Rode Wireless Micro: Einfacher geht drahtloser Ton fürs Smartphone kaum?

Wie einfach kann ein drahtloses Mikrofonsystem fürs Smartphone sein?

Das Rode Wireless Micro ist ein sehr kompaktes Funkmikrofon-System mit zwei Sendern und einem Empfänger, der direkt in die Lightning- oder USB-C-Buchse des Smartphones gesteckt wird. Im Video kostete es etwa 160 € (Stand Dezember 2024), aktuelle Preise findest du bei Thomann und Amazon.

Rode Wireless Micro: Ladecase, Sender und Fell-Windschutz
Bild: web-done / eigenes Video

Technische Daten im Überblick

Eigenschaft Wert
Richtcharakteristik Kugel
Frequenzbereich 50 Hz – 15.000 Hz
Max. Schalldruckpegel 135 dB SPL
Auflösung 24 Bit / 48 kHz
Pegelautomatik GainAssist (gering, mittel, hoch)
Funk 2,4 GHz, Reichweite laut Rode 100 m bei freier Sicht
Akkulaufzeit bis 7 Std. (Sender), 21 Std. mit Ladecase
Gewicht Sender 12 g, Empfänger 6 g, Case 61 g
Anschluss Lightning oder USB-C, Schwarz oder Weiß (vier Varianten)
Kompatibilität iOS und Android (laut Video derzeit keine anderen Geräte)

Lieferumfang, Ladecase und Verarbeitung

Im Paket stecken ein kurzes USB-C-Kabel, zwei Fell-Windschutze und das Ladecase mit zwei Sendern und dem Empfänger. Das Case wird über USB-C geladen; eine LED zeigt den Ladestand des Cases, beim Öffnen sieht man auch den Ladestand der Mikrofone. Haptik, matte Oberfläche und sogar die Geräusche beim Öffnen und Schließen erinnern im Video stark an AirPods – die Verarbeitung fühlt sich auffällig gut an.

Sender und Empfänger

Sender des Rode Wireless Micro in der Hand
Bild: web-done / eigenes Video

Der Empfänger ist sehr leicht und klein. Sobald er im Smartphone steckt, leuchten die LEDs auf und er koppelt sich automatisch mit den Sendern. Die Sender haben keine Tasten: Sie schalten sich im Case aus und beim Herausnehmen wieder ein. Seitliche Öffnungen mit innenliegendem Windschutz nehmen den Schall auf. Die LED-Helligkeit lässt sich dimmen.

Rode Wireless Micro am Poloshirt angeclippt
Bild: web-done / eigenes Video

Befestigt wird der Sender mit einem mattgummierten Clip, auf dessen Rückseite ein Magnet sitzt. So kann man das Mikrofon an Hemd oder Shirt klemmen oder mit dem Magneten durch die Kleidung hindurch halten. Am Polokragen empfiehlt es sich, den Sender etwas tiefer zu hängen, um die Abschattung durch das Kinn zu verringern.

Einrichtung in 30 Sekunden

Empfänger des Rode Wireless Micro am Smartphone
Bild: web-done / eigenes Video

In der Rode-Reporter-App erscheint „Wireless Micro“ direkt nach dem Einstecken. In den Einstellungen lassen sich der Output-Gain (z. B. Medium) und der Modus festlegen: beide Sender gemischt in einer Spur („merged“) oder getrennt links/rechts („split“). Auch ein zweiter Sender lässt sich während einer laufenden Aufnahme dazuholen. Weitere Apps im Video: Rode Capture, Final Cut Camera (Audioquelle auswählbar) und Rode Central Mobile für LED-Helligkeit, Gain, Spurmodus und Firmware-Updates.

Klang, Richtcharakteristik und Wind

Rode Wireless Micro im Einsatz beim Audiotest
Bild: web-done / eigenes Video

Die Tonspuren im Video sind unbearbeitet, nur die Lautstärke wurde gegebenenfalls angepasst. Dank Kugelcharakteristik ändert sich der Klang kaum, wenn der Sender von der Seite oder von hinten besprochen wird – die Höhen werden nur leicht abgeschattet. Im Video gibt es Pustetests und Plosivlaute („Peter Paula“) ohne und mit Fell-Windschutz. Der Windschutz lässt sich einfach aufklemmen, macht den Sender etwas größer und soll auch starken Wind einigermaßen gut abhalten.

Zur Reichweite: Durch zwei Zimmer mit dicker Stahlbetonwand dazwischen gab es im Video keine Aussetzer. Da das System auf 2,4 GHz funkt, kann es in Umgebungen mit vielen WLAN-Netzen (etwa einer Shopping-Mall) eher zu Störungen kommen.

GainAssist: die drei Stufen

  • Gering: eher leise Spur mit voller Dynamik – in der Nachbearbeitung anheben und ggf. einen Limiter einsetzen.
  • Mittel: etwas angehoben und oben begrenzt – im Video die angenehmste Einstellung für den Normalgebrauch.
  • Hoch: stärker komprimiert, Spitzen knapp unter 0 dB – klingt für Stimmen teilweise etwas künstlich.

Die Apps im Detail

Das Wireless Micro lässt sich in mehreren Rode-Apps konfigurieren, im Video kommen vier Apps zum Einsatz:

  • Rode Reporter: Hier taucht nach dem Einstecken des Empfängers „Wireless Micro“ auf. Akkustand und Pegel des Senders sind sofort zu sehen, die Einstellungen für Output-Gain und Spurmodus sind schnell gesetzt. Während der Aufnahme zeigt die App, welcher Sender gerade sendet.
  • Rode Capture: Eine Kamera-App fürs iPhone, im Video mit der Selfie-Kamera genutzt. Oben wird der Audiopegel angezeigt, ein Tipp darauf öffnet die Einstellungen für Lautstärke, Spurmodus und Output-Gain. Die App richtet sich auch an Clips für Instagram und Co.
  • Final Cut Camera: In den Audioeinstellungen lässt sich die Quelle wählen. Solange der Empfänger nicht steckt, steht dort „dieses Gerät“. Nach dem Einstecken koppelt sich das System und das Wireless Micro ist auswählbar – so entsteht eine Aufnahme mit einer erweiterten iPhone-Kamera-App.
  • Rode Central Mobile: Output-Gain (niedrig, mittel, hoch), Helligkeit der LEDs (gedimmt oder hell), merged oder split sowie Firmware-Updates, wenn welche verfügbar sind.

Mehr Einstellungen gibt es laut Video nicht – genau das macht die schnelle Einrichtung aus.

Merged oder Split: ein oder zwei Spuren?

Mit zwei Sendern stellt sich die Frage, wie sie aufgezeichnet werden. Bei „merged“ landen beide Sender gemischt in einer Spur, bei „split“ liegt ein Sender links und einer rechts. Im Video wird während einer laufenden Aufnahme der zweite Sender aus dem Case genommen: Er koppelt sich, erscheint in der App und nimmt mit auf. Wer allein vor der Kamera steht und beide Sender aktiv hat, bekommt dadurch einen kleinen Halleffekt – das sollte man laut Video in dieser Situation nicht nutzen.

Reichweite und Funk im Alltag

Rode gibt 100 Meter Reichweite bei freier Sicht an, und das haben laut Video auch andere Tests so gezeigt. Im eigenen Haus wurde durch zwei Zimmer mit einer dicken Stahlbetonwand dazwischen aufgenommen – ohne einen einzigen Aussetzer. Fünf Meter in Gebäuden oder zehn Meter mit zwei, drei Türen dazwischen sind demnach kein Problem. Weil das System auf 2,4 GHz funkt, also auf derselben Frequenz wie WLAN-Netzwerke, kann es in Umgebungen mit sehr vielen Netzen eher zu Störungen kommen.

Akku und Ladecase

Die Sender laufen maximal sieben Stunden. Im Ladecase steckt ein weiterer Akku, mit dem sich die Sender nach der ersten Ladung noch zweimal komplett aufladen lassen. So kommen insgesamt 21 Stunden zusammen – genug für einen sehr langen Drehtag. Da die Sender sich im Case automatisch ausschalten und beim Herausnehmen wieder einschalten, entfällt auch das Ein- und Ausschalten.

Die vier Varianten

Das Wireless Micro gibt es mit Lightning- oder USB-C-Empfänger, jeweils in Schwarz und in Weiß. Im Video wird die schwarze Lightning-Variante für ein etwas älteres iPhone genutzt. USB-C passt zu Android-Smartphones und neueren iPhones. Die Hüllen der Smartphones sind unten so ausgefräst, dass der Empfänger trotzdem passt.

Kapitel im Video

  • 00:00 – Intro
  • 01:13 – Rode Wireless Micro
  • 05:35 – Apps & Audio
  • 12:11 – Technische Daten
  • 16:44 – Deine Meinung
  • 17:13 – Fazit

Praxisszenen aus dem Video

Neben den Ansteckpositionen zeigt das Video auch, wie sich der Sender als Handmikrofon schlägt: Bei etwa 20 Zentimetern Sprechabstand wird direkt hineingesprochen, danach von der Seite und von hinten. Durch die Kugelcharakteristik bleibt die Stimme weitgehend gleich, nur die Höhen werden etwas abgeschattet. Wer die Mikrofonöffnung direkt auf den Mund richtet, bekommt etwas mehr Höhen.

Der Magnet bleibt dabei praktisch immer am Sender: Er wird zusammen mit dem Sender ins Case gelegt, man muss also nichts abnehmen und hat ihn dabei, wenn man ihn braucht. Der Fell-Windschutz wird oben eingehakt und unten übergeklemmt, hält danach stabil und lässt sich mit dem Clip weiterhin anstecken.

Zum Schluss wird GainAssist noch mit leiser und sehr lauter Stimme ausprobiert, um zu hören, wie gut sich die Automatik anpasst. Die Rode-Apps werden insgesamt als gut, aber nicht perfekt beschrieben: Die Reporter-App muss manchmal geschlossen und neu geöffnet werden, damit das Mikrofon wieder richtig erkannt wird, und die Bewertungen der Apps sind nicht besonders gut. Wenn sie laufen, laufen sie laut Video aber einigermaßen zuverlässig.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • sehr hochwertige Verarbeitung
  • extrem einfache Bedienung, automatische Kopplung, kein Gain einstellen
  • sehr kompakt und leicht
  • Akkulaufzeit bis 21 Stunden mit Case
  • Magnet-Clip und einfach montierbarer Fell-Windschutz

Nachteile:

  • kein 3,5-mm-Anschluss, keine Kameras anschließbar
  • laut Video derzeit nur iOS und Android
  • Rode-Apps nicht perfekt, Rode Reporter muss manchmal neu gestartet werden

Für wen geeignet?

Für alle, die mit dem Smartphone filmen und eine schnelle „Run and Gun“-Lösung ohne Technikwissen suchen. Wer an Kameras oder Computern aufnehmen möchte, braucht ein anderes Mikrofon.

Rode Wireless Micro in der weißen Variante (Einblendung)
Bild: web-done / eigenes Video

Fazit

Das Rode Wireless Micro überzeugt im Video vor allem durch seine wertige Verarbeitung und die extrem einfache Handhabung – auch für Einsteiger. Die Audioqualität wird als durchaus gut beschrieben. Die Einschränkung ist klar: Es ist ein geschlossenes System für Smartphones mit Lightning oder USB-C. Achte beim Kauf auf die richtige Anschluss-Variante.

Häufige Fragen zum Rode Wireless Micro

Kann ich das Wireless Micro an einer Kamera nutzen?

Nein. Es gibt keinen 3,5-mm-Ausgang. Laut Video funktionieren derzeit nur Smartphones mit iOS und Android, weder Windows noch macOS noch Kameras.

Muss ich den Pegel einstellen?

Nein, GainAssist pegelt automatisch. Wählbar sind nur die Stufen gering, mittel und hoch. Im Video wird die mittlere Stufe für den Normalgebrauch als am angenehmsten beschrieben.

Warum endet der Frequenzbereich bei 15.000 Hz?

50 bis 15.000 Hz decken laut Video genau das ab, was man für Sprache braucht. Dass ganz hohe Frequenzen nicht aufgezeichnet werden, sei nicht schlimm.

Was bringt der höhere Grenzschalldruckpegel?

135 dB SPL sind deutlich mehr als bei älteren Rode-Systemen wie dem Wireless GO, die laut Video Probleme hatten, wenn es richtig laut wurde.

Wie schnell ist das System eingerichtet?

Empfänger einstecken, Sender aus dem Case nehmen, fertig: Die Module koppeln sich automatisch, im Video musste nie etwas eingestellt oder ein- und ausgeschaltet werden. Die wenigen Einstellungen in der App waren in rund 30 Sekunden erledigt. Eine schnellere Run-and-Gun-Lösung habe es im Video bisher nicht gegeben.

Wie lange hält der Akku?

Bis zu sieben Stunden pro Ladung, zusammen mit dem Ladecase bis zu 21 Stunden.

Wie schwer sind Sender und Empfänger?

Ein Sender wiegt ohne Magnet 12 Gramm, der Empfänger 6 Gramm. Das ist wichtig, weil man das Smartphone mit dem Empfänger oft in der Hand vor sich hält. Das Case wiegt 61 Gramm.

Affiliate-Hinweis: Die mit * markierten Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis für dich bleibt gleich. Danke für die Unterstützung!

Wenn dir der Artikel "Rode Wireless Micro: Einfacher geht drahtloser Ton fürs Smartphone kaum?" gefallen hat und du mich und meine Unabhängigkeit etwas unterstützen möchtest, würde ich mich über deinen Kommentar freuen und wenn du eine Kamera, ein Objektiv oder auch ein beliebiges anderes Produkt bei Amazon kaufen möchtest, kannst du dies zum unveränderten Kaufpreis HIER bestellen. Vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.