
Der Zoom R4 MultiTrak bringt das Vierspur-Prinzip mit Bounce-Spur, Fadern und Effekten in ein 287 Gramm leichtes Gehäuse und nimmt dank 32-Bit-Float ohne Einpegeln auf. Für Songwriter ist er ein unkompliziertes Skizzenbuch. Für Filmton und hochauflösende Feldaufnahmen fehlen Timecode, Stereo-Dateien und höhere Abtastraten.
- Eingänge2 × XLR
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 48 kHz
- Rauschen (EIN)−120 dBu
- Gewicht287 g
Auf einen Blick
Vorteile
- 2 Combo-Eingänge mit 48 V, 32-Bit-Float
- Bounce-Spur, Effekte und Drum-Pattern
- USB-Interface 2x2
Nachteile
- Nur 2 Spuren gleichzeitig, max. 48 kHz
- EIN nur −120 dBu
- Kein Timecode
Technische Daten
| Hersteller | Zoom |
|---|---|
| Preisklasse | mittel |
| XLR-Eingänge | 2 |
| Spuren | 2 gleichzeitig (+ Bounce) |
| Max. Sample-Rate | 48 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✓ |
| EIN (Eigenrauschen) | -120 dBu(A) |
| Frequenzbereich | 20 Hz – 20 kHz |
| Aufnahmeformat | WAV |
| Batterie / Stromversorgung | 4 × AA, AD-17 oder USB |
| Gewicht | 287 g |
| Eingänge (Details) | 2 (XLR/Klinke-Combo) |
| Abmessungen | 74 × 138 × 36 mm |
Der Zoom R4 MultiTrak (Werbelink) ist ein Vierspur-Recorder im Taschenformat, der sich an Musiker richtet. Er erinnert an die klassischen Kassetten-Portastudios: vier Fader, eine eigene Bounce-Spur und Effekte für jede Spur. Statt Band läuft eine microSD-Karte, aufgezeichnet wird in 32-Bit-Float, ein Gain-Regler fehlt deshalb.
Bei Thomann ist der R4 seit Oktober 2023 gelistet. Dieser Testbericht stützt sich auf das Datenblatt und das Handbuch von Zoom sowie auf die Thomann-Produktseite.
Vier Spuren und eine Bounce-Spur
Das Konzept ist schnell erklärt: Der R4 nimmt höchstens zwei Spuren gleichzeitig auf und spielt vier ab. Laut Handbuch kommt eine eigene Bounce-Spur hinzu. Sind alle vier Spuren voll, fasst du sie dort zu einer Mischung zusammen und hast wieder Platz für neue Overdubs.

So lassen sich Songideen mit deutlich mehr als vier Instrumenten schichten, ganz wie früher am Kassetten-Vierspurgerät. Der Unterschied: Jeder Bounce bleibt digital, es gibt also kein zusätzliches Bandrauschen bei jedem Durchgang.
Alle Spuren werden laut Zoom als Mono-WAV mit 48 kHz und 32-Bit-Float gespeichert. Andere Abtastraten oder MP3 bietet der R4 nicht. Für Musikskizzen und Demos ist das kein Nachteil, für hochauflösende Feldaufnahmen ist der Recorder aber auch nicht gedacht.
Praktisch für Overdubs: Während du eine neue Spur einspielst, hörst du die vorhandenen Spuren über den Kopfhörer mit. Über die Fader stellst du dabei die Lautstärke der bereits aufgenommenen Spuren so ein, dass du dich selbst gut hörst.
Eingänge und eingebautes Mikrofon
An der Oberseite sitzen zwei XLR/Klinke-Kombibuchsen. Laut Zoom liegt die Eingangsimpedanz bei 2,3 Kiloohm für XLR und 1 Megaohm für Klinke. Gitarre und Bass lassen sich damit direkt anschließen, ohne DI-Box.

Phantomspeisung mit 48 Volt schaltest du für Eingang A und B getrennt zu. Das Eigenrauschen nennt Zoom mit −120 dBu oder besser am XLR-Eingang und −107 dBu am Klinkeneingang, jeweils IHF-A-bewertet. Der maximale Eingangspegel beträgt +4 dBu für XLR und +10 dBu für Klinke.
Zusätzlich gibt es ein eingebautes Mikrofon mit Kugelcharakteristik, das laut Datenblatt bis 115 dB SPL verträgt. Für eine schnelle Akustikgitarre oder eine Gesangsidee reicht das. Für laute Quellen wie ein Schlagzeug aus der Nähe solltest du lieber ein externes Mikrofon an die XLR-Buchse hängen.
Weil die Phantomspeisung pro Eingang schaltbar ist, kannst du ein Kondensatormikrofon an Eingang A und gleichzeitig ein dynamisches Mikrofon oder eine Gitarre an Eingang B betreiben. Das passt zur typischen Singer-Songwriter-Situation mit Stimme und Instrument im selben Durchgang.
32-Bit-Float ohne Gain-Regler
Wie bei anderen aktuellen Zoom-Geräten arbeiten im R4 zwei A/D-Wandler pro Kanal, einer für leise und einer für laute Signale. Laut Handbuch entfällt dadurch die Einstellung der Eingangsverstärkung vollständig.

Für Musiker hat das einen praktischen Vorteil: Ein Riff, das leise beginnt und laut endet, landet unverzerrt in der Datei. Im Handbuch erklärt Zoom, dass übersteuert klingende 32-Bit-Float-Aufnahmen beim späteren Absenken wieder sauber werden, weil die Rohdaten selbst nicht abgeschnitten sind.
Wichtig ist nur der Export. Exportierst du die Spuren in eine DAW, sollte diese 32-Bit-Float-Dateien öffnen können. Das gilt für alle gängigen Programme wie Cubase, Logic oder Reaper, ältere oder sehr einfache Schnittprogramme können aber Probleme machen.
Für dich bedeutet das weniger Vorbereitung: Mikrofon anschließen, Spur scharf schalten, Aufnahme starten. Gerade wenn eine Idee spontan kommt, geht so keine Zeit mit Probeaufnahmen und dem Nachregeln von Pegeln verloren, und der erste Take ist oft schon brauchbar.
Effekte, Rhythmus und Display
Laut Thomann bietet jede Spur einen Dreiband-EQ, Panorama sowie Echo und Hall. Für Eingang A stehen zusätzlich Verstärkersimulation, Delay und Distortion bereit, sodass du eine Gitarre direkt mit Amp-Sound aufnehmen kannst.
Ein Metronom mit Rhythmus-Sektion gehört ebenfalls dazu. Thomann nennt 40 Drum-Pattern, etwa für Rock, Hip-Hop, Funk und Metal. Für eine Skizze ohne Schlagzeuger ist das eine brauchbare Grundlage, ein vollwertiger Drumcomputer ist es nicht.
Das Farbdisplay misst laut Zoom 2 Zoll bei 240 × 320 Bildpunkten. Darunter liegen vier Fader, einer pro Spur, mit denen du die Mischung direkt am Gerät einstellst. Gerade die Fader machen den R4 angenehmer zu bedienen als Recorder, bei denen alles über Menüs läuft.
Die Effekte gelten als Mischwerkzeuge für die Skizze. Für die finale Produktion wirst du die trockenen Spuren meist in die DAW holen und dort mit Plug-ins weiterarbeiten. Ob die Effekte beim Export mit in die Datei geschrieben werden, hängt davon ab, ob du die Einzelspuren oder die Bounce-Mischung überträgst.
USB-Interface und Stromversorgung
Über USB-C arbeitet der R4 als Audio-Interface mit zwei Ein- und zwei Ausgängen. Zoom nennt USB 2.0 High Speed, 48 kHz sowie wahlweise 24 Bit oder 32-Bit-Float. Für 32-Bit-Float unter Windows ist laut Handbuch ein Treiber von der Zoom-Website nötig.

Den Kopfhörer schließt du an eine 3,5-Millimeter-Buchse an, die 20 Milliwatt pro Kanal an 32 Ohm liefert. Einen separaten Line-Ausgang oder Lautsprecher hat der R4 laut Datenblatt nicht.
Als Stromquelle dienen vier AA-Zellen, USB-Busstrom oder das optionale Netzteil AD-17. Zoom gibt etwa 7 Stunden mit Alkaline-Batterien, 6 Stunden mit NiMH-Akkus und 14 Stunden mit Lithium-Zellen an, gemessen mit einer aufnehmenden und einer abspielenden Spur ohne Phantomspeisung. Mit Kondensatormikrofon sinkt die Laufzeit entsprechend.
Ohne Rechner bleibt der R4 komplett eigenständig. Das ist der zentrale Unterschied zu einem reinen Interface: Du kannst im Wohnzimmer, auf dem Balkon oder im Proberaum aufnehmen, ohne Laptop, Software-Updates oder Treiberfragen. Erst für die Weiterverarbeitung kommt der Computer ins Spiel.
Maße, Speicher und Vergleich
Das Gehäuse misst laut Zoom 74 × 138 × 36 Millimeter und wiegt mit Batterien 287 Gramm. Die Leistungsaufnahme beträgt bis zu 5 Watt. Gespeichert wird auf microSDHC-Karten von 4 bis 32 Gigabyte oder microSDXC bis 1 Terabyte.
Wer vor allem Stereo aufnehmen will, findet beim Zoom H4essential (Werbelink) eine XY-Kapsel plus zwei XLR-Eingänge im klassischen Handheld-Format. Der Zoom H6studio (Werbelink) bietet sechs Spuren und wechselbare Kapseln, kostet aber deutlich mehr.
Einen echten Mehrspur-Workflow mit Fadern und Bounce hat keines dieser Geräte. Ein klassisches Desktop-Interface wie das Focusrite Scarlett Solo 4th Gen (Werbelink) braucht dagegen immer einen Rechner, bietet dafür aber die volle DAW-Umgebung.
Eine 32-Gigabyte-Karte reicht für viele Stunden Mono-Material in 48 kHz und 32-Bit-Float. Laut Zoom-Handbuch sollten Karten vor dem ersten Einsatz im Gerät formatiert werden, damit die Schreibgeschwindigkeit stimmt und keine Aufnahme abbricht.
Für wen lohnt sich der Zoom R4?
Der R4 richtet sich an Songwriter und Bands, die Ideen schnell und ohne Computer festhalten wollen. Gitarre und Gesang über ein dynamisches Mikrofon wie das Shure SM58 (Werbelink) einspielen, Spuren schichten, bouncen und weitermachen: Genau dafür ist das Gerät gebaut.

Auch für den Proberaum eignet sich das Konzept, vor allem wenn du mit einem Kondensatormikrofon wie dem Rode NT1 5th Generation (Werbelink) die Gesangsspur sauber aufnehmen willst. Später wanderst du mit den WAV-Dateien in die DAW.
Weniger geeignet ist der R4 für Filmton, Podcasts oder Interviews. Timecode, Stereo-Dateien in hoher Abtastrate und einen Line-Ausgang für die Kamera gibt es nicht. Hier sind Feldrecorder wie der Zoom H1 XLR (Werbelink) oder der Zoom F3 (Werbelink) die bessere Wahl.
Für den Preis bekommst du ein Gerät, das genau eine Aufgabe sehr direkt löst. Wenn dir diese Aufgabe wichtig ist, gibt es in dieser Preisklasse kaum eine Alternative mit ähnlich haptischer Bedienung.
Fazit: Zoom R4 MultiTrak
GutDer Zoom R4 MultiTrak bringt das Vierspur-Prinzip mit Bounce-Spur, Fadern und Effekten in ein 287 Gramm leichtes Gehäuse und nimmt dank 32-Bit-Float ohne Einpegeln auf. Für Songwriter ist er ein unkompliziertes Skizzenbuch. Für Filmton und hochauflösende Feldaufnahmen fehlen Timecode, Stereo-Dateien und höhere Abtastraten.
Kaufen, wenn …
- du Songideen ohne Computer mehrspurig aufnehmen willst
- du Gitarre oder Bass direkt einstöpseln möchtest
- du Fader statt Menüs bevorzugst
- du einen günstigen Recorder mit USB-Interface suchst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du vor allem Stereo mit XY-Kapsel aufnimmst
- du sechs Spuren und wechselbare Kapseln brauchst
- du Filmton mit XLR-Mikrofonen aufnimmst
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Alternativen zum Zoom R4 MultiTrak
Tascam DR-07XP
Note 7,5 von 10
Der Tascam DR-07XP überzeugt mit verstellbaren Nierenmikrofonen für XY und AB, 32-Bit-Float und langer Laufzeit mit zwei AA-Zellen. Für Proben, Konzerte und Naturaufnahmen ist er ein flexibler Begleiter. XLR-Eingänge und Timecode fehlen.
OM System LS-P5
Note 7,3 von 10
Der OM System LS-P5 ist ein ausdauernder Taschenrekorder mit drei Mikrofonen, internem Speicher, Bluetooth-App und vielen Komfortfunktionen. Für Vorlesungen, Interviews und Proben ist er sehr praktisch. Rauschabstand, fehlendes 32-Bit-Float und Micro-USB begrenzen ihn bei anspruchsvollen Aufnahmen.
Häufige Fragen zum Zoom R4 MultiTrak
Wie viele Spuren nimmt der Zoom R4 gleichzeitig auf?
Zwei gleichzeitig, abgespielt werden bis zu vier Spuren, dazu kommt eine eigene Bounce-Spur.
Musst du beim R4 den Pegel einstellen?
Nein. Der R4 nutzt laut Handbuch zwei A/D-Wandler je Eingang und speichert in 32-Bit-Float, einen Gain-Regler gibt es deshalb nicht.
Lässt sich eine Gitarre direkt anschließen?
Ja. Die Klinkeneingänge haben laut Zoom 1 Megaohm Impedanz, für Eingang A gibt es zusätzlich Amp-Simulation.
Funktioniert der R4 als Audio-Interface?
Ja, als 2x2-Interface mit 48 kHz, wahlweise 24 Bit oder 32-Bit-Float. Unter Windows braucht 32-Bit-Float einen Zoom-Treiber.
Wie lange halten die Batterien?
Laut Zoom etwa 7 Stunden mit Alkaline, 6 Stunden mit NiMH und 14 Stunden mit Lithium-Zellen.
Hat der R4 einen Line-Ausgang?
Nein, nur einen Kopfhörerausgang mit 3,5-Millimeter-Klinke.
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