Tascam Portacapture X6 Test

Produktbild Tascam Portacapture X6
7,1
UrteilGutNote 7,1 von 10

Der Tascam Portacapture X6 ist ein kompakter 32-Bit-Float-Rekorder mit Touchscreen, umschaltbaren AB/XY-Mikrofonen und zwei XLR-Eingängen. Presets, Auto File Save und die Nutzung als USB-Interface machen ihn alltagstauglich. Der geringe maximale Mikrofonpegel und die nur zwei XLR-Buchsen setzen Grenzen.

  • Eingänge2 × XLR
  • Aufnahme32-Bit-Float
  • Sample­ratebis 96 kHz
  • Rauschen (EIN)−125 dBu
  • Gewicht365 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • 32-Bit-Float, 6 Spuren, AB/XY umschaltbar
  • Touchscreen mit Presets
  • Aufnahme und USB-Interface gleichzeitig

Nachteile

  • Nur 2 XLR-Eingänge
  • Mikrofon-Maximalpegel nur +2 dBu
  • Nur 96 kHz

Technische Daten

Technische Daten: Tascam Portacapture X6
HerstellerTascam
Preisklassemittel
XLR-Eingänge2
Spuren6
Max. Sample-Rate96 kHz
Auflösung32-bit float
32-Bit-Float✓
Eingebautes Mikrofon✓
EIN (Eigenrauschen)-125 dBu(A)
Dynamikumfang112 dB(A)
Frequenzbereich20 Hz – 40 kHz
AufnahmeformatWAV (BWF), MP3
Batterie / Stromversorgung4 × AA, USB-Busstrom oder PS-P520U
Gewicht365 g
Eingänge (Details)2 (XLR)
Abmessungen75 × 174,3 × 37,2 mm

Der Tascam Portacapture X6 ist ein Handyrekorder mit 32-Bit-Float-Aufnahme, einem Touchscreen und zwei eingebauten Mikrofonen, die zwischen AB und echtem XY umschaltbar sind. Dazu kommen zwei XLR-Eingänge mit Phantomspeisung und ein 3,5-Millimeter-Eingang. Tascam nennt vier Eingangskanäle und sechs Spuren: vier Einzelspuren plus eine Stereomischung.

Der Portacapture X6 (Werbelink) ist bei Thomann erhältlich. Er ist der kleinere Bruder des Portacapture X8 (Werbelink) und richtet sich an Podcaster, Musiker und Filmer, die ein kompaktes Gerät mit einfacher Bedienung suchen. Für diesen Testbericht wurden die Spezifikationen von Tascam und die Angaben von Thomann ausgewertet.

32-Bit-Float und vier Eingangskanäle

Der X6 schreibt WAV-Dateien als Broadcast-Wave mit 16 oder 24 Bit oder in 32-Bit-Float, jeweils mit 44,1, 48 oder 96 kHz. Alternativ speichert er MP3 mit 44,1 oder 48 kHz und bis zu 320 kbit/s. Mit 32-Bit-Float lassen sich zu laute oder zu leise Aufnahmen nachträglich korrigieren, ohne dass das Signal verzerrt oder im Rauschen versinkt.

Tascam Portacapture X6 von vorn mit Touchdisplay
Tascam Portacapture X6 von vorn mit Touchdisplay Bild: Tascam (Herstellerbild)

Gleichzeitig nimmt das Gerät vier Kanäle auf: die beiden eingebauten Mikrofone und die zwei XLR-Eingänge. Eine fünfte und sechste Spur enthält auf Wunsch die Stereomischung. Für einen Podcast mit zwei Gästen an XLR-Mikrofonen und Raumatmosphäre über die internen Kapseln ist das eine praktische Aufteilung.

Laut Tascam liegt der Dynamikumfang der XLR-Eingänge bei mindestens 112 dB, gemessen mit A-Bewertung bei 48 und 96 kHz. Der Klirrfaktor beträgt im Mikrofonbetrieb höchstens 0,006 Prozent. Der Frequenzgang reicht bei 96 kHz von 20 Hz bis 40 kHz.

XLR-Eingänge mit Phantomspeisung

Die beiden XLR-Buchsen liefern Phantomspeisung mit 24 oder 48 Volt, allerdings nur im Mikrofonbetrieb. Tascam gibt ein äquivalentes Eingangsrauschen von −125 dBu oder besser an. Im Line-Betrieb verkraften die Eingänge bis +24 dBu, das Signal eines Mischpults lässt sich also direkt anschließen.

Unterseite des X6 mit Combo-Eingängen
Unterseite des X6 mit Combo-Eingängen Bild: Tascam (Herstellerbild)

Die Eingangsimpedanz beträgt im Mikrofonbetrieb mindestens 2,2 Kiloohm. Das passt zu den meisten dynamischen und Kondensatormikrofonen. Für Gesang oder Sprache eignet sich ein Klassiker wie das Shure SM58 (Werbelink), für Instrumente und Raum ein Paar Kleinmembranmikrofone wie das Rode NT5 (Werbelink).

Der maximale Eingangspegel im Mikrofonbetrieb liegt laut Datenblatt bei +2 dBu. Für sehr laute Quellen, etwa ein Kondensatormikrofon dicht an einer Snare, kann das knapp werden. Mit 32-Bit-Float sind die Folgen im Digitalteil gering, die analoge Eingangsstufe hat aber dennoch eine Grenze.

Zusätzlich gibt es einen 3,5-Millimeter-Eingang für Line-Signale oder Ansteckmikrofone mit Plug-in-Power. Ein Funkempfänger oder ein Lavalier lässt sich hier direkt einstecken.

Eingebaute Mikrofone: AB oder XY

Die beiden internen Kondensatormikrofone lassen sich zwischen AB-Anordnung und echter XY-Stellung umschalten. Bei AB stehen die Kapseln auseinander und liefern ein breites, räumliches Stereobild. Bei XY treffen sich die Kapseln nahezu an einem Punkt, das Ergebnis ist monokompatibel und präziser in der Ortung.

Für Konzertmitschnitte aus dem Saal ist AB oft die angenehmere Wahl, für Interviews oder Vorträge mit späterer Mono-Nutzung XY. Ein Windschutz für die internen Mikrofone ist als Zubehör erhältlich; Tascam nennt dafür unter anderem den WS-11 und den WS-86 als passendes Zubehör.

Die Ausrichtung der Kapseln wählst du je nach Aufnahme: Für einen Raum mit Publikum und viel Hall ist eine engere Anordnung oft verständlicher, für eine Probe im Proberaum darf das Stereobild breiter sein. Eine kurze Testaufnahme in beiden Stellungen zeigt schnell, welche Variante besser zur Situation passt.

Touchscreen, Presets, USB-Interface und App

Bedient wird der X6 über einen 2,4 Zoll großen Touchscreen. Tascam spricht von einer App-ähnlichen Bedienung: Pegel, Effekte und Einstellungen erreichst du über Symbole statt über verschachtelte Menüs. Für Einsteiger ist das zugänglicher als die Tastensteuerung vieler älterer Rekorder.

Sprachaufnahme mit dem Portacapture X6
Sprachaufnahme mit dem Portacapture X6 Bild: Tascam (Herstellerbild)

Für typische Situationen gibt es Presets. Zur Auswahl stehen Musik, Podcast, Interview, Feldaufnahme und eine Sechsspur-Mehrspuraufnahme. Jedes Preset stellt Eingänge, Spuren und Bearbeitung passend ein, sodass du nach wenigen Berührungen aufnahmebereit bist.

Die Signalbearbeitung umfasst laut Tascam Kompressor, Limiter, Hochpassfilter, EQ und Hall. Der Hochpass bekämpft Wind und Trittschall, der Limiter fängt Spitzen ab. Für Aufnahmen in 32-Bit-Float ist der Limiter weniger wichtig, beim Export als MP3 kann er aber Übersteuerung verhindern.

Die Auto File Save-Funktion speichert laut Tascam während der Aufnahme etwa alle 20 Sekunden. Fällt die Stromversorgung unerwartet aus, gehen damit nur wenige Sekunden verloren.

Über USB-C arbeitet der X6 als Audio-Interface mit sechs Eingangs- und zwei Ausgangskanälen. Laut Tascam ist er Class Compliant nach USB Audio 2.0, für Windows gibt es zusätzlich einen ASIO-Treiber. Die Abtastrate reicht bis 96 kHz bei 24 Bit.

Aufnahme und Interface-Betrieb laufen laut Tascam-FAQ gleichzeitig. Bei einem Livestream nimmt der Rekorder also parallel eine Sicherheitskopie auf die Karte auf. Für Podcaster, die live senden und später schneiden, ist das ein Gewinn.

Mit dem optionalen Bluetooth-Adapter AK-BT1 steuerst du den X6 über die App Portacapture Control vom Smartphone oder Tablet aus. Seit Firmware 1.10 ist darüber auch eine Timecode-Synchronisation möglich, etwa mit Kameras, die Timecode per Bluetooth unterstützen. Die aktuelle Firmware trägt die Versionsnummer 2.03.

Strom, Speicher, Ausgänge und Lieferumfang

Der X6 läuft mit vier AA-Zellen, wahlweise Alkaline, NiMH oder Lithium, über USB-Busstrom vom Rechner oder mit dem separat erhältlichen Netzteil PS-P520U. Tascam nennt eine maximale Leistungsaufnahme von 7,5 Watt.

Die Laufzeiten hängen stark von der Phantomspeisung ab. Mit Alkaline-Batterien und Stromsparmodus nennt Tascam rund 13,5 Stunden ohne Phantomspeisung, mit zwei phantomgespeisten Mikrofonen etwa 5,5 Stunden. Mit Lithium-Batterien steigen die Werte auf rund 22 und 11,5 Stunden, mit NiMH-Akkus liegen sie bei 11 und 5,5 Stunden.

Aufgezeichnet wird auf microSD-Karten bis 512 Gigabyte, mindestens Class 10. Auf einer 128-Gigabyte-Karte passen laut Tascam gut 46 Stunden Stereo in 32-Bit-Float bei 96 kHz. Im Monobetrieb verdoppelt sich die Zeit ungefähr.

Der Kopfhörerausgang ist eine 3,5-Millimeter-Buchse und liefert laut Tascam 45 Milliwatt pro Kanal an 32 Ohm. Ein separater Line-Ausgang führt das Signal an eine Kamera, ebenfalls über Miniklinke. Ein Mono-Lautsprecher mit 0,4 Watt dient zum schnellen Abhören.

Das Gehäuse misst 75 × 174,3 × 37,2 Millimeter und wiegt 365 Gramm mit Batterien, 265 Gramm ohne. Im Karton liegen der Rekorder, vier AA-Alkaline-Batterien und eine Bedienungsanleitung. Ein USB-Kabel gehört laut Tascam nicht zum Lieferumfang; für Datenübertragung muss es ein Kabel mit Datenleitungen sein.

Thomann listet den X6 seit Februar 2023. Tascam hat ihn seitdem mit mehreren Firmware-Updates erweitert, zuletzt mit Version 2.03, die Tascam im Downloadbereich mit dem 09.09.2025 führt.

Vergleich mit Zoom und dem Portacapture X8

Der Zoom H4essential (Werbelink) bietet ebenfalls zwei XLR-Eingänge, eingebaute Mikrofone und 32-Bit-Float, wiegt laut Produktdatenbank aber nur 226 Gramm. Er ist kompakter, hat jedoch keinen Touchscreen. Der Zoom H6essential (Werbelink) bringt vier XLR-Eingänge mit, ist bei mehreren Gesprächspartnern also flexibler.

Steuerung des X6 per Smartphone-App
Steuerung des X6 per Smartphone-App Bild: Tascam (Herstellerbild)

Eine weitere Option aus dem Zoom-Programm ist der Zoom H5studio (Werbelink). Der hauseigene Tascam Portacapture X8 hat laut Produktdatenbank vier Combo-Eingänge, einen 3,5-Zoll-Touchscreen und bis 192 kHz, kostet aber mehr. Für zwei Mikrofone reicht der X6.

Der Tascam DR-40X (Werbelink) ist eine ältere, einfachere Alternative aus demselben Haus. Er verzichtet auf Touchscreen und 32-Bit-Float, ist aber für Einsteiger mit kleinem Budget eine Option. Wer bereits weiß, dass Bedienung per Touch wichtig ist, landet eher beim X6.

Für wen ist der Tascam Portacapture X6 geeignet?

Der X6 passt zu Podcastern und Interviewern, die mit zwei externen Mikrofonen und Raumton arbeiten und eine einfache Bedienung schätzen. Die Presets nehmen die Einrichtung ab, 32-Bit-Float verzeiht Fehler beim Pegel.

Gitarrenaufnahme mit dem Portacapture X6
Gitarrenaufnahme mit dem Portacapture X6 Bild: Tascam (Herstellerbild)

Auch Musiker, die Proben in Stereo mitschneiden, profitieren von den umschaltbaren AB/XY-Mikrofonen und der langen Laufzeit ohne Phantomspeisung. Als USB-Interface ersetzt er bei Bedarf ein kleines Desktop-Gerät.

Weniger gut passt der X6 zu Anwendern, die mehr als zwei XLR-Mikrofone brauchen oder sehr laute Quellen nah mikrofonieren. Dann sind Geräte mit mehr Eingängen oder höherem maximalen Eingangspegel die bessere Wahl.

Bewertung im Detail

Verarbeitung6,5/10

Kompaktes Gehäuse mit 365 Gramm inklusive Batterien und fest verbauten Mikrofonen. Note: 6,5 /10.

Bedienung7,5/10

2,4-Zoll-Touchscreen mit Presets und App-Steuerung über optionalen Bluetooth-Adapter. Note: 7,5 /10.

Klang7,0/10

−125 dBu EIN, mindestens 112 dB Dynamik und 32-Bit-Float, aber nur +2 dBu maximaler Mikrofonpegel. Note: 7,0 /10.

Ausstattung7,0/10

Zwei XLR-Eingänge, AB/XY-Mikrofone, 3,5-mm-Eingang, sechs Spuren und USB-Interface 6x2; nur 96 kHz. Note: 7,0 /10.

Akku7,5/10

Vier AA-Zellen mit rund 13,5 Stunden ohne und 5,5 Stunden mit Phantomspeisung laut Tascam, USB-Busstrom möglich. Note: 7,5 /10.

Preis-Leistung7,0/10

Ein Touch-Rekorder mit 32-Bit-Float und zwei XLR-Eingängen. Note: 7,0 /10.

Gesamtnote7,1/10

Fazit: Tascam Portacapture X6

Gut
7,1

Der Tascam Portacapture X6 ist ein kompakter 32-Bit-Float-Rekorder mit Touchscreen, umschaltbaren AB/XY-Mikrofonen und zwei XLR-Eingängen. Presets, Auto File Save und die Nutzung als USB-Interface machen ihn alltagstauglich. Der geringe maximale Mikrofonpegel und die nur zwei XLR-Buchsen setzen Grenzen.

Kaufen, wenn …

  • du einen Rekorder mit Touch-Bedienung und Presets willst
  • du mit zwei XLR-Mikrofonen und Raumton aufnimmst
  • du Aufnahme und USB-Interface gleichzeitig nutzen möchtest
  • du lange Laufzeiten mit AA-Batterien schätzt

Lieber eine Alternative, wenn …

  • du einen leichteren Rekorder mit zwei XLR-Eingängen suchst
  • du vier XLR-Eingänge brauchst
  • dir ein einfacher Rekorder mit Tasten genügt
  • du vier Combo-Eingänge und 192 kHz willst

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Alternativen zum Tascam Portacapture X6

Zoom Q2n-4K

6,9Gut
Note 6,9 von 10

Die Zoom Q2n-4K verbindet eine 4K-Weitwinkelkamera mit einem belastbaren XY-Mikrofon und ist damit ein unkompliziertes Werkzeug für Proben, Unterricht und Streams. Du bekommst besseren Ton als bei den meisten Kameras. XLR, 32-Bit-Float und Stabilisierung fehlen.

OM System LS-P5

7,3Gut
Note 7,3 von 10

Der OM System LS-P5 ist ein ausdauernder Taschenrekorder mit drei Mikrofonen, internem Speicher, Bluetooth-App und vielen Komfortfunktionen. Für Vorlesungen, Interviews und Proben ist er sehr praktisch. Rauschabstand, fehlendes 32-Bit-Float und Micro-USB begrenzen ihn bei anspruchsvollen Aufnahmen.

Im Vergleich mit 25 anderen Audiorekordern

Häufige Fragen zum Tascam Portacapture X6

Nimmt der Portacapture X6 in 32-Bit-Float auf?

Ja, mit 44,1, 48 oder 96 kHz. Zusätzlich sind WAV mit 16 oder 24 Bit und MP3 möglich.

Wie viele Mikrofone lassen sich anschließen?

Zwei über XLR mit 24 oder 48 Volt Phantomspeisung, dazu ein Ansteckmikrofon am 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power.

Wie lange halten die Batterien?

Laut Tascam mit Alkaline etwa 13,5 Stunden ohne und 5,5 Stunden mit Phantomspeisung, mit Lithium-Batterien rund 22 und 11,5 Stunden.

Funktioniert der X6 als USB-Interface?

Ja, mit sechs Eingangs- und zwei Ausgangskanälen bis 96 kHz, Class Compliant und mit ASIO-Treiber für Windows. Aufnahme auf Karte ist gleichzeitig möglich.

Lässt sich der X6 per Smartphone steuern?

Ja, mit dem optionalen Bluetooth-Adapter AK-BT1 und der App Portacapture Control.

Was ist der Unterschied zum Portacapture X8?

Der X8 hat vier Combo-Eingänge, einen 3,5-Zoll-Touchscreen und bis 192 kHz. Der X6 ist kleiner und hat zwei XLR-Eingänge.

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