Zoom F2

Zoom F2 im Test – Vorschaubild des Videos
8,4
UrteilSehr gutNote 8,4 von 10

Ein Quantensprung für Creator: winziger 32-Bit-Float-Lavalier-Rekorder, der einfach funktioniert. Nur die USB-Übertragung ist langsam.

  • Aufnahme32-Bit-Float
  • Sampleratebis 48 kHz
  • Gewicht32 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • 32-Bit-Float – keine Pegelregelung nötig
  • Sehr einfache Bedienung, sehr zuverlässig
  • Lavalier-Mikrofon im Lieferumfang
  • Lange Laufzeit mit AAA-Akkus

Nachteile

  • USB-C-Datenübertragung sehr langsam
  • Nur 3,5-mm-Eingang
  • Kein Display (Einstellungen per Software/App)

Technische Daten

Technische Daten: Zoom F2
HerstellerZoom
Preisklasseniedrig
XLR-Eingänge0
Spuren–
Max. Sample-Rate48 kHz
Auflösung32-bit float
32-Bit-Float✓
Eingebautes Mikrofon✗
Max. Gain–
EIN (Eigenrauschen)–
Dynamikumfang–
Frequenzbereich–
AufnahmeformatWAV (BWF)
Batterie / Stromversorgung2 × AAA (ca. 11 h mit Eneloops) oder USB-C
Gewicht32 g
Eingänge (Details)0
Abmessungen57,5 × 46,4 × 22,4 mm

Das Video zum Test

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Der Zoom F2 ist ein streichholzschachtelgroßer Rekorder für Lavalier-Mikrofone, der dank 32-Bit-Float ohne jede Pegelregelung auskommt. Ich habe ihn mir selbst gekauft, mehrere Wochen genutzt, die Laufzeit gemessen und ihn mit dem mitgelieferten Lavalier, dem Rode Lavalier GO und dem Rode VideoMic NTG getestet. Hier liest du, warum er für Creator wie mich ein riesiger Sprung ist und welche Kinderkrankheiten mich genervt haben.

Was der Zoom F2 kann

Der F2 nimmt Mono-WAV-Dateien mit 44,1 oder 48 kHz in 32-Bit-Float auf, mit BWF-Metadaten. 48 kHz reichen für Stimmaufnahmen und viele andere Aufnahmen in der Regel vollkommen aus. Möglich macht das ein System aus zwei AD-Wandlern: Einer ist für sehr leise Signale zuständig, der andere für sehr laute, und beides landet in einer 32-Bit-Datei mit riesigem Dynamikumfang. Einen Gain-Regler gibt es deshalb gar nicht. Den Pegel passt du später im Schnitt- oder Audioprogramm an.

Für Leute wie mich, die sich selbst aufnehmen, ist das super spannend. Während ich spreche, muss ich überhaupt nicht darauf achten, wie das Gerät ausgepegelt ist oder wie laut ich gerade rede. Ich klemme den F2 an, fange an zu quatschen und kümmere mich in der Nachbearbeitung um den Ton.

Die Anschlüsse sind schnell erklärt: ein 3,5-mm-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power, was für die meisten Lavalier-Mikrofone reicht, und ein 3,5-mm-Ausgang für Kopfhörer, den du auch als Line-Out nutzen kannst. Beide Buchsen haben ein Schraubgewinde, damit das Kabel nicht von allein herausrutscht. Dazu kommen ein microSD-Slot, der Karten bis 1 TB aufnimmt, und eine USB-C-Buchse für Strom, Dateitransfer und die Editor-Software. Zoom nennt außerdem eine besonders genaue interne Uhr, damit Ton und Video nicht auseinanderlaufen.

Gehäuse und Lieferumfang

Der F2 wiegt ohne Batterien 32 g. Mit Batterien ist er gefühlt gar nicht mehr so leicht, aber immer noch winzig. Hinten sitzt ein Gürtelclip, den ich für genau diesen Einsatz sehr praktisch finde: Das Lavalier läuft unter dem T-Shirt, Pulli oder Hemd, und der Rekorder steckt in der Tasche oder hinten am Gürtel, sodass man ihn von vorn nicht sieht. Den microSD-Slot verdeckt eine etwas komische Gummiabdeckung, das ist nicht super gelöst.

An anderer Stelle wird manchmal ein Wackelkontakt an den Buchsen oder ein billiges Batteriefach kritisiert. Bei meinem Exemplar hatte ich da überhaupt keine Probleme, und das Batteriefach fühlt sich für mich nicht billig an. Falls dein Gerät solche Probleme hat, schick es zurück und lass es reparieren oder austauschen.

Im Lieferumfang liegen das Lavalier-Mikrofon LMF-2 mit Windschutz und Mikrofonklemme sowie zwei Alkali-AAA-Batterien. Ohne die Klemme kannst du das Mikrofon gar nicht richtig befestigen. Das LMF-2 hat eine Kugelcharakteristik. Es ist nicht das beste Lavalier, eher im mittleren bis unteren Segment angesiedelt und klanglich mittelgut, aber für den Einstieg völlig brauchbar.

Bedienung und F2 Editor

Die einfache Bedienung finde ich an dem Gerät mit am wichtigsten. Ich schiebe den Schalter auf On, warte ein paar Sekunden, bis die Batterie-LED aufhört zu blinken, drücke die Aufnahmetaste, und der F2 nimmt auf. Mehr muss ich nicht tun. Stecke ich ihn in die Tasche, schiebe ich den Schalter noch auf Hold, dann kann ich drücken, was ich will, es wird nichts mehr verstellt.

Vorn gibt es Tasten für die Kopfhörerlautstärke, Play für die letzte Aufnahme, Stopp und die Aufnahmetaste. Ein Display hat der F2 nicht, stattdessen drei LEDs: Batterie, Eingang (zeigt an, ob Ton ankommt, und leuchtet rot, wenn es sehr laut wird) und Aufnahme/Wiedergabe. Drückst du bei aktiver Hold-Funktion eine Taste, blinkt die LED kurz auf.

Alles Weitere stellst du am PC oder Mac im F2 Editor ein: den 80-Hz-Lowcut, den ich nicht nutze, weil ich so etwas lieber in der Nachbearbeitung mache, eine Voreinstellung für die Kopfhörerlautstärke (bei mir +7 dB), 44,1 oder 48 kHz, das Muster für die Dateinamen, Datum und Uhrzeit, den Batterietyp für eine genauere Akku-LED und die Auto-Abschaltung zwischen Aus und 60 Minuten. Bei elf Stunden Laufzeit finde ich zehn Minuten angemessen. Außerdem kannst du die Karte formatieren und auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Das Übertragen der PC-Uhrzeit hat bei mir allerdings nicht richtig funktioniert.

F2 oder F2-BT?

Den F2 gibt es in Schwarz und Weiß und zusätzlich als F2-BT mit eingebautem Bluetooth. Ich habe mir die normale Version ohne Bluetooth selbst gekauft, das Gerät gehört also mir, und ich wurde für das Video von niemandem finanziert. Die BT-Version ist etwas teurer und läuft etwas kürzer.

Mit der kostenlosen App F2 Control kannst du den F2-BT drahtlos starten und stoppen, den Akkustand sehen, die Ausgangslautstärke regeln, den Lowcut schalten und weitere Einstellungen vornehmen, die am Gerät mit seinen wenigen Tasten sonst schwierig sind. Außerdem kann der F2-BT drahtlosen Timecode von einem kompatiblen Bluetooth-Timecode-Gerät empfangen und in die Dateien schreiben. Wenn du professioneller produzierst und mehrere Tonspuren hundertprozentig synchron haben willst, ist das sehr sinnvoll. Ich persönlich brauche das nicht.

Klang im Praxistest

Mit dem mitgelieferten LMF-2 bin ich durch die Wohnung gelaufen: vom Büro auf den Flur, ins hallige Badezimmer, ins Wohnzimmer mit laufendem Geschirrspüler und raus auf den Balkon mit vorbeifahrenden Autos. Spannend fand ich, dass ich nie am Gain drehen musste. Rede ich leiser, hebe ich die Spur später an. Rede ich bei Straßenlärm lauter, senke ich die Spur später ab, und die Störgeräusche wirken dadurch leiser. Selbst mit dem Mikrofon in einer Armlänge, etwa 60 cm entfernt, ließ sich meine leise Stimme noch gut verstärken.

Das Rode Lavalier GO klingt dem LMF-2 recht ähnlich, für mich vielleicht einen Hauch besser. Wenn du upgraden willst, wäre es eine erste Option. Es hat aber keinen Schraubverschluss, du musst also aufpassen, dass sich der Stecker nicht herauszieht. Zum Schluss habe ich noch das Shotgun-Mikrofon Rode VideoMic NTG per 3,5-mm-Klinke angeschlossen. Es sollte sich von der Qualität her noch etwas besser anhören, und auch damit finde ich das Ergebnis total angemessen. Den Kopfhörerausgang habe ich mit Sony-Kopfhörern betrieben, das funktionierte ohne Probleme.

Mein Urteil: Das ist nicht die absolute Oberklasse, aber gerade für Lavalier-Mikrofone, bei denen man sowieso kein Highend-Audio hat, finde ich das Ergebnis total in Ordnung. Und ich brauche mir keine Gedanken um Übersteuern oder zu leise Pegel zu machen. Das finde ich ziemlich genial.

Akku und Kinderkrankheiten

Der F2 läuft mit zwei AAA-Zellen (Alkali, Lithium oder NiMH) oder über USB-C. Meine Laufzeit von rund elf Stunden habe ich nicht abgelesen, sondern selbst gemessen und mir sogar aufgeschrieben: Mit Eneloops und dem originalen Lavalier kam ich auf 10 Stunden 59 Minuten, mit dem Rode Lavalier GO auf 11 Stunden 5 Minuten. Eneloops kannst du also bedenkenlos dauerhaft verwenden. Zoom nennt für Lavalier-Betrieb bei 48 kHz etwa 14 Stunden mit Alkali-, etwa 10 Stunden mit NiMH- und etwa 18 Stunden mit Lithium-Batterien.

Zum Zeitpunkt meines Tests hatte der F2 noch ein paar Kinderkrankheiten. Die Firmware war noch die Auslieferungsversion. Mehrmals ließ sich eine Aufnahme mit der Stopptaste nicht beenden. Erst wenn ich auf Aus geschoben habe, beendete er die Aufnahme nach 10 bis 20 Sekunden, gespeichert wurde sie in der Regel trotzdem. Das sah nach einem Softwarefehler aus. Ob er inzwischen behoben ist, habe ich nicht erneut getestet. Ein echter Minuspunkt ist auch die USB-Übertragung: Sie ist unglaublich langsam. Nimm die microSD-Karte lieber heraus und lies sie direkt am Computer aus.

Bewertung im Detail

Verarbeitung8,0/10

Winzig, leicht, mit Gürtelclip und verschraubbaren Buchsen. Bei meinem Exemplar gab es keine Wackler, nur die Gummiabdeckung des microSD-Slots ist nicht gut gelöst.

Bedienung8,5/10

Einschalten, Aufnahme drücken, fertig. Dazu kommen Hold-Schalter und ein praktischer PC-Editor. Abzüge gibt es für das fehlende Display und die Stopp-Probleme der frühen Firmware.

Klang8,0/10

32-Bit-Float macht Übersteuern und zu leise Pegel praktisch unmöglich. Klanglich keine Oberklasse, für Lavalier-Aufnahmen aber total in Ordnung.

Ausstattung7,5/10

Lavalier mit Windschutz und Klemme liegt bei, dazu Lowcut, microSD bis 1 TB und USB-C. Es gibt nur einen Mono-Eingang, kein Display und Bluetooth nur beim F2-BT.

Akku9,5/10

Mit zwei AAA-Eneloops habe ich rund elf Stunden gemessen. Per USB-C läuft er unbegrenzt.

Preis-Leistung8,5/10

Sehr günstig für einen 32-Bit-Float-Rekorder samt Lavalier. Für Creator, die sich selbst aufnehmen, ist das ein starkes Paket.

Gesamtnote8,4/10

Fazit: Zoom F2

Sehr gut
8,4

Der Zoom F2 ist für Creator wie mich ein riesiger Sprung. Er ist winzig, nimmt in 32-Bit-Float ohne Pegelregelung auf, ist kinderleicht zu bedienen und hielt mit zwei AAA-Akkus bei mir rund elf Stunden durch. Ich klemme ihn an, rede los und kümmere mich erst in der Nachbearbeitung um den Ton. Klanglich ist er keine Oberklasse, für Lavalier-Aufnahmen aber total angemessen. Abzüge gibt es für die extrem langsame USB-Übertragung, das fehlende Display und die Stopp-Probleme der frühen Firmware. Wenn du ein unsichtbares Ansteckmikrofon-Setup ohne Pegel-Stress suchst, ist der F2 eine sehr gute Wahl.

Kaufen, wenn …

  • du dich selbst mit einem Lavalier aufnimmst und nie wieder pegeln willst
  • du einen winzigen Rekorder suchst, der unsichtbar am Gürtel oder in der Tasche verschwindet
  • dir eine lange Laufzeit mit zwei AAA-Zellen wichtig ist
  • du ein günstiges Komplettpaket inklusive Lavalier-Mikrofon willst

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du ein eingebautes Stereomikrofon und ein Display willst Zoom H1essential
  • du XLR-Mikrofone wie Shotguns oder Kondensatormikrofone mit Phantomspeisung anschließen willst Zoom F3
  • du neben einem Stereomikrofon auch zwei XLR-Eingänge brauchst Zoom H4essential

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Alternativen zum Zoom F2

Zoom H1essential

7,2Gut
Note 7,2 von 10

Ebenfalls 32-Bit-Float und sehr klein, aber mit XY-Stereomikrofon, OLED-Display und 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power. Er ist größer und eher zum Hinstellen oder in der Hand gedacht als zum Anstecken.

Zoom F3

9,0Hervorragend
Note 9,0 von 10

Zwei XLR-Eingänge mit 24/48 V Phantomspeisung und sehr guten Preamps in 32-Bit-Float bis 192 kHz. Er ist teurer, deutlich größer und nicht zum Verstecken am Körper gedacht.

Zoom H4essential

7,6Gut
Note 7,6 von 10

Handyrekorder mit XY-Mikrofon, zwei XLR/Klinke-Combos und einem 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power für Lavaliers. Er ist vielseitiger, aber kein Ansteckrekorder.

Im Vergleich mit 10 anderen Audiorekordern

Häufige Fragen zum Zoom F2

Muss ich beim Zoom F2 einpegeln?

Nein. Dank 32-Bit-Float mit zwei AD-Wandlern gibt es gar keinen Gain-Regler. Die Lautstärke passt du später im Schnitt- oder Audioprogramm an.

Wie lange halten die Batterien?

Ich habe mit zwei Eneloop-AAA-Akkus 10 Stunden 59 Minuten mit dem originalen Lavalier und 11 Stunden 5 Minuten mit dem Rode Lavalier GO gemessen. Über USB-C läuft er unbegrenzt.

Hat der F2 ein Display?

Nein. Er zeigt Batterie, Eingangspegel und Aufnahme über drei LEDs an. Einstellungen nimmst du am PC oder Mac im F2 Editor vor, beim F2-BT auch per App.

Welche Lavalier-Mikrofone passen?

Die meisten Lavaliers mit 3,5-mm-Klinke, denn der Eingang liefert 2,5 V Plug-in-Power. Ich habe neben dem mitgelieferten LMF-2 das Rode Lavalier GO genutzt. Auch das Shotgun Rode VideoMic NTG mit 3,5-mm-Stecker lief am F2.

Was ist der Unterschied zwischen F2 und F2-BT?

Der F2-BT hat Bluetooth für die App F2 Control (Start/Stopp, Lautstärke, Lowcut und mehr) und kann drahtlosen Timecode von einem kompatiblen Gerät empfangen. Er ist etwas teurer und läuft etwas kürzer.

Wie bekomme ich die Dateien am schnellsten auf den Rechner?

Über die microSD-Karte. Die USB-Übertragung war in meinem Test unglaublich langsam, deshalb lese ich die Karte lieber direkt am Computer aus.

Quellen (3)

Eigene Tests und Beiträge

Hersteller, Shops und Fremdtests