Røde X XDM-100 Test

Røde X XDM-100 im Test – Vorschaubild des Videos
7,6
UrteilGutNote 7,6 von 10

Dynamisches USB-Mikrofon für Streamer und Gamer mit guter Raumunterdrückung und starker Software. Wer XLR braucht, greift zum Procaster.

  • TypDynamisch
  • Richt­charakteristikNiere
  • AnschlussUSB-C
  • Max. SPL121 dB
  • Frequenz20 Hz – 20 kHz

Auf einen Blick

Vorteile

  • Nimmt wenig Raum sowie Tastatur- und Mausklicks auf
  • Kopfhöreranschluss mit latenzfreiem Monitoring und Lautstärkeregler
  • Interner DSP plus UNIFY-Software inklusive
  • Umfangreicher Lieferumfang (Spinne PSM-1, Poppfilter, Kabel)

Nachteile

  • Kopfhörer-Drehknopf hat etwas Spiel
  • LED blendet ohne Poppschutz
  • Nur USB, kein XLR

Technische Daten

Technische Daten: Røde X XDM-100
HerstellerRøde
Preisklasseniedrig
TypDynamisch
RichtcharakteristikNiere
AnschlussUSB-C
Frequenzbereich20 Hz – 20 kHz
Max. Schalldruckpegel121 dB SPL
Gewicht700 g
Abmessungen62 × 52 × 213 mm

Das Video zum Test

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Das Røde X XDM-100 (Werbelink) ist ein dynamisches USB-C-Mikrofon der Untermarke Røde X, die sich gezielt an Streamer und Gamer richtet. Ich habe es direkt am iMac getestet, die Software Unify unter Windows ausprobiert und es mit dem Røde Procaster verglichen, der ein sehr ähnliches Gehäuse hat. Hier liest du, was das Mikrofon gut kann, was mich gestört hat und für wen es sich lohnt.

Ein USB-Mikrofon für Streamer

Das XDM-100 ist ein dynamisches Mikrofon mit USB-C-Anschluss. Ein Interface brauchst du also nicht. Der Mac erkennt es sofort, unter Windows klappt das in der Regel ebenfalls ohne Probleme, und es zeichnet mit 24 Bit und 48 kHz auf. Den USB-C-Anschluss halte ich für richtig, denn viele andere Hersteller setzen noch auf ältere Anschlüsse. Der Frequenzbereich liegt bei 20 Hz bis 20 kHz. Das ist die normale Bandbreite, die der Mensch hören kann, und die Stimme nutzt davon ohnehin nur einen Teil. Ab Werk war das XDM-100 so laut eingestellt, dass ich den Pegel zuerst deutlich herunterregeln musste. Gesprochen habe ich die meiste Zeit aus 3 bis 6 cm Abstand und ohne zusätzlichen Poppfilter, damit du den Grundklang hörst.

Røde X XDM-100 von vorn
Røde X XDM-100 von vorn Bild: RØDE (Herstellerbild)

Zum Zeitpunkt meines Tests lag das XDM-100 preislich deutlich über dem Procaster. Inzwischen ist es in der niedrigen Preisklasse angekommen und damit klar günstiger zu haben. Das verändert die Einordnung, denn bei einem niedrigeren Preis wiegen die kleinen Schwächen weniger schwer.

Die Bezeichnung habe ich mir selbst so erklärt: X steht für die Untermarke Røde X, D für dynamisch, M für Mikrofon. Was die 100 bedeutet, weiß ich nicht.

Rode XDM-100 in der Spinne seitlich
Rode XDM-100 von vorn in der Spinne
Roter Windschutz des Rode XDM-100 in der Hand
Rode XDM-100 in der Spinne und mit Windschutz

Richtcharakteristik und Sprechabstand

Das XDM-100 nimmt vergleichsweise wenig vom Raum auf. Tastatur- und Klickgeräusche bleiben leise, Hall ebenso, weil du nah am Mikrofon sprichst. Die Richtcharakteristik ist eine Niere. Das Mikrofon nimmt mich hauptsächlich von vorn auf, von den Seiten klinge ich leiser. Im Drehtest ist das gut zu hören, denn meine Stimme wird leiser, sobald ich mich zur Seite drehe. Aufgenommen habe ich am iMac in Final Cut Pro, komplett unbearbeitet.

Sprachtest mit dem Røde X XDM-100
Sprachtest mit dem XDM-100 Bild: web-done / eigenes Video

Bei diesem Mikrofon solltest du nah dran bleiben und dich wenig bewegen. Ein wenig vor und zurück ist kein Problem. Die beste Sprachqualität bekommst du, wenn das Mikrofon seitlich zwischen 45 und 90 Grad steht und du schräg daran vorbeisprichst, aus höchstens 5 bis 6 cm. Das sieht aus, als würdest du am Mikrofon vorbeireden. Klanglich ist es aber eine der besten Positionen.

Sehr nah dran, wenn der Mundwinkel das Mikrofon schon berührt, ist der Nahbesprechungseffekt stark und der Klang sehr tief. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Bei 15 und 20 cm funktioniert es noch. Ab etwa 30 cm solltest du das Mikrofon nicht mehr besprechen, und aus 50 cm oder einem Meter ist es nicht geeignet.

Kopfhöreranschluss, Regler und LED

Unten sitzt ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für Direct Monitoring. Darüber höre ich die Geräusche vom PC und mich selbst live und ohne Latenz, und das funktioniert vorbildlich. Wichtig ist das, wenn du dich beim Sprechen selbst abhören willst. Mit einem Drehknopf regelst du die Kopfhörerlautstärke. Drückst du ihn, ist das Mikrofon stummgeschaltet, und es geht kein Tonsignal mehr an den Computer.

Gain-Regler und Kopfhörerbuchse am XDM-100
Gain-Regler und Kopfhörerbuchse am XDM-100 Bild: RØDE (Herstellerbild)

Der Knopf dreht sich sauber und fühlt sich grundsätzlich hochwertig an. Allerdings hat er etwas Spiel. Bevor er greift, lässt er sich ein paar Millimeter nach links und rechts bewegen. Das passt nicht ganz zum sonst wertigen Eindruck.

Dazu kommt eine LED-Anzeige. Sie leuchtet blau, wenn die Software läuft, und rot im Mute. Bei normalem Licht ist das in Ordnung. Sobald der Raum etwas dunkler ist, blendet sie mich, sie ist klar zu hell. Stülpe ich den mitgelieferten Poppschutz darüber, wird das Licht deutlich schwächer. Dass ich dafür den Poppschutz brauche, sollte bei einem Mikrofon dieser Art nicht nötig sein.

Poppschutz und Spinne

Den eingebauten Poppschutz halte ich für sehr gelungen. Unter der abgeschraubten Kappe steckt eine dicke Lage Schaumstoff, und auf der Kapsel sitzt noch eine zweite Schicht. Spreche ich mit Peter und Paula direkt hinein, fängt das Mikrofon die Luftstöße schon sehr gut ab, wesentlich besser als der Procaster.

Poppschutz des XDM-100
Poppschutz des XDM-100 Bild: RØDE (Herstellerbild)

Mit dem mitgelieferten Poppfilter klingt das Ganze noch etwas dumpfer. Dafür sind Plopp-Geräusche dann praktisch aus der Tonspur verschwunden, unabhängig von deiner Sprechtechnik. Was übrig bleibt, ist minimal und stört kaum. Für Einsteiger ist das sehr angenehm, weil sie sich um die Sprechtechnik weniger Gedanken machen müssen. Sprichst du seitlich vorbei, brauchst du den Poppfilter dagegen nicht.

Beim Klopftest habe ich direkt auf das Mikrofon, auf das Bein meines Tischstativs und auf den Schreibtisch geklopft. Gerade beim Streamen oder Spielen stößt man schließlich mal versehentlich an. Vom Schreibtisch dringt etwas durch, insgesamt entkoppelt die mitgelieferte Spinne aber sehr gut.

Die Software Røde X Unify

Zum Mikrofon gehört die Software Unify, eine virtuelle Mixing-Lösung für Streams und Gaming, und sie ist ein zentraler Teil des Pakets. Zum Testzeitpunkt gab es sie noch nicht für macOS. Deshalb habe ich sie an meinem Mac unter Boot Camp mit Windows gezeigt. Du stellst verschiedene Mixe und Submixe ein, etwa was auf deinen Kopfhörern landet und was in den Stream geht. Unter Recording siehst du, was gerade aufgenommen wird, du kannst Sounds abspielen und Marker in der Aufnahme setzen. Außerdem lässt sich die Monitor-Funktion ein- und ausschalten und das Ausgabegerät wählen. Auch die Lautstärke der Aufnahme regelst du direkt in der Software. Im Video hörst du meine Stimme einmal mit allen Effekten und einmal ohne, direkt hintereinander. So kannst du den Unterschied selbst beurteilen.

XDM-100 neben der Oberfläche von Røde X Unify
XDM-100 neben der Oberfläche von Røde X Unify Bild: RØDE (Herstellerbild)

Für das XDM-100 stellst du in Unify den Gain ein, also wie stark das Signal digital verstärkt wird. Dazu kommen ein Hochpassfilter bei 75 oder 150 Hz, wobei 150 Hz deutlicher zu hören ist, und ein Noise Gate, das Umgebungsgeräusche ausblendet, solange du nicht sprichst. Außerdem gibt es einen Kompressor, der lautere Passagen abschwächt, einen Exciter für mehr Klarheit in den Höhen und den Big-Bottom-Effekt, der die Tiefen im Stil eines Radiosprechers verstärkt.

Berechnet werden die Effekte in einem internen DSP-Chip. Das Mikrofon nimmt deinem Computer also viel Rechenarbeit ab, was beim Streamen hilft. Kennst du dich mit Audio wenig aus und streamst live, bekommst du mit Unify eine ziemlich gute Audioverarbeitung. Mit einem Røde-X-Mikrofon ist die Software kostenlos. Für andere Mikrofone fällt ein monatliches oder jährliches Abo an.

Lieferumfang und Vergleich mit dem Procaster

Im Lieferumfang sind der Poppfilter, die Spinne Røde PSM1 (Werbelink), ein 3 m langes USB-C-auf-USB-C-Kabel und ein 3 m langes 3,5-mm-Verlängerungskabel für Kopfhörer. Das hilft, wenn das Mikrofon an einem Stativarm hängt und du dich trotzdem abhören willst. Das Gewicht beträgt 700 g. Für manche Mikrofonarme ist das wichtig, damit sie nicht von allein hoch- oder herunterfahren. Ein vergleichbares Røde-Mikrofon ist das Røde Podcaster: ebenfalls dynamisch und per USB, äußerlich fast baugleich, aber in Weiß.

Røde X XDM-100 in Nahaufnahme
XDM-100 aus der Nähe Bild: web-done / eigenes Video

Der Procaster ist ebenfalls ein sehr gutes dynamisches Mikrofon, allerdings mit XLR. Du brauchst also ein Interface oder, wie ich, einen Rekorder wie den Zoom F6 (Werbelink). Optisch ist er gräulich mit silbernem Gitter. Das XDM-100 ist schwarz mit roten Akzenten, typisch für Streaming-Zubehör. Über Kopfhörer klang der Procaster wesentlich heller und gab die Höhen stärker wieder. Von vorn besprochen kamen bei ihm die Windgeräusche stärker durch als beim XDM-100. Der Poppfilter des XDM passt aber auch auf den Procaster, und dann sind die Popplaute weg.

Beim XDM-100 ist mir aufgefallen, dass es die hohen Töne nur schwach überträgt. Ab Werk klingt es mir etwas muffig und dumpf. Die Tiefen sind da, oben herum fehlen mir aber die Höhen. Mit Unify lässt sich das nachjustieren. Ab Werk dürften die Höhen trotzdem stärker herausgearbeitet sein.

Bewertung im Detail

Verarbeitung7,5/10

Wertiges Gehäuse und sehr guter eingebauter Poppschutz. Der Drehknopf hat Spiel, und die LED ist zu hell.

Bedienung8,0/10

Einstecken und loslegen, mit latenzfreiem Direct Monitoring und Mute per Druck auf den Regler. Du musst aber nah am Mikrofon bleiben.

Klang7,0/10

Wenig Raum und kaum Popplaute, ab Werk aber etwas dumpf und mit zu wenig Höhen. Per Software lässt sich das nachjustieren.

Ausstattung8,5/10

Spinne PSM1, Poppfilter, zwei 3-m-Kabel, interner DSP und kostenlose Unify-Software.

Vielseitigkeit7,0/10

Stark für Streaming und Gaming am Computer. Ohne XLR-Ausgang ist es für Interfaces und Rekorder ungeeignet.

Preis-Leistung7,6/10

In der niedrigen Preisklasse mit Spinne, Poppfilter und DSP gut ausgestattet, aber ohne XLR-Ausgang.

Gesamtnote7,6/10

Fazit: Røde X XDM-100

Gut
7,6

Das Røde X XDM-100 ist ein dynamisches USB-Mikrofon für Streamer und Gamer. Es nimmt wenig vom Raum und von Tastatur und Maus auf und fängt dank dickem Schaumstoff Popplaute sehr gut ab. Spinne und Poppfilter liegen bei, das Direct Monitoring funktioniert vorbildlich, und die Software Unify mit internem DSP ist gerade für Einsteiger ziemlich gut. Gestört haben mich die zu helle LED, das Spiel im Drehknopf und der ab Werk etwas dumpfe Klang. Wer ein XLR-Mikrofon mit Interface nutzen möchte, greift besser zum Procaster. Wer ohne Interface streamen will, bekommt hier ein durchdachtes Komplettpaket.

Kaufen, wenn …

  • du ohne Interface direkt am Computer streamen oder spielen willst
  • du Spinne und Poppfilter gleich im Lieferumfang haben möchtest
  • du die Effekte von Unify ohne zusätzliche Rechenlast nutzen willst
  • du nah am Mikrofon sprichst und wenig Raum aufnehmen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du ein XLR-Mikrofon mit hellerem, deutlicherem Klang für Interface oder Rekorder suchst Røde Procaster
  • du ein USB-C-Mikrofon mit Auto-Level und Denoiser direkt im Mikrofon suchst Shure MV6

Preise prüfen

Alternativen zum Røde X XDM-100

Røde Procaster

8,0Sehr gut
Note 8,0 von 10

Fast gleiches Gehäusekonzept, aber mit XLR und hellerem, deutlicherem Klang. Er braucht ein Interface, Spinne und Windschutz kosten extra.

Shure MV6

7,7Gut
Note 7,7 von 10

Kompaktes dynamisches USB-C-Mikrofon mit Kopfhöreranschluss und DSP inklusive Auto-Level, Popper Stopper und Denoiser im Mikrofon. Die Kapsel ist kaum entkoppelt, und das Stativ ist zu kurz.

Røde PodMic

8,0Sehr gut
Note 8,0 von 10

Günstiges dynamisches XLR-Mikrofon mit Metallgehäuse, auf Sprache abgestimmt. Es braucht ein Interface und hat keine Spinne.

Im Vergleich mit 21 anderen Mikrofonen

Häufige Fragen zum Røde X XDM-100

Brauche ich ein Audio-Interface?

Nein, das XDM-100 läuft per USB-C direkt am Computer. Einen XLR-Ausgang hat es nicht.

Gibt es Unify für den Mac?

Zum Zeitpunkt meines Tests nicht. Ich habe Unify unter Windows per Boot Camp genutzt. Das Mikrofon selbst lief am Mac ohne Software.

Brauche ich den Poppfilter?

Wenn du seitlich vorbeisprichst, nicht. Sprichst du direkt hinein, nimmt er die letzten Popplaute weg und dimmt nebenbei die helle LED.

Welcher Sprechabstand ist richtig?

Höchstens 5 bis 6 cm, das Mikrofon seitlich zwischen 45 und 90 Grad aufgestellt. Ab etwa 30 cm ist es nicht mehr geeignet.

Kostet die Software extra?

Mit einem Røde-X-Mikrofon wie dem XDM-100 ist Unify kostenlos. Für andere Mikrofone gibt es ein Abo.

Wie schwer ist das XDM-100?

700 g. Bei einem Mikrofonarm solltest du auf eine passende Tragkraft achten.

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