
Der Zoom H2essential ist ein leichter Handrecorder für alle, die mit eingebauten Mikrofonen arbeiten. Drei Kapseln, MS Raw und 32-Bit-Float machen ihn flexibel und fehlertolerant. Wer externe Studiomikrofone anschließen will, stößt aber schnell an Grenzen, weil XLR und Phantomspeisung fehlen.
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 96 kHz
- Gewicht170 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Drei Mikrofonpaare für XY, MS und Surround-Modi
- Immer 32-Bit-Float
- Leicht mit 170 g
Nachteile
- Kein XLR, keine Phantomspeisung
- Line-Eingang nur bis −7 dBu
Technische Daten
| Hersteller | Zoom |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| XLR-Eingänge | 0 |
| Max. Sample-Rate | 96 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✓ |
| Aufnahmeformat | WAV |
| Batterie / Stromversorgung | 2 × AA oder USB-C |
| Gewicht | 170 g |
| Eingänge (Details) | 0 |
| Abmessungen | 60 × 44 × 97 mm |
Der Zoom H2essential ist laut Hersteller der einzige Handrecorder mit drei eingebauten Mikrofonen. Zwei Nieren zeigen nach vorn und nach hinten, eine Acht seitlich. Aus dieser Kombination entstehen verschiedene Richtcharakteristiken: Stereo mit 90 oder 120 Grad, Mono mit enger Richtwirkung oder eine Rundumaufnahme mit Vorder- und Rückseite.
Der Zoom H2essential (Werbelink) ist bei Thomann erhältlich. Er nimmt ausschließlich in 32-Bit-Float auf, du musst also vor der Aufnahme nicht einpegeln. Dieser Testbericht stützt sich auf Zooms Datenblatt und die Angaben von Thomann.
Drei Mikrofone in einem Gehäuse sind das Alleinstellungsmerkmal
Vorn und hinten sitzen Mikrofone mit Nierencharakteristik. Zoom nennt für beide eine Empfindlichkeit von −37 dB/Pa und einen maximalen Schalldruck von 120 dB SPL. Das seitliche Mikrofon mit Achtercharakteristik kommt auf −39 dB/Pa und 122 dB SPL.

Aus diesen drei Kapseln baut das Gerät mehrere Aufnahmearten. Für ein Solo-Instrument empfiehlt Zoom 90-Grad-Stereo, für ein Ensemble 120 Grad mit Vorder- und Rückseite. Mono mit enger Richtwirkung blendet Umgebungsgeräusche stärker aus, was bei Sprachaufnahmen in lauter Umgebung hilft.
Besonders flexibel ist der Modus MS Raw. Dabei speichert der Recorder Mitten- und Seitensignal getrennt. Die Stereobreite legst du erst in der Nachbearbeitung fest. Wenn ein Raum stärker hallt als gedacht, machst du das Bild nachträglich schmaler, ohne neu aufnehmen zu müssen.
Andere Handrecorder in dieser Preisklasse setzen auf ein festes X-Y-Paar. Der Zoom H1essential (Werbelink) etwa nimmt nur Stereo im 90-Grad-Winkel auf. Wer die Richtwirkung an verschiedene Situationen anpassen möchte, bekommt beim H2essential mehr Spielraum für wenig Aufpreis.
Aufnahme nur in 32-Bit-Float mit bis zu 96 kHz
Der H2essential speichert WAV-Dateien mit 44,1, 48 oder 96 kHz, immer im Format 32-Bit-Float. Ein Wechsel auf 16 oder 24 Bit ist bei der Aufnahme als WAV nicht vorgesehen. Die Dateien enthalten BWF- und iXML-Metadaten. Aufgezeichnet wird auf microSD-Karten mit bis zu 2 TB.

Der Vorteil von 32-Bit-Float: Ein zu leiser oder zu lauter Pegel lässt sich in der Bearbeitung meist ohne Qualitätsverlust korrigieren. Gerade bei unvorhersehbaren Situationen, etwa einer Probe mit plötzlichen Fortissimo-Stellen, entfällt die Sorge um übersteuerte Spitzen. Der Nachteil: Ältere Schnittprogramme und manche Smartphone-Apps können Float-Dateien nicht öffnen.
Mit einem Firmware-Update hat Zoom nachgebessert. Seitdem bietet die Essential-Serie eine Gain-Einstellung, eine Rauschunterdrückung gegen gleichmäßige Hintergrundgeräusche und Aufnahme als MP3. Komprimierte Dateien sind praktisch, wenn du Sprachnotizen oder Probenmitschnitte schnell per Messenger teilen möchtest.
Der 3,5-Millimeter-Eingang ersetzt keine XLR-Buchse
Für externe Quellen bietet der H2essential eine 3,5-Millimeter-Buchse für Mikrofon- und Line-Pegel. Laut Datenblatt liegt die Eingangsimpedanz bei 2 Kiloohm, der maximale Eingangspegel bei −7 dBu. Plug-in-Power mit 3,3 Volt versorgt Lavalier- und Kameramikrofone. Nach Zooms Angaben nimmst du das vordere Mikrofonpaar und den 3,5-Millimeter-Eingang gleichzeitig auf.

Einen XLR-Eingang hat der Recorder nicht, auch keine Phantomspeisung. Studio-Kondensatormikrofone oder dynamische Sprechermikrofone lassen sich daher nur über zusätzliche Adapter oder Vorverstärker anschließen. Brauchst du zwei XLR-Buchsen, ist der Zoom H4essential (Werbelink) das naheliegende Modell aus derselben Serie.
Ein Line-Pegel von maximal −7 dBu ist für viele Mischpultausgänge zu wenig. Für den Mitschnitt vom Pult solltest du den Pegel dort entsprechend absenken. Für Kamerafilmer ist der Eingang dagegen gut geeignet, um ein Ansteckmikrofon als Ergänzung zu den eingebauten Kapseln aufzunehmen.
USB-Mikrofon für Rechner und Smartphone
Per USB-C arbeitet der H2essential als Audio-Interface. Zoom nennt vier Eingänge und zwei Ausgänge im Mehrspurmodus oder zwei Ein- und Ausgänge im Stereomodus, jeweils mit 44,1, 48 oder 96 kHz und 24 Bit oder 32-Bit-Float. Laut Hersteller funktioniert das mit Windows, macOS, iOS und Android.

Interessant für Videopodcasts und Livestreams: Der Recorder dient als USB-Mikrofon und zeichnet gleichzeitig auf die Speicherkarte auf. Fällt die Verbindung zum Smartphone oder Rechner aus, liegt trotzdem eine Sicherung auf der Karte. Über den optionalen Adapter BTA-1 steuerst du den Recorder per iOS-App, der ebenfalls optionale Adapter TCA-1 ergänzt Timecode.
Im Vergleich zum Zoom H5studio (Werbelink) fehlen allerdings Wechselkapseln und XLR-Buchsen. Der H2essential ist also ein Gerät für eingebaute Mikrofone und eine 3,5-Millimeter-Quelle, kein Mehrspurrecorder für mehrere Sprecher mit eigenen Mikrofonen.
Zwei AA-Batterien reichen für 8 bis 20,5 Stunden
Der H2essential läuft mit zwei AA-Zellen oder über USB-C. Zoom gibt die maximale Leistungsaufnahme mit 3 Watt an. Die Laufzeiten aus dem Datenblatt: Stereoaufnahme mit dem vorderen Paar etwa 11 Stunden mit Alkaline, 9 Stunden mit NiMH und 20,5 Stunden mit Lithium. Mit Vorder- und Rückseite gleichzeitig sind es 8, 8 und 17,5 Stunden.
Am stärksten zehrt eine Aufnahme mit 96 kHz und externem Mikrofon am 3,5-Millimeter-Eingang. Dann nennt Zoom 4 Stunden mit Alkaline, 4,5 Stunden mit NiMH und 9,5 Stunden mit Lithium. Für einen Konzertabend reicht ein Satz Lithium-Zellen damit locker.
Das Gehäuse misst 60 × 44 × 97 Millimeter (Breite × Tiefe × Höhe) und wiegt mit Batterien 170 Gramm. Den H2essential steckst du damit in eine Jackentasche. Brauchst du dagegen XLR-Buchsen in einem klassischen Handrecorder, ist der Tascam DR-40XP (Werbelink) eine Alternative aus einem anderen Haus.
Display, Bedienung und Zubehör
Das Farbdisplay misst 1,3 Zoll mit 240 × 240 Pixeln. Es zeigt Wellenformen und Pegel, ist für die Menüs aber klein. Eine eigene Marker-Taste setzt während der Aufnahme Sprungmarken, ein eingebauter Mixer regelt die Lautstärke der einzelnen Spuren, und ein Low-Cut-Filter dämpft Trittschall und Wind. Für blinde und sehbehinderte Nutzer liest das Gerät die Menüs über Lautsprecher oder Kopfhörer vor.
Zum Abhören gibt es einen kombinierten Kopfhörer- und Line-Ausgang mit 20 + 20 Milliwatt sowie einen eingebauten Lautsprecher mit 250 Milliwatt. Für eine genaue Klangkontrolle taugt der Lautsprecher nicht, zum schnellen Anhören einer Aufnahme reicht er.
Einen Windschutz legt Zoom nicht bei, der passgenaue Schaumstoff gehört zum separat erhältlichen Accessory Pack. Für Aufnahmen im Freien solltest du ihn einplanen. Wer draußen mit Ansteckmikrofonen filmt und XLR-Funkstrecken nutzt, greift eher zum kompakten Feldrecorder Zoom F3 (Werbelink).
Für wen ist der Zoom H2essential geeignet?
Der H2essential richtet sich an Musikerinnen und Musiker, die Proben, Konzerte und Ideen mit einem Gerät festhalten möchten. Die drei Mikrofone erlauben dir, die Aufnahme an die Situation anzupassen: enges Stereo für ein Instrument, breites Stereo für ein Ensemble, Mono für Sprache.

Auch für Interviews mit einer Person, Atmosphären und Videoaufnahmen mit dem Smartphone ist er sinnvoll, besonders durch die gleichzeitige USB- und Kartenaufnahme. Die lange Laufzeit mit zwei AA-Zellen und das geringe Gewicht machen ihn reisetauglich.
Ungeeignet ist er, wenn du XLR-Mikrofone anschließen willst. Dann führt der Weg zum H4essential oder, bei vier Eingängen, zum Zoom H6studio (Werbelink).
Fazit: Zoom H2essential
Sehr gutDer Zoom H2essential ist ein leichter Handrecorder für alle, die mit eingebauten Mikrofonen arbeiten. Drei Kapseln, MS Raw und 32-Bit-Float machen ihn flexibel und fehlertolerant. Wer externe Studiomikrofone anschließen will, stößt aber schnell an Grenzen, weil XLR und Phantomspeisung fehlen.
Kaufen, wenn …
- du Proben und Konzerte mit wechselnder Stereobreite aufnehmen willst
- du die Stereobreite per MS Raw erst später festlegen möchtest
- du einen leichten Recorder mit langer Batterielaufzeit suchst
- du ein USB-Mikrofon mit gleichzeitiger Sicherung auf Karte brauchst
Lieber eine Alternative, wenn …
- dir reines X-Y-Stereo genügt und ein möglichst kleines Gerät wichtig ist
- du zwei XLR-Mikrofone mit Phantomspeisung anschließen musst
- du einen Recorder mit Wechselkapseln und zwei Kombibuchsen bevorzugst
- du einen klassischen Tascam-Recorder mit XLR-Buchsen suchst
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Alternativen zum Zoom H2essential
Zoom H6essential
Note 8,2 von 10
Beim Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit fast konkurrenzlos: vier XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float. Für bessere Preamps muss man zur F-Serie greifen.
Tascam FR-AV2
Note 8,0 von 10
Der Tascam FR-AV2 vereint zwei rauscharme XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und Timecode in einem kleinen Gehäuse. Für Filmer, die Bild und Ton synchronisieren, ist das ein starkes Paket. Bluetooth kostet extra, mehr als zwei Spuren gibt es nicht.
Häufige Fragen zum Zoom H2essential
Welche Aufnahmemodi bietet der H2essential?
Stereo mit 90 oder 120 Grad, Mono mit enger Richtwirkung, Aufnahme von Vorder- oder Rückseite oder beiden Seiten sowie MS Raw. Zoom spricht von neun möglichen Varianten.
Kann der H2essential in 24 Bit aufnehmen?
WAV-Aufnahmen speichert er immer in 32-Bit-Float. Seit einem Firmware-Update ist zusätzlich MP3 möglich; als USB-Interface stehen 24 Bit und 32-Bit-Float zur Wahl.
Hat der H2essential XLR-Eingänge?
Nein. Externe Quellen kommen über eine 3,5-Millimeter-Buchse mit 3,3 Volt Plug-in-Power und maximal −7 dBu Eingangspegel.
Wie lange halten die Batterien?
Laut Zoom etwa 11 Stunden Stereo mit Alkaline und bis zu 20,5 Stunden mit Lithium. Mit externem Mikrofon und 96 kHz sinkt der Wert auf 4 bis 9,5 Stunden.
Ist ein Windschutz dabei?
Nein, der passgenaue Windschutz gehört zum separat verkauften Accessory Pack.
Funktioniert der Recorder am Smartphone?
Ja, Zoom nennt USB-Betrieb mit iOS und Android. Dabei kann der Recorder parallel auf die microSD-Karte aufnehmen.
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