
Der Einsteiger-Klassiker in aktueller Generation mit verbesserten Wandlern und Loopback. Ideal für ein Mikrofon plus Instrument.
- Eingänge1 × XLR
- Auflösung24 Bit
- Sampleratebis 192 kHz
- Gewicht382 g
- Max. Gain57 dB
Auf einen Blick
Vorteile
- Sehr kompakt und günstig
- Wandler mit 120 dB Dynamikumfang
- Loopback-Funktion und Air-Modus
- Gain-Halos zum einfachen Aussteuern
Nachteile
- Nur ein Mikrofoneingang
- Nur ein Kopfhörerausgang
- Kein Monitor-Mix-Regler wie bei größeren Modellen
Technische Daten
| Hersteller | Focusrite |
|---|---|
| Preisklasse | niedrig |
| Ein-/Ausgänge (Kanäle) | 2×2 |
| XLR-Eingänge | 1 |
| Max. Sample-Rate | 192 kHz |
| Auflösung | 24 Bit |
| Max. Gain | 57 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | – |
| Dynamikumfang | 113 dB(A) |
| Phantomspeisung | ✓ |
| Eingänge | 1 × XLR (Mic), 1 × Klinke 6,3 mm (Line/Instrument) |
| Ausgänge | 2 × Line (6,3 mm), 1 × Kopfhörer (6,3 mm) |
| Anschluss | USB-C (USB 2.0, bus-powered) |
| Gewicht | 382 g |
| Abmessungen | 143 × 46,5 × 96 mm |
Das Focusrite Scarlett Solo (Werbelink) ist so etwas wie der Klassiker unter den Einsteiger-Interfaces, und die 4. Generation ist die aktuelle Version. Es ist klein, günstig und sehr hochwertig verarbeitet, und es liefert auch mit einem leisen dynamischen Mikrofon wie dem Shure SM7B ohne Vorverstärker eine ordentliche Tonspur. Dazu kommen getrennte Regler für Kopfhörer und Lautsprecher, Loopback und eine Steuer-Software. Wo die Grenzen liegen, vor allem beim Kopfhörerausgang und beim fehlenden Mix-Regler, schauen wir uns jetzt genauer an.
Aufbau und Anschlüsse
Das Scarlett Solo ist ein kleines USB-Interface mit einem XLR-Mikrofoneingang und einem separaten Klinkeneingang für Line- oder Instrumentensignale. Dazu kommen zwei Line-Ausgänge für Lautsprecher und ein Kopfhörerausgang. Strom bekommt es über USB-C. Preislich liegt es klar in der Einsteigerklasse und gehört zu den günstigsten Interfaces auf dieser Seite.
Die Optik ist ziemlich hübsch: oben rot, vorn schwarz, unten Gummifüße. Das Solo ist kleiner als das Audient iD4 und für den Schreibtisch sehr kompakt, nur das Røde AI-1 (Werbelink) ist noch etwas kompakter und flacher. Laut Focusrite misst das Gehäuse 143 × 46,5 × 96 mm und wiegt 382 g.
Auf der Vorderseite sitzen der XLR-Eingang und der Klinkeneingang, jeweils mit eigenem Gain-Regler, dazu die Tasten für 48-V-Phantomspeisung, Air, den Instrumentenmodus und das Direct Monitoring. Rechts liegen der Lautstärkeregler für die Lautsprecher und der Kopfhörerausgang mit eigenem Pegelregler. Hinten findest du USB-C und zwei 6,35-mm-Line-Ausgänge.
Die Pegelanzeige ist ein Ring um den jeweiligen Gain-Regler. Sobald ein Signal ankommt, leuchtet er grün, bei höherem Pegel gelb und bei Übersteuerung rot. Das ist simpel, aber im Alltag völlig ausreichend.
Verarbeitung und Bedienung
Die Drehregler lassen sich hervorragend drehen, sehr sanft, und das ganze Gerät ist sehr hochwertig verarbeitet. Für ein Interface dieser Preisklasse ist das wirklich gut.
Kopfhörer und Lautsprecher haben getrennte Regler. Du kannst also leise über die Lautsprecher abhören und gleichzeitig den Kopfhörer lauter stellen, ohne ständig nachzuregeln. Einen Mixer, mit dem du stufenlos zwischen Mikrofon und Computer abgleichst, gibt es dagegen nicht. Das Direct Monitoring schaltest du per Taste nur ein oder aus.
Der Air-Modus hat zwei Stufen. Air Presence ist eine analoge Präsenzanhebung, die Stimme klingt dann ein bisschen heller. Air Presence and Harmonic Drive fügt zusätzlich Obertöne hinzu. Die zweite Stufe gibt es nur bis 96 kHz, und Air funktioniert nur am Mikrofoneingang.
Mit der Software Focusrite Control 2 schaltest du Phantomspeisung, Air und den Instrumentenmodus auch vom Rechner aus, siehst Pegelanzeigen und aktualisierst die Firmware. Beim ersten Anschließen meldet sich das Solo zuerst als Laufwerk mit dem Einrichtungsassistenten Easy Start. In diesem Modus läuft es nur bis 48 kHz, erst mit Focusrite Control 2 bekommst du alle Funktionen.
Aufnahmequalität mit dem Shure SM7B
Bei der Aufnahme schlägt sich das Solo ziemlich gut. Vom Rauschverhalten und von der Qualität her ist es sehr ordentlich. Mit einem sehr leisen dynamischen Mikrofon wie dem Shure SM7B musst du den Gain fast ganz aufdrehen, mit einem Inline-Vorverstärker wie dem FetHead reicht etwa die Hälfte. Die Tonqualität ist dann mit einem deutlich teureren Rekorder wie dem Zoom F6 (Werbelink) vergleichbar.
Es heißt ja oft, der Gain eines so günstigen Interfaces reiche für das SM7B nicht und es rausche dann zu stark. In der Praxis ist das SM7B am Solo auch ohne FetHead oder einen anderen Vorverstärker durchaus benutzbar, und der Unterschied ist nicht so groß, wie man erwarten würde. Einen FetHead brauchst du für die Aufnahme also nicht. Ein Rekorder der Spitzenklasse ist das Solo natürlich nicht, aber die Tonspur ist gar nicht mal so schlecht.
Gegenüber dem Audient iD4 rauscht das Solo etwas mehr. Für Sprache, Podcasts und Gesang am Schreibtisch ist der Unterschied aber klein, und das Grundrauschen lässt sich bei Bedarf leicht in der Nachbearbeitung reduzieren. Mit einem Kondensatormikrofon wie dem Røde NT1 hast du deutlich mehr Pegel und musst den Gain längst nicht so weit aufdrehen.
Kopfhörerausgang
Focusrite bewirbt den Kopfhörerverstärker des Solo als besonders leistungsstark und gibt ihm einen eigenen Pegelregler. Laut Datenblatt liefert der Ausgang maximal 32 mW an 33 Ohm und 22 mW an 300 Ohm.
Im Handbuch steht aber auch, dass hochohmige Kopfhörer am Solo leise sein können, empfohlen werden Modelle bis 300 Ohm. Ein beyerdynamic DT 770 PRO mit 250 Ohm liegt damit noch im empfohlenen Bereich. Wie viel Reserve dann beim Selbstmonitoring mit einem leisen dynamischen Mikrofon bleibt, lässt sich aus den Daten allein nicht ablesen. Mit niederohmigen Kopfhörern bist du auf der sicheren Seite.
Loopback und Standalone-Modus
Das Solo hat Loopback. Den Computerton nimmst du über die virtuellen Eingänge 3 und 4 in deiner Software auf, getrennt von Mikrofon und Instrument. Für Streams, Videos mit Bildschirmaufnahmen oder Gespräche mit Gästen aus dem Internet ist das sehr praktisch.
Außerdem gibt es einen Standalone-Modus: Hängst du das Solo an ein USB-Netzteil, reicht es Eingänge auch ohne Rechner an die Ausgänge durch.
Was das Solo nicht hat: Auto Gain und Clip Safe, mit denen Focusrite die aktuelle Generation bewirbt, gibt es nur beim 2i2 und 4i4. Auch die 69 dB Gain der größeren Modelle hat das Solo nicht.
Technische Daten eingeordnet
Focusrite nennt für den Mikrofoneingang des Solo 57 dB Gain, ein äquivalentes Eingangsrauschen von −127 dBu (A-bewertet) und 113 dB Dynamikumfang. Die Wandler arbeiten mit 24 Bit und bis zu 192 kHz. Die oft genannten 120 dB beziehen sich auf die Wandler und die Line-Ausgänge, nicht auf den Mikrofoneingang. Das solltest du beim Vergleichen im Hinterkopf behalten.
Wie in meinen Interface-Vergleichen gilt auch hier: Gain allein sagt wenig über die Qualität aus. Wichtiger sind Eigenrauschen und Dynamikumfang, und die sind für diese Preisklasse ordentlich.
Der Klinkeneingang verträgt laut Datenblatt bis +22 dBu als Line-Eingang und bis +12 dBu im Instrumentenmodus bei 1 MΩ. Im Instrumentenmodus steigt die Mindestverstärkung auf 7 dB. Ein wichtiges Detail für die Verkabelung: Der Klinkeneingang ist Eingang 1, der XLR-Eingang ist Eingang 2.
Im Karton liegt ein Kabel von USB-C auf USB-A. Nach der Registrierung bekommst du laut Handbuch unter anderem Ableton Live Lite und eine Version von Pro Tools.
Für wen sich das Scarlett Solo eignet
Das Scarlett Solo ist für dich interessant, wenn du ein Mikrofon und eventuell eine Gitarre oder ein Keyboard aufnehmen willst und dabei wenig Platz auf dem Schreibtisch hast. Gerade für Singer-Songwriter passt die Kombination aus einem Mikrofoneingang und einem separaten Instrumenteneingang gut. Mit Loopback ist es auch für Streams und Videos interessant, bei denen du Computerton mit aufnehmen willst.
Was du nicht bekommst: einen zweiten Mikrofoneingang, einen zweiten Kopfhörerausgang und einen Mix-Regler, mit dem du stufenlos zwischen Mikrofon und Computerton abgleichst.
Wenn du ein sehr leises dynamisches Mikrofon wie das SM7B nutzt und dich beim Sprechen sehr laut hören willst, schau dir vorher genau an, welchen Kopfhörer du verwendest. Ist dir ein besonders kräftiger Kopfhörerverstärker wichtig, ist das Røde AI-1 eine Alternative, dessen Kopfhörerausgang mich wirklich überzeugt hat.
Fazit: Focusrite Scarlett Solo 4th Gen
GutDas Scarlett Solo der 4. Generation ist kompakt, sehr hochwertig verarbeitet und liefert bei der Aufnahme auch mit dem SM7B ohne Vorverstärker eine ordentliche Tonspur. Kopfhörer und Lautsprecher haben getrennte Regler, dazu kommen Loopback, ein Standalone-Modus und die Steuer-Software Focusrite Control 2. Beim Gain bleibt es mit 57 dB eher knapp, einen Mix-Regler gibt es nicht, und bei hochohmigen Kopfhörern kann es laut Handbuch leise werden. Für ein Mikrofon plus Instrument auf kleinem Raum ist das Solo für mich ein solides, günstiges Paket.
Kaufen, wenn …
- du ein Mikrofon und ein Instrument getrennt anschließen willst
- du ein sehr kompaktes Interface mit kleinem Budget suchst
- du Computerton per Loopback mit aufnehmen willst
- dir ein Mikrofoneingang und ein Kopfhörerausgang reichen
Lieber eine Alternative, wenn …
- du dich mit einem leisen dynamischen Mikrofon beim Sprechen sehr laut hören willst Røde AI-1
- du einen Mix-Regler zwischen Mikrofon und Computer und zwei Kopfhörerausgänge brauchst Audient iD4 MKII
Preise prüfen
Alternativen zum Focusrite Scarlett Solo 4th Gen
Røde AI-1
Note 8,3 von 10
Ebenfalls ein kompaktes Einkanal-Interface mit einem sehr kräftigen Kopfhörerverstärker. Loopback gibt es dafür nicht.
Audient iD4 MKII
Note 7,9 von 10
Mit Mix-Regler, zwei Kopfhörerausgängen und ScrollControl. Im direkten Vergleich rauscht das iD4 etwas weniger, das Gehäuse ist aber deutlich schwerer.
Solid State Logic SSL 2 MKII
Note 8,4 von 10
Wenn du zwei Mikrofone gleichzeitig aufnehmen willst. Spürbar teurer, mit zwei Kopfhörerausgängen, Mix-Regler und Loopback.
Häufige Fragen zum Focusrite Scarlett Solo 4th Gen
Wie gut ist der Kopfhörerausgang?
Focusrite nennt bis zu 32 mW an 33 Ohm, dazu hat der Ausgang einen eigenen Pegelregler. Laut Handbuch können hochohmige Kopfhörer aber leise sein, empfohlen sind Modelle bis 300 Ohm.
Reicht das Scarlett Solo für das Shure SM7B?
Für die Aufnahme ja, auch ohne FetHead. Du musst den Gain mit 57 dB aber fast ganz aufdrehen. Mit einem Inline-Vorverstärker reicht etwa die Hälfte.
Hat das Scarlett Solo 4th Gen Auto Gain?
Nein. Auto Gain und Clip Safe gibt es laut Focusrite nur beim Scarlett 2i2 und 4i4 der 4. Generation.
Hat das Scarlett Solo Loopback?
Ja, die 4. Generation hat Loopback. Den Computerton nimmst du über die virtuellen Eingänge 3 und 4 in deiner Aufnahmesoftware auf.
Wo schließe ich Mikrofon und Gitarre an?
Das Mikrofon kommt in den XLR-Eingang, das ist Eingang 2. Gitarre oder Keyboard steckst du in die Klinkenbuchse von Eingang 1 und schaltest für die Gitarre den Instrumentenmodus ein.
Brauche ich die Software Focusrite Control 2?
Für den vollen Funktionsumfang ja. Ohne sie läuft das Solo im Easy-Start-Modus nur bis 48 kHz. Mit der Software schaltest du Air, 48 V und den Instrumentenmodus und aktualisierst die Firmware.
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