Canon EOS 7D Mark II vs. Canon EOS 70D Vergleich – Teil II

Canon EOS 7D Mark II Canon EOS 70D Body Gehäuse Vergleich CompaIn diesem zweiten Teil zum Vergleich zwischen Canon EOS 7D Mark II und der Canon EOS 70D werde ich auf die Unterschiede der beiden Gehäuse und der Autofokussysteme eingehen. Im Teil I dieses Vergleichs habe ich bereits die Unterschiede des Bildsensors und des Bildrauschens mit ISO Vergleichstest, der Serienbildgeschwindigkeit und weiteren Features erläutert. Hier waren die Unterschiede auf dem Datenblatt oft größer als in der Praxis. Eigentlich ist aber das Gehäuse und der Autofokus der beiden Kandidaten interessanter. Denn genau hier gibt es wohl die größten und für viele auch Kaufentscheidenden Unterschiede zwischen der Canon 7D Mk II und der 70D.

Vorher gibt es aber noch die kleine Vergleichstabelle aus dem ersten Teil:

 Canon EOS 7D Mark IICanon EOS 70D
Auflösung Megapixel2020
Max. ISO51.20025.600
Serienbilder/ Sekunde (RAW)9,46,9
Gehäusegewicht920 Gramm760 Gramm
Touch-/ KlappdisplayNein/ NeinJa/ Ja
WLAN/ GPSNein/ JaJa/ Nein
AF-Kreuzsensoren6519
Speicherkartenslots21

Haptik und Gehäuse

Einer der wirklich großen Unterschiede zwischen der 70D und der 7D2 ist das Gehäuse. Hier verfolgt Canon zwei unterschiedliche Konzepte, die sich in der Größe, im Material und in der Bedienung wieder spiegeln.

Canon EOS 7D Mark II Canon EOS 70D Body Gehäuse Vergleich Compa

Gehäuse

Das Gehäuse der 7D Mk II ist mit 920 Gramm nicht nur 160 Gramm schwerer, sondern auch 10mm breiter, 8mm höher und die Augenmuschel ragt etwas weiter hinaus, als es bei der EOS 70D der Fall ist. Außerdem besteht das Gehäuse der 7D Mk2 aus Magnesium und nicht aus Kunststoff, wie die 70D. Wobei ich den Kunststoff der 70D nicht schlechter finde und er lässt auch bei niedrigeren Temperaturen die Finger nicht auskühlen wie der 7D2 Body aus Metall. Ich habe relativ große Hände die wie gemacht für die 7D sind. Ich kann den sehr volumigen Griff wirklich gut umfassen und alle Finger sind dort, wo sie sein sollten. Das ist bei der 70D nicht ganz so optimal. Je nach Größe der Hand aber ein subjektiver Faktor. Beide Gehäuse haben einen Staub- und Spritzwasserschutz.

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Die Canon EOS 70D hat ein Speicherkartenfach welches Platz für eine SD-Karte bietet, die 7D II hat neben dem SD-Kartenfach auch noch einen CompactFlash-Slot, der eine CF-Karte parallel (Backup) oder seriell (zusätzlicher Speicher) beschreibt. Als Speichererweiterung sehe ich hier keinen Sinn, da bereits 64GB SDXC-Speicherkarten sehr günstig sind. Eine CF-Karte hingegen als Backup zu verwenden, halte ich für durchaus sinnvoll. Mir ist bislang zwar noch nie eine SD-Karte in der Kamera kaputt gegangen, aber es kann durchaus mal passieren. Gerade bei wichtigen Bilder von Hochzeiten oder anderen nicht nachholbaren Events ist ein Backup sinnvoll und beruhigt die Nerven ungemein. Ich bin immer sehr froh und beruhigt, wenn ich die Bilder meiner EOS 6D endlich auf meinem Computer gespiegelt habe.

Canon EOS 7D Mark II Canon EOS 70D Body Gehäuse Vergleich Compa

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Bedienung und Handhabung

Viel wichtiger ist aber, dass auch alle Bedienelemente dort sind, wo sie sein sollten. Auch diese nicht besonders leichte Aufgabe ist Canon bei der EOS 7D Mk 2 etwas besser gelungen, zumindest meiner Empfindung nach. Außerdem liegt mein Daumenansatz schon halb auf dem hinteren Wahlrad der Canon 70D, wo bei der 7D eindeutig mehr Platz ist. Der sanfte Auslöser der 7DII ist ein Segen, wie bei der 6D und besser als bei der 70D. Das vordere Rändelrad lässt sich gut erreichen und gut bedienen, es scheint 1:1 von der 70D übernommen wurden zu sein. Alle Knöpfe lassen sich gut fühlen und drücken, wobei sie auch einen deutlichen Hub haben. Bei der 70D gibt es drei Tasten die nicht so gut fühlbar sind: die Q-Taste, die Wiedergabetaste und die Löschtaste.

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Es gibt bei beiden Kameras den gewohnten Umschalter zwischen Foto- und Videomodus und an der 7D eine neue Wippe die den kleinen Joystick umgibt. Wenn man diese Wippe mit dem Daumen gedrückt hält und gleichzeitig das Rändelrad bedient, kann man eine vordefinierte Funktion verändern, z.B. die ISO abändern. Der kleine Joystick funktioniert, ist aber wenn man von der 70D kommt etwas gewöhnungsbedürftig, umgekehrt aber auch. Ob nun der Joystick der 7D oder der Multi-Controller der 70D besser ist, mag ich nicht beurteilen.

Das Wahlrad auf der Rückseite der 7D Mark 2 ist perfekt. Es ist groß und sehr gut zu erreichen. Dazu lässt es sich optimal bedienen und ist wesentlich leiser geworden als bei der 70D. Neben dem Auslöser mein liebstes Bedienelement der 7D. Außerdem setzt Canon weiterhin auf eine deutliche Zweihandbedienung an der Canon 7D, was sich an der Verteilung der Knöpfe erkennen lässt. Neben den anderen Bedienelementen gibt es auf der hinteren rechten Gehäuseseite nur 6, auf der linken Seite 7 Knöpfe. Auch hier hat die 70D ein anderes Konzept. Nur die Menü- und Info-Tasten befinden sich links, was die Canon 70D durchaus einhandfähig macht.

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Canon wird aus technischen Gründen wohl keinen Touchscreen an der 7D Mark II verbaut haben, denn anders kann ich mir diesen Verzicht nicht erklären. Neben einem fehlenden Klappdisplay wäre die Touchfunktion das i-Tüpfelchen beim Handling der 7D. Aber wer weiß, vielleicht gibt es in 5 Jahren dann die 7D Mk3, die alles kann. Bis dahin bleiben der 70D und den dreistelligen Canon Modellen diese Features exklusiv erhalten.

Meine Erfahrungen

Ich komme von der Canon EOS 6D und 70D, daher ist das Body der neuen 7D genial und fühlt sich extrem hochwertig an. Er liegt perfekt in meinen großen Händen und alle Bedienelemente sind für die professionelle Benutzung ausgelegt und von der Canon EOS 5D vererbt. Dagegen kann die Canon EOS 70D aber mit dem Klappdisplay und dem Touchscreen punkten, welche durchaus sinnvoll und äußerst nützlich sein können. Gerade in Verbindung mit dem guten Autofokus im Live-View macht das verschieben des Fokuspunktes richtig Spaß. Je nach Verwendungszweck würde ich hier die Kameras benutzen. Ein deutliches Für oder Wider kann ich hier nicht aussprechen. Es ist einfach ein Klassenvergleich.

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Der Leser wird schon wissen, warum er welches Modell nun vorziehen wird. Wer oft aus der Bodenperspektive, über Kopf oder vom Stativ aus arbeitet wird wissen wie wichtig ein klappbares Display ist. Wer lange durch den Sucher schaut und die Kamera richtig gut in der Hand fixieren und stabilisieren will, weiß wie gut die professionelle Gehäuse von Canon sind.

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Der Autofokus

Das Autofokussystem der ersten Canon EOS 7D war schon sehr gut. Die 19 Kreuzsensoren ließen sich gut kombinieren und waren schnell. Dann kam die EOS 70D, die ebenfalls 19 Kreuzsensoren besitzt und auch bis –0,5 EV bei Dämmerung noch fokussieren kann. Nun, die 7D2 bietet hier doch einiges mehr als der Vorgänger und die 70D. Ganze 65 Kreuzsensoren dienen der Scharfstellung, wobei der mittlere Autofokus-Sensor ein sogenannter „doppelter Kreuzsensor“ ist, der noch bis –3 EV scharf stellt. Das ganze kenne ich schon von der Canon EOS 6D, die den gleichen(?) mittleren AF-Sensor besitzt. Gerade bei Telekonvertern ist das sehr sinnvoll. Etwa seltsam ist, dass (noch) nicht alle Canon Objektive auch alle 65 AF-Sensoren nutzen können. Hier scheint es wohl bei einigen Objektiven in bestimmten Regionen Probleme zu geben. Welche Objektive gegenwärtig alle AF-Felder nutzen, findest du in diesem Canon Dokument. Canon bietet mit der 7D Mk2 wohl das Beste derzeitig erschwingliche Autofokussystem.

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Wie sinnvoll ist der neue 7D Autofokus

Ob man stets 65 Kreuzsensoren benötigt, wage ich zu bezweifeln. Ich benötige eine solche Anzahl eigentlich nie. Trotzdem hat die 7D II die Sensoren und sie machen die Kamera nicht schlechter. Wenn man sie braucht, hat man sie. Ich bin von dem –3 EV AF-Sonsor der 6D sehr begeistert. Offensichtlich scheint die 7D II den gleichen mittleren AF-Sensor verbaut zu haben, was gerade bei schlechtem Licht ein unglaublicher Vorteil ist. Selbst Sterne oder Bäume bei Mondlicht habe ich damit schon Fokussiert.

In der Praxis

In der Praxis bedeutet das, dass ich in meinem Vorhaben zumindest durch den Autofokus nicht beschränkt werde. Besonders der mittlere Sensor des Canon 7D Mk II Autofokussystems weiß zu begeistern. Die anderen funktionieren aber bei guten Lichtverhältnissen ähnlich gut. Es ist nicht immer einfach und auch nicht immer schnell den passenden der 65 Fokusfelder auszuwählen. Auch hier würde sich ein nicht vorhandener Touchscreen sinnvoll einbinden lassen. Auch wenn die Bedienung hier nicht optimal erscheint, so gibt es auch noch einige andere Optionen um den ausgewachsenen Autofokus sinnvoll zu nutzen.

Ich wollte auch einen ausführlichen Test des AF-Systems der neuen 7D vornehmen, deshalb bin ich extra in ein Naturschutzgebiet gefahren, indem zahlreiche Vogelarten zu beobachten sind. Als ich dort war, habe ich auch einige Vögel gesehen, aber nicht ein einziger größerer Vogel hat sich in meiner Nähe in die Luft erhoben, sodass ich die 7D nicht wirklich in „freier Wildbahn“ testen konnte. Daher berufe ich mich hier auf andere Erfahrungsberichte die sich inhaltlich decken und somit repräsentativ sein dürften.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Autofokus bei kontinuierlicher Nachführung der Canon 1Dx in nichts nachsteht und auch eine Gesichtserkennung durch den Sucher möglich ist. Auch wenn der Autofokus der Canon 70D nicht schlecht ist, so ist die 7D2 einfach besser in quasi allen Belangen. Besonders das Tracking von Personen und Farben, was in der Sport- und Konzertfotografie sehr sinnvoll ist, soll bei der 7D II deutlich besser funktionieren.

Einstellungen des Autofokus

Ich habe bereits auf ein Canon Dokument verwiesen, was ich hier gerne wiederholen möchte. Denn in diesem Dokument findest du ALLE Informationen zum Autofokus der EOS 7D Mk II auf 51 Seiten. Demnach ist es auch sehr komplex und möchte vom Belesenem Nutzer bedient werden. Erst dann kann das Fokussystem der 7D sinnvoll bedient und eingesetzt werden. Explizite Ausführungen würden hier zu weit führen. Klar ist aber, dass kaum wünsche unerfüllt bleiben und die EOS 70D hier nicht mehr mithalten kann, obwohl sie auch bereits eine gute Ausstattung hinsichtlich der Einstellungen des Autofokus besitzt.

Fazit

Im Zwischenfazit des ersten Teils blieb festzuhalten, dass die Unterschiede in der Bildqualität nicht besonders hoch waren und die Ausstattung und Serienbildgeschwindigkeit die wichtigen Faktoren waren. Trotzdem konnte man nicht sagen, ob die Canon EOS 7D Mark II der Canon EOS 70D wirklich überlegen ist.

Im zweiten Teil dieses Vergleichs sieht es ein wenig anders aus. Hier spricht sowohl das Gehäuse und die Bedienung, als auch der genial komplizierte Autofokus der Canon 7D Mark 2 gegen die 70D. Natürlich muss man für die 7D auch etwas tiefer in die Tasche greifen. Außerdem sollte man diesen Vergleich natürlich sehr differenziert betrachten und seine eigenen Bedürfnisse einfließen lassen. Wenn man auf WiFi und Touch-Bedienung verzichten kann und eine hohe Geschwindigkeit benötigt, ist die 7D2 Trumpf. Dazu gehört, dass man viel Action – wie Sport- oder Konzertevents – und weniger Stillleben fotografiert. Je nachdem wo man seinen Schwerpunkt und sein Budget festsetzt, kann die Canon EOS 7D Mark II oder auch die Canon EOS 70D das sinnvollere Werkzeug sein.

Den Testbericht zur Canon EOS 7D Mark II gibt es nun HIER.

Wofür benötigst du eine EOS 7D Mk II oder eine 70D und für welches Model hast du dich entschieden?

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14 Gedanken zu „Canon EOS 7D Mark II vs. Canon EOS 70D Vergleich – Teil II

  1. Sehr guter Artikel. Ich bin leidenschaftlicher carspotter und fotografiere gern fahrende und Stehende Autos. Am Tage und auch abends. Welche der Kameras ist dafür besser geeignet? 70d oder 7d mkii?

    • Danke 😉

      Naja, dass kommt darauf an. Wenn das Geld da ist, wird die 7D2 wohl das Mittel der Wahl sein. Insbesondere aufgrund das empfindlicheren AF-Sensors in der Bildmitte und des besseren AF-Systems. Natürlich sollte man dazu auch ein Objektiv mit schnellem AF benutzen.

  2. Hervoragende Arbeit!! Genau der Bericht, welchen ich gesucht habe (auch in Verbindung mit dem Hinweis auf die EOS 6D). Vielen Dank für die tolle Arbeit.

  3. Pingback: Canon EOS 7D Mark II vs. Canon EOS 70D - Vergleich und Rauschen - Teil I | Fotoblog web-done.de

  4. Pingback: Buchtipp: Naturfotografie - Der große Fotokurs von Ingo Seehafer | Fotoblog web-done.de

  5. Ein klasse Bericht wie ich finde!!!
    Ich besitze selber eine 70D und bin mehr als zufrieden damit, hab mich aber schön länger gefragt was Canon an Kleinigkeiten an der 7D Mark II so verbessert hat.
    Die Querverweise zur 6D finde ich mehr als genial, da ich persönlich schon länger mit dem Gedanken spiele mir eine zuzulegen.
    Ich danke einfach für die umfangreiche, neutrale und mehr als gelungene Vergleichsarbeit.
    Weiter so!!! 🙂

  6. vielen Dank für mich sehr hilfreich, da ich vor der Entscheidung stehe 70D oder 7D Mark2. Da mein Hauptaugenmerk auf der Hunde-Action Fotografie liegt wird es wahrscheinlich die 7D Mark2.

    • Das kann die 7DII in der Tat noch etwas besser als die 70D, aber bedenke auch, dass wenn du Hunde oft aus Bodennähe fotografierst, das Klappdisplay der 70D seine Vorzüge hat 😉

      Gruß
      Alex

  7. Moin, vielen Dank für den aussagekräftigen Vergleich! Ich habe seit 2 Jahren eine 70D und bin „eigentlich“ zufrieden. Da viele Bilder beim Hundesport entstehen, wäre ein besserer AF und schnellere Bildfolge (soll bei er 7D2 mit CF auch mehr Bilder „liefern“ als mit SD) schon nett. Auf der anderen Seite sind Makrobilder (Stativ) und Bäume.
    Scheint so als ob ich beide brauche 😉 (Am Besten noch eine 5DS dazu, aber das mag meine Bank nicht).
    Viele Grüße… Stefan

    • Hallo Stefan,
      bleib bei der 70D, wird vermutlich das einfachste sein und die Bilder leiden nicht drunter 😉

      Mindestens einmal in der Woche habe ich auch ähnliche Gedanken, die mit aber das Fotografieren nicht wirklich erleichtern würden 😉

      Gruß
      Alex

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