Zoom F3

Zoom F3 im Test – Vorschaubild des Videos
9,0
UrteilHervorragendNote 9,0 von 10

Winziger 2-Kanal-Feldrekorder mit hervorragender 32-Bit-Float-Qualität. Für Filmer die einfachste Lösung gegen schlechten Ton.

  • Eingänge2 × XLR
  • Aufnahme32-Bit-Float
  • Sample­ratebis 192 kHz
  • Rauschen (EIN)−127 dBu
  • Gewicht242 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Extrem kompakt, ideal für Filmer
  • Hervorragende Aufnahmequalität mit 32-Bit-Float, kein Einpegeln
  • Sehr schnell einsatzbereit und zuverlässig
  • Ausgang auf Mic-Pegel direkt zur Kamera

Nachteile

  • Nur 2 Eingänge
  • Monochromes Display
  • Bluetooth/Timecode nur mit optionalem BTA-1

Technische Daten

Technische Daten: Zoom F3
HerstellerZoom
Preisklassemittel
XLR-Eingänge2
Spuren2
Max. Sample-Rate192 kHz
Auflösung32-bit float
32-Bit-Float✓
Eingebautes Mikrofon✗
Max. Gain75 dB
EIN (Eigenrauschen)-127 dBu(A)
Dynamikumfang131 dB(A)
Frequenzbereich10 Hz – 80 kHz
AufnahmeformatWAV (BWF)
Batterie / Stromversorgung2 × AA (ca. 2–7 h) oder USB-C
Gewicht242 g
Eingänge (Details)2
Abmessungen75 × 77,3 × 47,8 mm

Das Video zum Test

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Zwei XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und ein Gehäuse, das kaum größer ist als ein Zauberwürfel: Der Zoom F3 (Werbelink) ist der kleine Bruder des F6 und will vor allem Filmern den Ton-Stress abnehmen. Ich habe ihn in einem ausführlichen Video getestet, unter anderem mit einem Shure SM7B und einem Sennheiser MKH 8050, und direkt mit meinem F6 verglichen. Hier erfährst du, was der Winzling kann, wo er spart und für wen er die bessere Wahl ist.

Verarbeitung und Gehäuse

Mit 75 × 77,3 × 47,8 mm und 242 g inklusive Batterien ist der F3 der kleinste Rekorder der F-Serie. Das Metallgehäuse hat seitliche Schutzbügel, Gummifüße und ein Stativgewinde, und durch die kompakte Form wirkt er in der Hand schwerer, als die Zahl vermuten lässt. Mein Eindruck: Er ist ziemlich massiv gebaut, die verriegelbaren XLR-Buchsen sitzen fest und fühlen sich sehr hochwertig an. An den Ösen kannst du ihn mit einem Band am Arm, am Gürtel oder an einer Tonangel befestigen, was bei so einem kleinen Gerät richtig praktisch ist.

Es gibt aber auch Stellen, an denen Zoom gespart hat. Den Batterieschacht finde ich schwer zu öffnen, und er wirkt nicht ganz so hochwertig wie der Rest. Auch die Abdeckung des microSD-Slots ist etwas wackelig geraten. Hinter einer weiteren Abdeckung sitzt der Anschluss für den optionalen Bluetooth-Adapter BTA-1. Die Startzeit ist dafür wirklich unfassbar schnell.

Display und Bedienung

Oben sitzt ein blau beleuchtetes, monochromes LCD mit 96 × 64 Pixeln. Es zeigt die Eingänge in Echtzeit als Wellenform an, was beim Kontrollieren der Aufnahme sehr hilft. Man kann alles erkennen, besonders ist das Display aber nicht, und neben dem Farbdisplay des F6 spielt es klar in einer anderen Liga. Die rote Aufnahme-LED leuchtet dafür sehr hell und ist auch in heller Umgebung gut zu sehen, sodass du immer weißt, ob gerade aufgenommen wird.

Bedient wird der F3 über wenige Tasten, Plus/Minus, eine Zahnrad-Taste für die Kanaleinstellungen und einen Hold-Schieber als Tastensperre. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt, sind mir aber etwas zu klein. Die Zahnrad-Taste finde ich relativ schwer zu erreichen. Das Menü selbst ist übersichtlich: Samplerate, Mono- oder Stereodateien, Vorab-Aufnahme, ein kurzes Signal beim Start und Stopp, Line-Out-Pegel, Line-Out-Limiter und Line-Out-Delay, USB-Audio-Interface, Bluetooth sowie Test und Formatierung der Speicherkarte. Pro Kanal stellst du Mikrofon, Mikrofon mit 24 oder 48 V Phantomspeisung oder Line ein, dazu Hochpassfilter, Phasenumkehr und Verzögerung.

Wichtig zu wissen: Plus und Minus sind keine Gain-Regler. Sie verändern nur die Darstellung der Wellenform und die digitale Lautstärke für Kopfhörer und Line-Out. Die Vorab-Aufnahme habe ich auf drei Sekunden gestellt. Drückst du auf Aufnahme, sind die letzten Sekunden schon im Kasten, und bei mir lief die Aufnahme innerhalb von drei, vier Sekunden nach dem Einschalten.

32-Bit-Float in der Praxis

Wie der F6 arbeitet der F3 mit zwei AD-Wandlern pro Eingang (Dual-AD-Converter). Einer ist für leise Signale zuständig, einer für laute, und beides landet in einer 32-Bit-Float-Datei mit riesigem Dynamikumfang. Eine Gain-Einstellung gibt es am Gerät nicht, du musst also gar nichts einpegeln, und ein Übersteuern ist praktisch ausgeschlossen. Aufgenommen wird als WAV mit 44,1 bis 192 kHz, mono oder stereo, mit BWF- und iXML-Metadaten.

Gerade beim Filmen ist das ein Segen. Mein Fazit aus dem Test: Solange die Kabel sitzen und die Mikrofone einigermaßen vernünftig angebracht sind, wirst du nie wieder schlechten Ton haben, nie wieder übersteuern und nie wieder zu laut oder zu leise aufnehmen. Die Lautstärke passt du später im Schnitt- oder Audioprogramm an. Ich nehme mit 96 kHz auf. Außerdem habe ich getestet, was passiert, wenn mitten in der Aufnahme der Akku leer geht: Die Tonspur bleibt erhalten.

Anschlüsse und Funktionen

Der F3 hat zwei verriegelbare XLR-Eingänge, Combo-Buchsen für Klinke gibt es nicht. Die Phantomspeisung liefert 24 oder 48 V, insgesamt stehen für beide Kanäle zusammen 10 mA zur Verfügung. Dazu kommen ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang, ein 3,5-mm-Line-Out mit eigener Lautstärke, ein microSD-Slot für Karten bis 1 TB und eine USB-C-Buchse für Strom, Datentransfer und den Betrieb als Audio-Interface.

Richtig praktisch ist der Line-Out: Den Ton kannst du direkt an quasi jede Kamera ausgeben, auch an Consumer-Kameras mit analogem Mikrofoneingang, weil der F3 hier nach meinem Test Mikrofonpegel liefert. Ein Line-Out-Limiter begrenzt zu laute Spitzen, damit der Kameraeingang nicht übersteuert.

Am Computer, iPad oder iPhone arbeitet der F3 als 2-in/2-out-Interface mit bis zu 96 kHz, ab Firmware 2.0 auch in 32-Bit-Float, inklusive Loopback-Funktion für Streams. Mit dem optionalen BTA-1 kannst du ihn per App unter iOS und Android fernsteuern, Kanäle einstellen und die Aufnahme starten. Timecode gibt es nur über Zubehör, über Bluetooth mit einem passenden Timecode-Gerät oder über den Timecode-Adapter TCA-1, und im Menü ist die Funktion eher rudimentär. Ich selbst nutze den BTA-1 nicht und brauche ihn auch nicht.

Klang und Vorverstärker

Die Preamps des F3 sind laut meinem Test quasi eins zu eins dieselben wie im F6, mit einem Eigenrauschen von −127 dBu oder weniger und 75 dB Verstärkung. Deshalb habe ich mir einen Klangvergleich zwischen den beiden gespart. Getestet habe ich den F3 mit dem Sennheiser MKH 8050 als Kleinmembran-Kondensator und mit dem Shure SM7B als sehr leisem dynamischem Mikrofon, das gute Preamps braucht.

Mein Urteil: Die Preamps sind wirklich ziemlich gut und für alle Mikrofone, die es so gibt, absolut ausreichend. Am SM7B hört sich der F3 nicht nur ausreichend, sondern optimal an, und mit dem MKH 8050 ergibt er ein hochprofessionelles Setup für Filmton. Im Vergleich zu meinem alten Zoom H5 (Werbelink) kann der F3 mindestens genauso viel, abgesehen von den aufsteckbaren Mikrofonkapseln, hat aber deutlich bessere Preamps und arbeitet wesentlich schneller. Den Kopfhörerverstärker finde ich gar nicht so schlecht. Er liefert 50 mW pro Kanal an 32 Ohm.

Akku und Stromversorgung

Der F3 läuft mit zwei AA-Batterien oder -Akkus (Alkali, NiMH oder Lithium) oder über USB-C, zum Beispiel per Powerbank oder mit dem Netzteil AD-17. Meine eigenen Werte mit Eneloops: Mit zwei Kondensatormikrofonen an 48 V Phantomspeisung kommst du auf etwa anderthalb bis drei Stunden, mit nur einem dynamischen Mikrofon ohne Phantomspeisung auf ungefähr sieben Stunden. Mit einer Powerbank am USB-C-Port läuft er praktisch beliebig lange.

Die Herstellerwerte gehen in dieselbe Richtung: Ohne Phantomspeisung, ohne Kopfhörer und mit ausgeschalteter Display-Beleuchtung sind mit Alkali-Batterien etwa acht Stunden drin. Mit Kopfhörer und 48 V Phantomspeisung sind es nur noch rund zwei Stunden, mit NiMH-Akkus etwa drei. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 5 W. Im Menü stellst du den Batterietyp ein, damit die Anzeige möglichst genau ist.

F3 oder F6: Für wen ist der Zoom F3 geeignet?

Der F3 ist für mich eines der genialsten Geräte, die es für Filmer gibt: extrem kompakt, sehr schnell einsatzbereit, zuverlässig und mit hervorragender Aufnahmequalität. Und wie ich gern sage: Audio ist 50 Prozent vom Video. Du kannst noch so gute Kameras, Objektive und Licht haben, mit schlechtem Ton werden deine Videos nicht wirklich gut.

Bei der Frage F3 oder F6 ist meine Empfehlung klar. Bist du oft mobil oder draußen unterwegs, ist der F3 die eindeutig bessere Wahl, weil der F6 größer und schwerer ist und mehr Platz in der Tasche braucht. Arbeitest du dagegen stationär wie ich im Studio- oder Büro-Setup, rate ich zum F6, selbst wenn du nur ein oder zwei Mikrofone hast. Er hat die bessere Bedienung, die bessere Stromversorgung, und von vorn siehst du besser, ob er gerade aufnimmt. Brauchst du mehr als zwei Eingänge oder eingebaute Mikrofone, ist der F3 ohnehin nicht dein Gerät.

Bewertung im Detail

Verarbeitung8,5/10

Massives Metallgehäuse mit sehr hochwertigen, verriegelbaren XLR-Buchsen. Abzüge gibt es für den schwer zu öffnenden Batterieschacht und die wackelige microSD-Abdeckung.

Bedienung8,5/10

Übersichtliches Menü, Echtzeit-Wellenform und eine gut sichtbare Aufnahme-LED. Die Tasten sind mir etwas klein, und das monochrome Display ist zweckmäßig, aber nichts Besonderes.

Klang9,5/10

Dieselben Preamps wie im F6 mit −127 dBu EIN, dazu 32-Bit-Float bis 192 kHz. Am SM7B und am MKH 8050 klingt der F3 für mich hervorragend.

Ausstattung8,5/10

Interface-Betrieb mit 32-Bit-Float, Line-Out-Limiter und App-Steuerung sind stark. Es gibt aber nur zwei Eingänge, keine eingebauten Mikrofone, und Timecode und Bluetooth nur über Zubehör.

Akku8,5/10

Zwei AA-Zellen reichen bei mir für etwa 1,5 bis 7 Stunden, je nach Phantomspeisung. Per USB-C-Powerbank läuft er praktisch unbegrenzt.

Preis-Leistung9,0/10

In der Mittelklasse bekommst du hier die Preamp- und Wandlertechnik des größeren F6 im Mini-Format. Wer nur zwei Kanäle braucht, spart gegenüber dem F6 spürbar.

Gesamtnote9,0/10

Fazit: Zoom F3

Hervorragend
9,0

Der Zoom F3 ist ein winziger 2-Kanal-Feldrekorder mit hervorragender 32-Bit-Float-Qualität und für Filmer für mich die einfachste Lösung gegen schlechten Ton. In meinem Test hat er mit schneller Startzeit, zuverlässigen Aufnahmen und denselben guten Preamps wie der F6 überzeugt. Der Line-Out lässt sich direkt an Consumer-Kameras betreiben. Kleine Abzüge gibt es für den fummeligen Batterieschacht, die kleinen Tasten und das einfache Display. Wenn du mobil filmst und zwei Eingänge reichen, ist der F3 eine sehr gute Wahl. Wenn du stationär arbeitest, empfehle ich dir eher den F6.

Kaufen, wenn …

  • du mobil filmst und einen winzigen Rekorder für bis zu zwei XLR-Mikrofone suchst
  • du nie wieder einpegeln willst und dir 32-Bit-Float bis 192 kHz wichtig ist
  • du den Ton direkt in eine Consumer-Kamera einspeisen möchtest
  • du den Rekorder auch als kompaktes 2-Kanal-Interface am Rechner oder iPad nutzen willst

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du meist stationär arbeitest oder mehr als zwei Eingänge, Timecode-Buchse und Farbdisplay brauchst Zoom F6
  • du eingebaute Stereomikrofone und vier XLR-Combo-Eingänge zu einem deutlich niedrigeren Preis suchst Zoom H6essential
  • dir ein Lavalier-Rekorder ohne XLR-Eingänge für unterwegs reicht Zoom F2

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Alternativen zum Zoom F3

Zoom F6

9,3Hervorragend
Note 9,3 von 10

Der große Bruder mit denselben Preamps, aber sechs XLR-Eingängen, Farbdisplay, Timecode-Buchse und NP-F-Akkuschacht. Stationär ist er für mich die bessere Wahl, mobil ist er größer und schwerer.

Zoom H6essential

8,0Sehr gut
Note 8,0 von 10

Deutlich günstigerer 32-Bit-Float-Rekorder mit vier XLR/Klinke-Combos und eingebautem XY-Mikrofon. Die Preamps sind mit −120 dBu EIN schwächer, und bei 96 kHz ist Schluss.

Tascam Portacapture X8

8,5Sehr gut
Note 8,5 von 10

In meinem F3-Beitrag als Konkurrent genannt: 32-Bit-Float im Handyrekorder-Format mit mehreren Kanälen und eingebauten Mikrofonen. Einen eigenen Test des X8 habe ich bisher nicht gemacht.

Zoom F2

8,4Sehr gut
Note 8,4 von 10

Noch kleinerer 32-Bit-Float-Rekorder für Lavalier-Mikrofone mit 3,5-mm-Eingang statt XLR. Er ist sehr günstig, aber auf ein Ansteckmikrofon beschränkt.

Im Vergleich mit 10 anderen Audiorekordern

Häufige Fragen zum Zoom F3

Muss ich beim Zoom F3 einpegeln?

Nein. Dank 32-Bit-Float und zwei AD-Wandlern pro Eingang gibt es gar keine Gain-Einstellung. Plus und Minus verändern nur die Wellenform-Darstellung und die digitale Lautstärke für Kopfhörer und Line-Out.

Kann ich den F3 direkt an meine Kamera anschließen?

Ja, über den 3,5-mm-Line-Out. In meinem Test ließ sich der Ton direkt in eine Consumer-Kamera einspeisen, ohne dass es stark rauscht. Ein Line-Out-Limiter schützt dabei vor Übersteuerung im Kameraeingang.

Reichen die Preamps für ein Shure SM7B?

Ja. Ich habe das SM7B direkt am F3 ohne zusätzlichen Vorverstärker betrieben, und das Ergebnis war für mich nicht nur ausreichend, sondern optimal.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei Eneloops kam ich bei zwei Kondensatormikrofonen mit 48 V auf etwa 1,5 bis 3 Stunden, mit einem dynamischen Mikrofon ohne Phantomspeisung auf rund 7 Stunden. Per USB-C-Powerbank läuft er praktisch unbegrenzt.

Hat der Zoom F3 Timecode?

Nicht direkt. Timecode ist nur über Zubehör möglich: drahtlos mit dem Bluetooth-Adapter BTA-1 und einem kompatiblen Timecode-Gerät oder mit dem Timecode-Adapter TCA-1.

Welche Speicherkarten nimmt der F3?

microSDHC- und microSDXC-Karten bis 1 TB. Im Menü kannst du die Karte formatieren und testen, ob sie schnell genug ist.

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