
Großer Digitalmixer, Rekorder und Interface mit hervorragender Bedienung und Automix. Wer Platz und Budget hat, bekommt ein sehr starkes Podcast-Pult.
- Eingänge4 × XLR
- Auflösung24 Bit
- Sampleratebis 48 kHz
- Gewicht2.800 g
- Max. Gain80 dB
Auf einen Blick
Vorteile
- Großes 10,1"-Display, sehr gut bedienbar
- Sehr gute Preamps (80 dB Gain), SM7B problemlos
- Gute Automix-Funktion, Mix-Minus
- Aufnahme auf SD, USB-Stick oder Rechner
Nachteile
- Nimmt viel Platz ein
- Firmware-Update nur per Speicherstick/-karte, kein WLAN
- Teuer
Technische Daten
| Hersteller | Mackie |
|---|---|
| Preisklasse | hoch |
| Ein-/Ausgänge (Kanäle) | – |
| XLR-Eingänge | 4 |
| Max. Sample-Rate | 48 kHz |
| Auflösung | 24 Bit |
| Max. Gain | 80 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | – |
| Dynamikumfang | – |
| Phantomspeisung | ✓ |
| Eingänge | 4 × XLR/Klinke-Combo, 2 × Line 6,3 mm, 1 × Stereo-Miniklinke, Bluetooth |
| Ausgänge | 2 × Main (6,3 mm), 4 × Kopfhörer |
| Anschluss | USB (USB 2.0), Bluetooth 5.0, NDI |
| Gewicht | 2.800 g |
| Abmessungen | 330 × 104 × 381 mm |
Das Video zum Test
Der Mackie DLZ Creator ist Rekorder, Digitalmixer und USB-Interface in einem und richtet sich an Podcaster, Livestreamer, YouTuber und alle, die Live-Setups fahren. Ich habe ihn ausführlich durchgespielt: vom Setup-Assistenten über die Preamps mit dem Shure SM7B bis zur Automix-Funktion mit zwei Mikrofonen im selben Raum. Hier erfährst du, was mich begeistert hat und warum du vorher einen Blick auf deinen Schreibtisch werfen solltest.
Was ist der Mackie DLZ Creator?
Der DLZ Creator vereint einen Rekorder, einen Digitalmixer und ein USB-Audio-Interface. Er ist für so ziemlich jedes Setup geeignet, besonders aber für Live-Situationen, also Podcasts mit mehreren Leuten, Livestreams oder Sendungen mit Anrufern. Preislich ist er im oberen Bereich der Podcast-Rekorder und -Mixer angesiedelt und spielt in derselben Liga wie sein großer Konkurrent, der RØDECaster Pro II.
Das auffälligste Merkmal ist das riesige, 10,1 Zoll große Farbdisplay mit Touch-Funktion. Es ist matt und reflektiert selbst bei seitlichem Licht wirklich sehr wenig. Mackie bringt zudem jahrelange Erfahrung mit Mischpulten mit, und das merkt man der Hardware an.
Hardware und Anschlüsse
An den Seiten und an der Unterseite gibt es nichts Spannendes zu sehen, auch keine Gewinde. Alle Anschlüsse sitzen auf der Rückseite, rundherum findest du Lüftungsschlitze. Was ich richtig cool finde: Es gibt einen echten physischen Netzschalter statt eines Tasters. Daneben liegen der Stromeingang für das 18-V-Netzteil (1,5 A Gleichstrom), ein microSD-Slot, ein USB-Port für Sticks oder Festplatten, ein Ethernet-Anschluss, der zum Zeitpunkt meines Tests noch keine Funktion hatte, und USB-C für den Computer.
Dazu kommen ein Stereo-Eingang mit 6,35- und 3,5-mm-Klinke, die Ausgänge für Monitorlautsprecher, vier Kopfhörerausgänge und vier XLR-Combo-Buchsen für Mikrofone, Line-Signale und Instrumente. Vorn gibt es keinen Kopfhörerausgang, das wäre noch eine Idee gewesen.
Auf der Oberseite sitzen neben dem Display fünf Drehregler, obwohl es nur vier Kopfhörerausgänge gibt. Im Standardmodus sind die Kopfhörerregler farblich markiert und beleuchtet, der fünfte nicht. Dazu kommen eine Home-Taste, die Aufnahmetaste, eine Automix-Taste und unten die 100-mm-Fader mit Solo- und Mute-Tasten. Die ersten vier Kanäle sind für Mikrofone, die nächsten für weitere Ein- und Ausgänge, zwei Kanäle steuern die Soundpads. Ganz rechts regelst du die Monitorlautsprecher.
Die Tasten finde ich mittelmäßig: Du musst schon ziemlich fest drücken, kommst dafür aber auch nicht aus Versehen drauf. Das ist ein gemischtes Gefühl. Ansonsten ist die Hardware wirklich bestens verarbeitet. Mit 2,8 kg und Maßen von 10,3 × 33 × 38,1 cm (H × B × T) ist das Gerät allerdings ein echter Brocken.
Setup-Assistent und Modi
Nach einem Werksreset wählst du zuerst einen von drei Modi: Easy, Enhanced oder Pro. Ich habe mit dem Easy-Modus und dem Setup-Assistenten begonnen. Der führt dich Schritt für Schritt durch alles: Regler in die Grundposition bringen, Kopfhörer anschließen, die Lautstärke an der Musikwiedergabe einstellen und dann die Mikrofone einstecken.
Spannend ist die Funktion Listen and Set. Du sprichst ins Mikrofon, und das Gerät stellt den Gain automatisch ein. Beim Shure SM7B war der Gain über das Preset schon auf 55 dB vorgegeben. Als ich relativ nah dran gesprochen habe, hat der Assistent auf 58 dB eingestellt. Das passt erfahrungsgemäß, um die 60 dB wären für das SM7B absolut super. Bei einem anderen dynamischen Mikrofon mit größerem Abstand hat er deutlich mehr Gain gewählt, was bei der Entfernung auch logisch ist.
Anschließend legst du fest, welche Kanäle wofür genutzt werden, zum Beispiel USB-Audio vom Computer, ein Aux-Eingang oder Bluetooth. Darüber kannst du sogar einen Telefonanruf übertragen und direkt mitaufnehmen. In den Einstellungen regelst du die Helligkeit von Display und Tasten. Die Drehregler leuchten rot, gelb und blau, passend zu den Farben der jeweiligen Einstellung auf dem Display. Das finde ich persönlich sehr praktisch.
Die Menüs gab es zum Zeitpunkt meines Tests nur auf Englisch, eine deutsche Sprache fehlte noch. Trotzdem ist alles relativ einfach einstellbar. Zwischen den Modi kannst du sogar während einer laufenden Aufnahme wechseln, ohne dass die Aufnahme abbricht. Den mittleren Modus würde ich dir auf jeden Fall empfehlen.
Aufnahme, Preamps und Bearbeitung
Aufgenommen wird auf microSD-Karte oder USB-Speicher, wahlweise als Stereospur oder Mehrspur, damit jeder Kanal einzeln vorliegt. Die SD-Karte solltest du vor der ersten Nutzung unbedingt im Gerät formatieren. Ich empfehle dir außerdem die One-Touch-Record-Funktion. Ohne sie musst du zweimal drücken, mit ihr startet die Aufnahme direkt über den REC-Button. Die Aufnahme läuft mit 24 Bit und 48 kHz, 32-Bit-Float gibt es nicht.
Die Preamps liefern bis zu 80 dB Gain, und zwar ziemlich sauberen Gain. Das äquivalente Eingangsrauschen ist mit −143,4 dBV (A-bewertet) angegeben, Rauschen ist damit quasi kein Thema. Pro Kanal kannst du 48 V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone zuschalten, den Pegel automatisch einstellen lassen sowie Reverb und Delay aktivieren.
Unter Advanced Controls warten Auto-Level, Hochpassfilter, Equalizer, Noise Gate, Kompressor und De-Esser. Im Pro-Modus ist der EQ sehr umfangreich. Mit dem Finger auf dem Display klappt das Verschieben für mich nicht ganz so gut, über die Drehregler geht es besser. Den Kompressor konfigurierst du wie in einer DAW: Du siehst live, wie stark komprimiert wird, und kannst Make-up-Gain hinzufügen. Der De-Esser lag bei mir um 6 kHz und hat ab Werk schon sehr krass gefiltert, meiner Meinung nach zu stark. Das lässt sich aber reduzieren.
Mit aktivierter Bearbeitung höre ich mich im Kopfhörer mit einer minimalen Verzögerung, ich schätze um die fünf Millisekunden. Mit Bypass all processing kann ich mich quasi latenzfrei abhören. Sehr wichtig für Gespräche mit Anrufern ist Mix-Minus: Der zugeschaltete Gast hört alle Kanäle, aber nicht sein eigenes, verzögertes Signal, das sonst den Gesprächsfluss stören würde.
Automix im Praxistest
Wenn du mit mehreren Leuten in einem Raum einen Podcast aufnimmst, willst du kein Übersprechen. Ohne Gegenmaßnahme landen die anderen Mikrofone ebenfalls ziemlich laut in der Stereospur. Genau dafür gibt es die Automix-Funktion. Ich habe sie mit zwei Mikrofonen direkt nebeneinander ausprobiert, also im Prinzip einem Worst-Case-Szenario.
Schon mit der Priorität Medium wird der Kanal, in den gerade nicht gesprochen wird, deutlich leiser. Drehe ich das zweite Mikrofon etwas von mir weg, erkennt die Software noch besser, wo ich hineinspreche. Reicht das nicht, stellst du die Priorität eines Kanals auf Hoch, dann wird der andere noch stärker heruntergeregelt. Bekommen beide Kanäle die gleiche hohe Priorität, konkurrieren die Signale, und es kann kleine Unklarheiten geben. Insgesamt funktioniert der Automix aber ganz hervorragend und lässt sich individuell anpassen.
Zum Schluss habe ich noch einen einfachen Rauschtest mit dem SM7B ohne jede Bearbeitung gemacht. Im Kopfhörer höre ich ein leichtes Rauschen. Das kann vom Kopfhörerverstärker kommen oder davon, dass Preamp-Gain und Kopfhörerlautstärke zusammenkommen. Das ist normal, im Kopfhörer rauscht es häufig lauter als am Ende auf der Tonspur. In der Aufnahme sollte so gut wie nichts davon vorhanden sein.
Vorteile, Nachteile und Konkurrenz
Zu den größten Vorteilen zählen für mich das große Display und das großzügige Layout. Du erreichst alle Tasten super und siehst alles auf dem riesigen Display. Gerade als Standalone-Rekorder und -Mixer ist das ziemlich genial. Die Bedienung ist sehr gut, die Drehregler sind für viele Funktionen wirklich nützlich, der Automix funktioniert ganz hervorragend und die Preamps sind sehr gut. Das SM7B läuft problemlos, und die Hardware ist insgesamt sehr zuverlässig. Einiges an Software musste zum Zeitpunkt meines Tests noch nachgeliefert werden.
Die Nachteile sind ebenso klar. Das Ding nimmt sehr, sehr viel Platz weg, auf dem Tisch bleibt daneben nicht mehr viel Raum für andere Dinge. Firmware-Updates gehen per USB-Stick oder SD-Karte, denn WLAN ist nicht verbaut. Für ein Gerät, in dem ein richtiger Computer steckt, ist das nicht ganz so komfortabel. Der größte Nachteil ist der Preis. Ich finde aber, dass der DLZ Creator mit all seinen Funktionen auch relativ viel Geld wert ist.
Der RØDECaster Pro II ist die naheliegende Alternative und eine ganze Ecke kompakter. Brauchst du die Funktionsvielfalt gar nicht und willst nur ein paar Mikrofone lokal aufzeichnen, reicht auch ein deutlich günstigeres und sehr kompaktes Gerät wie der Zoom PodTrak P4 mit seinen vier Eingängen.
Fazit: Mackie DLZ Creator
Sehr gutDer Mackie DLZ Creator ist ein großer, sehr gut bedienbarer Podcast- und Streaming-Mixer. Das riesige matte Display, die farbig beleuchteten Drehregler und der Setup-Assistent mit Auto-Gain machen den Einstieg leicht. Saubere Preamps mit 80 dB Gain treiben ein SM7B problemlos, und der Automix hält bei mehreren Mikrofonen im Raum das Übersprechen in Schach. Dagegen stehen der hohe Platzbedarf, fehlendes WLAN, eine zum Testzeitpunkt nur englische Oberfläche und ein hoher Preis, den er mit seinem Funktionsumfang aber weitgehend rechtfertigt. Wenn du am Tisch genug Platz hast und regelmäßig mit mehreren Leuten live aufnimmst, ist er eine sehr gute Wahl.
Kaufen, wenn …
- du regelmäßig mit mehreren Personen in einem Raum podcastest und Automix gegen Übersprechen willst
- du ein großes, gut ablesbares Display und physische Drehregler bevorzugst
- du Anrufer per Bluetooth mit Mix-Minus einbinden möchtest
- dir ein geführter Einstieg mit Setup-Assistent und automatischem Gain wichtig ist
Lieber eine Alternative, wenn …
- du ein deutlich kompakteres Gerät mit Dual-USB, WLAN und SMART-Pads suchst Røde RØDECaster Pro II
- du nur ein paar Mikrofone lokal aufnehmen willst und ein deutlich günstigeres, kompaktes Gerät reicht Zoom PodTrak P4
Preise prüfen
Alternativen zum Mackie DLZ Creator
Røde RØDECaster Pro II
Note 8,9 von 10
Der direkte Konkurrent ist deutlich kompakter. Er bietet Revolution-Preamps mit 76 dB Gain, Dual-USB für zwei Rechner, WLAN, Bluetooth und acht SMART-Pads und hat ein kleineres Display.
Zoom PodTrak P4
Note 7,8 von 10
Sehr kompakter Podcast-Rekorder mit vier XLR-Eingängen und Mix-Minus zu einem Bruchteil des Preises. Er hat deutlich weniger Funktionen und nimmt mit 16 Bit und 44,1 kHz auf.
Mackie MainStream
Note 7,4 von 10
Deutlich kleineres Streaming-Interface von Mackie mit HDMI-Capture und Hotkeys, wenn du vor allem allein streamst und kein Pult für mehrere Personen brauchst. Mit nur 60 dB Gain ist es für das SM7B aber oft zu knapp.
Häufige Fragen zum Mackie DLZ Creator
Braucht das Shure SM7B am DLZ Creator einen Booster?
In meinem Test nicht. Die Preamps liefern bis zu 80 dB Gain. Der Assistent stellte 58 dB ein, um die 60 dB sind für das SM7B ideal.
Was macht die Automix-Funktion?
Sie regelt Mikrofone herunter, in die gerade nicht gesprochen wird, und reduziert so das Übersprechen bei mehreren Mikrofonen im Raum. Pro Kanal kannst du eine Priorität festlegen.
Hat der DLZ Creator WLAN oder eine deutsche Menüsprache?
WLAN ist nicht verbaut, Firmware-Updates laufen per USB-Stick oder SD-Karte. Eine deutsche Menüsprache gab es zum Zeitpunkt meines Tests nicht.
Worauf nimmt der DLZ Creator auf?
Auf microSD-Karten oder USB-Speicher, als Stereo- und Mehrspuraufnahme mit 24 Bit und 48 kHz. Zusätzlich kann er per USB-C als Interface am Computer arbeiten.
Wie groß und schwer ist der DLZ Creator?
Er misst 10,3 × 33 × 38,1 cm (H × B × T) und wiegt 2,8 kg. Plane auf deinem Tisch also ordentlich Platz ein.
Kann ich Anrufer einbinden?
Ja. Per Bluetooth holst du ein Telefonat in den Mix, und mit Mix-Minus hört der Anrufer sich nicht selbst verzögert zurück.
Quellen (6)
Eigene Tests und Beiträge
- YouTube-Video „Mackie DLZ Creator im Test für Podcasts, Streaming, Youtube“, Kanal Alexan Der, 09.07.2023 (Transkript über automatische Untertitel)
- Blogbeitrag vom 7.11.2024 mit Eckdaten sowie Vor- und Nachteilen
- YouTube-Video zum RØDECaster Pro II (Vergleichsgerät)
- YouTube-Video zum Zoom PodTrak P4 (als kompakte Alternative im DLZ-Video genannt)
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