
32-Bit-Float-Handyrekorder mit Touchscreen, vier Combo-Eingängen und flexiblen Mikrofonen. Eine vielseitige Alternative zu Zoom H6essential und F3.
- Eingänge4 × XLR
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 192 kHz
- Rauschen (EIN)−126 dBu
- Gewicht381 g
Auf einen Blick
Vorteile
- 32-Bit-Float bis 192 kHz
- 4 Combo-Eingänge plus 2 abnehmbare Kondensatormikrofone (AB/XY)
- 3,5"-Touchscreen mit anwendungsbezogenen Presets
- USB-Interface mit 8 Eingängen
Nachteile
- Größer und schwerer als H-Serie-Rekorder
- Bluetooth-Steuerung nur mit optionalem AK-BT1
- Nur microSD-Karten
Technische Daten
| Hersteller | Tascam |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| XLR-Eingänge | 4 |
| Spuren | 8 (6 Einzelspuren + Stereo-Mix) |
| Max. Sample-Rate | 192 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✓ |
| Max. Gain | 57 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | -126 dBu(A) |
| Dynamikumfang | 113 dB(A) |
| Frequenzbereich | 20 Hz – 60 kHz |
| Aufnahmeformat | WAV (BWF), MP3 |
| Batterie / Stromversorgung | 4 × AA (bis ca. 11 h) oder USB |
| Gewicht | 381 g |
| Eingänge (Details) | 4 (XLR/Klinke-Combo) |
| Abmessungen | 83 × 206 × 42 mm |
Der Tascam Portacapture X8 (Werbelink) ist ein Handrekorder mit 32-Bit-Float, vier Combo-Eingängen, zwei abnehmbaren Mikrofonen und einem großen Touchscreen. Vorweg: Den X8 habe ich nicht getestet und nie selbst benutzt. In meinen Videos zum Zoom F3 und zum Zoom F6 taucht er nur kurz als Konkurrent auf. Deshalb findest du hier keinen Praxistest und keinen Höreindruck von mir, sondern eine Einordnung auf Basis der Herstellerdaten. Dazu kommen einige Punkte, die Nutzer häufig berichten. So kannst du selbst abschätzen, ob der X8 für dich in Frage kommt.
Einordnung: Was der Portacapture X8 ist
Der X8 ist ein 32-Bit-Float-Rekorder im Handrekorder-Format, ähnlich wie ein Zoom H5 (Werbelink), nimmt aber mit mehreren Kanälen gleichzeitig auf. So habe ich ihn auch im F3-Video eingeordnet. Er nimmt bis zu acht Spuren auf: sechs Eingangsspuren plus eine Stereo-Mischung.

Die sechs Eingänge setzen sich so zusammen: Die beiden mitgelieferten Kondensatormikrofone stecken in zwei 3,5-mm-Buchsen, die Plug-in-Power liefern. Dazu kommen vier XLR/Klinke-Combo-Eingänge mit Phantomspeisung, die Tascam als HDDA-Preamps bezeichnet. Bedient wird der X8 über einen 3,5 Zoll großen Farb-Touchscreen.
Preislich liegt der X8 in der Mittelklasse. Er ist damit spürbar teurer als der Zoom H6essential (Werbelink), der ebenfalls vier XLR-Eingänge und 32-Bit-Float bietet, aber günstiger als der Zoom F6. Der X8 misst 83 × 205,6 × 41,5 mm und wiegt 381 g ohne und 472 g mit Batterien.
Ausstattung laut Tascam
Die beiden eingebauten Mikrofone haben Kapseln mit 14,6 mm Durchmesser, die größten im Tascam-Programm. Du kannst sie abschrauben und umgedreht wieder anbringen, je nachdem, ob du eine A-B- oder eine X-Y-Anordnung haben willst.

Statt eines klassischen Menüs startest du über sogenannte Apps mit fertigen Voreinstellungen: Manual für bis zu sechs Kanäle, Voice für Interviews und Diktate, Podcast für bis zu vier Personen, Music, Field, ASMR und seit Firmware 2.0 Pocketstudio für Mehrspuraufnahmen mit Overdub. Eigene Presets lassen sich speichern. An Bord sind außerdem Low-Cut, Kompressor, Limiter, automatische Pegelregelung, Hall, Noise Gate und Normalisieren. In der Podcast-App gibt es ein Mix-Minus über USB.
Als USB-Interface arbeitet der X8 ohne Treiber mit acht Eingängen und zwei Ausgängen. Über USB sind 32-Bit-Float bis 96 kHz möglich, und parallel kannst du weiter auf die Speicherkarte aufnehmen. Unter Windows gibt es zusätzlich einen ASIO-Treiber.
Für Filmer interessant: Ein Kameraeingang lässt dich den Kameraton mithören oder ein Funkstrecken-Signal einspeisen, ein Kameraausgang mit Abschwächung schickt den Ton zur Kamera. Es gibt eine Mark-Funktion und einen Slate-Ton, ein Stativgewinde und einen Blitzschuh auf der Rückseite. Kopfhörer, Line-Out und Kameraanschlüsse sind 3,5-mm-Buchsen, dazu kommt ein kleiner Lautsprecher. Für die Montage direkt auf dem Kamerablitzschuh brauchst du das optionale Zubehörset AK-DR11CMKII.
Bluetooth gibt es nur mit dem optionalen Adapter AK-BT1. Damit steuerst du den X8 per App vom Smartphone und kannst Timecode drahtlos mit unterstützten Atomos-Geräten synchronisieren. Aufgenommen wird auf microSD-Karten bis 512 GB, als WAV bis 192 kHz oder als MP3. Während der Aufnahme speichert der X8 etwa alle 20 Sekunden zwischen, damit bei einem Stromausfall möglichst wenig verloren geht.
Technische Daten eingeordnet
Tascam nennt für die XLR-Eingänge ein äquivalentes Eingangsrauschen von −126 dBu oder weniger und einen Dynamikumfang von 113 dB oder mehr. Den Frequenzgang gibt Tascam bei 192 kHz mit 20 Hz bis 60 kHz an, allerdings mit bis zu −2,5 dB am oberen Ende. Eine maximale Verstärkung in dB nennt Tascam nicht direkt, in Tests ist von etwa 57 dB die Rede. Für leise dynamische Mikrofone wie das Shure SM7B (Werbelink) kann das knapp werden, vor allem bei Live-Anwendungen. Dann hilft ein Inline-Vorverstärker. Laut Datenblatt kommt der Mikrofoneingang mit Signalen von −75 dBu bis +2 dBu zurecht.

Zum Vergleich mit Geräten, die ich selbst getestet habe: Beim Eigenrauschen liegt der X8 auf dem Papier ungefähr auf dem Niveau des Zoom F3 und F6 mit −127 dBu und deutlich besser als der H6essential mit −120 dBu. Beim angegebenen Dynamikumfang liegen F3 und F6 mit 131 dB aber klar vorn, und der MixPre-3 II (Werbelink) nennt sogar 142 dB. Die Hersteller messen dabei nicht unbedingt unter gleichen Bedingungen. Als grobe Orientierung taugen die Zahlen trotzdem.
Dank 32-Bit-Float musst du dir um Übersteuerung keine Sorgen machen, das gilt beim X8 genauso wie bei den anderen Float-Rekordern. Wie viel Reserve du bei sehr leisen Quellen hast, hängt dagegen vor allem vom Eigenrauschen der Preamps und vom Mikrofon ab. Wie sich das in der Praxis anhört, kann ich dir ohne eigenen Test nicht sagen. In mehreren Tests werden die Preamps aber als sauber beschrieben. Das Eigenrauschen fällt dort erst bei sehr hoher Verstärkung auf und liegt im Rahmen dessen, was man in dieser Preisklasse erwarten kann.
Stromversorgung und Laufzeit
Der X8 läuft mit vier AA-Zellen, über USB-Busstrom oder mit dem optionalen Netzteil PS-P520U. Tascam gibt an, dass du mit Alkaline-Batterien etwa 11 Stunden durchhältst, wenn du die eingebauten Mikrofone ohne Phantomspeisung in Stereo mit 44,1 kHz und 24 Bit nutzt und den Stromsparmodus aktivierst. Mit Phantomspeisung an zwei Eingängen sinkt das auf etwa 5,5 Stunden. Mit Lithium-AA-Zellen nennt Tascam bis zu etwa 18 beziehungsweise 10 Stunden. Je nach Mikrofon kann die Laufzeit mit Phantomspeisung noch kürzer sein.

Aus der Praxis gibt es zu diesem Punkt mehrere Berichte. Mehrere Nutzer berichten, dass die Batterien bei Mehrkanalaufnahmen mit Phantomspeisung deutlich schneller leer sind als erwartet. In einem Test hielten vier Lithium-Akkus mit den eingebauten Mikrofonen plus einem phantomgespeisten Mikrofon gut vier Stunden durch. Viele betreiben den X8 deshalb an einer USB-Powerbank. Eine Ladefunktion für Akkus im Gerät gibt es nicht.
Was Nutzer häufig berichten
Da ich den X8 nicht selbst benutzt habe, fasse ich hier nur Punkte zusammen, die in Erfahrungsberichten immer wieder auftauchen.

Die Bedienung über den großen Touchscreen und die Apps wird von vielen Nutzern gelobt, gerade für schnelle Aufnahmen ohne langes Einstellen. Einige bevorzugen im Feld aber echte Tasten, besonders bei starker Sonne oder Kälte. Tascam gibt als Betriebstemperatur 0 bis 40 °C an. Der Bildschirm ist hell genug für draußen, spiegelt in der Sonne aber deutlich. Gewöhnungsbedürftig ist die Aufnahme in zwei Schritten: Der erste Druck auf die Aufnahmetaste schaltet nur in Bereitschaft, erst der zweite startet die Aufnahme. Die Voraufnahme von drei Sekunden greift nur, wenn der X8 vorher in dieser Bereitschaft war.
Häufig genannt werden Griffgeräusche, wenn du den X8 mit den eingebauten Mikrofonen in der Hand hältst. Viele empfehlen deshalb ein Stativ oder eine Halterung mit Entkopplung. Auch Wind ist bei den offenen Mikrofonen ein Problem. Für Außenaufnahmen ist ein Windschutz sinnvoll. Das gilt allerdings für fast jeden Handrekorder mit eingebauten Mikrofonen.
Das Gehäuse besteht aus Kunststoff. Es wird überwiegend als ordentlich stabil beschrieben und liegt vielen gut in der Hand. Die abschraubbaren Mikrofone gelten dagegen als recht leicht und ungeschützt, und viele trauen ihnen einen Sturz nicht zu. Die Klangqualität der Preamps und der eingebauten Mikrofone wird überwiegend positiv beschrieben, und auch der Kopfhörerausgang gilt als kräftig. Der Klang der XLR-Eingänge wird oft als eher warm beschrieben. Es heißt aber auch, dass die eingebauten Mikrofone im Vergleich mit neueren Konkurrenten wie dem Zoom H6studio (Werbelink) deutlich mehr rauschen und die Preamps nicht ganz an den Dynamikumfang teurerer Float-Rekorder herankommen. Eine zweite Speicherkarte für eine Sicherheitskopie gibt es nicht. Einzelne frühe Nutzer berichteten außerdem von Störlinien weit oberhalb von 20 kHz, die für normale Aufnahmen keine Rolle spielen, für Sounddesign mit hohen Abtastraten aber schon. Inwieweit das bei aktuellen Geräten noch auftritt, ist nicht eindeutig belegt.
Für wen der X8 passen kann
Auf dem Papier ist der X8 ein Allrounder: eingebaute Stereo-Mikrofone, vier Combo-Eingänge, Touchscreen, Podcast- und Musik-Apps, USB-Interface und Kameraanschlüsse. Suchst du ein Gerät, das Atmo, Interviews, einen Podcast mit bis zu vier Personen und Musik-Demos gleichermaßen abdeckt, ist das Gesamtpaket interessant.
Geht es dir vor allem um die bestmöglichen Preamp-Daten, sind der Zoom F6 oder der MixPre-3 II auf dem Papier stärker, haben aber keine eingebauten Mikrofone. Willst du vier XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float möglichst günstig, ist der H6essential die naheliegende Alternative. Reichen dir zwei Eingänge, ist der F3 deutlich kleiner. Diese Geräte habe ich selbst getestet, den X8 nicht. Wie er sich im Vergleich anhört und anfühlt, kann ich dir deshalb nicht aus eigener Erfahrung sagen.
Fazit: Tascam Portacapture X8
GutDen Tascam Portacapture X8 habe ich nicht getestet, deshalb ist das hier eine Einordnung und kein Testurteil. Auf dem Papier bietet er sehr viel: 32-Bit-Float, vier Combo-Eingänge, zwei abnehmbare Mikrofone, acht Spuren, einen großen Touchscreen mit Apps und ein USB-Interface. Beim angegebenen Dynamikumfang liegt er aber hinter dem Zoom F3 und F6, und der H6essential bietet vier XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float günstiger. Nutzer loben häufig die Bedienung, berichten aber auch von Griffgeräuschen und kurzer Batterielaufzeit unter Last. Suchst du einen vielseitigen Allrounder mit eingebauten Mikrofonen und Touchscreen, kann der X8 passen.
Kaufen, wenn …
- du eingebaute Stereo-Mikrofone und vier XLR-Eingänge in einem Gerät willst
- dir eine Touchscreen-Bedienung mit fertigen Apps für Podcast, Musik und Feld wichtig ist
- du Mehrspur-Demos mit Overdub direkt im Rekorder machen willst
- du den Rekorder meist auf dem Stativ oder an einer Powerbank betreibst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du vier XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float deutlich günstiger willst Zoom H6essential
- dir bessere Preamp-Daten und sechs XLR-Eingänge wichtiger sind als eingebaute Mikrofone Zoom F6
- dir zwei Eingänge reichen und du einen sehr kleinen Rekorder suchst Zoom F3
Preise prüfen
Alternativen zum Tascam Portacapture X8
Zoom H6essential
Note 8,2 von 10
Ebenfalls vier XLR/Klinke-Combo-Eingänge, 32-Bit-Float und eingebaute Mikrofone, aber spürbar günstiger. Mit angegebenen −120 dBu rauschen die Preamps aber stärker.
Zoom F6
Note 9,3 von 10
Sechs XLR-Eingänge, 32-Bit-Float und 131 dB angegebener Dynamikumfang. Eingebaute Mikrofone und Touchscreen hat er nicht, dafür habe ich ihn selbst ausführlich getestet.
Zoom F3
Note 8,8 von 10
Den X8 habe ich in meinem F3-Video als Konkurrenten genannt. Der F3 hat nur zwei Eingänge, ist dafür sehr klein und hat dieselben Preamp-Daten wie der F6.
Sound Devices MixPre-6 II
Note 9,3 von 10
Ebenfalls vier Combo-Eingänge und acht Spuren, aber mit deutlich besseren Preamp-Daten, Timecode und in einer viel höheren Preisklasse. Auch diesen Rekorder habe ich nicht selbst getestet.
Häufige Fragen zum Tascam Portacapture X8
Hast du den Portacapture X8 getestet?
Nein. Ich habe ihn in meinen Videos zum Zoom F3 und F6 nur als Konkurrenten erwähnt. Alle Angaben hier stammen von Tascam oder aus Nutzerberichten.
Wie viele Spuren nimmt der X8 auf?
Bis zu acht: sechs Eingangsspuren aus vier Combo-Eingängen und den zwei eingebauten Mikrofonen, plus eine Stereo-Mischung.
Kann ich den X8 als USB-Interface nutzen?
Ja, ohne Treiber mit acht Eingängen und zwei Ausgängen, über USB auch in 32-Bit-Float bis 96 kHz. Gleichzeitig kannst du auf die microSD-Karte aufnehmen.
Wie lange halten die Batterien?
Tascam nennt mit Alkaline-Zellen etwa 11 Stunden ohne und etwa 5,5 Stunden mit Phantomspeisung an zwei Eingängen. Viele Nutzer berichten unter Last von kürzeren Zeiten und nutzen eine Powerbank.
Hat der X8 Bluetooth?
Nur mit dem optionalen Adapter AK-BT1. Damit steuerst du den Rekorder per App und kannst Timecode mit unterstützten Atomos-Geräten synchronisieren.
Welche Speicherkarten nutzt der X8?
microSD, microSDHC und microSDXC bis 512 GB. Normale SD-Karten passen nicht.
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