Zoom UAC-232

Zoom UAC-232 im Test – Vorschaubild des Videos
6,8
UrteilGutNote 6,8 von 10

32-Bit-Float-Interface mit starken Preamps und Kopfhörerausgang. Die schwache Software und fehlende Gain-Regler trüben den Alltag.

  • Eingänge2 × XLR
  • Auflösung32 Bit
  • Sample­ratebis 192 kHz
  • Gewicht355 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • 32-Bit-Float-Aufnahme – kein Gain-Einstellen nötig
  • Sehr gute Preamps (Zoom F-Serie)
  • Kräftiger, sehr guter Kopfhörerausgang
  • MIDI In/Out

Nachteile

  • Gain nur per Software, Software sehr schlecht gemacht
  • Loopback nur als gemischte Spur
  • Grelle blaue LEDs, nicht dimmbar
  • Rauschen beim Monitoring hörbar

Technische Daten

Technische Daten: Zoom UAC-232
HerstellerZoom
Preisklassemittel
Ein-/Ausgänge (Kanäle)2×2
XLR-Eingänge2
Max. Sample-Rate192 kHz
Auflösung32 Bit
Max. Gain–
EIN (Eigenrauschen)–
Dynamikumfang–
Phantomspeisung✓
Eingänge2 × XLR/Klinke-Combo (Eingang 1 auch Instrument), MIDI In
Ausgänge2 × Line (6,3 mm sym.), 1 × Kopfhörer (6,3 mm), MIDI Out
AnschlussUSB-C (bus-powered) + separater USB-C-Stromanschluss
Gewicht355 g
Abmessungen164 × 105,5 × 65 mm

Das Video zum Test

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Das Zoom UAC-232 (Werbelink) bringt 32-Bit-Float aus den Feldrekordern auf den Schreibtisch: zwei Eingänge, zwei A/D-Wandler pro Kanal und kein einziger Gain-Regler am Gerät. Klingt revolutionär, oder? Ich habe es im Vergleich mit dem Universal Audio Volt 1, dem Audient iD4 MKII und dem SSL 2 mit dem Shure SM7B (Werbelink) getestet. Hier erfährst du, warum mich Preamps und Kopfhörerausgang überzeugt haben und warum das Interface für mich persönlich trotzdem nichts ist.

Einordnung und Testaufbau

Das UAC-232 ist ein Interface mit zwei Eingängen und zwei Ausgängen. Seine Besonderheit ist die Aufnahme in 32-Bit-Float mit bis zu 192 kHz. In meinem Vergleich war es das teuerste der vier Interfaces, liegt preislich aber noch in der Mittelklasse.

Alle Geräte habe ich unter denselben Bedingungen getestet: Aufnahme mit 24 Bit und 48 kHz, unbearbeitete Tonspuren, nur die Lautstärke angepasst und ein Limiter gegen sehr laute Spitzen. Als Mikrofon diente das Shure SM7B, ein sehr leises dynamisches Mikrofon und damit der Worst Case für jeden Preamp. Abgehört habe ich mit dem Beyerdynamic DT 770 Pro (Werbelink) in der 250-Ohm-Variante.

Wichtig: Den 32-Bit-Float-Modus habe ich im Vergleich nicht aktiviert, weil ich am Computer mit 24 Bit aufnehme. Das UAC-232 lief also im 24-Bit-Modus, in dem der Gain eine Rolle spielt. Alles, was ich über Rauschen und Lautstärke schreibe, ist mein Höreindruck im direkten Vergleich und keine Labormessung.

Anschlüsse und Stromversorgung

Auf der Rückseite gibt es zuerst den USB-C-Datenport, über den das Gerät auch Strom bekommen kann. Daneben liegt ein zweiter USB-C-Anschluss nur für Strom, gedacht zum Beispiel für iPads oder iPhones, die nicht genug Leistung liefern. Er erwartet 5 V. Dazu kommen MIDI In und MIDI Out als fünfpolige DIN-Buchsen und die beiden symmetrischen Monitorausgänge. An den Seiten gibt es keine Anschlüsse.

Auf der Vorderseite sitzen zwei XLR-Combo-Eingänge, jeweils mit einem eigenen Schalter für die 48-V-Phantomspeisung. Dazu kommen ein Schalter für den Instrumenteneingang, der Eingang 1 hochohmig für Gitarre oder Bass macht, und Signal-LEDs. Die zeigen dir, ob gerade ein Eingangssignal ankommt. Wenn ich etwas näher herangehe, funktioniert das allerdings nicht immer perfekt.

Rechts findest du den Kopfhöreranschluss mit eigenem Regler, einen Regler für die Monitorlautstärke und eine Direct-Monitor-Taste, mit der du dich live selbst hörst oder eben nicht. Das UAC-232 wiegt 355 g, misst 164 × 105,5 × 65 mm und lässt sich wahlweise liegend oder aufgestellt nutzen.

32-Bit-Float: Nie mehr einpegeln?

Auf der Front prangt ein 32-Bit-Float-Schriftzug, der blau leuchtet, wenn du den Modus aktivierst. Unterstützt dein Aufnahmeprogramm das, nimmst du in 32-Bit-Float auf und musst den Gain überhaupt nicht mehr einstellen. Im Inneren arbeiten pro Eingang zwei A/D-Wandler mit unterschiedlicher Verstärkung. Sie können sehr leise und sehr laute Signale gleichzeitig aufnehmen, und das Gerät wählt automatisch den passenden Wandler. Das Ergebnis landet in einer ziemlich großen Datei bzw. wird so an deinen Rechner übertragen.

Das kennst du vielleicht von Feldrekordern wie dem Zoom F6 (Werbelink), und tatsächlich stecken im UAC-232 dieselben Mikrofon-Preamps wie im F6. Für alle, die oft mit wechselnden Lautstärken arbeiten, etwa beim Gesang, bei lauten Instrumenten oder spontanen Lachern im Podcast, ist das ein echtes Argument.

Im 16- oder 24-Bit-Modus musst du den Gain dagegen einstellen, und zwar ausschließlich per Software. Ab Werk setzt das Interface je nach Quelle feste Verstärkungen: +45 dB für ein dynamisches Mikrofon ohne Phantomspeisung, +27 dB für ein Kondensatormikrofon mit Phantomspeisung, +24 dB für Line und +18 dB für Gitarre oder Bass. Deshalb hast du mich im Video auch schon gehört, bevor ich irgendetwas eingestellt hatte.

Bedienung und Software

Gain-Regler gibt es am Gerät keine. Alles läuft über die Software ZOOM UAC-232 Mix Control, und diese Software kommt, ehrlich gesagt, aus der Hölle. Sie ist wirklich sehr schlecht gemacht, und es macht einfach keinen Spaß, damit umzugehen. Wenn ich ein Mikrofon aussteuere, frage ich mich, warum das nicht über einen Drehregler geht, der die Software mit Daten speist. Technisch würde das ja total gut gehen. Hier wollte man es revolutionär machen und hat es in der Praxis nicht optimal umgesetzt, zumindest meiner Meinung nach.

Dazu kommen die blauen LEDs. Ich finde sie wirklich ein bisschen grell, und du kannst ihre Helligkeit leider nicht einstellen oder dimmen. Das war bei den anderen Interfaces im Vergleich ausnahmslos besser.

Auch der Loopback ist schwach umgesetzt, ähnlich wie beim iD4 MKII. Du kannst nur eine zusätzliche Spur erstellen, auf der Mikrofon und Computerton gemischt landen. Separate Signale gab es in der damaligen Software-Version nicht. Vielleicht verbessern künftige Updates das eine oder andere. Die Software bietet außerdem einen Music- und einen Streaming-Modus, um Ein- und Ausgänge passend zu konfigurieren.

Praxistest mit dem Shure SM7B

Interessant sind Monitorausgang und Kopfhörerausgang, die für Zoom fast schon unüblich richtig gut sind. Ich hatte den Kopfhörer noch gar nicht weit aufgedreht und konnte mich mit dem SM7B schon laut genug hören. Drehe ich weiter auf, wird es mir sogar zu laut. Das SM7B kannst du damit also ohne Probleme betreiben, im 32-Bit-Float-Modus umso besser, weil du dann in der Software nichts mehr aussteuern musst. Der Kopfhörerausgang liefert 100 mW pro Kanal an 63 Ohm.

Trotz der sehr guten Preamps und des sehr guten Kopfhörerausgangs höre ich mich beim Monitoring aber immer noch relativ laut rauschen. Ich würde sogar sagen, es rauscht dabei lauter als beim SSL 2, das in meinem Vergleich auch noch günstiger war. Das äquivalente Eingangsrauschen liegt bei −127 dBu oder besser (IHF-A).

Bei den Kopfhörerausgängen hat übrigens keines der vier Interfaces versagt. Das SSL 2 und das UAC-232 waren aber noch etwas besser als das Volt 1 und das iD4 MKII. Denk außerdem daran, dass das SM7B ein Worst-Case-Mikrofon ist. Mit Kondensatormikrofonen spielt die Verstärkung kaum eine Rolle, dann geht es vor allem um das Klangbild.

Für wen eignet sich das UAC-232?

Für mich persönlich ist das Interface derzeit nichts. Ich nehme am Computer mit 24 Bit auf, mag die hellen LEDs nicht und mag die Software nicht. Damit spielt das UAC-232 seine größte Stärke, das 32-Bit-Float, bei mir gar nicht aus, und die Schwächen bei der Bedienung bleiben.

Anders sieht es aus, wenn deine DAW 32-Bit-Float unterstützt und du genau diesen Vorteil nutzen willst. Dann bekommst du zwei Eingänge, sehr gute Preamps, einen kräftigen Kopfhörerausgang, MIDI und die Gewissheit, dass nichts mehr übersteuert. Das UAC-232 läuft an Windows, macOS und iOS, Android wird nicht unterstützt. Bei iOS-Geräten mit Lightning-Anschluss brauchst du die separate Stromversorgung. Denk außerdem daran, dass 32-Bit-Float-Dateien deutlich größer werden als 24-Bit-Dateien. Dafür bleibt die Qualität auch bei starkem Anheben oder Absenken in der Nachbearbeitung erhalten.

Wenn du dagegen lieber mit klassischen Drehreglern arbeitest und vor allem Sprache aufnimmst, bist du mit einem einfacheren Interface mit Hardware-Gain oft entspannter unterwegs.

Bewertung im Detail

Verarbeitung7,5/10

Solides Gehäuse, liegend oder aufgestellt nutzbar. Die blauen LEDs sind grell und nicht dimmbar, die Signal-LED reagiert nicht immer zuverlässig.

Bedienung5,5/10

Kein Gain-Regler am Gerät, der Gain lässt sich nur per Software einstellen, und die Software ist sehr schwach. Direct Monitor und Kopfhörerregler sind direkt erreichbar.

Klang8,0/10

Sehr gute Preamps und 32-Bit-Float mit zwei Wandlern pro Kanal. Im Monitoring rauschte es mit dem SM7B trotzdem hörbar.

Ausstattung8,5/10

Zwei Combo-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz, MIDI In/Out, separater Stromanschluss und ein kräftiger Kopfhörerausgang. Der Loopback ist nur eine gemischte Spur.

Akkuk. A.

Kein Akku. Strom kommt über den USB-C-Datenport oder über den separaten 5-V-USB-C-Anschluss.

Preis-Leistung7,5/10

Auf dem Papier viel Ausstattung zum fairen Preis, im Alltag bremsen Software und Bedienung.

Gesamtnote6,8/10

Fazit: Zoom UAC-232

Gut
6,8

Das Zoom UAC-232 ist ein 32-Bit-Float-Interface mit starken Preamps und einem für Zoom ungewöhnlich kräftigen Kopfhörerausgang. Das SM7B betreibst du damit ohne Probleme, und im 32-Bit-Float-Modus musst du nie mehr einpegeln. Die sehr schwache Software, fehlende Gain-Regler am Gerät, grelle LEDs und ein Loopback ohne getrennte Kanäle trüben aber den Alltag, und im Monitoring hörte ich mehr Rauschen als beim günstigeren SSL 2. Wenn deine DAW 32-Bit-Float unterstützt und du genau das nutzen willst, ist es eine interessante Wahl. Für 24-Bit-Aufnahmen mit klassischen Reglern gibt es angenehmere Interfaces.

Kaufen, wenn …

  • deine DAW 32-Bit-Float unterstützt und du nie mehr einpegeln willst
  • du zwei Mikrofone oder Mikrofon plus Instrument gleichzeitig aufnimmst
  • du einen kräftigen Kopfhörerausgang für leise Mikrofone wie das SM7B brauchst
  • du MIDI-Geräte direkt anschließen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

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Alternativen zum Zoom UAC-232

Solid State Logic SSL 2 MKII

8,4Sehr gut
Note 8,4 von 10

Aktuelle Version des SSL 2 mit zwei Eingängen, 64 dB Gain und Hardware-Reglern. Den Vorgänger SSL 2 fand ich im Vergleich am rauschärmsten und mit dem besten Loopback, die Taster wirkten aber billig.

Audient iD4 MKII

7,9Gut
Note 7,9 von 10

Einkanal-Interface mit Monitor-Mix-Regler, zwei Kopfhörerausgängen und massivem Metallgehäuse. Der Loopback ist ähnlich schwach, es gibt kein 32-Bit-Float.

Universal Audio Volt 1

7,8Gut
Note 7,8 von 10

Hochwertig verarbeitetes Einkanal-Interface mit Ein-/Ausschalter, Vintage-Modus, MIDI und nur leisem Rauschen. Es fehlen Monitor-Mix und Loopback.

Zoom F6

9,3Hervorragend
Note 9,3 von 10

Feldrekorder mit 32-Bit-Float, sechs Eingängen und denselben Preamps, der auch als Interface arbeitet. Er ist deutlich teurer, dafür auch mobil einsetzbar.

Im Vergleich mit 8 anderen Audio-Interfaces

Häufige Fragen zum Zoom UAC-232

Muss ich beim UAC-232 den Gain einstellen?

Im 32-Bit-Float-Modus nicht, wenn deine DAW das unterstützt. Im 16- oder 24-Bit-Modus stellst du den Gain ausschließlich per Software ein, Regler am Gerät gibt es nicht.

Reicht das UAC-232 für das Shure SM7B?

Ja. Der Kopfhörerausgang war mit dem SM7B schon bei geringer Einstellung laut genug. Beim Monitoring hörte ich allerdings ein Rauschen.

Hat das UAC-232 einen Loopback?

Ja, aber nur als zusätzliche Spur, auf der Mikrofon und Computerton gemischt sind. Separate Kanäle gab es in der getesteten Software-Version nicht.

Funktioniert das UAC-232 am iPad oder iPhone?

Ja, mit iOS. Bei Geräten mit Lightning-Anschluss brauchst du die separate Stromversorgung über den zweiten USB-C-Port. Android wird nicht unterstützt.

Welche Formate und Abtastraten unterstützt das UAC-232?

Es arbeitet mit 24 Bit oder 32-Bit-Float und mit 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 oder 192 kHz. Die Verbindung zum Rechner läuft über USB 2.0 nach USB Audio Class 2.0.

Lassen sich die LEDs dimmen?

Nein. Die blauen LEDs sind ziemlich grell, und ihre Helligkeit lässt sich nicht einstellen.

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