Røde AI-1

Røde AI-1 im Test – Vorschaubild des Videos
8,3
UrteilSehr gutNote 8,3 von 10

Schlichtes, robustes Einkanal-Interface mit dem besten Kopfhörerverstärker in der Einsteigerklasse. Perfekt für ein Mikrofon.

  • Eingänge1 × XLR
  • Auflösung24 Bit
  • Sampleratebis 96 kHz
  • Gewicht560 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Kopfhörerverstärker spielt in einer höheren Liga
  • Sehr robust und kompakt gebaut
  • Sehr gute Pegelanzeige
  • Lautstärke am Mac über Medientasten steuerbar

Nachteile

  • Nur ein Eingang
  • Kein Loopback
  • Max. 96 kHz, keine Zusatzfunktionen

Technische Daten

Technische Daten: Røde AI-1
HerstellerRøde
Preisklasseniedrig
Ein-/Ausgänge (Kanäle)1×2
XLR-Eingänge1
Max. Sample-Rate96 kHz
Auflösung24 Bit
Max. Gain–
EIN (Eigenrauschen)–
Dynamikumfang–
Phantomspeisung✓
Eingänge1 × XLR/Klinke-Combo (Neutrik)
Ausgänge2 × Line (6,3 mm sym.), 1 × Kopfhörer (6,3 mm)
AnschlussUSB-C (bus-powered)
Gewicht560 g
Abmessungen124 × 100 × 38 mm

Das Video zum Test

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Das Røde AI-1 ist ein schlichtes, kleines Einkanal-Interface aus Metall und hat mich in meinem Vergleich günstiger Einsteiger-Interfaces mit dem Focusrite Scarlett Solo und dem Audient iD4 vor allem mit seinem Kopfhörerverstärker positiv überrascht. Ich habe alle drei mit eigenem Geld gekauft, mit dem Shure SM7B, dem FetHead und dem Røde NT1 getestet und mit meinem Zoom F6 verglichen. Hier erfährst du, warum der Kopfhörerverstärker des AI-1 in einer anderen Liga spielt und warum ich es danach selbst für meine Voice-overs genutzt habe.

Einordnung und Testaufbau

Das AI-1 ist ein Interface mit einem Eingang und zwei Ausgängen für ein Mikrofon, ein Instrument oder ein Line-Signal. Preislich liegt es in der Einsteigerklasse, auf einem Niveau mit dem Focusrite Scarlett Solo und dem Audient iD4. Alle Interfaces in diesem Vergleich habe ich von meinem eigenen Geld gekauft. Nichts davon war gesponsert, das, was du hier liest, ist also einfach meine Meinung.

Getestet habe ich mit dem Shure SM7B, einem sehr leisen dynamischen Mikrofon, das die Preamps richtig fordert. Dazu kamen das SM7B mit dem FetHead als Vorverstärker und das Røde NT1 als Kondensatormikrofon. Als Referenz diente mein Zoom F6. Für den Rauschvergleich habe ich die Interfaces mit weißem Rauschen auf möglichst gleiche Wiedergabepegel eingemessen. Das ist nicht wissenschaftlich, gibt aber einen guten Annäherungswert.

Den Gain habe ich bei allen Interfaces zunächst auf Vollgas gedreht und dann immer ein Stückchen zurückgenommen, auf etwa 90 Prozent. So sind die Ergebnisse untereinander gut vergleichbar.

Hardware und Verarbeitung

Das AI-1 war das kompakteste Interface im Vergleich und auch das flachste. Es ist sehr robust gebaut, komplett aus Metall, und wirkt schlicht und schön. Besonders die matte schwarze Oberfläche gefällt mir wirklich sehr gut. Die Unterseite ist gummiert und gedämpft, sodass das Gerät sicher auf dem Tisch steht. Es wiegt 560 g und misst 124 × 100 × 38 mm.

Vorn sitzt der Combo-Eingang für XLR oder Klinke. Spannend finde ich, dass es dieselbe Neutrik-Buchse ist wie beim iD4. Sie ist nur anders ins Gehäuse eingebaut, von der Seite sehen die beiden komplett gleich aus. Auf der Rückseite findest du den USB-C-Anschluss und zwei 6,35-mm-Line-Ausgänge, um zum Beispiel deine Lautsprecher oder Monitore anzuschließen. Der Kopfhörerausgang mit 6,35-mm-Klinke liegt vorn.

Strom bekommt das AI-1 komplett über USB. Ein Netzteil brauchst du nicht. Im Lieferumfang liegt ein Kabel von USB-C auf USB-A. Steckst du einen Kopfhörer ein, werden die Lautsprecherausgänge stumm geschaltet. Ziehst du ihn wieder heraus, laufen die Lautsprecher wieder. Eine USB-LED zeigt dir außerdem an, dass das Interface mit dem Rechner verbunden ist.

Bedienung und Pegelanzeige

Die Bedienung ist ganz simpel und funktional aufgebaut. Es gibt nur zwei Regler. Der Gain-Regler schaltet auf Druck die 48-V-Phantomspeisung ein und aus. Jedes Mal, wenn du die Phantomspeisung umschaltest, wird der Kopfhörer kurz leise gestellt. Das finde ich sehr angenehm. Dem SM7B schadet die Phantomspeisung übrigens nicht, sie verändert auch den Ton nicht.

Der zweite Regler steuert die Lautstärke von Kopfhörer und Monitorausgängen. Drückst du ihn, schaltest du das Live-Monitoring ein oder aus.

Richtig gut ist die Pegelanzeige. Ab −40 dB leuchtet sie grün, ab −12 dB gelb und ab −3 dB rot. Sie zeigt dir also nicht erst den realen Peak an, sondern wird schon vorher rot. Viel lauter solltest du bei Gelb dann nicht mehr werden. Praktisch finde ich, dass die rote LED nach einer Spitze noch etwas länger an bleibt. Beim Scarlett Solo verschwindet das Rot dagegen sofort wieder.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Die LED für die Phantomspeisung und die Peak-LED haben genau die gleiche Farbe und sitzen direkt nebeneinander. Dadurch fällt ein Peak nicht mehr ganz so gut auf, wenn die Phantomspeisung an ist.

Der Kopfhörerverstärker: eine andere Liga

Was ich am AI-1 wirklich gut finde, ist der Kopfhörerverstärker, und der ist besser, als man denkt. Mit dem leisen SM7B ohne FetHead musste ich den Kopfhörerregler nur auf etwa 13 Uhr drehen und hörte mich wesentlich lauter als beim Scarlett Solo, bei dem ich voll aufgedreht hatte. Mit dem NT1 reichte sogar maximal 12 Uhr völlig aus, und ich konnte mich sehr gut und sehr deutlich hören.

Meiner Meinung nach hat Røde hier den besten Kopfhörerverstärker von allen drei Geräten verbaut. Das ist einfach eine andere Liga, das muss man auch mal so sagen. Gerade bei leisen dynamischen Mikrofonen merkst du das sofort, denn du hörst dich beim Sprechen laut und klar, ohne den Regler bis zum Anschlag drehen zu müssen.

Am Mac kannst du außerdem ohne Weiteres die Ausgangslautstärke über die Medientasten der Tastatur verstellen. So gleichst du über den Kopfhörerregler und die Computerlautstärke ab, wie viel du vom Mikrofon und wie viel vom Computer hörst. Das ist wie eine Art Software-Mixer, wenn man so will. Einen echten Mix-Regler wie beim iD4 gibt es aber nicht.

Praxistest mit SM7B, FetHead und NT1

Mit dem SM7B ohne Vorverstärker stand der Gain auf etwa 90 Prozent. Mit dem FetHead konnte ich den Gain auf 12 Uhr stellen und den Kopfhörer sogar noch leiser pegeln, auf fast 12 Uhr. Beim NT1 mit Phantomspeisung stand der Gain ebenfalls auf 12 Uhr. Sprach ich lauter, war ich in der Aufnahme schon bei −12 dB und damit sehr laut. Noch lauter und die rote Peak-LED ging an.

Beim Anhören der Testdateien ist mir aufgefallen, dass der FetHead bei manchen Konstellationen ein tiefes Brummen verursacht. Es ist nicht lauter als das Grundrauschen der meisten Interfaces, aber es ist da. Außerdem ist der FetHead mitunter empfindlich für WLAN- und Mobilfunksignale. Grundsätzlich höre ich bei den Interfaces in der Praxis keinen Unterschied mit oder ohne FetHead. Das AI-1 ist das einzige, bei dem ich einen kleinen Unterschied höre: Mit FetHead rauscht es ein kleines bisschen weniger.

Trotzdem habe ich in der Woche nach dem Test einige Voice-overs mit dem AI-1 und dem SM7B aufgenommen, und zwar ohne FetHead, obwohl ich alle anderen Interfaces zur Auswahl hatte. Das war meine persönliche Entscheidung. Insgesamt am wenigsten gerauscht hat im Vergleich das iD4. Das große Fazit des Vergleichs ist aber: Du kannst jedes dieser Interfaces ohne Probleme nutzen und bekommst eine Audioqualität, die mit meinem deutlich teureren Zoom F6 vergleichbar ist, mitunter sogar etwas besser.

Technische Daten eingeordnet

Das AI-1 nimmt mit 24 Bit und bis zu 96 kHz auf. Für Sprachaufnahmen ist das mehr als genug, 48 kHz würden völlig ausreichen. Beim Gain lag das AI-1 im Vergleich mit etwas über 45 dB am schlechtesten, was aber nicht so schlimm ist. Das iD4 kam auf 58 dB, das Scarlett Solo der 3. Generation auf 56 dB. Mit Firmware 1.3.1 nennt Røde für das AI-1 inzwischen 60 dB Gain. Welche Firmware mein Testgerät hatte, weiß ich nicht.

Der Gain-Wert allein sagt aber nichts darüber aus, wie gut ein Interface ist oder wie stark es rauscht. Wenn du Videos aufzeichnest und den Ton später digital verstärkst, sind diese Zahlen relativ unwichtig. Viel wichtiger finde ich das Eigenrauschen und den Dynamikumfang. Beim Eigenrauschen liegt das AI-1 mit −128 dB (A-bewertet) gleichauf mit dem Scarlett Solo. Der Dynamikumfang ist mit 104 dB knapp über der 100-dB-Marke, die ich als Orientierung nehme, und damit in der Regel ausreichend. Das iD4 lag mit 114 dB vorn.

So habe ich die Zahlen verstanden: Ein hoher Dynamikumfang bei geringem Eigenrauschen bedeutet, dass du eine etwas leiser ausgepegelte Spur später um 10 oder 15 dB anheben kannst, ohne dass das Rauschen stark mitwächst. Der Praxistest hat das weitgehend bestätigt.

Übrigens gibt es das AI-1 auch im Set mit dem Røde NT1, das ich mir selbst gekauft habe. Wenn du direkt ein gutes Mikrofon dazu willst, ist das Kit mit Spinne und Popschutz ein recht guter Deal.

Bewertung im Detail

Verarbeitung9,0/10

Sehr robustes, kompaktes Metallgehäuse mit matter Oberfläche, gummierter Unterseite und Neutrik-Combo-Buchse.

Bedienung8,0/10

Nur zwei Regler mit Druckfunktion und eine sehr gute Pegelanzeige. Phantom- und Peak-LED haben dieselbe Farbe, einen Mix-Regler gibt es nicht.

Klang8,0/10

Sauberer Klang, mit dem SM7B ohne Vorverstärker für Voice-overs gut nutzbar. Der Gain war im Vergleich am geringsten.

Ausstattung6,5/10

Ein Eingang, zwei Line-Ausgänge und ein sehr starker Kopfhörerausgang. Es gibt kein Loopback, kein MIDI, nur einen Kopfhörerausgang und maximal 96 kHz.

Akkuk. A.

Kein Akku. Das AI-1 wird komplett über USB mit Strom versorgt.

Preis-Leistung7,6/10

Hochwertige Verarbeitung und ein Kopfhörerverstärker auf hohem Niveau zum Einsteigerpreis, aber mit sehr schlanker Ausstattung.

Gesamtnote8,3/10

Fazit: Røde AI-1

Sehr gut
8,3

Das Røde AI-1 ist ein schlichtes, robustes Einkanal-Interface mit dem besten Kopfhörerverstärker in meinem Vergleich der Einsteiger-Interfaces. Die Pegelanzeige ist sehr gut, die Bedienung mit zwei Druckreglern ganz simpel, und mit dem SM7B habe ich es ohne FetHead für eigene Voice-overs genutzt. Dafür bietet es wenig Extras: kein Monitor-Mix-Regler, kein Loopback und nur ein Kopfhörerausgang. Wenn du ein Mikrofon aufnimmst und dich dabei laut und klar hören willst, ist es eine sehr gute Wahl.

Kaufen, wenn …

  • du genau ein Mikrofon oder ein Instrument aufnimmst
  • du einen kräftigen Kopfhörerverstärker für leise dynamische Mikrofone suchst
  • du ein kompaktes, robustes Metallgehäuse ohne Schnickschnack willst
  • du direkt das Set mit dem Røde NT1 nehmen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

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Alternativen zum Røde AI-1

Audient iD4 MKII

7,9Gut
Note 7,9 von 10

Nachfolger des iD4 aus meinem Vergleich, mit Monitor-Mix-Regler, zwei Kopfhörerausgängen, ScrollControl und 58 dB Gain. Der Vorgänger hat im Vergleich am wenigsten gerauscht, das Gehäuse ist dafür deutlich schwerer.

Focusrite Scarlett Solo 4th Gen

7,9Gut
Note 7,9 von 10

Aktuelle Generation des Scarlett Solo mit Loopback und Air-Modus. Getestet habe ich die 3. Generation, deren Kopfhörerverstärker im Vergleich der schwächste war.

Universal Audio Volt 1

7,8Gut
Note 7,8 von 10

Einkanal-Interface mit Ein-/Ausschalter, Vintage-Modus, MIDI und bis zu 192 kHz. Es hat aber ebenfalls keinen Monitor-Mix und keinen Loopback.

Im Vergleich mit 8 anderen Audio-Interfaces

Häufige Fragen zum Røde AI-1

Reicht das AI-1 für das Shure SM7B?

In meinem Test ja, auch ohne FetHead. Ich habe mit dieser Kombination sogar Voice-overs aufgenommen. Mit FetHead rauschte es beim AI-1 ein kleines bisschen weniger.

Wie gut ist der Kopfhörerverstärker?

Für mich war er der beste im Vergleich mit dem Scarlett Solo und dem iD4. Mit dem SM7B reichte etwa 13 Uhr am Regler, beim Scarlett Solo musste ich voll aufdrehen.

Hat das AI-1 einen Mix-Regler oder Loopback?

Nein. Am Mac kannst du die Computerlautstärke aber über die Medientasten anpassen und so grob zwischen Mikrofon und Computer abgleichen.

Braucht das AI-1 ein Netzteil?

Nein, es wird über USB-C mit Strom versorgt. Im Lieferumfang ist ein Kabel von USB-C auf USB-A.

Wie viel Gain hat das AI-1?

In meinem Vergleich lag es mit etwas über 45 dB am niedrigsten. Mit Firmware 1.3.1 nennt Røde inzwischen 60 dB.

Quellen (5)

Eigene Tests und Beiträge

Hersteller, Shops und Fremdtests