Audient iD4 MKII

Audient iD4 MKII im Test – Vorschaubild des Videos
7,9
UrteilGutNote 7,9 von 10

Solides, sehr gut verarbeitetes Interface mit zwei Kopfhörerausgängen und Monitor-Mix. Bei Loopback und Software gibt es Schwächen.

  • Eingänge1 × XLR
  • Auflösung24 Bit
  • Sampleratebis 96 kHz
  • Gewicht740 g
  • Max. Gain58 dB

Auf einen Blick

Vorteile

  • Zwei Kopfhörerausgänge mit kräftigem Verstärker
  • Monitor-Mix-Regler und Mute-Taste
  • Scroll-Regler (iD) zur DAW-Steuerung
  • Sehr robustes Metallgehäuse

Nachteile

  • Loopback schlecht umgesetzt (keine separaten Kanäle)
  • Hörbares Rauschen beim Monitoring mit leisen dynamischen Mikros
  • Software (iD) unter macOS nicht überzeugend

Technische Daten

Technische Daten: Audient iD4 MKII
HerstellerAudient
Preisklasseniedrig
Ein-/Ausgänge (Kanäle)1×2
XLR-Eingänge1
Max. Sample-Rate96 kHz
Auflösung24 Bit
Max. Gain58 dB
EIN (Eigenrauschen)–
Dynamikumfang121 dB(A)
Phantomspeisung✓
Eingänge1 × XLR/Klinke-Combo (Mic/Line), 1 × JFET-Instrumenteneingang (DI)
Ausgänge2 × Lautsprecher (6,3 mm), 2 × Kopfhörer (6,3 mm + 3,5 mm)
AnschlussUSB-C (bus-powered)
Gewicht740 g
Abmessungen133 × 120 × 40,7 mm

Das Video zum Test

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Das Audient iD4 MKII ist ein kleines, aber schweres Einkanal-Interface im Retro-Look, mit zwei Kopfhörerausgängen, Monitor-Mix-Regler und einem Drehknopf, der auch deine DAW steuern kann. Ich habe es im Vergleich mit dem Universal Audio Volt 1, dem SSL 2 und dem Zoom UAC-232 getestet, und den Vorgänger iD4 hatte ich schon früher in einem Vergleich günstiger Einsteiger-Interfaces mit dem Focusrite Scarlett Solo und dem Røde AI-1. Hier erfährst du, was das iD4 MKII kann, wo es schwächelt und ob sich der Umstieg vom Vorgänger lohnt.

Einordnung und Testaufbau

Das iD4 MKII gehört zu den Einkanal-Interfaces der Einsteigerklasse und ist der Nachfolger des iD4. Im Vergleich der vier Interfaces, die meiner Meinung nach zu den preis-leistungsstärksten gehören, habe ich alle Geräte unter denselben Bedingungen getestet: Aufnahme mit 24 Bit und 48 kHz, unbearbeitete Tonspuren, nur die Lautstärke angepasst und ein Limiter gegen sehr laute Spitzen.

Als Mikrofon kam das Shure SM7B zum Einsatz, ein sehr leises dynamisches Mikrofon und damit der Worst Case für jeden Preamp. Abgehört habe ich mit dem Beyerdynamic DT 770 Pro in der 250-Ohm-Variante. So lässt sich gut beurteilen, ob die Preamps genug Reserven haben und ob du dich im Kopfhörer laut genug hörst.

Das ist ein Praxisvergleich und keine Labormessung. Was ich über Rauschen und Lautstärke schreibe, ist mein Höreindruck im direkten Vergleich der Geräte.

Anschlüsse und Verarbeitung

Auf der Rückseite findest du den XLR-Combo-Eingang, den Schalter für die 48-V-Phantomspeisung, die Monitorausgänge und den USB-C-Anschluss. USB-C ist eine der größeren Veränderungen gegenüber der ersten Generation, die noch einen älteren USB-Anschluss hatte. Im Karton liegt ein USB-C-auf-USB-C-Kabel, das Interface wird komplett über USB mit Strom versorgt. Der Phantomspeisungs-Knopf fühlt sich übrigens sehr hochwertig an, das ist nicht bei allen Geräten so.

Auf der Vorderseite gibt es zwei Kopfhörerausgänge, einmal mit 6,35 mm und einmal mit 3,5 mm, sowie einen Instrumenteneingang. Technisch ist das ein JFET-Eingang für Gitarre oder Bass. Oben sitzen die Bedienelemente: ein Gain-Regler für den Combo-Eingang, ein eigener Gain-Regler für den Instrumenteneingang und der große Lautstärkeknopf.

Das Gehäuse ist komplett aus Metall und richtig schwer. Beim Vorgänger habe ich mal gesagt, damit kann man wirklich jemanden erschlagen. Das MKII wiegt 740 g und misst 133 × 120 × 40,7 mm. Die Retro-Optik muss dir nicht gefallen, ich finde sie aber gar nicht so schlecht. Die Farben der Beschriftungen haben sich gegenüber der ersten Generation verändert, die Anschlüsse sind dieselben geblieben.

Monitor-Mix, Mute und ScrollControl

Richtig cool ist die Mixer-Funktion. Mit einem Regler stellst du ein, wie viel du vom Mikrofon und wie viel vom Computer im Kopfhörer hörst. Drehe ich ganz zum Mikrofon, höre ich mich sehr stark. Drehe ich zurück Richtung USB bzw. DAW, höre ich den Ausgang vom Computer. Das Volt 1 hat so einen Regler zum Beispiel nicht. Das direkte Abhören läuft dabei über einen internen DSP-Mixer mit einer Latenz von rund 0,6 ms bei 48 kHz, also praktisch verzögerungsfrei. Schon der Vorgänger war in meinem damaligen Vergleich das einzige Interface mit dieser Funktion, und für mich gehört das zu den größten Pluspunkten.

Der große Knopf regelt die Lautstärke von Kopfhörern und Lautsprechern. Drückst du ihn, wird der Ausgang leicht gemutet, ein weiterer Druck holt die volle Lautstärke zurück. Über die iD-Taste machst du den Regler zu einem Steuerelement für deine Software. Audient nennt das ScrollControl, damit kannst du in diversen DAWs zum Beispiel scrollen oder Parameter verändern. Dazu kommt eine Taste, mit der du die Lautsprecher stumm schaltest.

Gut gefällt mir auch die beschriftete LED-Skala. Hier siehst du zumindest, wie laut du gerade auspegelst. Beim Vorgänger fiel mir außerdem auf, dass die Anzeige mono pegelt, solange der Mixer nur auf dem Mikrofon steht, und stereo, sobald der Computer dazukommt. Das finde ich recht vernünftig, denn die Mikrofonspur ist ja eine Monospur.

Praxistest mit dem Shure SM7B

Beim SM7B habe ich den Gain aufgedreht, bis ein wenig Signal herauskommt. Auf der Pegelanzeige siehst du, dass das doch relativ leise ist. Meine Kopfhörer muss ich fast voll aufdrehen, bis ich mich einigermaßen laut höre. Dann bin ich ungefähr so laut wie beim Volt 1. Drehe ich den Kopfhörerregler ganz auf, höre ich mich etwas lauter. Insgesamt sind die Kopfhörer ausreichend laut, ein kleines bisschen lauter als beim Volt 1.

Das Hintergrundrauschen ist für mich allerdings lauter als beim Volt 1. Das könnte daran liegen, dass ich mich stärker über den Kopfhörerverstärker als über die Preamps verstärkt höre, weil die Preamps vielleicht nicht so stark boosten. Das ist aber nur eine Vermutung von mir. Im Vergleich der vier Interfaces war das SSL 2 bei mir am rauschärmsten.

Denk daran, dass das SM7B ein Worst-Case-Mikrofon ist. Mit lauteren dynamischen Mikrofonen oder mit Kondensatormikrofonen spielt die Verstärkung der Preamps kaum eine Rolle, dann geht es vor allem ums Klangbild. Unterm Strich war das iD4 MKII für den Preis schon recht gut. Beim Kopfhörerausgang haben aber das SSL 2 und das Zoom UAC-232 noch etwas mehr geboten. Gerade die Kopfhörerausgänge finde ich bei solchen Interfaces relativ wichtig, denn beim Aufnehmen willst du dich selbst sauber und laut genug hören.

Schwächen: Loopback und Software

Das iD4 MKII hat eine Loopback-Funktion, die finde ich aber ziemlich schlecht umgesetzt. Du bekommst ein Stereo-Mixsignal, auf dem zum Beispiel die Aufnahme des Mikrofons und der Ton vom Computer zusammen landen. Separate Kanäle für den Computerton gibt es nicht. Das SSL 2 macht das wesentlich besser und liefert für die Computerausgabe zwei eigene Kanäle.

Auch die iD-Software von Audient finde ich nicht so besonders gut. Ich habe sie am Mac benutzt, und dort hat sie mich nicht überzeugt. Für die Grundfunktionen brauchst du sie allerdings nicht, Mixer, Mute und Lautstärke bedienst du direkt am Gerät.

Wenn du vor allem streamen willst und Spielesound oder Gesprächspartner sauber getrennt aufnehmen möchtest, ist das ein echter Nachteil. Nimmst du dagegen nur Sprache oder ein Instrument auf, spielt der Loopback keine große Rolle.

iD4 MKII oder Vorgänger?

Den Vorgänger iD4 der ersten Generation hatte ich schon in meinem Vergleich günstiger Einsteiger-Interfaces. Er hat genau die gleichen Anschlüsse und ganz ähnliche Funktionen. Die technischen Daten sind beim neuen Gerät ein bisschen besser, und ich glaube, die Kopfhörerausgänge wurden beim MKII noch einmal verbessert. Mein Fazit damals: Wenn du den Vorgänger schon hast, brauchst du das neue Gerät im Prinzip nicht.

Beim Vorgänger fiel mir auf, dass die letzten zehn Prozent des Gain-Reglers, also von 90 bis 100 Prozent, noch einmal richtig kräftig verstärken. Im Monitoring rauscht es dann aber relativ stark. Die Tonspur auf dem Computer klang dagegen völlig anders und deutlich sauberer als das, was ich im Kopfhörer gehört habe. In jenem Vergleich hat das iD4 insgesamt am wenigsten gerauscht, und ich hielt es wegen des Mix-Knopfs und der vielen Einstellungsmöglichkeiten für die wahrscheinlich beste Wahl.

Technisch liefert das iD4 MKII 58 dB Gain, ein äquivalentes Eingangsrauschen von −129 dB (A-bewertet) und einen Dynamikumfang des Wandlers von rund 120 dB (A-bewertet). Aufgenommen wird mit 24 Bit und bis zu 96 kHz. Der Kopfhörerverstärker schafft bis zu 223 mW an 30 Ohm, an USB-C-Ports mit genug Leistung wird er lauter.

Bewertung im Detail

Verarbeitung9,0/10

Massives Metallgehäuse, sehr hochwertige Taster und Regler. Es ist dafür schwer.

Bedienung8,5/10

Monitor-Mix-Regler, Mute per Druck auf den großen Knopf, Lautsprecher-Mute, ScrollControl und eine beschriftete LED-Skala. Die iD-Software hat mich am Mac nicht überzeugt.

Klang7,5/10

Mit 58 dB Gain kommt das SM7B ausreichend laut. Im Monitoring war das Rauschen etwas lauter als beim Volt 1.

Ausstattung8,0/10

Zwei Kopfhörerausgänge, JFET-Instrumenteneingang und USB-C. Der Loopback mischt Mikrofon und Computer nur in eine Stereospur, und es geht nur bis 96 kHz.

Akkuk. A.

Kein Akku. Das iD4 MKII wird über USB-C mit Strom versorgt.

Preis-Leistung8,0/10

Für einen niedrigen Preis bekommst du viel Bedienkomfort, zwei Kopfhörerausgänge und eine sehr gute Verarbeitung.

Gesamtnote7,9/10

Fazit: Audient iD4 MKII

Gut
7,9

Das Audient iD4 MKII ist ein solides, sehr gut verarbeitetes Einkanal-Interface mit zwei Kopfhörerausgängen und einem Monitor-Mix-Regler, den viele Konkurrenten in dieser Klasse nicht bieten. Das SM7B hörte ich im Kopfhörer ausreichend laut, beim Monitoring rauschte es aber etwas mehr als beim Volt 1. Schwächen gibt es beim Loopback, der nur eine gemischte Stereospur liefert, und bei der iD-Software. Wenn du direkt am Gerät mischen willst und Wert auf Haptik legst, ist es eine sehr gute Wahl.

Kaufen, wenn …

  • du einen Regler zum Mischen von Mikrofon und Computer direkt am Gerät willst
  • du zwei Kopfhörer gleichzeitig anschließen möchtest
  • du neben einem Mikrofon auch eine Gitarre oder einen Bass über den Instrumenteneingang aufnimmst
  • dir ein robustes Metallgehäuse wichtig ist

Lieber eine Alternative, wenn …

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Alternativen zum Audient iD4 MKII

Universal Audio Volt 1

7,8Gut
Note 7,8 von 10

Ähnlich teuer, mit Vintage-Modus, MIDI und Ein-/Ausschalter. Im Vergleich hat es beim Monitoring etwas weniger gerauscht, hat aber weder Monitor-Mix noch Loopback.

Solid State Logic SSL 2 MKII

8,4Sehr gut
Note 8,4 von 10

Aktuelle Version des SSL 2 mit zwei Eingängen und 64 dB Gain. Den Vorgänger SSL 2 fand ich im Vergleich am rauschärmsten und mit dem besten Loopback, die Taster wirkten aber billig.

Røde AI-1

8,3Sehr gut
Note 8,3 von 10

Kompaktes, robustes Einkanal-Interface mit sehr starkem Kopfhörerverstärker und guter Pegelanzeige. Es hat nur einen Kopfhörerausgang und keinen Monitor-Mix-Regler.

Focusrite Scarlett Solo 4th Gen

7,9Gut
Note 7,9 von 10

Sehr kompakter Einsteiger-Klassiker mit Loopback in der aktuellen Generation. Bei der 3. Generation, die ich getestet habe, war der Kopfhörerverstärker der schwächste im Vergleich.

Im Vergleich mit 8 anderen Audio-Interfaces

Häufige Fragen zum Audient iD4 MKII

Reicht das iD4 MKII für das Shure SM7B?

In meinem Test ja. Ich musste den Kopfhörer allerdings fast voll aufdrehen, und im Monitoring war ein Rauschen hörbar.

Kann ich zwei Kopfhörer anschließen?

Ja, vorn gibt es einen 6,35-mm- und einen 3,5-mm-Kopfhörerausgang.

Wie gut ist der Loopback?

Er liefert nur eine Stereospur, auf der Mikrofon und Computerton gemischt sind. Separate Kanäle für den Computer gibt es nicht.

Lohnt sich das Upgrade vom iD4 der ersten Generation?

Meiner Meinung nach im Prinzip nicht. Anschlüsse und Funktionen sind gleich, die technischen Daten sind beim MKII nur etwas besser, und neu ist vor allem USB-C.

Funktioniert das iD4 MKII am iPad?

Ja, es ist mit macOS, Windows und iOS kompatibel. Es braucht aber genug Strom über USB, mindestens 0,9 A bei 5 V. Das solltest du je nach Gerät und Adapter vorher prüfen.

Was ist ScrollControl?

Über die iD-Taste wird der große Lautstärkeknopf zu einem Steuerelement für deine Software, etwa zum Scrollen in der DAW.

Quellen (6)

Eigene Tests und Beiträge

Hersteller, Shops und Fremdtests