Neues Studio: Audio, Licht, Video und Technik im Überblick

Wie ist ein kompaktes YouTube-Studio mit Audio, Licht, Video und Technik aufgebaut?

Das Video zeigt das neue Studio unter der Dachschräge: zwei Sony ZV-E10 II, der Zoom F6 als Audiozentrale, Mikrofone wie Sennheiser MKH 8050, Shure SM7B und Rode Procaster, das Licht-Setup, die Raumakustik und den Schreibtisch mit ADAM Audio D3V.

Kamera-Setup mit iPad-Teleprompter und Monitoren im Studio
Bild: web-done / eigenes Video

Das Setup im Überblick

Bild Produkt Einsatz laut Video
Sony ZV-E10 II Kamera Sony ZV-E10 II (2×) Frontkamera mit iPad-Teleprompter und Overhead-Kamera mit Makroobjektiv
DJI Osmo Action 5 Pro Action-Cam DJI Action 5 Rundgang-Aufnahmen, manueller Weißabgleich
Zoom F6 Field Recorder Zoom F6 Audiozentrale, Ton per 3,5 mm in die Kamera
Sennheiser MKH 8050 Mikrofon Sennheiser MKH 8050 Hauptmikrofon an der Galgenstange über dem Kopf
Shure SM7B dynamisches Mikrofon Shure SM7B Seitlich und am Schreibtisch, ohne FetHead
Rode Procaster dynamisches Mikrofon Rode Procaster Seitlich am älteren Rode PSA1
Rode PSA1+ Mikrofonarm Rode PSA1+ Neuerer Arm am Schreibtisch mit SM7B
Yongnuo LED-Panel im Studio Yongnuo LED-Panel Licht von einer Seite
Neewer Softbox mit Grid im Studio Neewer Softbox mit Grid Licht von der anderen Seite, Grid hält den Hintergrund dunkel
SmallRig LED-Leuchte als Haarlicht SmallRig-Haarlicht Streiflicht für die Haare, per Akku
Manfrotto Autopole Klemmstange im Studio Manfrotto Autopole Zwischen Decke und Boden geklemmt, führt die Kabel
t.akustik PET Wall Absorber silbergrau t.akustik PET Wall Absorber Filzabsorber an den Wänden
ADAM Audio D3V Studiomonitore schwarz ADAM Audio D3V Desktop-Monitore, ersetzen die KRK Rokit
Sound Devices MixPre Recorder am Schreibtisch Sound Devices MixPre Audio-Recorder am Desktop
Apple Mac Studio am Schreibtisch Mac Studio M2 Max Schnittrechner
Apple Studio Display 5K am Schreibtisch Apple Studio Display 5K-Monitor

Dazu kommen ohne eigene Zeile: ein Notenständer mit 5-kg-Hantelgewicht als Kamerastativ, Magic Clamps, eine Manfrotto-Querstange, IKEA-Smart-Lampen, Schaumstoff-Bassfallen, Steinwollplatten und IKEA-Teppiche.

Kameras: zweimal ZV-E10 II

Die Frontkamera ist eine Sony ZV-E10 II mit einem iPad als Teleprompter davor. Eine zweite ZV-E10 II hängt als Overhead-Kamera mit Makroobjektiv an einer Manfrotto-Querstange an der Dachschräge. Statt eines klassischen Stativs steht die Frontkamera auf einem Notenständer, der mit einem 5-kg-Gewicht beschwert ist. Die Rundgang-Aufnahmen im Video entstehen mit einer DJI Action 5.

Kamera mit Teleprompter auf einem Notenständer im Studio
Bild: web-done / eigenes Video

Die Perspektive vor der Kamera

Das Video beginnt mit der Sicht vom Sprecherplatz: Vor der Frontkamera sitzt ein iPad mit Teleprompter, darunter ein Monitor mit dem Videobild, damit sich die eigene Aufnahme kontrollieren lässt. Die Overhead-Kamera befindet sich direkt über dem Kopf. Um ihr Bild zu sehen, geht der Blick nach unten auf den Monitor. Der Teleprompter wird über eine Bluetooth-Fernbedienung gesteuert, die mit dem iPad verbunden ist. Auf dem iPhone liegt außerdem eine Checkliste, damit beim Dreh nichts vergessen wird.

Strom, Kabel und Halterungen

Die Overhead-Kamera nutzt den separaten Monitor unten, nicht ihren eigenen. Alle Kabel sind oben entlang verlegt: Eine Steckdose versorgt die Lichter und die Kamera, auch das HDMI-Kabel der Kamera läuft dort entlang. Die Querstange an der Dachschräge ist laut Video eher provisorisch montiert – sie hält, ist aber nicht unbedingt eine Empfehlung. Der Manfrotto Autopole wird zwischen Decke und Boden geklemmt, mit einem Hebel fixiert und sollte möglichst senkrecht im Raum stehen. An ihm führen die Kabel hinter dem Schreibtisch nach unten.

Die Frontkamera hängt dauerhaft am Netz, HDMI geht raus, Audio geht rein. Das 3,5-mm-Kabel vom Zoom F6 wird adaptiert und hinter dem Heizkörper entlang zur Kamera geführt. Weil der Teleprompter die rote Aufnahmeleuchte verdeckt, wird mit einer Fernbedienung gestartet, die bei der Aufnahme normalerweise ebenfalls rot leuchtet. Am Stab des Notenständers ist mit Magic Clamps das Netzteil montiert, das Kamera und Monitor versorgt. Der Monitor sitzt vorne an einem Arm, darunter das iPad, und nur die Kamera sitzt ganz normal oben auf einem alten Stativkopf.

Audio: Zoom F6 und drei Mikrofone

Zentrale des Tons ist der Zoom F6 (Thomann). Er gibt das Signal über ein 3,5-mm-Klinkenkabel direkt an die Kamera weiter, sodass Bild und Ton zusammen aufgezeichnet werden. Im Video werden drei Mikrofone verglichen: das Sennheiser MKH 8050 (Thomann) an einer Galgenstange mit Rycote-Halterung, das Shure SM7B (Thomann) ohne FetHead und das Rode Procaster (Thomann) am älteren Rode PSA1.

Zoom F6 Recorder am Tisch mit Kabelverbindung zur Kamera
Bild: web-done / eigenes Video

Der Ton im Vergleich

Normalerweise ist im Video das Sennheiser MKH 8050 zu hören, das direkt über dem Kopf an der Galgenstange hängt. Das Audiosignal wird nur vom Zoom F6 an die ZV-E10 II weitergegeben. Laut Video erkennen die meisten Zuschauer keinen Unterschied zur Aufnahme im Recorder, trotzdem läuft der Zoom F6 immer mit und nimmt alle drei Mikrofone auf. Beim Rode Procaster am älteren PSA1 gefällt das Setup noch nicht ganz, die Positionierung ist schwierig, richtig ausgerichtet ist die Qualität aber okay. Das Shure SM7B steht seitlich, läuft ebenfalls ohne FetHead über den Zoom F6 und wurde später am Mac synchronisiert. Der Zoom F6 wird dauerhaft über ein USB-Netzteil mit Strom versorgt.

Licht: LED-Panel, Softbox und Hintergrund

Für das Licht sorgen ein Yongnuo-LED-Panel, eine Neewer-Softbox mit Grid und ein SmallRig-Haarlicht. Den Hintergrund beleuchten IKEA-Smart-Lampen mit rund 1055 Lumen. Bevorzugt wird ein eher dunkler Hintergrund, der nicht zu hell wirkt und nicht ausbrennt. Kabel und Strom laufen über einen Manfrotto Autopole, der zwischen Decke und Boden geklemmt ist, und über eine Manfrotto-Querstange an der Dachschräge. Damit sich kein Staub ablagert, kommen einfache Tüten über die Geräte.

Softbox mit Grid und Lichtaufbau an der Dachschräge
Bild: web-done / eigenes Video
Stativfuß mit Gewicht und Klemmen am Kamera-Setup
Bild: web-done / eigenes Video

Licht im Detail

Yongnuo-Panel und Neewer-Softbox sind laut Video eigentlich relativ günstige LEDs, die schon seit vielen Jahren im Einsatz sind – und für das Setup im Großen und Ganzen ausreichen. Das Grid in der Softbox verhindert, dass das Licht auf den Hintergrund fällt. Das SmallRig-Licht dient als Streiflicht für die Haare, ist mit einem Stativarm auf einem IKEA-Schrank an der Schräge verschraubt und läuft per Akku auch Stunden ohne Nachladen. Alle Lichter hängen direkt am Netz.

Die IKEA-Hintergrundlampen lassen sich per Fernbedienung am Schreibtisch und über ein IKEA-Gateway (im Video „Dirigera“) bedienen: an, aus, heller und dunkler, per App mit stärker veränderbarem Farbton, per Doppelklick in drei Stufen von kalt über mittel bis warm. Eingestellt ist die mittlere Farbtemperatur. Die neueren Lampen sind laut Video qualitativ nicht mehr ganz so gut, aber sehr günstig, und ob sie bleiben, ist noch offen. Das Licht ist so ausgerichtet, dass es möglichst nach unten auf den Tisch und etwas ins Gesicht fällt – auch für die Top-down-Perspektive. Der Hintergrund soll so dunkel wie möglich bleiben, weil das mehr Atmosphäre gibt. Neben geringer Schärfentiefe ist die gezielte Beleuchtung der Person die zweite Methode, den Fokus auf den Sprecher zu lenken.

Akustik: Absorber, Bassfallen und Steinwolle

Für die Raumakustik hängen Filzabsorber von Thomann an der Wand (t.akustik PET Wall Absorber 60 / t.akustik PET Wall Absorber 120). In den Ecken stehen Schaumstoff-Bassfallen. Ein geöffneter Eckschrank mit Kleidung wirkt zusätzlich als Absorber, außerdem kommen vier ältere beige Steinwollplatten und IKEA-Teppiche zum Einsatz.

Die neueren grauen Filzpanels von Thomann haben ein kleineres Maß und füllen die letzten freien Ecken. Gesprochen wird in Richtung der Panels, zusätzlich dämpfen Filzfächer den Schall. Im letzten, kleineren Studio sammelte sich der Bass der Stimme in den Ecken, deshalb stehen jetzt mehrere Schaumstoff-Eckabsorber im Raum – einer davon auf der Dachschräge, wo sich der Bass am ehesten fängt. Ob sie im neuen Raum zwingend nötig sind, ist laut Video offen. Der Eckschrank mit Kleidung und Kleiderbügeln ist im Normalfall zu, beim Dreh wird er geöffnet, und der Raum klingt dann sofort weniger hallig. Die vier beigen Panels sind dicker und mit Steinwolle gefüllt. Die weiße Decke ist noch unbehandelt, dort ließe sich laut Video noch einiges verbessern. Heute würde die Akustik nicht mehr ganz so eingerichtet, sie wird aber als ganz okay für die Videos beschrieben.

Schreibtisch: ADAM D3V, MixPre und Mac Studio

Am Schreibtisch stehen die ADAM Audio D3V (Thomann), nachdem die vorherigen KRK Rokit ausgefallen sind. Dazu kommen ein Sound Devices MixPre, ein Rode PSA1+ mit Shure SM7B, eine Logitech MX Master, ein Mac Studio M2 Max mit Apple Studio Display (5K) und ein USB-Hub mit drei SD-Kartenlesern.

Schreibtisch mit Studio Display, Mikrofonarm und ADAM D3V
Bild: web-done / eigenes Video

Die Tischplatte ist eine IKEA-Platte mit Bambus, innen allerdings hohl, was laut Video nur mittelgut ist. Vor die Frontkamera kommt eine Kunstpflanze, weil echte Pflanzen im eher dunklen Raum nicht gut aussehen. Bei den KRK Rokit (5 Zoll) ist laut Video eine Sicherung oder eher ein Kondensator ausgefallen. Der MixPre steckt meist in einer Staubschutzhülle, das SM7B am PSA1+ steht im Hintergrund. Dazu kommen eine alte Mac-Tastatur, ein altes Trackpad, AirPods, eine Steuerung für die Seitenlichter und eine einfache IKEA-Lampe. Das Studio Display war sehr teuer, bietet aber 5K. Der USB-3.0-Hub lässt sich einzeln schalten, seine drei SD-Kartenleser lesen mit rund 300 MB/s: Nach der Aufnahme kommen die Karten von Kamera 1, Kamera 2 und bei Bedarf vom Zoom F6 hinein, ein weiterer Slot steckt im Mac. Die DJI Action 5 für den Rundgang ist auf manuellen Weißabgleich mit Graukarte eingestellt. Im Sommer sorgt ein Ventilator für Luft.

Häufige Fragen zum Studio-Setup

Wie kommt der Ton in die Kamera?

Der Zoom F6 gibt sein Signal per 3,5-mm-Klinkenkabel direkt an die ZV-E10 II weiter und zeichnet parallel selbst auf.

Warum ein Notenständer statt Stativ?

Er trägt Kamera, Monitor, iPad-Teleprompter und Netzteil platzsparend, ein 5-kg-Hantelgewicht sorgt für Stabilität.

Wie wird Staub vermieden?

Bei ein bis zwei Videos pro Woche kommen Tüten über Kamera, Teleprompter, Monitor und Mikrofone – laut Video in jeweils einer Minute auf- und abgezogen.

Vor- und Nachteile des Setups

Vorteile:

  • Ton direkt per 3,5 mm vom Zoom F6 in die Kamera
  • Platzsparend durch Autopole, Querstange und Notenständer
  • Akustik mit einfachen Mitteln wie Schrank, Teppichen und Absorbern
  • Zwei identische Kameras für Front- und Overhead-Perspektive

Nachteile:

  • Dachschräge schränkt Platz und Aufbau ein
  • Viele einzelne Komponenten und Kabel

Für wen eignet sich so ein Studio?

Das Setup richtet sich an YouTuber und Podcaster, die auf wenig Raum Video, Ton und Licht kombinieren möchten – mit einer Frontkamera samt Teleprompter, einer Overhead-Kamera für Produkte und einem Recorder als Audiozentrale.

Fazit

Das neue Studio zeigt, wie sich mit zwei ZV-E10 II, einem Zoom F6, gezieltem Licht und einfachen Akustikmaßnahmen auch unter einer Dachschräge ein vollständiger Arbeitsplatz für YouTube-Videos einrichten lässt.

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