Zoom H5

Zoom H5 im Test – Vorschaubild des Videos
7,0
UrteilGutNote 7,0 von 10

Robuster 24-Bit-Handrekorder mit Wechselkapseln und zwei XLR-Eingängen. Noch lieferbar, aber der H4essential bietet für weniger Geld 32-Bit-Float.

  • Eingänge2 × XLR
  • Aufnahme24 Bit
  • Sampleratebis 96 kHz
  • Rauschen (EIN)−120 dBu
  • Gewicht270 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Wechselkapsel-System, X/Y-Kapsel XYH-5 (bis 140 dB SPL) im Lieferumfang
  • Zwei XLR/Klinke-Combos mit Phantomspeisung, −20-dB-Pad und analogen Gain-Reglern
  • Backup-Spur mit −12 dB, Pre-Record und Auto-Record
  • Als USB-Audiointerface nutzbar, mit Case und Windschutz

Nachteile

  • Kein 32-Bit-Float, 96 kHz nur im Stereo-Modus (Multitrack max. 48 kHz)
  • Nur SD/SDHC bis 32 GB
  • EIN −120 dBu – Preamps auf dem Niveau der Zoom-H-Serie, nicht der F-Serie

Technische Daten

Technische Daten: Zoom H5
HerstellerZoom
Preisklasseniedrig
XLR-Eingänge2
Spuren4 (L/R + Input 1/2); bis 6 Spuren inkl. Backup-Aufnahme (−12 dB)
Max. Sample-Rate96 kHz
Auflösung24 Bit
32-Bit-Float✗
Eingebautes Mikrofon✓
Max. Gain55 dB
EIN (Eigenrauschen)-120 dBu(A)
Dynamikumfang–
Frequenzbereich–
AufnahmeformatWAV (BWF), MP3
Batterie / Stromversorgung2 × AA (ca. 10 h Stereo/XY 44,1 kHz/16 Bit, ca. 5,2 h Multi-File; Alkaline), USB-Busstrom oder Netzteil AD-17
Gewicht270 g
Eingänge (Details)2 (XLR/Klinke-Combo), +2 mit optionaler EXH-6-Kapsel
Abmessungen66,8 × 135,2 × 42,1 mm (ohne Kapsel)

Das Video zum Test

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Der Zoom H5 ist ein Klassiker unter den Handyrekordern: zwei XLR-Eingänge, ein aufsteckbares XY-Mikrofon und echte analoge Gain-Regler. Ich habe ihn lange selbst genutzt, ausführlich mit NT1, SM57 und einem FetHead getestet und später oft als Vergleichsgerät herangezogen. Hier erfährst du, warum er immer noch zuverlässig seinen Job macht und wo man ihm sein Alter anmerkt.

Ausstattung im Überblick

Der H5 nimmt mit dem aufgesteckten XY-Mikrofon XYH-5 und zwei XLR-Mikrofonen gleichzeitig auf, also zwei Stereo- und zwei Monospuren. Aufgezeichnet wird als WAV mit bis zu 24 Bit und 96 kHz, alternativ als MP3. 96 kHz gibt es allerdings nur im Stereomodus, im Mehrspurbetrieb ist bei 48 kHz Schluss. Mit der Backup-Funktion zeichnet der H5 die Spuren des XY-Mikrofons ein zweites Mal mit 12 dB weniger Pegel auf. So kommst du auf bis zu sechs Spuren, wobei die Backup-Spuren denselben Inhalt haben.

Die beiden Eingänge an der Unterseite sind XLR/Klinke-Combo-Buchsen mit 48 V Phantomspeisung, du kannst dort also auch Kondensatormikrofone oder Instrumente anschließen. An der XY-Kapsel sitzt zusätzlich ein 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power für Lavalier-Mikrofone. Dazu kommen ein Line-Out und ein separater Kopfhörerausgang, beide als 3,5-mm-Klinke. Der Line-Out lässt sich im Pegel einstellen und kann gleichzeitig mit dem Kopfhörer genutzt werden, etwa um den Ton an eine Kamera zu schicken. Im Gerät stehen Lowcut, Kompressor, Limiter und ein Pad für die Combo-Eingänge zur Verfügung.

Gespeichert wird auf SD- und SDHC-Karten bis 32 GB, ich nutze eine 32-GB-Karte. Am Rechner arbeitet der H5 als USB-Audio-Interface. Zum Zeitpunkt meines Tests war Firmware 2.10 vom Juni 2020 die aktuelle Version.

Hardware und Verarbeitung

Der H5 liegt hervorragend in der Hand und ist sehr kompakt. Die XY-Kapsel löst du mit zwei seitlichen Knöpfen, beim Aufsetzen rastet sie spürbar ein. Die Mikrofone sind schwingend gelagert, das schützt aber nicht vor allen Griffgeräuschen. Ich nehme die Kapsel oft ab, wenn ich nur die XLR-Eingänge brauche, dann ist der Rekorder noch kleiner. Der Bügel oben schützt die Kapsel und gefällt mir richtig gut.

Das Highlight sind für mich die analogen Gain-Regler. Für die XY-Kapsel und für jeden der beiden XLR-Eingänge gibt es ein eigenes Poti, das sich sehr hochwertig anfühlt. Damit pegelst du ganz wunderbar nach Gefühl ein. Daneben liegen Tasten zum Aktivieren der Spuren, Transporttasten und die Aufnahmetaste. Hinten findest du Lautsprecher, Gewinde und viele Gummifüße, sodass der Rekorder immer sicher auf dem Gummi liegt. Außerdem gibt es eine Öse für eine Handschlaufe und einen Anschluss für eine Kabelfernbedienung.

Es gibt aber auch Kritik. Der Batteriedeckel ist ziemlich wackelig und immer kurz davor, von allein abzufallen. Die Abdeckung des SD-Slots ist ebenfalls schwach und bei mir schon halb abgenutzt, hält aber länger, als ich dachte. Die Aufnahme-LED ist mir zu klein, aus der Entfernung siehst du kaum, ob er aufnimmt. Beim Zoom F6 gibt es dafür eine große rote Leuchte. Den USB-Anschluss halte ich für den älteren Mini-USB-Typ. Ein Case liegt bei, und damit passt der H5 sehr transportabel in jeden Rucksack.

Bedienung und Menü

Das monochrome Display zeigt Restaufnahmezeit, Akkustand, aktive Spuren, die Pegelskala von −48 bis 0 dB sowie Format und Phantomspeisung auf einen Blick. Ins Menü kommst du über die Menütaste an der Seite, gesteuert wird mit einem Rad zum Drehen und Drücken. Hältst du die Taste eines Eingangs länger gedrückt, springst du direkt in dessen Einstellungen, etwa zur Phantomspeisung.

Im Input-Menü stellst du pro Kanal den Lowcut in mehreren Stufen ab 80 Hz ein, außerdem Kompressor- und Limiter-Presets, Phantomspeisung, Plug-in-Power und das Pad. Daneben gibt es einen Monitor-Mix für den Kopfhörer und den Line-Out-Pegel. Im Aufnahme-Menü findest du Format, Auto-Aufnahme mit Start- und Stopp-Schwelle, Vorab-Aufnahme, die Backup-Spur, Dateinamen, einen Zähler für die Restzeit und Marker. Unter Tools gibt es ein Stimmgerät und ein Metronom. Außerdem lassen sich Display-Beleuchtung und Kontrast, Batterietyp sowie Test und Formatierung der SD-Karte einstellen.

Der größte Nachteil ist die Geschwindigkeit. Drückst du nach einer Aufnahme auf Stopp, braucht der H5 sehr lange, um die Datei zu speichern, bevor du weitermachen kannst. Das nervt, vor allem im Vergleich zu den neuen Essential-Modellen, die quasi sofort wieder aufnahmebereit sind. Die Zuverlässigkeit ist dafür top. Ich habe noch nie eine Datei verloren, und selbst bei fast leerem Akku stoppt er die Aufnahme automatisch und speichert sie sauber ab.

Als USB-Audio-Interface

Im USB-Menü wählst du, ob der H5 als Kartenleser oder als Audio-Interface erkannt wird. Als Interface gibt es zwei Modi: Stereo, bei dem alle Kanäle als Mix am Rechner ankommen, und Multitrack, bei dem jeder Eingang einzeln erscheint. Im Multitrack-Modus sind 48 kHz und 24 Bit möglich, im Stereomodus nur 16 Bit. Deshalb empfehle ich dir den Multitrack-Modus. Am Mac funktioniert der H5 ohne Treiber, unter Windows brauchst du einen. Die Stromversorgung kannst du dabei auf USB oder Batterie stellen.

Praktisch ist, dass du deine Stimme direkt über den Kopfhörerausgang mithören kannst, etwa bei einer Probeaufnahme am Computer. Zusätzlich gibt es eine Loopback-Funktion. Für einen Rekorder dieser Generation ist das ein ziemlich vielseitiges Paket.

Klang im Test: XY-Mikrofon, NT1 und SM57

Das XY-Mikrofon liefert ein schönes Stereobild. Drehst du den Rekorder, hörst du räumlich, wo du dich befindest. Sprichst du von nah hinein, gibt es starke Popp- und Windgeräusche. Mit dem mitgelieferten Schaumstoff-Windschutz sind sie deutlich reduziert, und das Ergebnis finde ich persönlich ziemlich gut. Draußen bei Wind brauchst du einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1. Unpraktisch: Wenn du dich selbst von vorn aufnimmst, kannst du den Pegel auf dem Display kaum ablesen.

Das Rode NT1 als Großmembran-Kondensator kam bei etwa 5 von 10 auf −12 dB, das Signal war super sauber. Beim dynamischen Shure SM57 mit seinem niedrigen Ausgangspegel musste ich auf etwa 8,5 aufdrehen. Dann gibt es ein leichtes Grundrauschen, das für die meisten Anwendungen aber noch vollkommen ausreicht. Sprichst du näher heran, reicht ein Gain von 6,5, und das Rauschen sinkt. Mit dem Triton Audio FetHead, der rund 27 dB Vorverstärkung bringt, konnte ich den Gain auf etwa 4,9 zurücknehmen und das Rauschen des H5 dadurch reduzieren.

Für sehr leise dynamische Mikrofone wie das Shure SM7B ist der H5 schwach, so würde ich ihn nicht empfehlen. Ein Inline-Preamp ist dann Pflicht. Das bestätigte sich auch später: Im Vergleich mit dem PodTrak P4 rauschte der H5 am SM7B hörbar mehr, und auch die neuen Essential-Rekorder liegen beim Rauschen auf demselben Niveau wie er. Den eingebauten Limiter nutze ich nicht. Er funktioniert, aber nicht besonders gut. Ich pegele lieber etwas leiser ein.

Akku und Stromversorgung

Der H5 läuft mit zwei AA-Zellen. Mit Eneloops und einem Kondensatormikrofon an 48 V Phantomspeisung kam ich in meinem eigenen Test auf 4 Stunden und 40 Minuten. Zoom nennt etwa 10 Stunden mit Alkali-Batterien im Stereomodus mit XY-Mikrofon bei 44,1 kHz und 16 Bit und etwa 5 Stunden im Mehrspurbetrieb mit 48 kHz und 24 Bit.

Die Akkulaufzeit ist also nicht ganz so gut. Ich habe den H5 deshalb lange Zeit einfach per USB-Kabel an einer Powerbank betrieben, das funktioniert problemlos. Optional gibt es das Netzteil AD-17. Im Menü stellst du den Batterietyp ein, bei mir NiMH.

Für wen lohnt sich der H5 noch?

Der H5 ist schon einige Jahre auf dem Markt, aber durch seine analogen Gain-Regler kann man ihn auch heute noch wirklich einwandfrei benutzen. Die Software wirkt etwas veraltet, und heute würde man eher ein Farbdisplay einbauen. Die Audioqualität finde ich aber absolut okay und auch nach heutigen Maßstäben brauchbar. Für Stimme und Instrumente mit überschaubarer Nachbearbeitung ist er ein zuverlässiges Gerät.

Als Einsteiger empfehle ich dir, unter −12 dB einzupegeln. Ist das Signal am Computer zu leise, machst du es lauter. Übersteuerung bekommst du dagegen nie wieder heraus, und als Sicherheitsnetz gibt es die Backup-Spur. Rechne damit, dass du ein paar Sessions brauchst, bis du dich an das Gerät gewöhnt hast.

Heute musst du ihn allerdings mit den 32-Bit-Float-Rekordern vergleichen. Der H4essential und der H6essential klingen nicht besser, nehmen dir aber das Einpegeln ab und sind deutlich schneller. Wer sicher pegeln kann und echte Gain-Regler schätzt, ist mit dem H5 weiterhin gut bedient.

Bewertung im Detail

Verarbeitung7,0/10

Handlich, gummiert, mit Schutzbügel und sehr hochwertigen Gain-Potis. Batteriedeckel und SD-Abdeckung sind wackelig, die Aufnahme-LED ist zu klein.

Bedienung7,0/10

Analoge Gain-Regler, Direktzugriff auf die Kanaleinstellungen und ein übersichtliches Display. Das Speichern nach dem Stopp dauert aber sehr lange, und der Pegel ist von vorn kaum ablesbar.

Klang7,0/10

Saubere Aufnahmen mit Kondensatormikrofonen und gutes XY-Stereobild, Preamps mit −120 dBu EIN. Bei leisen dynamischen Mikrofonen rauscht er hörbar.

Ausstattung7,5/10

Wechselkapseln, zwei XLR/Klinke-Combos, Backup-Spur, Kompressor, Limiter, Interface-Modus, Case und Windschutz. Es gibt kein 32-Bit-Float und nur SDHC bis 32 GB.

Akku6,5/10

Mit zwei AA-Akkus und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 4:40 Stunden gemessen. Für längere Sessions ist eine Powerbank sinnvoll.

Preis-Leistung7,0/10

Zuverlässig und mit echten Gain-Reglern, aber die günstigen 32-Bit-Float-Nachfolger bieten heute mehr Komfort fürs Geld.

Gesamtnote7,0/10

Fazit: Zoom H5

Gut
7,0

Der Zoom H5 ist ein robuster, zuverlässiger Handyrekorder mit Wechselkapseln, zwei XLR/Klinke-Combos und sehr angenehmen analogen Gain-Reglern. Ich habe mit ihm noch nie eine Aufnahme verloren, und die Audioqualität ist auch heute noch absolut brauchbar. Sein Alter merkt man ihm aber an: Das Speichern nach dem Stopp dauert lange, die Akkulaufzeit ist mäßig, und es gibt kein 32-Bit-Float. Leise dynamische Mikrofone brauchen einen Inline-Preamp. Wenn du sicher einpegeln kannst und echte Regler magst, ist er weiterhin eine solide Wahl. Wenn du ohne Pegel-Stress arbeiten willst, greif eher zu einem Essential-Modell.

Kaufen, wenn …

  • du echte analoge Gain-Regler einem 32-Bit-Float-Workflow vorziehst
  • du einen robusten Rekorder mit Wechselkapseln und XY-Mikrofon suchst
  • du eine Backup-Spur mit −12 dB als Sicherheitsnetz schätzt
  • du sicher einpegeln kannst und keine schnelle Start-Stopp-Folge brauchst

Lieber eine Alternative, wenn …

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Alternativen zum Zoom H5

Zoom H4essential

7,6Gut
Note 7,6 von 10

XY-Mikrofon, zwei XLR/Klinke-Combos und 32-Bit-Float ohne Einpegeln, dazu ein Farbdisplay und quasi sofortiges Starten und Stoppen. Klanglich liegt er auf demselben Niveau, es gibt aber keine Gain-Regler.

Zoom H6essential

8,0Sehr gut
Note 8,0 von 10

Vier XLR/Klinke-Combos, 32-Bit-Float und ein neues Kapselsystem. Achtung: Die H5-Kapseln passen dort nicht mehr.

Zoom F3

9,0Hervorragend
Note 9,0 von 10

Zwei XLR-Eingänge mit deutlich besseren Preamps und 32-Bit-Float bis 192 kHz. Er ist winzig, hat aber kein eingebautes Mikrofon.

Zoom PodTrak P4

7,8Gut
Note 7,8 von 10

Wenn du vor allem Podcasts mit dynamischen Mikrofonen aufnimmst: vier XLR-Eingänge mit mehr Gain und weniger Rauschen am SM7B als der H5, dafür nur 16 Bit und 44,1 kHz.

Im Vergleich mit 10 anderen Audiorekordern

Häufige Fragen zum Zoom H5

Hat der Zoom H5 32-Bit-Float?

Nein. Er nimmt mit bis zu 24 Bit und 96 kHz auf, im Mehrspurbetrieb mit maximal 48 kHz. Du pegelst klassisch mit den analogen Gain-Reglern ein, als Sicherheitsnetz gibt es die Backup-Spur mit −12 dB.

Reicht der H5 für ein Shure SM7B?

Nicht wirklich. Für sehr leise dynamische Mikrofone ist der H5 schwach, und es rauscht hörbar. Mit einem Inline-Preamp wie dem Triton Audio FetHead (rund 27 dB) kannst du den Gain zurücknehmen und das Rauschen reduzieren.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei Eneloops und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 4 Stunden 40 Minuten gemessen. Per USB an einer Powerbank läuft er deutlich länger.

Welche Speicherkarten nimmt der H5?

SD- und SDHC-Karten bis 32 GB. Größere SDXC-Karten unterstützt er nicht.

Kann ich den H5 als Audio-Interface nutzen?

Ja. Im Multitrack-Modus erscheinen alle Eingänge einzeln mit 48 kHz und 24 Bit am Rechner, im Stereomodus nur als 16-Bit-Mix. Am Mac läuft er ohne Treiber, unter Windows brauchst du einen.

Passen die H5-Kapseln auf die neuen Essential-Rekorder?

Nein. Der H6essential nutzt ein neues Kapselsystem, alte Kapseln von H5 und H6 sind dort nicht mehr nutzbar.

Quellen (5)

Eigene Tests und Beiträge

Hersteller, Shops und Fremdtests