
Der Zoom H1 XLR bringt zwei verriegelbare XLR-Eingänge, 32-Bit-Float ohne Einpegeln und ein USB-Interface in ein Gehäuse von 164 Gramm. Es gibt kaum einen günstigeren Weg zu externen Mikrofonen mit dieser Aufnahmetechnik. Eine eingebaute Kapsel und Timecode fehlen.
- Eingänge2 × XLR
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 96 kHz
- Rauschen (EIN)−122 dBu
- Gewicht164 g
Auf einen Blick
Vorteile
- 2 XLR/Klinke-Combo mit 48 V Phantom
- 32-Bit-Float mit zwei Wandlern
- Sprachführung und USB-Interface
Nachteile
- EIN nur −122 dBu
- Kein eingebautes Mikrofon
- Netzteil nicht im Lieferumfang
Technische Daten
| Hersteller | Zoom |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| XLR-Eingänge | 2 |
| Spuren | 2 |
| Max. Sample-Rate | 96 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✗ |
| EIN (Eigenrauschen) | -122 dBu(A) |
| Aufnahmeformat | WAV (BWF) |
| Batterie / Stromversorgung | 2 × AA oder USB-C |
| Gewicht | 164 g |
| Eingänge (Details) | 2 (XLR/Klinke-Combo) |
| Abmessungen | 62,1 × 107 × 39,3 mm |
Der Zoom H1 XLR (Werbelink) ist ein kompakter Zweispur-Rekorder ohne eingebaute Mikrofone. Statt einer XY-Kapsel sitzen oben zwei verriegelbare XLR/Klinke-Kombibuchsen, dazu kommt ein Stereo-Miniklinkeneingang. Aufgezeichnet wird immer in 32-Bit-Float, die Vorverstärkung musst du also nicht einstellen.
Thomann führt das Gerät seit September 2024. Damit ist der H1 XLR der günstigste Weg zu zwei XLR-Eingängen mit 32-Bit-Float im Zoom-Programm. Grundlage dieses Testberichts sind die Herstellerdaten von Zoom und die Thomann-Produktseite.
Zwei XLR-Eingänge statt eingebauter Kapsel
Der Name verrät das Konzept: Der H1 XLR ist für externe Mikrofone gebaut. Beide Kombibuchsen nehmen XLR- und 6,3-Millimeter-Stecker auf und rasten XLR-Kabel ein, sodass sie sich am Kamera-Rig nicht versehentlich lösen. Pro Eingang wählst du per Hardwareschalter zwischen Mikrofon- und Line-Pegel.

Im Mikrofonbetrieb liefern die Eingänge 48 Volt Phantomspeisung, laut Zoom mit insgesamt höchstens 10 Milliampere für beide Kanäle. Für die meisten Kondensatormikrofone reicht das. Das Eigenrauschen gibt Zoom mit −122 dBu oder besser an, gemessen mit IHF-A-Bewertung an 150 Ohm.
Der maximale Eingangspegel liegt bei +4 dBu für Mikrofone und +24 dBu für Line-Signale. Damit nimmt der H1 XLR auch den symmetrischen Ausgang eines Mischpults ohne Übersteuerung auf. Die Eingangsimpedanz beträgt mindestens 2,7 Kiloohm im Mikrofonbetrieb und 1 Kiloohm bei Line.
Zusätzlich gibt es einen Stereo-Miniklinkeneingang mit 2 Kiloohm Impedanz und 2,5 Volt Plug-in-Power. Ansteckmikrofone, Kameramikrofone oder ein Smartphone lassen sich dort direkt anschließen.
32-Bit-Float mit zwei Wandlern
Zoom setzt pro Kanal zwei A/D-Wandler ein, einen für leise und einen für laute Signale. Das Gerät kombiniert beide zu einer 32-Bit-Float-Datei. Einen Gain-Regler gibt es deshalb nicht; laut Datenblatt ist eine Anpassung der Eingangsverstärkung schlicht unnötig.

Aufgenommen wird als WAV mit 44,1, 48 oder 96 kHz, wahlweise in Stereo oder Mono. Zoom unterstützt BWF- und iXML-Metadaten, die Schnittprogramme beim Import auswerten. Andere Wortbreiten als 32-Bit-Float bietet der Rekorder nicht, ebenso wenig MP3.
In der Praxis bedeutet das: Ein leiser Sprecher und ein lauter Lacher landen in derselben Datei, ohne dass du nachregeln musst. Im Schnittprogramm ziehst du die Lautstärke danach auf das gewünschte Maß. Achten solltest du nur darauf, dass die Software 32-Bit-Float-Dateien öffnen kann.
Bedienung, Display und Barrierefreiheit
Ein OLED-Display mit 128 × 64 Bildpunkten zeigt eine Echtzeit-Wellenform der laufenden Aufnahme. Ein eingebauter Mixer regelt die Lautstärke der einzelnen Spuren für das Abhören, ohne die Rohdaten zu verändern.

Eine Besonderheit ist die Sprachführung für blinde und sehbehinderte Menschen. Menüpunkte werden über den eingebauten Lautsprecher oder den Kopfhörer angesagt. Zoom nennt dafür Englisch, Spanisch, Französisch, Japanisch, Deutsch, Italienisch und Chinesisch; für andere Sprachen als Englisch ist ein Download aus dem Supportbereich nötig.
Der elliptische Lautsprecher misst 20 × 30 Millimeter und leistet laut Zoom maximal 250 Milliwatt. Für die kurze Kontrolle einer Aufnahme genügt das, für eine ernsthafte Beurteilung des Klangs brauchst du Kopfhörer. Unten am Gehäuse sitzt ein Stativgewinde mit 1/4 Zoll.
Ausgang, USB und Stromversorgung
Der Kopfhörerausgang ist eine Stereo-Miniklinke mit eigenem Lautstärkeregler und liefert 20 Milliwatt pro Kanal an 32 Ohm. Laut Zoom dient dieselbe Buchse auch als Line-Ausgang, etwa um den Ton direkt in eine Kamera zu speisen.
Über USB-C arbeitet der H1 XLR als Audio-Interface an PC, Mac, iOS und Android. Zoom gibt USB Audio Class 1.0 mit zwei Ein- und zwei Ausgängen an, bei 44,1 oder 48 kHz in 16 Bit oder 32-Bit-Float. Gleichzeitig kann der Rekorder auf die Karte schreiben, was bei Livestreams eine Sicherheitskopie liefert.
Am Smartphone nimmst du so den Ton der beiden XLR-Mikrofone direkt in die Video-App auf. Zoom weist darauf hin, dass ein USB-Kabel mit Datenleitungen nötig ist; reine Ladekabel funktionieren nicht.
Der H1 XLR läuft mit zwei AA-Zellen oder über USB-C, auch an einer Powerbank. Optional versorgt ihn das Netzteil AD-17, das Thomann als nicht im Lieferumfang enthalten aufführt. Die Leistungsaufnahme beträgt laut Zoom höchstens 2,5 Watt.
Ohne Phantomspeisung nennt Zoom etwa 12 Stunden mit Alkaline-Batterien, 11 Stunden mit NiMH-Akkus und 19 Stunden mit Lithium-Zellen. Gemessen wurde mit beiden Eingängen bei 48 kHz, ohne Kopfhörer und mit aktivem Stromsparmodus.
Mit Phantomspeisung an einem Eingang sinken die Werte auf rund 4, 3 und 9 Stunden. Für einen langen Drehtag mit Kondensatormikrofon solltest du also Ersatzbatterien oder eine Powerbank einpacken. Dynamische Mikrofone und Lavaliers mit Plug-in-Power schonen die Batterien deutlich.
Speicher, Maße und Lieferumfang
Aufgezeichnet wird auf microSDHC-Karten mit 4 bis 32 Gigabyte oder microSDXC-Karten mit 64 Gigabyte bis 1 Terabyte. Bei 48 kHz und 32-Bit-Float in Stereo reicht eine große Karte für viele Drehtage.

Das Gehäuse misst laut Zoom 62,1 × 107 × 39,3 Millimeter und wiegt mit Batterien 164 Gramm. Damit passt der H1 XLR auf einen Blitzschuh oder in eine Jackentasche. Eine passende microSD-Karte und Batterien gehören in die Einkaufsliste, falls noch nichts davon im Haus ist. Das Netzteil AD-17 liefert laut Zoom 5 Volt bei 1 Ampere und ist ebenfalls bei Thomann erhältlich.
Im Line-Betrieb nennt Zoom ein Eingangsrauschen von −100 dBu oder besser bei 600 Ohm. Das ist für Mischpultsignale mit hohem Pegel unkritisch, weil der Nutzpegel dort weit über dem Rauschen liegt. Bei sehr leisen Quellen gehört das Signal dagegen in die Mikrofonstellung, die deutlich rauschärmer arbeitet.
Vergleich mit H1essential, H4essential und F3
Der Zoom H1essential (Werbelink) nutzt dasselbe 32-Bit-Float-Prinzip, hat aber eine eingebaute XY-Kapsel und keine XLR-Buchsen. Laut Produktdatenbank wiegt er nur 92 Gramm. Wer ausschließlich mit dem eingebauten Stereomikrofon arbeitet, ist dort besser aufgehoben.
Der Zoom H4essential (Werbelink) kombiniert eine XY-Kapsel mit zwei XLR-Eingängen in einem etwas größeren Gehäuse von 226 Gramm laut Produktdatenbank. Für Musiker, die neben externen Mikrofonen auch die Raumatmosphäre einfangen wollen, ist er die vielseitigere Wahl.
Der Zoom F3 (Werbelink) ist der professionelle Zwilling: zwei XLR-Eingänge, 32-Bit-Float und ein Eigenrauschen von −127 dBu laut Produktdatenbank, ebenfalls bis 192 kHz. Er kostet mehr, rauscht aber weniger. Ebenfalls zwei XLR-Eingänge und Timecode bietet der Tascam FR-AV2 (Werbelink).
Typische Einsätze: Für wen lohnt sich der Zoom H1 XLR?
Für Video ist der H1 XLR ein naheliegender Begleiter: Ein Richtmikrofon wie das Rode NTG oder ein Funkempfänger hängt am XLR-Eingang, der Rekorder sitzt auf der Kamera und speist ihren Toneingang. Durch 32-Bit-Float bleibt ein überraschend lauter Moment unverzerrt.

Für Podcasts unterwegs schließt du zwei dynamische Mikrofone wie das Shure SM58 (Werbelink) an. Beide Spuren landen als Stereodatei oder als zwei Monospuren auf der Karte. Ein Kondensatormikrofon wie das Rode NT5 (Werbelink) funktioniert ebenfalls, kostet aber Laufzeit.
Musiker nehmen über die Line-Einstellung die Stereosumme eines Mischpults auf. Mit +24 dBu maximalem Eingangspegel ist dabei genug Reserve vorhanden.
Der H1 XLR passt zu Filmern, Podcastern und Musikern, die bereits gute Mikrofone besitzen und einen kleinen, günstigen Rekorder mit 32-Bit-Float suchen. Die Bedienung ist auf das Nötigste reduziert, die Sprachführung macht ihn zudem für sehbehinderte Menschen zugänglich.
Weniger geeignet ist er, wenn du ohne externes Mikrofon aufnehmen willst, denn eine eingebaute Kapsel fehlt. Auch Timecode, mehr als zwei Spuren oder höhere Abtastraten als 96 kHz bietet er nicht. Dafür sind teurere Feldrekorder die richtige Adresse.
Ein Tipp zum Schluss: Weil 32-Bit-Float-Dateien größer sind als 24-Bit-Aufnahmen, lohnt sich eine Karte mit reichlich Kapazität. Prüfe vor dem ersten Projekt außerdem, ob dein Schnittprogramm das Format sauber importiert und die Spuren korrekt normalisiert.
Fazit: Zoom H1 XLR
GutDer Zoom H1 XLR bringt zwei verriegelbare XLR-Eingänge, 32-Bit-Float ohne Einpegeln und ein USB-Interface in ein Gehäuse von 164 Gramm. Es gibt kaum einen günstigeren Weg zu externen Mikrofonen mit dieser Aufnahmetechnik. Eine eingebaute Kapsel und Timecode fehlen.
Kaufen, wenn …
- du zwei XLR-Mikrofone mobil aufnehmen willst
- du dich nicht um das Einpegeln kümmern möchtest
- du einen kleinen Rekorder für die Kamera suchst
- du eine Sprachführung im Menü brauchst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du vor allem mit eingebautem Stereomikrofon aufnimmst
- du XY-Kapsel und XLR-Eingänge kombinieren willst
- du weniger Eigenrauschen und 192 kHz brauchst
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Alternativen zum Zoom H1 XLR
Tascam FR-AV2
Note 8,0 von 10
Der Tascam FR-AV2 vereint zwei rauscharme XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und Timecode in einem kleinen Gehäuse. Für Filmer, die Bild und Ton synchronisieren, ist das ein starkes Paket. Bluetooth kostet extra, mehr als zwei Spuren gibt es nicht.
Zoom M4 MicTrak
Note 8,0 von 10
Der Zoom M4 MicTrak verbindet eine XY-Kapsel bis 135 dB SPL mit zwei XLR/TRS-Eingängen, vier Spuren in 32-Bit-Float und Timecode. Für Filmton, Reportage und mobile Podcasts ist das ein ungewöhnlich vollständiges Paket im Handheld-Format. Die kleine Anzeige und das längliche Gehäuse sind die Kompromisse.
Häufige Fragen zum Zoom H1 XLR
Hat der Zoom H1 XLR ein eingebautes Mikrofon?
Nein. Er hat zwei XLR/Klinke-Kombieingänge und einen Stereo-Miniklinkeneingang, aber keine eingebaute Kapsel.
Muss der Pegel eingestellt werden?
Nein. Zwei Wandler pro Kanal und 32-Bit-Float machen laut Zoom eine Gain-Einstellung überflüssig.
Gibt es Phantomspeisung?
Ja, 48 Volt an den XLR-Eingängen, dazu 2,5 Volt Plug-in-Power am Miniklinkeneingang.
Wie lange halten die Batterien?
Laut Zoom etwa 12 Stunden mit Alkaline ohne Phantomspeisung und rund 4 Stunden mit Phantomspeisung an einem Eingang.
Funktioniert der H1 XLR als Audio-Interface?
Ja, mit zwei Ein- und zwei Ausgängen bei 44,1 oder 48 kHz an PC, Mac, iOS und Android, auch parallel zur Aufnahme auf Karte.
Welche Speicherkarten passen?
microSDHC von 4 bis 32 GB und microSDXC von 64 GB bis 1 TB.
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