
Der Zoom M4 MicTrak verbindet eine XY-Kapsel bis 135 dB SPL mit zwei XLR/TRS-Eingängen, vier Spuren in 32-Bit-Float und Timecode. Für Filmton, Reportage und mobile Podcasts ist das ein ungewöhnlich vollständiges Paket im Handheld-Format. Die kleine Anzeige und das längliche Gehäuse sind die Kompromisse.
- Eingänge2 × XLR
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 192 kHz
- Rauschen (EIN)−127 dBu
- Gewicht325 g
Auf einen Blick
Vorteile
- XY-Mikrofon bis 135 dB SPL, 2 Combo-Eingänge
- 32-Bit-Float bis 192 kHz, EIN −127 dBu
- Timecode eingebaut
Nachteile
- Nicht im deutschen Thomann-Shop
- 325 g, länglich
- 32-Bit-Float nicht unter Android
Technische Daten
| Hersteller | Zoom |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| XLR-Eingänge | 2 |
| Spuren | 4 |
| Max. Sample-Rate | 192 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✓ |
| EIN (Eigenrauschen) | -127 dBu(A) |
| Aufnahmeformat | WAV |
| Batterie / Stromversorgung | 4 × AA, AD-17 oder USB |
| Gewicht | 325 g |
| Eingänge (Details) | 2 (XLR/Klinke-Combo) |
| Abmessungen | 70,2 × 206,2 × 47 mm |
Der Zoom M4 MicTrak ist ein Handheld-Recorder mit fest eingebauter XY-Kapsel, zwei XLR/TRS-Eingängen und Timecode. Zoom kombiniert hier das Mikrofon-Prinzip der H-Serie mit den Vorverstärkern der professionellen F-Serie und speichert alles in 32-Bit-Float. Damit zielt der M4 auf Filmton, Interviews, Podcasts unterwegs und Musikaufnahmen.
Im deutschen Thomann-Shop ist der M4 derzeit nicht gelistet. In der Amazon-Bestsellerliste „Tragbare Aufnahmegeräte“ stand er am 24.10.2026 auf Rang 12 und kostete dort 159 Euro. Erhältlich ist er zum Beispiel bei Amazon (Werbelink). Dieser Testbericht stützt sich auf die Produktseite und das Handbuch von Zoom.
XY-Kapsel im Mikrofonkopf
Das Herzstück ist ein Stereomikrofon in 90-Grad-XY-Anordnung. Zoom gibt eine Empfindlichkeit von −42 dB pro Pascal und einen maximalen Schalldruck von 135 dB SPL an. Die Kapseln sitzen unter einem Metallkorb an der Spitze, der Recorder lässt sich also wie ein Handmikrofon halten.

Die XY-Anordnung liefert ein mono-kompatibles Stereobild, weil beide Kapseln fast am selben Punkt sitzen. Für Atmo, Proben, Konzerte oder Interviews mit zwei Personen im Halbkreis ist das ein bewährtes Prinzip. Laufzeitunterschiede wie bei AB-Aufstellungen entstehen nicht.
Mit 135 dB SPL verträgt die Kapsel auch laute Quellen wie Bläser, Verstärker oder ein Schlagzeug im Raum. Ein Windschutz liegt laut Zoom bei, für Außenaufnahmen ist trotzdem ein zusätzlicher Fellwindschutz sinnvoll.
Gegenüber einem kleinen Stereo-Recorder bietet die feste Kapsel einen praktischen Vorteil: Du musst nichts montieren oder umstecken. Einschalten, Aufnahme starten und das Gerät auf die Quelle richten genügt, wenn es schnell gehen muss.
Zwei XLR/TRS-Eingänge mit F-Serien-Vorverstärkern
Unten am Gerät sitzen zwei Kombibuchsen für XLR und Klinke. Laut Zoom stammen die Vorverstärker aus der F-Serie, das äquivalente Eingangsrauschen liegt bei −127 dBu. Die Eingangsimpedanz beträgt 3 Kiloohm, als Maximalpegel nennt Zoom +4 dBu am Mikrofon- und +24 dBu am Line-Eingang.

Phantomspeisung ist mit 24 oder 48 Volt möglich, Zoom nennt dafür insgesamt bis zu 10 Milliampere. Das reicht für typische Kondensatormikrofone, bei zwei stromhungrigen Modellen gleichzeitig solltest du die Angaben deiner Mikrofone vorher prüfen.
Zusätzlich gibt es eine 3,5-Millimeter-Buchse mit Plug-in-Power für Lavaliermikrofone. Damit lassen sich ein Ansteckmikrofon und zwei XLR-Mikrofone neben der eingebauten Kapsel nutzen, solange die Spuranzahl reicht.
Weil die Vorverstärker aus der F-Serie stammen, ist der M4 auch für leise Quellen mit dynamischen Mikrofonen interessant. Ein Sprecher mit einem Shure SM7B oder einem anderen pegelschwachen Mikrofon profitiert vom niedrigen Eigenrauschen mehr als eine laute Bühnenquelle.
Vier Spuren in 32-Bit-Float
Der M4 nimmt laut Zoom bis zu vier Spuren auf. Die Formate reichen von 44,1 über 48 bis 192 kHz, dazu kommen 47,952 und 48,048 kHz für Pull-up- und Pull-down-Workflows beim Film. Gespeichert wird in 32-Bit-Float mit BWF- und iXML-Metadaten.

Wie bei den F-Recordern arbeiten pro Eingang zwei Wandler. Einen Gain-Regler zum Einpegeln vor der Aufnahme brauchst du deshalb nicht. Laute Ausreißer, etwa ein plötzliches Lachen im Interview, lassen sich in der Bearbeitung wieder absenken, ohne dass die Wellenform abgeschnitten ist.
Gespeichert wird auf microSD-Karten bis 1 Terabyte. Das Display misst laut Zoom 1,54 Zoll bei 240 × 240 Bildpunkten. Für ein Handheld-Gerät ist das klein, für Pegelanzeigen und Menüs aber ausreichend.
Die Wahl zwischen den Abtastraten hängt vom Einsatz ab. Für Video und Podcast sind 48 kHz der Standard, 96 oder 192 kHz lohnen sich vor allem für Sounddesign, bei dem du Aufnahmen später stark verlangsamen oder tonal verändern willst. Höhere Raten erzeugen größere Dateien, was bei einer großen microSD-Karte aber kaum ins Gewicht fällt.
Timecode und Kamera-Anbindung
Ein klares Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen Handheld-Recordern ist der Timecode-Anschluss. Laut Zoom gibt es eine 3,5-Millimeter-Buchse für Ein- und Ausgang mit einer Genauigkeit von ±0,2 ppm. Unterstützt werden Bildraten von 23,976 bis 30 fps einschließlich Drop-Frame.
Damit kannst du Ton und Bild in der Postproduktion automatisch anlegen, statt Spuren per Klappe oder Wellenform auszurichten. Ein Line-Ausgang mit +1 dBu bei 110 Ohm speist zusätzlich ein Referenzsignal in die Kamera.
Ferngesteuert wird der M4 auf Wunsch über die Zoom-Fernbedienungen RC2, RC4, RCH-5 oder RCH-6. Für Filmton mit Kamera ist das eine Ausstattung, die sonst eher bei Feldrecordern ohne eingebaute Kapsel zu finden ist.
Ohne Timecode-Quelle bleibt die klassische Synchronisierung über die Wellenform oder eine Klappe. Für einfache YouTube-Produktionen reicht das häufig, bei Mehrkamera-Drehs oder längeren Interviews spart Timecode in der Postproduktion aber spürbar Zeit.
USB-Interface, Kopfhörer und Lautsprecher
Per USB arbeitet der M4 als Audio-Interface mit vier Eingängen und zwei Ausgängen bei 48 kHz in 24 Bit oder 32-Bit-Float. Laut Zoom kann er dabei gleichzeitig auf die Karte aufnehmen. Unter Android steht 32-Bit-Float im Interface-Betrieb nicht zur Verfügung.

Den Kopfhörerausgang gibt Zoom mit 20 Milliwatt an 32 Ohm an. Ein eingebauter Lautsprecher mit 500 Milliwatt erlaubt das schnelle Abhören einer Aufnahme ohne Kopfhörer.
Für Podcaster ergibt sich daraus ein flexibles Doppelspiel: Unterwegs ist der M4 ein Recorder, am Schreibtisch ein kleines Interface mit Sicherungsaufnahme. Für ein festes Studio-Setup mit vielen Mikrofonen bleibt ein klassisches Interface oder ein Podcast-Mixer allerdings komfortabler.
Praktisch ist die Sicherungsaufnahme im Interface-Modus: Stürzt die Software am Rechner ab, liegt die Aufnahme trotzdem auf der Karte. Für Livestreams oder Online-Interviews ist das eine einfache Absicherung, ohne einen zweiten Recorder mitlaufen zu lassen.
Strom, Laufzeit und Gewicht
Der M4 läuft mit vier AA-Zellen, dem Netzteil AD-17 oder über USB. Bei zwei Spuren gibt Zoom etwa 19 Stunden mit Alkaline-Batterien, 14,5 Stunden mit NiMH-Akkus und 31 Stunden mit Lithium-Zellen an. Bei vier Spuren sinken die Werte auf 10, 8,5 und 18,5 Stunden.

Die Leistungsaufnahme liegt laut Zoom bei bis zu 5 Watt. Das Gehäuse misst 70,2 × 206,2 × 47 Millimeter und wiegt mit Batterien 325 Gramm. Damit ist der M4 länger als klassische Handheld-Recorder, liegt dafür aber gut in der Hand.
Für lange Drehtage mit zwei Spuren reichen Lithium-Zellen problemlos über einen kompletten Arbeitstag. Mit Phantomspeisung für zwei Kondensatormikrofone ist mit kürzeren Laufzeiten zu rechnen, Zoom nennt die Werte ohne Phantomspeisung.
Die AA-Versorgung hat den Vorteil, dass du Ersatzzellen überall bekommst. Mit wiederaufladbaren NiMH-Akkus bleibt der Betrieb günstig, mit einer Powerbank am USB-Anschluss lässt sich die Laufzeit zusätzlich verlängern.
Für wen lohnt sich der Zoom M4?
Der M4 lohnt sich für Videografen und Reporter, die ein Gerät mit eigener Stereokapsel, zwei XLR-Eingängen und Timecode suchen. In dieser Kombination ist er im Handheld-Segment ungewöhnlich, gerade weil auch 32-Bit-Float und vier Spuren dazugehören.
Wer nur Stereo-Atmo braucht und keine XLR-Eingänge, findet beim Zoom H1essential ein deutlich günstigeres Gerät. Der Zoom H6studio bietet mehr Eingänge und wechselbare Kapseln, der Zoom F3 hat zwei XLR-Eingänge ohne eigene Kapsel und ist deutlich kleiner.
Für Musiker, die mehrspurig Songideen schichten wollen, ist der Zoom R4 MultiTrak mit Fadern und Bounce-Spur die passendere Wahl. Der M4 ist ein Aufnahmewerkzeug, kein Mini-Studio.
Für den Preis von 159 Euro ist das Gesamtpaket bemerkenswert. Wenn du Timecode nicht brauchst und auch keine XLR-Mikrofone besitzt, zahlst du allerdings für Funktionen, die ungenutzt bleiben. Umgekehrt wächst der M4 mit: Wer heute nur mit der eingebauten Kapsel aufnimmt, kann später ein Lavalier, zwei XLR-Mikrofone und eine Timecode-Quelle ergänzen, ohne das Gerät zu wechseln. Gerade für Einsteiger in Video und Reportage ist diese Reserve ein Argument.
Fazit: Zoom M4 MicTrak
Sehr gutDer Zoom M4 MicTrak verbindet eine XY-Kapsel bis 135 dB SPL mit zwei XLR/TRS-Eingängen, vier Spuren in 32-Bit-Float und Timecode. Für Filmton, Reportage und mobile Podcasts ist das ein ungewöhnlich vollständiges Paket im Handheld-Format. Die kleine Anzeige und das längliche Gehäuse sind die Kompromisse.
Kaufen, wenn …
- du Ton zur Kamera mit Timecode aufnehmen willst
- du eine eingebaute Stereokapsel plus zwei XLR-Eingänge brauchst
- du ohne Einpegeln aufnehmen möchtest
- du einen Recorder auch als USB-Interface nutzen willst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du nur Stereo-Atmo ohne XLR brauchst
- du mehr Eingänge und wechselbare Kapseln willst
- du nur XLR-Mikrofone anschließt
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Alternativen zum Zoom M4 MicTrak
Tascam FR-AV2
Note 8,0 von 10
Der Tascam FR-AV2 vereint zwei rauscharme XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und Timecode in einem kleinen Gehäuse. Für Filmer, die Bild und Ton synchronisieren, ist das ein starkes Paket. Bluetooth kostet extra, mehr als zwei Spuren gibt es nicht.
Zoom H1 XLR
Note 7,9 von 10
Der Zoom H1 XLR bringt zwei verriegelbare XLR-Eingänge, 32-Bit-Float ohne Einpegeln und ein USB-Interface in ein Gehäuse von 164 Gramm. Es gibt kaum einen günstigeren Weg zu externen Mikrofonen mit dieser Aufnahmetechnik. Eine eingebaute Kapsel und Timecode fehlen.
Häufige Fragen zum Zoom M4 MicTrak
Hat der Zoom M4 Timecode?
Ja, über eine 3,5-Millimeter-Buchse für Ein- und Ausgang mit ±0,2 ppm Genauigkeit laut Zoom.
Wie viele Spuren nimmt der M4 auf?
Bis zu vier Spuren in 32-Bit-Float mit bis zu 192 kHz.
Welche Phantomspeisung bietet der M4?
24 oder 48 Volt mit insgesamt bis zu 10 Milliampere laut Zoom.
Lässt sich ein Lavaliermikrofon anschließen?
Ja, die 3,5-Millimeter-Buchse liefert Plug-in-Power.
Wie lange laufen die Batterien?
Bei zwei Spuren etwa 19 Stunden mit Alkaline und 31 Stunden mit Lithium-Zellen, bei vier Spuren 10 beziehungsweise 18,5 Stunden.
Gibt es den M4 bei Thomann?
Im deutschen Thomann-Shop war er am 24.10.2026 nicht gelistet, bei Amazon kostete er 159 Euro.
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