OM System LS-P5 Test

Produktbild OM System LS-P5
7,3
UrteilGutNote 7,3 von 10

Der OM System LS-P5 ist ein ausdauernder Taschenrekorder mit drei Mikrofonen, internem Speicher, Bluetooth-App und vielen Komfortfunktionen. Für Vorlesungen, Interviews und Proben ist er sehr praktisch. Rauschabstand, fehlendes 32-Bit-Float und Micro-USB begrenzen ihn bei anspruchsvollen Aufnahmen.

  • Aufnahme24 Bit
  • Sample­ratebis 96 kHz
  • Gewicht78 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Drei Mikrofone (TRESMIC II), FLAC bis 96 kHz
  • Bis 56 h mit 2 × AAA laut Hersteller
  • 16 GB intern, Bluetooth-App

Nachteile

  • Kein XLR, kein 32-Bit-Float
  • Micro-USB statt USB-C
  • Mikrofon-SNR nur 57–60 dB

Technische Daten

Technische Daten: OM System LS-P5
HerstellerOM System
Preisklassemittel
XLR-Eingänge0
Spuren2 (Stereo)
Max. Sample-Rate96 kHz
Auflösung24 Bit
32-Bit-Float✗
Eingebautes Mikrofon✓
Frequenzbereich20 Hz – 44 kHz
AufnahmeformatWAV, FLAC, MP3
Batterie / Stromversorgung2 × AAA (NiMH oder Alkali)
Gewicht78 g
Eingänge (Details)0
Abmessungen39,6 × 112,2 × 16,1 mm

Der OM System LS-P5 (Werbelink) ist ein flacher Taschenrekorder mit drei eingebauten Mikrofonen, 16 Gigabyte internem Speicher und Bluetooth. Laut Thomann ist er der Nachfolger des LS-P4, der noch unter dem Markennamen Olympus verkauft wurde. OM System nennt als Zielgruppe Filmemacher, YouTube-Kanäle, Musiker, Studierende und Journalisten.

Thomann führt ihn seit September 2022. Bewertet wird hier anhand der technischen Daten von OM System und der Thomann-Produktseite.

TRESMIC II: drei Mikrofone in einem Stift

Das Mikrofonsystem heißt TRESMIC II und besteht laut OM System aus drei Richtmikrofonen. Über die Funktion 3Mic Zoom regelst du die Richtwirkung in 21 Stufen: ein weites Feld für Atmosphäre und Musik oder ein enges Feld, das eine Stimme stärker vom Umfeld trennt. Der Frequenzgang reicht laut Hersteller bis 20.000 Hz.

Der maximale Schalldruck liegt laut Hersteller bei 125 dB SPL bei einem Prozent Verzerrung. Für Proben, Unterricht und Konzertmitschnitte aus dem Publikum reicht das. Direkt vor einem Schlagzeug wird es dagegen eng.

Als Signal-Rausch-Abstand nennt OM System 60 dB für das Mittenmikrofon und 57 dB für die Stereomikrofone, am Line-Eingang sind es 92 dB. Diese Werte bewegen sich auf dem Niveau eines Diktiergeräts, nicht eines Feldrekorders. Für Sprache und Musik im Alltag genügen sie, sehr leise Naturgeräusche rauschen hörbar.

Formate, Speicher und Aufnahmefunktionen

Aufgezeichnet wird als WAV oder FLAC mit bis zu 96 kHz und 24 Bit, alternativ als MP3 mit 320, 128 oder 64 kbit/s. FLAC spart Speicher, ohne Qualität zu verlieren. 32-Bit-Float bietet der LS-P5 nicht.

Neben den 16 Gigabyte internem Speicher nimmt ein Kartenschacht microSDHC- und microSDXC-Karten auf, laut OM System bis 2 Terabyte. Pro Datei setzt du bis zu 99 Indexmarken, pro Ordner sind 200 Dateien möglich.

Die Funktionsliste ist lang: Pre-Recording, Overdubbing, Timeraufnahme, eine sprachgesteuerte Aufnahme namens VCVA, Low-Cut-Filter sowie Slate- und Testton zum Markieren und Abgleichen. Szenenvorgaben für Diktat, Konferenz, Vortrag, Musik oder laute Umgebungen stellen die Mikrofone passend ein. Für die Pegelung stehen Intelligent Auto, drei feste Empfindlichkeiten und ein manueller Modus bereit.

Bedienung, App, Anschlüsse und Lautsprecher

Ein weiß beleuchtetes Display mit 108 × 84 Bildpunkten zeigt Pegel und Menüs. Ein Hold-Schalter verhindert, dass in der Tasche versehentlich eine Taste gedrückt wird. Die Menüs gibt es auch auf Deutsch.

Über Bluetooth 5.0 verbindet sich der LS-P5 mit der App DVR.Remote auf Android und iOS. Damit startest du Aufnahmen aus der Entfernung und siehst den Pegel auf dem Smartphone, praktisch bei Aufnahmen von Konzerten oder Tieren. Zusätzlich lassen sich Bluetooth-Kopfhörer zum Abhören koppeln.

Beim Abspielen regelst du die Geschwindigkeit zwischen 50 und 350 Prozent, das hilft beim Üben schwieriger Passagen. A-B-Wiederholung, Equalizer und Voice Balancer runden die Wiedergabe ab. Dateien schneidest du direkt im Gerät zu, teilst sie auf oder normalisierst sie; eine Kalendersuche ordnet Aufnahmen nach Datum.

Der Mikrofon- und Line-Eingang ist eine 3,5-Millimeter-Klinke mit 2 Kiloohm Impedanz. Dort lassen sich ein Ansteckmikrofon oder eine Mischpultsumme anschließen, letztere mit manueller Pegeleinstellung. XLR-Eingänge oder Phantomspeisung gibt es nicht.

Der Kopfhörerausgang liefert 3 Milliwatt pro Kanal und ist für Kopfhörer ab 8 Ohm ausgelegt. Für hochohmige Studiokopfhörer ist das knapp; In-Ears und leichte Modelle funktionieren gut.

Ein runder Lautsprecher mit 18 Millimetern Durchmesser gibt bis zu 230 Milliwatt ab. Die Verbindung zum Rechner läuft über Micro-USB nach USB-2.0-Standard, der Rekorder meldet sich als Massenspeicher oder Kompositgerät. OM System bewirbt einen Composite-USB-Mikrofon-Modus, der LS-P5 kann also am Rechner als Mikrofon dienen. Die offiziellen Systemangaben nennen allerdings nur ältere Versionen von macOS bis 10.12, bei aktuellen Macs lohnt vorher ein Test.

Laufzeit und Abmessungen

Hier liegt die größte Stärke. OM System nennt bei 44,1 kHz und 16 Bit rund 37 Stunden mit den beiliegenden NiMH-Akkus und 56 Stunden mit Alkaline-Batterien. Bei höheren Auflösungen sinkt der Wert, der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin.

Betrieben wird das Gerät mit zwei AAA-Zellen. Laut Thomann liegen zwei NiMH-Akkus und ein USB-Kabel von A auf Micro-B bei, eine Speicherkarte dagegen nicht. Geladen werden sie per USB direkt im Gerät, allerdings nur, wenn es sich um Akkus von OM System handelt.

Mit 39,6 × 112,2 × 16,1 Millimetern und 78 Gramm inklusive Akkus ist der LS-P5 der flachste Rekorder in diesem Vergleich. Er passt in jede Hemdtasche. Ein Stativgewinde ist vorhanden, sodass er auch auf einem Mikrofonständer oder Tischstativ Platz findet.

Szenen, Automatik und Kamerabetrieb

Neun Aufnahmeszenen stehen bereit: zwei frei belegbare Profile sowie Diktat, Konferenz, Meeting, Vortrag, Musik, laute Umgebung und eine Einstellung für Spracherkennungsprogramme. Letztere ist interessant, wenn du Aufnahmen später automatisch transkribieren lässt.

Zu den Automatikfunktionen zählen eine Rauschunterdrückung mit zwei Mikrofonen, Voice Sync und eine Hilfe bei der Szenenwahl. Die Pegelregelung arbeitet wahlweise mit Intelligent Auto, festen Stufen oder manuell. Der Modus Heller Sound hebt laut OM System die Höhen bereits während der Aufnahme an.

Der Hersteller beschreibt den LS-P5 auch als Zubehör für Videokameras. Auf einem Blitzschuhadapter montiert, nimmt er den Ton getrennt vom Bild auf; die Synchronisation erfolgt dann im Schnitt, etwa über den Slate-Ton. Da kein Timecode vorhanden ist, bleibt dieser Schritt Handarbeit.

Als Menüsprachen führt das Datenblatt Deutsch, Chinesisch, Tschechisch, Dänisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch und Schwedisch auf. Im Lieferumfang laut Thomann fehlt ein Windschutz; für Aufnahmen im Freien solltest du daher einen passenden Fellwindschutz einplanen, denn Wind erzeugt bei Außenaufnahmen schnell tieffrequentes Rumpeln. Der Low-Cut-Filter mildert das, ersetzt einen Windschutz aber nicht.

Vergleich mit Zoom H1essential, F2 und DR-40XP

Der Zoom H1essential (Werbelink) kostet ähnlich viel und nimmt in 32-Bit-Float auf, was das Einpegeln erspart. Interner Speicher, Bluetooth und eine so lange Laufzeit fehlen ihm dafür. Für Musik mit stark schwankender Lautstärke ist er die sicherere Wahl.

Der Zoom F2 (Werbelink) ist ein Ansteckrekorder für Lavalier-Mikrofone mit 32-Bit-Float. Er eignet sich für Interviews und Video, aber nicht für Stereoaufnahmen im Raum.

Der Tascam DR-40XP (Werbelink) bietet eingebaute Mikrofone plus zwei Kombibuchsen für externe XLR-Mikrofone. Er ist größer und schwerer, aber vielseitiger. Wer zwei XLR-Mikrofone ohne eingebaute Kapsel nutzen will, findet im Zoom H1 XLR (Werbelink) eine kompakte Lösung, und der Zoom H4essential (Werbelink) vereint beides.

Typische Einsätze: Für wen lohnt sich der OM System LS-P5?

Studierende zeichnen Vorlesungen im Szenenmodus Vortrag auf und markieren wichtige Stellen mit Indexmarken. Die Abspielgeschwindigkeit lässt sich später erhöhen, um schneller durchzuhören.

Journalisten nutzen den LS-P5 als unauffälliges Interviewgerät mit Pre-Recording, damit der Anfang einer Antwort nicht verloren geht. Die VCVA-Funktion spart Speicher bei langen Pausen.

Musiker nehmen Proben in WAV oder FLAC auf und üben mit verlangsamter Wiedergabe. Für Naturaufnahmen startest du die Aufnahme per App aus einigen Metern Abstand, damit eigene Geräusche nicht im Mitschnitt landen. Wer Proben zusätzlich filmen möchte, schaut sich die Zoom Q2n-4K (Werbelink) an.

Der LS-P5 lohnt sich für alle, die einen sehr kleinen, ausdauernden Rekorder mit internem Speicher und App-Steuerung suchen. Die Funktionsfülle bei Aufnahme und Wiedergabe ist größer als bei den meisten Handrekordern.

Kunden bei Thomann geben im Schnitt 3,9 von 5 Sternen bei bisher 11 Bewertungen.

Für anspruchsvolle Musik- und Naturaufnahmen sind der begrenzte Rauschabstand, das Fehlen von 32-Bit-Float und die fehlenden XLR-Eingänge Einschränkungen. Auch die Micro-USB-Buchse wirkt heute nicht mehr zeitgemäß.

Bewertung im Detail

Verarbeitung7,0/10

Flaches Gehäuse mit 78 Gramm, Hold-Schalter und Stativgewinde, aber Micro-USB. Note: 7,0 /10.

Bedienung7,5/10

Szenenmodi, Intelligent Auto und App-Fernsteuerung, kleines Display. Note: 7,5 /10.

Klang6,5/10

TRESMIC II bis 125 dB SPL, aber nur 57 bis 60 dB Rauschabstand an den Mikrofonen. Note: 6,5 /10.

Ausstattung6,5/10

16 GB intern, Bluetooth, FLAC, Overdubbing, aber kein XLR und kein 32-Bit-Float. Note: 6,5 /10.

Akku9,0/10

Rund 37 Stunden mit NiMH und 56 Stunden mit Alkaline bei CD-Qualität. Note: 9,0 /10.

Preis-Leistung7,0/10

Mit Akkus und internem Speicher. Note: 7,0 /10.

Gesamtnote7,3/10

Fazit: OM System LS-P5

Gut
7,3

Der OM System LS-P5 ist ein ausdauernder Taschenrekorder mit drei Mikrofonen, internem Speicher, Bluetooth-App und vielen Komfortfunktionen. Für Vorlesungen, Interviews und Proben ist er sehr praktisch. Rauschabstand, fehlendes 32-Bit-Float und Micro-USB begrenzen ihn bei anspruchsvollen Aufnahmen.

Kaufen, wenn …

  • du einen sehr flachen Rekorder für die Hemdtasche suchst
  • du extrem lange Laufzeiten brauchst
  • du Aufnahmen per Smartphone-App starten willst
  • du Wiedergabe mit Tempoänderung zum Üben nutzt

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du dich nicht ums Einpegeln kümmern willst
  • du ein Lavalier am Körper aufzeichnen willst
  • du zusätzlich XLR-Mikrofone anschließt

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Alternativen zum OM System LS-P5

Tascam DR-07XP

7,5Gut
Note 7,5 von 10

Der Tascam DR-07XP überzeugt mit verstellbaren Nierenmikrofonen für XY und AB, 32-Bit-Float und langer Laufzeit mit zwei AA-Zellen. Für Proben, Konzerte und Naturaufnahmen ist er ein flexibler Begleiter. XLR-Eingänge und Timecode fehlen.

Tascam Portacapture X6

7,1Gut
Note 7,1 von 10

Der Tascam Portacapture X6 ist ein kompakter 32-Bit-Float-Rekorder mit Touchscreen, umschaltbaren AB/XY-Mikrofonen und zwei XLR-Eingängen. Presets, Auto File Save und die Nutzung als USB-Interface machen ihn alltagstauglich. Der geringe maximale Mikrofonpegel und die nur zwei XLR-Buchsen setzen Grenzen.

Im Vergleich mit 25 anderen Audiorekordern

Häufige Fragen zum OM System LS-P5

Wie lange läuft der OM System LS-P5?

Laut Hersteller rund 37 Stunden mit NiMH-Akkus und 56 Stunden mit Alkaline-Batterien bei 44,1 kHz und 16 Bit.

Welche Formate nimmt er auf?

WAV und FLAC bis 96 kHz und 24 Bit sowie MP3 bis 320 kbit/s.

Hat er internen Speicher?

Ja, 16 Gigabyte, erweiterbar mit microSDHC- oder microSDXC-Karten.

Lässt er sich per Smartphone steuern?

Ja, über Bluetooth 5.0 und eine App für Android und iOS; Bluetooth-Kopfhörer werden ebenfalls unterstützt.

Kann ein externes Mikrofon angeschlossen werden?

Ja, über einen 3,5-Millimeter-Eingang mit 2 Kiloohm Impedanz. XLR und Phantomspeisung fehlen.

Unterstützt er 32-Bit-Float?

Nein, die höchste Auflösung sind 24 Bit bei 96 kHz.

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