Das the t.bone SC400 Studio Großmembran-Mikrofon gehört zu den meistverkauften günstigen XLR-Mikrofonen in Deutschland. Bei Thomann hat es mehr als 3.000 Kundenbewertungen. In meinem Test des t.bone SC 400 (oft auch als „tbone SC400“ oder „t bone SC 400“ gesucht) habe ich mir angehört, wie es sich in der Praxis schlägt, wo seine Schwächen liegen und wie es im Vergleich zu Rode NT1, Lewitt LCT 440 PURE und Shure SM7B klingt. Außerdem stelle ich dir ein komplettes XLR-Set für rund 120 € vor.
📌 Das Wichtigste in Kürze
- Großmembran-Kondensatormikrofon der Thomann-Eigenmarke the t.bone, laut Thomann derzeit 49 €.
- Superniere, 1-Zoll-Membran, 48 V Phantomspeisung, max. 132 dB SPL, interner Low-Cut-Schalter.
- Klang ausgewogen, aber etwas dumpf mit wenig Höhen. Es rauscht etwas mehr als teurere Mikrofone, in der Praxis hört man das kaum.
- Optimaler Sprechabstand 10 bis 20 cm, am besten seitlich vorbei sprechen. Mindestens 8 bis 10 cm Abstand halten.
- Schwachpunkte: Körperschall über Spinne und Gehäuse und eine billige Verschraubung der Spinne.
- Mein Fazit: Für den Preis ein wahnsinnig gutes Mikrofon und ein guter Einstieg in ein ausbaufähiges XLR-Setup.
Video: the t.bone SC400 Studio Großmembran-Mikrofon im Test
Technische Daten des t.bone SC400
Hersteller ist the t.bone, die Eigenmarke von Thomann. Deshalb bekommst du das Mikrofon praktisch nur dort, und deshalb verlinke ich hier auch nur zu Thomann. Laut Thomann ist es seit Oktober 2002 erhältlich.
| Merkmal | Angabe laut Thomann |
|---|---|
| Typ | Studio-Großmembran-Kondensatormikrofon |
| Membran | 1 Zoll, Gold |
| Richtcharakteristik | Superniere |
| Frequenzbereich | 50–20.000 Hz |
| Ersatzgeräuschpegel | 11,8 dB SPL |
| Grenzschalldruckpegel | 132 dB |
| Empfindlichkeit | −29 dBV/Pa bei 1 kHz |
| Impedanz | 120 Ohm |
| Low-Cut | interner Schalter, 100 Hz, 6 dB |
| Stromversorgung | 48 V Phantomspeisung |
| Abmessungen | 44 × 150 mm (Ø × H) |
| Gewicht | 351 g (Mikrofon), 200 g (Spinne) |
| Lieferumfang | Spinne und Tasche |
| Preis | 49 € (Thomann, Oktober 2026) |
Ein paar Anmerkungen aus der Praxis: Die Superniere wirkt auf mich sehr nah an einer Niere. Der Übergang zwischen beiden Charakteristiken ist ohnehin teilweise fließend. Die 132 dB Grenzschalldruck reichen für Sprache mit etwas Abstand völlig aus, für sehr laute Quellen ist das Mikrofon aber nicht gedacht. Ich würde sagen, für den allergrößten Teil aller Anwendungen ist es gut geeignet. Mit 351 g ist es relativ klein, kompakt und in Mattschwarz unauffällig. Mitgeliefert wird eine typische Kunstledertasche.
💡 Tipp: Phantomspeisung nicht vergessen
Als Kondensatormikrofon braucht das SC 400 48 V Phantomspeisung. Dein Audio-Interface oder Rekorder muss sie liefern, und du musst sie dort einschalten, sonst bleibt das Mikrofon stumm.
Praxistest: So klingt das t.bone SC 400
Im Video hörst du das Mikrofon ohne Bearbeitung. Aufgenommen habe ich mit meinem Zoom F6 in 32 Bit und 48 kHz, meist aus 15 bis 20 cm Abstand. So kannst du dir selbst ein Bild machen, statt dich nur auf meine Beschreibung zu verlassen.
Richtwirkung
Ich habe das Mikrofon beim Sprechen langsam einmal um 360° gedreht, über 90° zur Seite und 180° nach hinten. Im Video hörst du, wie sich der Klang zur Seite und nach hinten verändert und wie gut das Mikrofon Schall von hinten ausblendet.
Körperschall und Klopfgeräusche
Ich habe auf das Tischstativ, auf den Tisch, auf die Spinne und direkt auf das Mikrofon geklopft. Je näher ich dem Mikrofonkörper komme, desto deutlicher gibt er leichte Klanggeräusche wieder. Dass das Mikrofon bei Berührung sofort stumm bleibt, passiert also nicht. Das ist noch optimierungsfähig. Klopfe ich auf das Stativbein, ist also etwas Material dazwischen, geht es schon ziemlich gut.
Wind und Plosivlaute
Sprichst du seitlich am Mikrofon vorbei, sind Plosivlaute wie bei „Peter Paula“ kein Problem. Sprichst du es direkt von vorne an, hört man die Luftstöße sofort, und je näher du dran bist, desto lauter werden sie. Das Mikrofon ist also nicht besonders empfindlich, aber auch nicht unempfindlich. Mit einem kleinen Schaumstoff-Windschutz verschwindet aus kurzer Distanz schon relativ viel, aus 15 cm sind die Plosivlaute nur noch leicht zu hören. Dafür nimmt die Klarheit ein klein wenig ab.
💡 Tipp: Seitlich vorbei sprechen
Am besten nutzt du das Mikrofon, wie es ist, und sprichst seitlich daran vorbei. Hörst du dich dabei über Kopfhörer ab, merkst du sofort, wenn Luft hineinkommt.
Sprechabstand und Nahbesprechung
Ich habe Abstände von Lippenkontakt über 10 und 20 cm bis zu 50 cm und etwa 1 m getestet. Optimal ist ein Sprechabstand zwischen 10 und 20 cm, am besten seitlich vorbei. Die Nahbesprechung finde ich persönlich relativ schrecklich: Direkt von vorne nimmt durch den Nahbesprechungseffekt der Bassanteil zu, und die ohnehin schwachen Höhen kommen noch weniger zur Geltung. Dafür ist das Mikrofon meiner Meinung nach absolut nicht gemacht. Halte mindestens 8 bis 10 cm Abstand.
Low-Cut-Schalter und Abschirmung
Der Low-Cut-Filter sitzt im Inneren. Dafür musst du das Gehäuse aufschrauben und einen kleinen Schalter drücken. Das geht relativ einfach, täglich umstellen möchte man es aber nicht. Im Video hörst du den Unterschied zwischen aktiviertem und deaktiviertem Filter.
Mit abgeschraubtem Gehäuse ist mir etwas aufgefallen: Halte ich das offene Mikrofon an ein Stromkabel, höre ich auf den Monitoren Störgeräusche. Ohne Hülle ist die Kapsel also nicht gut abgeschirmt. Mit vollständig zugeschraubtem Metallgehäuse war davon nichts mehr zu hören. Auch sonst hatte ich in meinen Tests keine Probleme mit Störgeräuschen.
Spinne
Die mitgelieferte Spinne ist für den Preis absolut okay verarbeitet. Das Mikrofon wird einfach eingeklemmt. Während der Aufnahme solltest du Spinne und Mikrofon aber nicht berühren, denn die Spinne filtert den Körperschall nicht ganz so gut heraus. Ein weiteres Problemchen ist die Verschraubung: Drehst du die Spinne nach unten, löst sie sich und fällt von allein herunter. Du musst sie jedes Mal ganz lösen, neu ausrichten und wieder festschrauben, und dann lässt du sie am besten genau so stehen.
⚠️ Achtung: Verschraubung der Spinne
Die Verschraubung ist etwas billig. Eine Unterlegscheibe oder etwas Ähnliches darunter kann helfen, damit sich die Spinne nicht von allein verstellt.
Vergleich mit Rode NT1, Lewitt LCT 440 PURE und Shure SM7B
Für den Vergleich habe ich bei allen Mikrofonen den Windschutz entfernt und aus ungefähr demselben Abstand gesprochen.
- Rode NT1* (4. Generation): relativ neutral und eine wirklich gute Referenz, wenn man ein neutrales Großmembran-Kondensatormikrofon haben möchte. Es ist leiser als das t.bone, gibt also weniger Pegel aus. Als Set gibt es das Rode NT1 Kit bei Thomann oder bei Amazon*.
- Lewitt LCT 440 PURE*: lauter als t.bone und Rode NT1. Die Höhen sind deutlich angehoben, und dagegen klingt das t.bone dumpfer.
- Shure SM7B*: das erste dynamische Mikrofon im Vergleich. Es braucht keine Phantomspeisung, ist mit Abstand das leiseste und bei Podcastern, Streamern und für Gesang sehr beliebt. Ich habe es aus etwa 10 cm besprochen.
Das t.bone SC400 klingt insgesamt relativ ausgewogen. Es fällt aber auf, dass es etwas dumpf ist und wenig Höhen hat, besonders im Vergleich zum Lewitt. Außerdem rauscht es etwas mehr als die anderen Mikrofone. In der Praxis hört man das aber kaum, außer bei sehr leisen Quellen, etwa bei sehr leisem Gesang, oder bei großem Abstand zum Mikrofon. Hör dir den Vergleich im Video an und schreib mir in die Kommentare, wie du das t.bone gerade unter Berücksichtigung des Preises findest.
Komplettset für rund 120 €
Mit diesen Komponenten hast du ein vollständiges XLR-Setup. Die Preise habe ich zum Zeitpunkt des Videos bei Thomann notiert. Sie können sich inzwischen geändert haben, aktuelle Preise findest du über die Links:
| Komponente | Hinweis | Preis im Video |
|---|---|---|
| the t.bone SC400 | Mikrofon | ca. 49 € |
| the t.bone Windscreen WS60 schwarz | typischer Windschutz, wie er auch auf das Shure SM58 passt | ca. 3 € |
| XLR-Kabel, 2 m | nicht das allerbilligste nehmen, die sind irgendwann nicht mehr gut abgeschirmt | ab ca. 6 € |
| Roadworx Mic Stand Desk | einfaches Tischstativ, nicht höhenverstellbar, reicht in der Regel aus | ca. 11 € |
| Swissonic Audio 1 | wohl das beste günstige Audio-Interface, auch laut den Bewertungen | ca. 54 € |
Zusammen kommst du damit auf rund 123 €. Willst du etwas mehr ausgeben, empfehle ich als Interface das Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen. Zum Zeitpunkt des Videos kostete es etwa 80 €, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut. Laut Focusrite nimmt es mit bis zu 24 Bit und 192 kHz auf und hat einen XLR-Eingang mit 48 V Phantomspeisung. Damit überträgst du die Qualität dieses Mikrofons ohne Abstriche an den Computer.
💡 Tipp: Kein großer Popfilter
Benutze keinen oder nur einen kleinen Schaumstoff-Windschutz. Große, runde Popfilter zum Anschrauben machen das kompakte Setup unnötig groß. Ein bisschen Windschutz und seitliches Sprechen reichen aus.
Warum XLR statt USB?
Es gibt auch USB-Kondensatormikrofone für um die 100 €. Ich finde ein XLR-Setup aber praktikabler: Der Kopfhöreranschluss sitzt am Interface, das Kabel lässt sich einfacher verlegen, und du kannst einzelne Komponenten austauschen. Hast du später mehr Budget, steckst du einfach ein Rode NT1 oder ein besseres Lewitt-Mikrofon an dasselbe XLR-Kabel, und weiter geht’s.
Mein Fazit zum t.bone SC 400
Das Mikrofon ist wirklich gut verarbeitet. Die leichten Vibrations- und Körperschallgeräusche beim Anstoßen und die billige Verschraubung der Spinne sind für den Preis verkraftbar. Das kompakte, unauffällige Design gefällt mir persönlich sehr gut, weil das Mikrofon im Bild nicht viel Raum einnimmt. Klanglich ist es ausgewogen, aber etwas dumpf. Beachtest du ein paar Dinge, also seitlich hineinsprechen, keinen großen Popfilter, die Spinne nicht berühren und 10 bis 20 cm Abstand halten, ist es ein wahnsinnig gutes Mikrofon für den Preis.
FAQ
Was kostet das t.bone SC 400?
Laut Thomann derzeit 49 € (Stand Oktober 2026). Weil the t.bone die Eigenmarke von Thomann ist, gibt es das Mikrofon praktisch nur dort.
Braucht das tbone SC400 Phantomspeisung?
Ja. Als Kondensatormikrofon braucht es 48 V Phantomspeisung vom Interface oder Rekorder.
Welcher Sprechabstand ist beim t bone SC 400 optimal?
10 bis 20 cm, am besten seitlich am Mikrofon vorbei. Mindestens 8 bis 10 cm solltest du halten, sonst klingt es durch den Nahbesprechungseffekt zu basslastig.
Wo sitzt der Low-Cut-Schalter?
Im Inneren des Mikrofons. Du musst das Gehäuse aufschrauben. Laut Thomann senkt der Filter bei 100 Hz mit 6 dB ab.
Welches Audio-Interface passt zum t.bone SC 400?
Günstig das Swissonic Audio 1, mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis das Focusrite Scarlett Solo 3rd Gen.
Ist das Mikrofon für Podcasts geeignet?
Ja, für Sprache mit 10 bis 20 cm Abstand ist es gut geeignet. Für sehr leise Quellen oder große Abstände kann das etwas höhere Rauschen hörbar werden.