
Der Tascam FR-AV2 vereint zwei rauscharme XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und Timecode in einem kleinen Gehäuse. Für Filmer, die Bild und Ton synchronisieren, ist das ein starkes Paket. Bluetooth kostet extra, mehr als zwei Spuren gibt es nicht.
- Eingänge2 × XLR
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 192 kHz
- Rauschen (EIN)−127 dBu
- Gewicht195 g
Auf einen Blick
Vorteile
- 32-Bit-Float bis 192 kHz, −127 dBu EIN
- Timecode nach SMPTE ST 12-1
- Kompakt, 3 × AA oder USB-C
Nachteile
- Nur 2 Spuren
- Bluetooth nur mit Adapter AK-BT2
- microSD nur bis 512 GB
Technische Daten
| Hersteller | Tascam |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| XLR-Eingänge | 2 |
| Spuren | 2 |
| Max. Sample-Rate | 192 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✗ |
| Max. Gain | 50 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | -127 dBu(A) |
| Dynamikumfang | 132 dB(A) |
| Frequenzbereich | 20 Hz – 60 kHz |
| Aufnahmeformat | WAV (BWF) |
| Batterie / Stromversorgung | 3 × AA, USB-C oder PS-P520U |
| Gewicht | 195 g |
| Eingänge (Details) | 2 (XLR/Klinke-Combo) |
| Abmessungen | 99 × 80,4 × 40,3 mm |
Der Tascam FR-AV2 (Werbelink) ist ein Zweikanal-Feldrekorder für Filmer, der 32-Bit-Float-Aufnahmen mit Timecode verbindet. Zwei XLR/Klinke-Kombibuchsen, ein Kamera- und Timecode-Anschluss sowie ein Farbdisplay stecken in einem Gehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff.
Bei Thomann ist das Gerät seit September 2024 gelistet. Preislich liegt der FR-AV2 damit zwischen einfachen Handrekordern und Feldrekordern wie dem Zoom F3. Die Angaben in diesem Testbericht beruhen auf dem Datenblatt von Tascam und der Thomann-Produktseite.
Eingänge und Vorverstärker
Beide Eingänge sind XLR/Klinke-Kombibuchsen und lassen sich zwischen Mikrofon- und Line-Pegel umschalten. Tascam verbaut die hauseigenen Ultra-HDDA-Vorverstärker und gibt ein äquivalentes Eingangsrauschen von −127 dBu oder besser an. Das liegt auf dem Niveau deutlich teurerer Feldrekorder.

Im Mikrofonbetrieb verträgt der Eingang höchstens +4 dBu, bei Line sind es +24 dBu. Die Eingangsimpedanz beträgt mindestens 2 Kiloohm für Mikrofone und 8 Kiloohm für Line-Signale. Phantomspeisung stellst du wahlweise auf 24 oder 48 Volt.
Laut Tascam liegt der Dynamikumfang bei 132 dB oder mehr, die Verzerrung bei höchstens 0,02 Prozent. Der Frequenzgang reicht bei 48 kHz von 20 Hz bis 20 kHz mit maximal −0,5 dB Abweichung. Dazu kommen Hochpassfilter, Kompressor, Limiter, Noise Gate und eine Eingangsverzögerung von 0 bis 300 Millisekunden. Thomann erklärt den Zweck: Laufzeitunterschiede zwischen zwei unterschiedlich weit entfernten Mikrofonen lassen sich so ausgleichen.
Aufnahme in 32-Bit-Float bis 192 kHz
Der FR-AV2 schreibt WAV-Dateien im BWF-Format mit 48, 96 oder 192 kHz. Als Wortbreite stehen 24 Bit und 32-Bit-Float zur Wahl. Tascam setzt dafür zwei A/D-Wandler pro Kanal ein, sodass auch sehr laute Signale ohne Übersteuerung erfasst werden.

Maximal zeichnet der Rekorder zwei Spuren auf. Für Interviews mit zwei Ansteckmikrofonen oder ein Richtmikrofon plus Funkstrecke reicht das. Wer mehr Kanäle braucht, landet bei größeren Geräten.
Beim Schreiben der Dateien bettet der Rekorder laut Tascam Metadaten in die BEXT- und iXML-Bereiche der WAV-Datei ein. Dazu gehören Timecode-Startwert und Spurnamen, die Schnittprogramme beim Anlegen der Synchronisation auswerten.
Tascam nennt konkrete Aufnahmezeiten: Eine 32-GB-Karte fasst bei 96 kHz in 32-Bit-Float rund 11,5 Stunden Stereo, eine 128-GB-Karte gut 46 Stunden. Bei 48 kHz in 24 Bit sind es auf 128 Gigabyte über 123 Stunden. Unterstützt werden microSD-Karten bis 512 Gigabyte.
Timecode und Kameraanbindung
Herzstück für Filmer ist der kombinierte Kamera-, Line- und Timecode-Anschluss. Über die Miniklinke gibt der Rekorder entweder Ton an die Kamera oder Timecode nach SMPTE ST 12-1 aus. Ein zweiter Anschluss nimmt Timecode, ein Kamerasignal oder externe Quellen mit 2,5 oder 5 Volt Plug-in-Power auf.

Unterstützt werden Bildraten von 23,98 bis 30 fps einschließlich Drop-Frame sowie die doppelten Raten für Zeitlupe. Ein temperaturkompensierter Quarzoszillator hält den Timecode laut Thomann stabil. Tentacle-Sync-Geräte lassen sich direkt nutzen.
Mit dem optionalen Bluetooth-Adapter AK-BT2 kommt drahtloser Timecode für Atomos-Rekorder hinzu, außerdem Bluetooth-Kopfhörer zum Abhören und die App Tascam Recorder Connect zur Fernsteuerung. Laut Datenblatt ist der Anschluss ausschließlich für diesen Adapter gedacht.
Bedienung, Display, USB und Stromversorgung
Ein 2-Zoll-Farbdisplay zeigt Pegel, Timecode und Menüs. Tascam beschreibt das Glasfasergehäuse als kompakt, leicht und für Kamera-Rigs ausgelegt. Mit 99 × 80,4 × 40,3 Millimetern ist das Gerät kaum größer als ein Handrekorder.

Der Kopfhörerausgang liefert laut Tascam 50 Milliwatt pro Kanal an 32 Ohm und ist für Kopfhörer zwischen 16 und 400 Ohm empfohlen. Das ist mehr Reserve als bei vielen kleinen Rekordern und hilft bei hochohmigen Studiomodellen.
Einen eingebauten Lautsprecher hat der FR-AV2 laut Thomann nicht, Kontrolle läuft also immer über Kopfhörer.
Der Ausgang zur Kamera arbeitet mit nominal −10 dBV und maximal +6 dBV. Damit lässt sich der Toneingang einer Systemkamera als Referenzspur bespielen, während die Hauptaufnahme auf der Karte des FR-AV2 landet. Thomann nennt für diesen Miniklinkenausgang eine einstellbare Pegelabsenkung, damit der empfindliche Kameraeingang nicht übersteuert. Die Ausgangsimpedanz liegt laut Tascam bei 210 Ohm.
Im Timecode-Modus liefert die Buchse 1,8 Volt Spitze-Spitze an 1 Kiloohm. Wählst du stattdessen die Mikrofonstellung, sinkt der Pegel auf 50 Millivolt Spitze-Spitze, passend für den Mikrofoneingang einer Kamera. So bekommt die Kamera eine Timecode-Spur auf dem linken und eine Tonspur auf dem rechten Kanal.
Über USB-C arbeitet der FR-AV2 als klassenkonformes Audio-Interface nach USB Audio Class 2.0. Tascam nennt zwei Ein- und zwei Ausgänge; als Abtastrate stehen 48 oder 96 kHz zur Wahl, als Format 24 Bit oder 32-Bit-Float. Für Livestreams und Sprachaufnahmen am Rechner brauchst du keinen Treiber.
Strom kommt aus drei AA-Zellen, per USB-Busstrom oder vom optionalen Netzteil PS-P520U. Die Leistungsaufnahme liegt bei höchstens 3,8 Watt, das Gewicht bei 195 Gramm ohne und 267 Gramm mit Batterien.
Ohne Phantomspeisung nennt Tascam etwa 9 Stunden mit Alkaline-Batterien, 8,5 Stunden mit NiMH-Akkus und 15 Stunden mit Lithium-Zellen. Mit 48 Volt Phantomspeisung und 32-Bit-Float sinken die Werte auf 4,5, 5,5 und 10 Stunden. Interessant: Hier halten NiMH-Akkus länger als Alkaline-Batterien.
Lieferumfang und Betriebsbedingungen
Im Karton liegen laut Tascam nur der Rekorder, ein Sicherheitsleitfaden mit Garantiehinweisen und eine Anleitung zur Registrierung der TASCAM ID. Speicherkarte, Batterien, Netzteil und Bluetooth-Adapter musst du gesondert besorgen.
Als Betriebstemperatur gibt Tascam 0 bis 40 Grad Celsius an. Für Winterdrehs bei Frost liegt das außerhalb der Spezifikation, Lithium-Zellen und eine warme Tasche sind dann ratsam.
Bei höheren Abtastraten bleibt der Frequenzgang laut Datenblatt breit: 20 Hz bis 40 kHz bei 96 kHz und 20 Hz bis 60 kHz bei 192 kHz, jeweils mit geringen Abweichungen.
Vergleich mit Zoom F3, F6 und MixPre-3 II
Der direkte Konkurrent ist der Zoom F3 (Werbelink). Er bietet ebenfalls zwei XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und laut Produktdatenbank −127 dBu Eigenrauschen. Timecode beherrscht der F3 nicht; sein Gewicht nennt die Produktdatenbank mit 242 Gramm.
Wer mehr Spuren braucht, schaut auf den Zoom F6 (Werbelink) mit sechs XLR-Eingängen und Timecode. Er ist größer und teurer, deckt aber Drehs mit mehreren Funkstrecken ab.
Der Sound Devices MixPre-3 II (Werbelink) hat drei XLR-Eingänge und laut Produktdatenbank −128 dBu Eigenrauschen. Er wiegt mit 480 Gramm fast das Doppelte. Günstiger und ohne Timecode kommt der Zoom H1 XLR (Werbelink) daher.
Typische Einsätze: Für wen lohnt sich der Tascam FR-AV2?
Im Videobereich spielt der FR-AV2 seine Stärken aus. Ein Richtmikrofon und der Empfänger einer Funkstrecke hängen an den Kombibuchsen, der Timecode läuft synchron zur Kamera. Im Schnitt legst du Bild und Ton automatisch an.

Für Reportagen mit einem dynamischen Mikrofon wie dem Shure SM7B (Werbelink) ist die hohe Verstärkungsreserve der Vorverstärker hilfreich. Bei Konzertmitschnitten sorgen 32-Bit-Float und die Line-Eingänge dafür, dass ein Mischpultsignal nicht übersteuert.
Auch für Hörspiel und Sounddesign ist der Rekorder interessant, denn 192 kHz bieten Reserven für Tonhöhenbearbeitung. Ein Kleinmembranmikrofon wie das Rode NT5 (Werbelink) an jedem Eingang ergibt ein sauberes Stereosetup.
Der FR-AV2 richtet sich an Videofilmer und Tonleute, die Timecode zu einem moderaten Preis wollen. Die Kombination aus −127 dBu Eigenrauschen, 32-Bit-Float bis 192 kHz und Timecode ist in dieser Preisklasse selten.
Weniger sinnvoll ist er, wenn du nur Sprache aufnimmst und keine Synchronisation brauchst. Dann reichen günstigere Rekorder. Für den Bluetooth-Funktionsumfang ist der separat erhältliche Adapter AK-BT2 nötig, das solltest du bei der Kalkulation einplanen.
Praktisch ist der FR-AV2 auch als Zweitrekorder neben einem großen Mehrspurgerät. Er läuft mit demselben Timecode, liefert eine Sicherheitsaufnahme und passt dank 195 Gramm auf jede Kamera.
Fazit: Tascam FR-AV2
Sehr gutDer Tascam FR-AV2 vereint zwei rauscharme XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und Timecode in einem kleinen Gehäuse. Für Filmer, die Bild und Ton synchronisieren, ist das ein starkes Paket. Bluetooth kostet extra, mehr als zwei Spuren gibt es nicht.
Kaufen, wenn …
- du Ton und Bild per Timecode synchronisieren willst
- du zwei XLR-Mikrofone mit sehr wenig Rauschen aufnimmst
- du einen kompakten Rekorder fürs Kamera-Rig suchst
- du 192 kHz für Sounddesign nutzt
Lieber eine Alternative, wenn …
- du keinen Timecode brauchst
- du sechs XLR-Eingänge brauchst
- du ein Referenzgerät mit drei Eingängen suchst
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Alternativen zum Tascam FR-AV2
Zoom M4 MicTrak
Note 8,0 von 10
Der Zoom M4 MicTrak verbindet eine XY-Kapsel bis 135 dB SPL mit zwei XLR/TRS-Eingängen, vier Spuren in 32-Bit-Float und Timecode. Für Filmton, Reportage und mobile Podcasts ist das ein ungewöhnlich vollständiges Paket im Handheld-Format. Die kleine Anzeige und das längliche Gehäuse sind die Kompromisse.
Zoom H1 XLR
Note 7,9 von 10
Der Zoom H1 XLR bringt zwei verriegelbare XLR-Eingänge, 32-Bit-Float ohne Einpegeln und ein USB-Interface in ein Gehäuse von 164 Gramm. Es gibt kaum einen günstigeren Weg zu externen Mikrofonen mit dieser Aufnahmetechnik. Eine eingebaute Kapsel und Timecode fehlen.
Häufige Fragen zum Tascam FR-AV2
Unterstützt der Tascam FR-AV2 Timecode?
Ja, LTC-Ein- und Ausgang nach SMPTE ST 12-1 mit Bildraten von 23,98 bis 30 fps, dazu drahtloser Timecode für Atomos über den Adapter AK-BT2.
Wie viele Spuren nimmt er auf?
Zwei Spuren über zwei XLR/Klinke-Kombieingänge.
Welche Formate sind möglich?
WAV (BWF) mit 48, 96 oder 192 kHz in 24 Bit oder 32-Bit-Float.
Ist Bluetooth eingebaut?
Nein. Bluetooth-Abhören, App-Steuerung und drahtloser Timecode erfordern den separat erhältlichen Adapter AK-BT2.
Wie lange hält der Rekorder mit Batterien durch?
Laut Tascam etwa 9 Stunden mit Alkaline ohne Phantomspeisung und 4,5 Stunden mit 48 Volt bei 32-Bit-Float.
Kann der FR-AV2 als Audio-Interface dienen?
Ja, als klassenkonformes Interface mit zwei Ein- und zwei Ausgängen bei 48 oder 96 kHz.
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