
Das Shure SM7dB ist ein dynamisches Sprach- und Gesangsmikrofon mit Nierencharakteristik, das die bekannte SM7-Bauform um einen eingebauten aktiven Vorverstärker ergänzt.
- TypDynamisch
- RichtcharakteristikNiere
- AnschlussXLR
- Frequenz50 Hz – 20 kHz
- Gewicht837 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Integrierter Vorverstärker mit +18 und +28 dB erspart separate Inline-Booster
- Bypass-Modus für Betrieb ohne Phantomspeisung
- Bassabsenkung und Präsenzanhebung direkt am Mikrofon
- Sehr niedrige Ausgangsimpedanz von 27 Ω im Vorverstärkerbetrieb
- Robustes Gehäuse aus Aluminium und Stahl
- Bügel für Gelenkarm und Stativ umbaubar
Nachteile
- Mit 0,837 kg schwer, Gelenkarm muss ausreichend tragfähig sein
- Vorverstärker benötigt zwingend 48 V Phantomspeisung
- Kein XLR-Kabel und keine Halterung im Lieferumfang
- Großer Windschutz A7WS nur als optionales Zubehör
- Maximaler Schalldruckpegel in den Unterlagen: k. A.
Technische Daten
| Hersteller | Shure |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| Typ | Dynamisch (mit integriertem Vorverstärker) |
| Richtcharakteristik | Niere |
| Anschluss | XLR |
| Frequenzbereich | 50 Hz – 20 kHz |
| Empfindlichkeit | 1,12 mV/Pa |
| Gewicht | 837 g |
| Abmessungen | 205 × 98 × 149 mm |
Das Shure SM7dB (Werbelink) ist ein dynamisches Sprach- und Gesangsmikrofon mit Nierencharakteristik, das die bekannte SM7-Bauform um einen eingebauten aktiven Vorverstärker ergänzt. Dieser hebt den Pegel wahlweise um 18 oder 28 dB an und benötigt dafür 48 V Phantomspeisung. Im Bypass-Modus verhält sich das Mikrofon laut Shure wie ein klassisches SM7B ohne Phantomspeisung. Hinzu kommen Schalter für Bassabsenkung und Präsenzanhebung. Zielgruppe sind Podcast, Broadcast, Streaming und Gesangsaufnahmen, bei denen schwache Interface-Vorverstärker bisher zusätzliche Inline-Booster nötig machten.
Grundlage dieses Berichts sind das Produktdatenblatt und das Benutzerhandbuch von Shure. Eigene Aufnahmen mit dem SM7dB gibt es für diesen Bericht nicht.
Konzept: SM7B-Klang mit eingebautem Vorverstärker
Der zentrale Unterschied ist der integrierte Vorverstärker. Dynamische Mikrofone wie das SM7B (Werbelink) liefern einen vergleichsweise niedrigen Ausgangspegel; Shure gibt für das SM7dB im Bypass-Modus eine Empfindlichkeit von −59 dBV/Pa an, das entspricht 1,12 mV bei 1 Pa. Viele Audio-Interfaces und kompakte Mischpulte müssen für ausreichenden Aufnahmepegel weit aufgedreht werden. Genau hier setzt das SM7dB an: Mit zugeschaltetem Vorverstärker steigt die Empfindlichkeit auf −41 dBV/Pa (8,91 mV) bei +18 dB beziehungsweise −31 dBV/Pa (28,2 mV) bei +28 dB.
Im Bypass-Modus verhält sich das SM7dB laut Shure wie ein SM7B und benötigt keine Phantomspeisung. Damit lässt es sich an jedem herkömmlichen Mikrofoneingang betreiben. Wer dagegen einen der beiden Verstärkungsschritte nutzen will, braucht zwingend einen Eingang mit 48 V Phantomspeisung. Die Stromaufnahme des Vorverstärkers gibt Shure mit maximal 4,5 mA an.
Äußerlich bleibt das Mikrofon der SM7-Linie treu: großes, aus Aluminium und Stahl gefertigtes Gehäuse mit Bügelhalterung, das sich frontal besprechen lässt. Das Gewicht steigt auf 0,837 kg.
Einsatzbereiche vom Podcast bis zum Gesang
Shure positioniert das SM7dB für Sprachaufnahmen in Podcast, Rundfunk und Streaming sowie für Gesang. Die Nierencharakteristik nimmt Schall von vorn bevorzugt auf und dämpft seitliche und rückwärtige Signale. In typischen Heimstudios und Sprecherkabinen ist das hilfreich, weil Raumanteil und Nebengeräusche gegenüber der Stimme zurücktreten. Shure empfiehlt einen Besprechungsabstand von etwa 2,5 bis 15 cm.

Die Hersteller-Angaben zielen klar auf den Nahbesprechungseinsatz. Für weit entfernte Schallquellen, Raummikrofonierung oder Ensemble-Aufnahmen ist ein dynamisches Nierenmikrofon dieser Bauart nicht ausgelegt.
Klangschalter für Bassabsenkung und Präsenz
Auf der Rückseite sitzen Schalter für die Klangformung. Die Bassabsenkung reduziert tiefe Frequenzen, was bei Nahbesprechung den Nahbesprechungseffekt mildert und tieffrequente Störungen wie Trittschall oder Lüftergeräusche abschwächt. Die Präsenzanhebung betont den Bereich, der für Sprachverständlichkeit wichtig ist, und lässt Stimmen im Mix präsenter erscheinen.
Shure stellt im Handbuch Frequenzgangkurven für die Schalterstellungen dar. Die Schalter wirken unabhängig vom Vorverstärker. Damit lässt sich das Mikrofon an unterschiedliche Stimmen und Räume anpassen, ohne direkt am Equalizer des Mischpults oder der Software zu arbeiten. Ob die Klangformung im Einzelfall besser vor oder nach der Aufnahme erfolgt, ist eine Workflow-Frage, die das Datenblatt nicht beantwortet.
Booster, Anschluss und Brummunterdrückung
Der Anschluss erfolgt über einen dreipoligen XLR-Ausgang. Im Bypass-Modus genügt ein beliebiger symmetrischer Mikrofoneingang. Für +18 oder +28 dB muss die Phantomspeisung am Interface oder Mischpult aktiviert sein. Ohne Phantomspeisung arbeitet der interne Vorverstärker nicht.

Shure weist darauf hin, dass externe Vorverstärker mit wählbarer Eingangsimpedanz auf eine hohe Impedanz eingestellt werden sollten. Die empfohlene Lastimpedanz liegt über 1 kΩ. Die sehr niedrige Ausgangsimpedanz des eingebauten Vorverstärkers von 27 Ω ist für längere Kabelwege günstig, weil sie Pegelverluste und Störanfälligkeit auf der Leitung gering hält.
Ein wichtiger Bedienhinweis: Den Verstärkungsschritt solltest du nach dem tatsächlichen Pegelbedarf wählen. Bei lauten Quellen oder sehr nahem Besprechen kann bereits die +18-dB-Stufe ausreichen, während leise Sprecher eher von +28 dB profitieren.
Für das Eigenrauschen des Vorverstärkers nennt Shure ein äquivalentes Eingangsrauschen von −130 dBV, A-bewertet. Dieser Wert beschreibt den Rauschanteil des aktiven Schaltkreises, bezogen auf den Eingang. Er erlaubt einen Vergleich mit den Vorverstärkern von Interfaces, deren Rauschdaten ebenfalls als äquivalentes Eingangsrauschen angegeben werden, sofern die gleichen Messbedingungen gelten.
Der praktische Nutzen entsteht dadurch, dass das Signal bereits im Mikrofon angehoben wird und der Interface-Vorverstärker anschließend in einem weniger kritischen Verstärkungsbereich arbeitet. Wie sich das im Zusammenspiel mit einem bestimmten Interface auswirkt, hängt von dessen Daten ab und lässt sich allgemein nicht beziffern.
Shure gibt eine Brummunempfindlichkeit von 11 dB an. Dynamische Mikrofone können elektromagnetische Einstreuungen etwa von Netzteilen, Monitoren oder Lichttechnik aufnehmen. Die SM7-Reihe ist mit Maßnahmen gegen solche Einstreuungen konstruiert. Wie groß der Effekt in einem konkreten Raum ausfällt, hängt von der Umgebung ab.
Lieferumfang und Zubehör
Laut Shure liegen dem SM7dB der Close-Talk-Windschutz RK345B sowie ein Gewindeadapter auf 3/8 Zoll bei. Der größere Windschutz A7WS ist als optionales Zubehör erhältlich und eignet sich laut Hersteller für Situationen, in denen zusätzlicher Schutz vor Plosivlauten und Atemgeräuschen gewünscht ist.

Ein XLR-Kabel, eine Spinne oder ein Stativ sind nicht Bestandteil des Lieferumfangs. Wer das Mikrofon an einem Gelenkarm betreiben will, nutzt den integrierten Bügel. Laut Handbuch ist das Mikrofon ab Werk für die Montage an einem Gelenkarm (Boom) vorbereitet und lässt sich für den Betrieb auf einem klassischen Mikrofonstativ umbauen. Dafür beschreibt Shure die Neuausrichtung des Bügels und des Kabelanschlusses.
Technischer Hintergrund des Vorverstärkers
Der eingebaute Vorverstärker basiert laut Shure auf Technik von Cloud Microphones, die von Shure lizenziert wurde. Für die Anwendung spielt das keine Rolle, erklärt aber die Verwandtschaft zu bekannten Inline-Boostern, die bisher als separates Zubehör zwischen dynamischem Mikrofon und Interface geschaltet wurden.

Für wen ist das Shure SM7dB geeignet?
Nach den Herstellerangaben richtet sich das SM7dB vor allem an Nutzer, die ein dynamisches Nahbesprechungsmikrofon an einem Audio-Interface oder Mischpult mit begrenzter Vorverstärkerreserve betreiben. Wer bisher ein SM7B mit zusätzlichem Inline-Booster eingesetzt hat, bekommt beide Funktionen in einem Gehäuse und spart ein Glied in der Signalkette. Auch für Mehrpersonen-Podcasts mit mehreren identischen Mikrofonen ist der feste, reproduzierbare Verstärkungsschritt praktisch, weil sich Pegel leichter angleichen lassen.
Weniger passend ist das Mikrofon für dich, wenn du ein leichtes Modell für einen einfachen Tischständer suchst oder ohne XLR-Interface direkt per USB aufnehmen willst. Einen USB-Ausgang besitzt das SM7dB nicht. Wer bereits einen sehr rauscharmen Vorverstärker mit hoher Verstärkungsreserve nutzt, kann den Bypass-Modus wählen; der Mehrwert des eingebauten Vorverstärkers fällt dann geringer aus.
Willst du dich noch nicht auf das Shure SM7dB festlegen, lohnt ein Blick auf andere Modelle. Als dynamisches Großmembranmikrofon mit Niere hat das Røde Procaster (Werbelink) einen XLR-Anschluss. Am Interface braucht es ordentlich Gain. Mit dem Røde PodMic (Werbelink) bekommst du ein dynamisches Sprachmikrofon mit Niere und XLR-Ausgang. Ein stabiler Arm ist Pflicht, denn es wiegt 937 g. Das Røde X XDM-100 (Werbelink) ist ein dynamisches Nierenmikrofon mit USB und hat einen Kopfhöreranschluss für latenzfreies Monitoring und internes DSP. Per XLR anschließen lässt es sich nicht.
Als Interface für das Shure SM7dB kommen etwa diese Geräte infrage. Das SSL 2 MKII (Werbelink) bringt einen Legacy-4K-Schalter, Stereo-Loopback, zwei Kopfhörerausgänge, einen Hochpassfilter pro Kanal sowie 64 dB Verstärkung mit. Die Focusrite Scarlett Solo 4th Gen (Werbelink) hat Wandler mit 120 dB Dynamikumfang, Loopback, Gain-Halos zum Aussteuern sowie einen Air-Modus. Mehr als einen Mikrofoneingang hat sie nicht, und auch der Kopfhörerausgang ist nur einmal da.
Fazit: Shure SM7dB
Sehr gutNach Datenblatt löst das SM7dB das bekannteste Praxisproblem der SM7-Familie: den geringen Ausgangspegel an einfachen Interfaces. Der eingebaute Vorverstärker mit zwei Stufen, die niedrige Ausgangsimpedanz und die Klangschalter machen es zu einem durchdachten Sprach- und Gesangsmikrofon für Nahbesprechung. Der Bypass-Modus sichert die Kompatibilität zu Eingängen ohne Phantomspeisung.
Zu beachten sind das hohe Gewicht und der knappe Lieferumfang ohne Kabel und Halterung. Die Einschätzung gründet auf den Herstellerangaben.
Das SM7dB bekommst du beispielsweise bei Thomann.
Kaufen, wenn …
- du ein SM7B-artiges Mikrofon ohne zusätzlichen Inline-Booster betreiben willst
- dein Interface wenig Gain liefert
- du Sprache im Rundfunk-Stil aufnimmst
Lieber eine Alternative, wenn …
- dein Interface ohnehin genug Gain hat Shure SM7B
- du ein günstigeres dynamisches Broadcast-Mikrofon suchst Røde PodMic
- du ein USB-Mikrofon ohne Interface willst Røde X XDM-100
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Alternativen zum Shure SM7dB
Shure SM7B
Note 8,5 von 10
Das Original ohne eingebauten Vorverstärker, günstiger. Gesamtnote im Testbericht auf web-done.de/audio-vergleich: 8,5/10.
Røde Procaster
Note 8,0 von 10
Dynamisches Broadcast-Mikrofon von RØDE. Gesamtnote im Testbericht auf web-done.de/audio-vergleich: 8,0/10.
Røde PodMic
Note 8,0 von 10
Günstiges dynamisches Podcast-Mikrofon. Gesamtnote im Testbericht auf web-done.de/audio-vergleich: 8,0/10.
Røde X XDM-100
Note 7,6 von 10
Für Streaming gedachtes dynamisches USB-Mikrofon. Gesamtnote im Testbericht auf web-done.de/audio-vergleich: 7,6/10.
Häufige Fragen zum Shure SM7dB
Braucht das SM7dB Phantomspeisung?
Nur für den eingebauten Vorverstärker. Im Bypass-Modus arbeitet es laut Shure ohne Phantomspeisung wie ein SM7B; für +18 oder +28 dB sind 48 V erforderlich.
Wie viel Verstärkung liefert der eingebaute Vorverstärker?
Wahlweise +18 dB oder +28 dB. Die Empfindlichkeit steigt damit von −59 dBV/Pa auf −41 bzw. −31 dBV/Pa.
Ist ein Inline-Booster noch nötig?
Der eingebaute Vorverstärker übernimmt genau diese Aufgabe. Ein zusätzlicher Booster ist laut Konzept nicht vorgesehen.
Was liegt dem SM7dB bei?
Der Close-Talk-Windschutz RK345B und ein 3/8-Zoll-Gewindeadapter. Der große Windschutz A7WS ist optional.
Welcher Besprechungsabstand wird empfohlen?
Shure nennt etwa 2,5 bis 15 cm, also typische Nahbesprechung.
Wann ist eine Alternative zum Shure SM7dB die bessere Wahl?
Wenn dein Interface ohnehin genug Gain hat, passt eher Shure SM7B. Wenn du ein günstigeres dynamisches Broadcast-Mikrofon suchst, passt eher RØDE PodMic. Wenn du ein USB-Mikrofon ohne Interface willst, passt eher RØDE XDM-100.
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