Gain ein, also wie stark das Signal digital verstärkt wird. Dazu gibt es einen Hochpassfilter bei 75 oder 150 Hz, wobei 150 Hz deutlicher zu hören ist, ein Noise Gate, das Umgebungsgeräusche ausblendet, wenn du nicht sprichst, einen Kompressor, der lautere Passagen abschwächt, einen Exciter für mehr Klarheit in den Höhen und den Big-Bottom-Effekt, der die Tiefen broadcastmäßig verstärkt.

Die Effekte werden in einem internen DSP-Chip berechnet. Das Mikrofon nimmt deinem Computer also viel Rechenleistung ab, was beim Streamen hilft. Wenn du dich mit Audio nicht so gut auskennst und live streamst, ist die Audioverarbeitung mit Unify wirklich ziemlich gut. Mit einem Røde-X-Mikrofon ist die Software kostenlos. Mit anderen Mikrofonen kostet sie ein monatliches oder jährliches Abo.

Lieferumfang und Vergleich mit dem Procaster

Im Lieferumfang sind der Poppfilter, die Spinne Røde PSM1, ein 3 m langes USB-C-auf-USB-C-Kabel und ein 3 m langes 3,5-mm-Verlängerungskabel für Kopfhörer. Das ist praktisch, wenn das Mikrofon an einem Stativarm hängt und du dich trotzdem abhören willst. Das Gewicht beträgt 700 g. Das ist für manche Mikrofonarme wichtig, damit sie nicht von allein hoch- oder herunterfallen. Ein vergleichbares Røde-Mikrofon ist das Røde Podcaster, ebenfalls dynamisch und per USB, äußerlich fast baugleich, aber in Weiß.

Der Procaster ist auch ein sehr gutes dynamisches Mikrofon, aber mit XLR. Du brauchst also ein Interface oder, wie ich, einen Rekorder wie den Zoom F6. Optisch ist er gräulich mit silbernem Gitter, das XDM-100 schwarz mit roten Akzenten, eine Streaming-Farbe, wenn man so will. Auf dem Kopfhörer klang der Procaster wesentlich heller und nahm die Höhen stärker auf. Von vorn besprochen kamen die Windgeräusche bei ihm stärker durch als beim XDM-100. Der XDM-Poppfilter passt aber auch auf den Procaster, und dann sind die Popplaute weg.

Was mir beim XDM-100 aufgefallen ist: Die hohen Töne werden nicht so stark übertragen, standardmäßig klingt es mir etwas muffig und dumpf. Die Tiefen sind da, aber hinten raus fehlen mir die Höhen. Mit Unify lässt sich das nachjustieren, standardmäßig könnten die Höhen aber ruhig stärker herausgearbeitet sein.

Bewertung im Detail

Verarbeitung7,5/10

Wertiges Gehäuse und sehr guter eingebauter Poppschutz. Der Drehknopf hat Spiel, und die LED ist zu hell.

Bedienung8,0/10

Einstecken und loslegen, mit latenzfreiem Direct Monitoring und Mute per Druck auf den Regler. Man muss aber nah dran bleiben.

Klang7,0/10

Wenig Raum und kaum Popplaute, standardmäßig aber etwas dumpf mit zu wenig Höhen. Per Software lässt sich nachjustieren.

Ausstattung8,5/10

Spinne PSM1, Poppfilter, zwei 3-m-Kabel, interner DSP und kostenlose Unify-Software.

Vielseitigkeit7,0/10

Stark für Streaming und Gaming am Computer. Ohne XLR-Ausgang ist es für Interfaces und Rekorder ungeeignet.

Preis-Leistung7,6/10

In der niedrigen Preisklasse mit Spinne, Poppfilter und DSP gut ausgestattet, aber ohne XLR-Ausgang.

Gesamtnote7,8/10

Fazit: Røde X XDM-100

Gut
7,8

Das Røde X XDM-100 ist ein dynamisches USB-Mikrofon für Streamer und Gamer, das wenig vom Raum und von Tastatur und Maus aufnimmt und dank dickem Schaumstoff Popplaute sehr gut abfängt. Spinne und Poppfilter sind dabei, das Direct Monitoring funktioniert vorbildlich, und die Software Unify mit internem DSP ist gerade für Einsteiger ziemlich gut. Gestört haben mich die viel zu helle LED, das Spiel im Drehknopf und der standardmäßig etwas dumpfe Klang. Wer ein XLR-Mikrofon und ein Interface nutzen möchte, greift besser zum Procaster. Wer ohne Interface streamen will, bekommt hier ein durchdachtes Komplettpaket.

Kaufen, wenn …

  • du ohne Interface direkt am Computer streamen oder spielen willst
  • du Spinne und Poppfilter gleich im Lieferumfang haben möchtest
  • du die Effekte von Unify ohne zusätzliche Rechenlast nutzen willst
  • du nah am Mikrofon sprichst und wenig Raum aufnehmen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du ein XLR-Mikrofon mit hellerem, deutlicherem Klang für Interface oder Rekorder suchst Røde Procaster
  • du ein USB-C-Mikrofon mit Auto-Level und Denoiser direkt im Mikrofon suchst Shure MV6

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Alternativen zum Røde X XDM-100

Røde Procaster

8,4Sehr gut
Note 8,4 von 10

Fast gleiches Gehäusekonzept, aber mit XLR, hellerem und deutlicherem Klang. Er braucht ein Interface sowie Spinne und Windschutz, die extra kosten.

Shure MV6

8,0Sehr gut
Note 8,0 von 10

Kompaktes dynamisches USB-C-Mikrofon mit Kopfhöreranschluss und DSP inklusive Auto-Level, Popper Stopper und Denoiser im Mikrofon. Die Kapsel ist kaum entkoppelt, und das Stativ ist zu kurz.

Røde PodMic

8,3Sehr gut
Note 8,3 von 10

Günstiges dynamisches XLR-Mikrofon mit Metallgehäuse, auf Sprache abgestimmt. Es braucht ein Interface und hat keine Spinne.

Im Vergleich mit 9 anderen Mikrofonen

Häufige Fragen zum Røde X XDM-100

Brauche ich ein Audio-Interface?

Nein, das XDM-100 läuft per USB-C direkt am Computer. Einen XLR-Ausgang hat es nicht.

Gibt es Unify für den Mac?

Zum Zeitpunkt meines Tests nicht. Ich habe Unify unter Windows per Boot Camp genutzt. Das Mikrofon selbst lief am Mac ohne Software.

Brauche ich den Poppfilter?

Wenn du seitlich vorbeisprichst, nicht. Sprichst du direkt hinein, nimmt er die letzten Popplaute weg und dimmt nebenbei die helle LED.

Welcher Sprechabstand ist richtig?

Höchstens 5 bis 6 cm, seitlich zwischen 45 und 90 Grad aufgestellt. Ab etwa 30 cm ist es nicht mehr geeignet.

Kostet die Software extra?

Mit einem Røde-X-Mikrofon wie dem XDM-100 ist Unify kostenlos. Für andere Mikrofone gibt es ein Abo.

Wie schwer ist das XDM-100?

700 g. Bei einem Mikrofonarm solltest du auf eine passende Tragkraft achten.

Quellen (2)

Eigene Tests und Beiträge