Røde PodMic

Røde PodMic im Test – Vorschaubild des Videos
8,3
UrteilSehr gutNote 8,3 von 10

Günstiges, robustes Podcast-Mikrofon mit sattem Broadcast-Klang. Ideal für Sprachaufnahmen am Schreibtisch.

  • TypDynamisch
  • RichtcharakteristikNiere
  • AnschlussXLR
  • Frequenz50 Hz – 15 kHz
  • Gewicht937 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Sehr gute Broadcast-Soundqualität, für Sprache optimiert
  • Unempfindlich gegenüber Umgebungsgeräuschen, wenig Raumhall
  • Sehr hochwertiges Metallgehäuse
  • Keine Spinne notwendig

Nachteile

  • Interner Poppschutz nur mittelmäßig
  • Dämpft Rumpelgeräusche nicht so gut
  • Schwer (937 g) – stabiler Arm nötig

Technische Daten

Technische Daten: Røde PodMic
HerstellerRøde
Preisklasseniedrig
TypDynamisch
RichtcharakteristikNiere
AnschlussXLR
Frequenzbereich50 Hz – 15 kHz
Empfindlichkeit–
Eigenrauschen–
Max. Schalldruckpegel–
32-Bit-Float✗
Gewicht937 g
Abmessungen175 × 109 × 62 mm

Das Video zum Test

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Das Røde PodMic war zum Zeitpunkt meines Tests das günstigste Podcast-Mikrofon von Røde mit XLR-Anschluss und Broadcast-Anspruch. Ich habe es mir von meinem eigenen Geld gekauft und eine Zeit lang an meinem iMac für Voice-overs genutzt. Es fühlt sich deutlich teurer an, als es ist, und blendet Störgeräusche gut aus. Klanglich ist es aber nicht ganz so gut wie teurere Mikrofone, und ein paar Eigenheiten solltest du kennen. Hier erfährst du, für wen es sich lohnt und welches Zubehör du wirklich brauchst.

Technische Daten und Richtcharakteristik

Das PodMic ist ein dynamisches Mikrofon mit XLR-Anschluss hinten. Phantomspeisung braucht es nicht. Was aus dem Mikrofon herauskommt, ist allerdings nicht besonders laut. Du brauchst also ein Gerät mit gutem Vorverstärker, ich habe den Zoom H5 genutzt, ein USB-Audio-Interface geht natürlich auch.

Die Richtcharakteristik ist eine Niere. Die Tonquelle wird hauptsächlich von vorn aufgenommen. Sprichst du leicht von der Seite hinein, wirst du immer noch sehr gut und deutlich aufgenommen. Weiter seitlich und von hinten wird es leiser. Der Frequenzbereich liegt bei 20 bis 20.000 Hz. Das ist relativ breit, sagt aber grundsätzlich gar nicht so viel über die Tonqualität aus.

Wesentlich wichtiger ist, dass das Mikrofon sehr unempfindlich gegenüber Umgebungsgeräuschen ist, auch in einer akustisch schlechten Umgebung. Mein kleines Büro ist akustisch nicht gut, und wenn ich in die Hände klatsche, hörst du die Reflexionen im Raum. Trotzdem ist die Audioqualität ziemlich gut, und auch Klopfen auf den Schreibtisch direkt unter dem Mikrofon wird relativ leise aufgenommen. Gegenüber Funkstrahlen ist es ebenfalls unempfindlich. Der Nachteil: Du musst relativ nah herangehen, um einigermaßen gut und laut aufgenommen zu werden. Im späteren direkten Vergleich mit SM7B und Procaster hat das PodMic allerdings mehr Raumhall aufgenommen und Umgebungsgeräusche nicht ganz so gut herausgefiltert wie die beiden.

Klang: auf Sprache optimiert

Die Tonqualität ist grundsätzlich eine Broadcast-Qualität und sehr gut für Stimmen geeignet. Das PodMic ist stark auf Sprache optimiert. Der Frequenzgang ist nicht so linear, sondern hat immer wieder kleinere Peaks, die die Sprachübertragung verbessern sollen, so etwas wie einen eingebauten Mid-Boost. Für Instrumente ist es dadurch nicht mehr so gut geeignet.

Stimmen werden manchmal auch etwas harsch übertragen, weil gerade im mittleren Frequenzbereich angehoben wird. Das muss nicht zu jeder Stimme passen. Hier kann der Røde Procaster ein wenig besser sein. Für meine Stimme finde ich den Procaster etwas besser. Bei der Deutlichkeit, also wie gut ich in Videos verstanden werde, finde ich wiederum das PodMic ein wenig besser.

An das legendäre Shure SM7B kommt es klanglich nicht ganz heran, und im späteren direkten Vergleich gefiel mir der Klang bei meiner Stimme nicht so sehr. Für seinen Preis finde ich die Audioqualität aber durchaus angemessen. Man bekommt mitunter deutlich teurere Mikrofone, die keine bessere Sprachqualität haben. Wenn du nur Stimmen aufnimmst, musst du schon wesentlich mehr Geld ausgeben, um eine bessere Audioqualität zu bekommen.

Poppschutz und Windschutz

Wie der Procaster hat das PodMic einen eingebauten Poppschutz aus etwas Schaumstoff. Er funktioniert so mittelmäßig. Spreche ich direkt von vorn hinein, etwa mit Peter und Paul, wird einiges herausgefiltert, aber nicht vollständig. Starke Plosivlaute und Poppgeräusche hörst du noch.

Mit dem Røde-Windschutz WS2 sieht das ganz anders aus. Mit ihm kommen die P- und B-Laute gar nicht mehr so stark an, und die Qualität wird wesentlich besser. Du brauchst ihn aber nur, wenn du das Mikrofon wirklich stark aus der Nähe besprichst. Hältst du ein wenig Abstand und sprichst es leicht von der Seite an, wie ich es mache, geht es auch ohne. Man muss also ein bisschen wissen, wie man ein Mikrofon bespricht.

Gerade als Anfänger würde ich dir aber empfehlen, den Windschutz immer zu benutzen. Damit hast du die Plosivlaute von vornherein raus, und das ist für eine gute Audioqualität sehr wichtig. Wenn du Voice-overs oder Streams machst und relativ nah dran bist, solltest du ihn auf jeden Fall kaufen. Er kostet im Vergleich zum Mikrofon auch nicht die Welt.

Gehäuse, Halterung und Verarbeitung

Das Gehäuse erinnert ein bisschen an das SM7B. Das Mikrofon hängt in einer Halterung, mit der du es neigen und unten auch drehen kannst. So lässt sich der Winkel wirklich optimal einstellen. Eine Spinne gibt es nicht. Ein riesiger Vorteil ist aber, dass du keine große Spinne brauchst und das Mikrofon verhältnismäßig kompakt bleibt.

Die fehlende Entkopplung hat ihren Preis. Klopfe ich direkt an das Mikrofon, hörst du das selbstverständlich. Aber auch Klopfen auf das Tischstativ hört man noch ziemlich laut. Das Mikrofon versucht, diese tiefen Rumpelgeräusche etwas herauszufiltern, schafft das aber nicht komplett. Mit einem Stativ und einer vernünftigen Spinne wäre das leiser. Vibrationen werden also stark übertragen, und das finde ich nicht ganz so optimal.

Von der Qualität her fühlt sich das PodMic nicht nach seinem Preis an, sondern nach einem deutlich teureren Mikrofon. Das Gehäuse ist komplett aus Metall und fühlt sich extrem hochwertig an. Mit 937 g wiegt es fast ein Kilogramm und ist richtig schwer. Ich lobe Røde hier nicht, weil sie mir das Mikrofon geschenkt hätten, ich habe es selbst bezahlt. In der Packung ist außer etwas Pappe zum Festhalten und einer kleinen Kurzanleitung nichts weiter. Auf der Verpackung stehen Hinweise auf den eingebauten Poppschutz, die Broadcast-Qualität und zwei Jahre Garantie nach Registrierung.

Wofür ich das PodMic nutze

Der eigentliche Anwendungsbereich ist das Podcasten. Auch aus etwas Abstand am kleinen Tischstativ kannst du damit schon ziemlich gute Podcasts aufnehmen. Zum Streamen und für Let's Plays eignet es sich ebenfalls sehr gut, weil es Störgeräusche ziemlich gut herausfiltert. Selbst lautes Klopfen auf den Tisch landet nicht so laut auf der Spur, nur die Vibrationen über das Stativ sind das Problem.

Ich selbst habe das PodMic hauptsächlich an meinem Schreibtisch am iMac für Voice-overs genutzt, also um Videos zu vertonen. Dafür ist es wirklich hervorragend geeignet, zumal die Stimme sehr deutlich übertragen wird und ich hinterher am Equalizer nichts mehr verändern musste.

Auch in Videos kannst du damit eine sehr gute Audioqualität erzeugen, denn das Mikrofon ist gar nicht hässlich. Das Problem ist nur, dass du es dann immer im Bild hast. Da musst du einfach entscheiden, ob das für dich okay ist.

Zubehör und günstiges Setup

Das PodMic braucht relativ viel Gain, wenn du keinen guten Vorverstärker hast. Am Zoom H5, der eher mittelmäßige Vorverstärker hat, lag ich bei etwa 70 % Eingangslautstärke, und so laut war das Mikrofon trotzdem nicht. Mit einem Triton Audio FetHead dazwischen kam ich mit etwa 40 % auf die gleiche Lautstärke, und das Rauschen ging deutlich zurück. Am Behringer UMC202HD an meinem iMac brauchte ich keinen FetHead. Dessen Vorverstärker reichen, um das PodMic direkt zu betreiben.

Als Stativ nutze ich einen kleinen Tischfuß von K&M mit kleiner Standfläche, der sich vor dem Computer gut macht. Empfehlenswerter ist ein Mikrofonarm wie der Røde PSA1, den du am Schreibtisch festschraubst. Achte bei 937 g auf die Tragkraft. Optisch empfehle ich zum schwarzen PodMic ein schwarzes XLR-Kabel mit schwarzem Stecker, etwa von UGREEN, das auch gut geschirmt ist.

Das günstigste sinnvolle Setup besteht aus PodMic, XLR-Kabel und einem einfachen Interface wie dem Behringer UMC22. Zusammen kostet das ungefähr so viel wie ein Procaster allein. Ein Stativ kommt noch dazu, denn mitgeliefert wird keins. Wenn du später mehr willst, kannst du das Setup mit einem besseren Interface oder Rekorder ausbauen.

Bewertung im Detail

Verarbeitung9,0/10

Komplett aus Metall, fühlt sich deutlich teurer an, als es ist. Mit 937 g aber sehr schwer.

Bedienung7,5/10

Die Halterung erlaubt eine optimale Ausrichtung, es gibt aber keine Entkopplung. Stativvibrationen werden stark übertragen.

Klang7,5/10

Auf Sprache optimiert und sehr deutlich, aber nicht ganz so gut wie teurere Mikrofone. Die Mitten wirken mitunter harsch.

Ausstattung6,0/10

Außer Kurzanleitung ist nichts dabei. Stativ, Kabel und Windschutz musst du dazukaufen.

Vielseitigkeit7,5/10

Gut für Podcast, Stream, Voice-over und Videos. Für Instrumente und große Sprechabstände ist es weniger geeignet.

Preis-Leistung8,0/10

Sehr niedrige Preisklasse und hochwertige Bauweise, aber der Ton ist nicht ganz so gut.

Gesamtnote8,3/10

Fazit: Røde PodMic

Sehr gut
8,3

Das Røde PodMic ist ein günstiges, robustes Podcast-Mikrofon mit sattem Broadcast-Anspruch, das Störgeräusche gut ausblendet und sich deutlich teurer anfühlt, als es ist. Für Voice-overs, Podcasts und Streams am Schreibtisch ist es sehr gut geeignet, und die Stimme kommt sehr deutlich rüber. Klanglich ist es aber nicht ganz so gut wie Procaster oder SM7B, bei meiner Stimme wirken die Mitten mitunter etwas harsch. Achte außerdem auf Vibrationen über das Stativ, denn eine Spinne gibt es nicht, und plane einen Windschutz ein, wenn du nah herangehst. Als günstiger Einstieg in die XLR-Welt ist es eine gute Wahl.

Kaufen, wenn …

  • du ein günstiges XLR-Mikrofon für Podcast, Stream oder Voice-over suchst
  • du eine sehr deutliche, sprachoptimierte Wiedergabe willst
  • du ohne große Spinne ein kompaktes Setup möchtest
  • dein Interface einen ordentlichen Vorverstärker hat

Lieber eine Alternative, wenn …

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Alternativen zum Røde PodMic

Røde Procaster

8,4Sehr gut
Note 8,4 von 10

Etwas teurer, mit noch mehr Broadcast-Charakter und für meine Stimme etwas besserem Klang. Er braucht aber zwingend eine Spinne und ist insgesamt mit Zubehör teurer.

Shure SM7B

8,9Sehr gut
Note 8,9 von 10

Deutlich teurer und noch leiser, dafür mit warmem, natürlichem Klang und schwingend gelagerter Kapsel. Es braucht einen noch besseren Vorverstärker.

Shure SM58

8,7Sehr gut
Note 8,7 von 10

Der dynamische Klassiker in ähnlicher Preisklasse, deutlich leichter und auch als Handmikrofon nutzbar. Er ist beim Sprechabstand aber etwas empfindlicher.

Im Vergleich mit 9 anderen Mikrofonen

Häufige Fragen zum Røde PodMic

Braucht das PodMic Phantomspeisung?

Nein, es ist ein dynamisches Mikrofon. Du brauchst aber ein Gerät mit gutem Vorverstärker.

Brauche ich einen FetHead?

Nur bei schwächeren Vorverstärkern. Am Zoom H5 hat er das Rauschen deutlich verringert, am Behringer UMC202HD brauchte ich ihn nicht.

Brauche ich einen Windschutz?

Wenn du aus der Nähe sprichst, ja, den Røde WS2. Gerade Anfängern empfehle ich ihn immer.

Brauche ich eine Spinne?

Eine Spinne ist nicht vorgesehen, und die Halterung entkoppelt nicht. Achte deshalb darauf, das Stativ während der Aufnahme nicht zu berühren, oder nutze einen Mikrofonarm.

PodMic oder Procaster?

Für meine Stimme klingt der Procaster etwas besser, bei der Deutlichkeit liegt das PodMic leicht vorn. Das PodMic ist günstiger und braucht weniger Zubehör.

Wie schwer ist das PodMic?

937 g, also fast ein Kilogramm. Bei einem Mikrofonarm solltest du auf die Tragkraft achten.

Quellen (3)

Eigene Tests und Beiträge