Mackie MainStream

Mackie MainStream im Test – Vorschaubild des Videos
7,4
UrteilGutNote 7,4 von 10

Durchdachte All-in-One-Lösung aus Interface, Capture-Karte und Hotkeys für schlanke Streaming-Setups. Für anspruchsvolle Mikrofone fehlt Gain.

  • Eingänge1 × XLR
  • Auflösung24 Bit
  • Sampleratebis 48 kHz
  • Gewicht600 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Echtes All-in-One: Audio, HDMI-Capture, Hotkeys, USB-Hub
  • Kompakt, leicht, nur ein USB-C-Kabel
  • HDMI-Passthrough 4K/60
  • 48-V-Phantomspeisung und Mute-Tasten

Nachteile

  • Nur 60 dB Gain – für das SM7B oft zu wenig
  • Matrix-Software nur für Windows
  • Kein Ein-/Ausschalter, LEDs nicht dimmbar
  • Capture auf 1080p/60 begrenzt

Technische Daten

Technische Daten: Mackie MainStream
HerstellerMackie
Preisklassemittel
Ein-/Ausgänge (Kanäle)3×2
XLR-Eingänge1
Max. Sample-Rate48 kHz
Auflösung24 Bit
Max. Gain–
EIN (Eigenrauschen)–
Dynamikumfang–
Phantomspeisung✓
Eingänge1 × XLR/Klinke-Combo, 1 × Headset 3,5 mm, 1 × Aux 3,5 mm, 1 × HDMI
Ausgänge2 × Line (6,3 mm), 1 × Kopfhörer (6,3 mm), HDMI-Passthrough
AnschlussUSB-C (bus-powered) + 2-Port-USB-C-Hub
Gewicht600 g
Abmessungen214 × 95 × 62 mm

Das Video zum Test

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Der Mackie MainStream will Audio-Interface, HDMI-Capture-Karte und Stream-Deck in einem einzigen, bunt beleuchteten Gerät sein. Ich habe ihn mir genau angesehen: Anschlüsse, Haptik, Video- und Audioaufnahme am Mac und natürlich den Härtetest mit dem notorisch leisen Shure SM7B. Hier erfährst du, wo die kleine Streaming-Maschine glänzt und wo sie dir zu knapp sein könnte.

Was ist der Mackie MainStream?

Der Name ist schon mal gar nicht so doof gewählt, denn es geht ums Streaming. Ich würde den MainStream als All-in-One-Streaming-Station bezeichnen: Er vereint ein Audio-Interface, eine Capture-Karte und farbig beleuchtete Hotkeys auf der Oberseite. Per HDMI nimmt er Video mit 1080p und 60 fps auf. Das Signal einer Konsole oder Kamera schleift er zusätzlich mit bis zu 4K und 60 fps durch, zum Beispiel an deinen Fernseher.

Audio landet mit 24 Bit und 48 kHz im Rechner. Der Mikrofon-Preamp liefert maximal 60 dB Gain, und genau da stellt sich die spannende Frage, ob das für dynamische Mikrofone reicht. Dazu kommen sechs konfigurierbare Tasten, die als F1 bis F6 an den Computer gesendet werden. Preislich liegt er unter den Einkanal-Interfaces eher im oberen Bereich, ersetzt dafür aber auch mehrere Geräte.

Anschlüsse auf der Rückseite

Die Rückseite ist mit Abstand das Wichtigste an diesem Gerät. Über den USB-C-Port, der mindestens USB 3.1 haben sollte, bekommt der MainStream Strom und schickt Audio- und Videodaten an den Computer. Ein separates Netzteil gibt es nicht. Daneben sitzen zwei weitere USB-C-Eingänge, mit denen das Gerät als USB-Hub arbeitet. Dort kannst du zum Beispiel eine Webcam anschließen, die dann über dasselbe Kabel an den Rechner geht.

Dann folgen HDMI-Eingang und HDMI-Ausgang. Mir ist eine Systematik aufgefallen: Alles, was grün markiert ist, gibt Signale aus, alles ohne Farbe nimmt Signale an. Kommt ein 4K-Signal herein, geht es auch in 4K wieder hinaus, an den Computer werden aber nur 1080p gesendet. Für Audio gibt es dreimal 6,35-mm-Klinke: zwei Ausgänge für Monitorlautsprecher und einen Kopfhörerausgang. Dazu kommen ein Aux-Eingang mit 3,5 mm, der Mix-Minus bietet, und eine 3,5-mm-TRRS-Buchse für ein Headset mit Stereo-Ausgang und Mono-Mikrofon.

Ganz außen liegt die XLR-Combo-Buchse für XLR-Kabel oder 6,35-mm-Klinke. Darunter sitzen zwei Schalter: einer für die 48-V-Phantomspeisung, damit auch Kondensatormikrofone tadellos laufen, und einer für Direct Monitoring. Für beide gibt es oben keine Leuchtanzeige. Bei der Phantomspeisung finde ich das überhaupt kein Problem, die stellst du einmal passend zum Mikrofon ein. Beim Direct Monitoring hätte ich mir aber eine LED gewünscht, damit du siehst, ob es gerade an ist oder nicht.

Verarbeitung und Bedienfeld

Insgesamt fühlt sich der MainStream wirklich sehr hochwertig an. Die Unterseite hat zwei gummierte Flächen, das Gerät steht damit sehr gut. Mit 600 g hat er ein ordentliches Eigengewicht, wirkt dadurch ziemlich solide und rutscht nicht weg. Die Maße liegen bei 21,4 cm Breite, 9,5 cm Tiefe und maximal 6,2 cm Höhe. Vorn ist er relativ flach und steigt nach hinten an. Durch diese Schräge ist er für mich optimal positioniert, ich erreiche alle Tasten und Knöpfe wunderbar.

Die sechs Hotkeys klicken ordentlich und leuchten zur Bestätigung heller, wenn du sie drückst. In OBS kannst du sie zum Beispiel in Szenenwechsel umwandeln und so beim Stream sehr viel steuern. Zwei große Drehregler übernehmen das Mikrofon, also XLR oder Headset, mit kleiner Signal-LED und die Kopfhörerlautstärke. Mit einem kleinen Rad mischst du, wie laut du den Computer hörst, mit einem weiteren den Ton vom HDMI-Eingang.

Die Mute-Tasten für Aux und Mikrofon sind leicht gummiert und haben eine sehr interessante Haptik, die mir ziemlich gut gefällt. Ich kann alle Knöpfe drücken, ohne dass sich das Gerät verschiebt. Das kann nicht jedes angeschrägte Gerät. Außerdem gibt es eine LED-Pegelanzeige für den Kopfhörer, einen eigenen Regler für die Lautsprecher, eine Mute-Taste für Kopfhörer und Lautsprecher sowie eine HDMI-Mute-Taste.

Genau da habe ich einen persönlichen Wunsch: Statt der HDMI-Mute-Taste, deren Funktion du auch über das Rad erreichst, hätte ich lieber eine eigene Mute-Taste für den Lautsprecherausgang. Wenn ich Kopfhörer nutze, möchte ich die Lautsprecher stumm schalten, statt sie leise zu drehen.

Matrix-Software

Für den PC gibt es die Mackie-Matrix-Software für Effekte und Routing. Sie arbeitet mit vier Hardware-Eingängen, sechs virtuellen Eingängen etwa für Discord, Spotify oder Spielesound und 24 virtuellen Pads, über die du Geräusche abspielen kannst. EQs und weitere Einstellungen lassen sich ebenfalls verändern. Die Software schien mir nicht so schlecht zu sein, war zum Zeitpunkt meines Tests aber nur für Windows verfügbar. Daran hat sich bis heute nichts geändert, Mackie nennt nach wie vor nur Windows.

Am Mac funktioniert der MainStream trotzdem als Interface und Capture-Karte. Genau so habe ich ihn auch getestet, nur ohne die zusätzlichen Routing- und Pad-Funktionen von Matrix. Wenn du vor allem am Mac streamst, solltest du das vor dem Kauf wissen.

Praxistest mit SM7B und NT1

Zuerst habe ich das Shure SM7B per XLR direkt angeschlossen und den Mikrofonregler immer weiter aufgedreht. Die Signal-LED leuchtet grün, aber egal wie laut ich hineinspreche, gelb oder rot bekomme ich nicht hin. Zum Vergleich habe ich das Røde NT1 mit aktivierter Phantomspeisung angeschlossen. Hier springt die LED schnell von Grün auf Rot, sobald ich weiter aufdrehe, und das Signal übersteuert. Das solltest du unbedingt vermeiden, denn übersteuerte Aufnahmen klingen immer schrecklich. Auch die Kopfhörer-Pegelanzeige geht bei hoher Lautstärke ins Gelbe und Rote.

Für den eigentlichen Test saß ich am Mac. Meine Sony ZV-E10 lief per HDMI in den MainStream, das SM7B direkt per XLR. Den Mikrofon-Gain hatte ich auf 100 % gedreht, der Sprechabstand lag bei geschätzten 5 bis 10 cm. Die Tonspur ist unbearbeitet, nur ein Limiter fängt sehr laute Spitzen ab. Danach habe ich den Gain um etwa 10 % reduziert, um das Rauschen besser einschätzen zu können. Aufgezeichnet habe ich mit QuickTime. Dabei ist mir aufgefallen, dass unter macOS noch eine digitale Hintergrundunschärfe aktiv war. Die habe ich ausgeschaltet, damit das Bild wirklich clean ist.

Zum Schluss habe ich das 4K-Bild direkt aus der Kamera mit dem 1080p-Bild verglichen, das über den MainStream am Mac ankommt. Für Streaming reicht 1080p mit 60 fps in den meisten Fällen völlig aus. 4K mit 60 fps wird aber eben nur durchgeschliffen und nicht aufgenommen.

Reicht der Gain für das SM7B?

Das ist für mich der wichtigste Punkt. Mit dem SM7B funktioniert der MainStream zwar, aber 60 dB Gain reichen für dieses Mikrofon oft nicht aus. Entweder musst du sehr nah herangehen, oder du brauchst einen zusätzlichen Inline-Preamp wie einen FetHead. Für das SM7B und ähnlich leise dynamische Mikrofone würde ich den FetHead deshalb gleich mit einplanen. Das löst das Problem, macht das Setup aber wieder etwas komplexer. Meiner Meinung nach sollten es mindestens 65 dB sein, 70 dB wären noch besser.

Mit Kondensatormikrofonen und 48 V Phantomspeisung wie dem NT1 sieht es ganz anders aus. Da hatte ich reichlich Reserven, die LED ging schnell bis in den roten Bereich, und der Klang ist klar und brauchbar. Allerdings berichten einige Nutzer von etwas mehr Rauschen als bei reinen Audio-Interfaces. Direct Monitoring arbeitet latenzfrei und ist für Streaming oder Podcasts praktisch.

Dazu kommen zwei weitere Kritikpunkte. Es gibt keinen Ein-/Ausschalter, obwohl es einen schönen Schalter für das Monitoring gibt und Platz genug gewesen wäre. Außerdem leuchten die LEDs, vor allem die oberen, relativ hell. Ich würde sie gern ohne Software ein bisschen herunterregeln können.

Dafür hast du für Konsolen ein sehr praktisches Setup: Das HDMI-Signal geht von der Konsole in den MainStream, wird aufgezeichnet und an den Fernseher weitergereicht, während du am Rechner aufnimmst oder streamst. Und wer ein bisschen in der Audiowelt unterwegs ist, wird die Lautsprecherausgänge zu schätzen wissen.

Bewertung im Detail

Verarbeitung8,5/10

Er fühlt sich sehr hochwertig an, ist mit 600 g solide, steht sicher auf gummierten Flächen, und die Tasten klicken ordentlich.

Bedienung7,5/10

Durchdachte Schräge, gut erreichbare Regler und Mute-Tasten. Es fehlen eine LED fürs Direct Monitoring, ein Ein-/Ausschalter und eine Lautsprecher-Mute-Taste, die LEDs sind sehr hell.

Klang7,0/10

Sauberer Klang mit Kondensatormikrofonen. Der Preamp liefert nur 60 dB Gain. Für das SM7B brauchst du meist einen FetHead.

Ausstattung8,5/10

Interface, HDMI-Capture mit 1080p60, 4K60-Passthrough, Hotkeys, USB-C-Hub, Headset- und Aux-Eingang. Die Matrix-Software gibt es nur für Windows.

Akkuk. A.

Kein Akku. Der MainStream wird komplett über USB-C mit Strom versorgt, im Test lief er auch an einer Powerbank.

Preis-Leistung7,0/10

Er ersetzt mehrere Geräte, ist für ein Einkanal-Interface aber nicht günstig, und die Audioleistung ist durch den Gain begrenzt.

Gesamtnote7,4/10

Fazit: Mackie MainStream

Gut
7,4

Der Mackie MainStream ist ein guter Allrounder: Interface, Capture-Karte und Hotkey-Gerät sind auf einem guten, professionell nutzbaren Niveau. Bauweise und Haptik sind sehr nutzerfreundlich, durch die Schräge erreichst du alles bequem, und alle wichtigen Anschlüsse sind da, inklusive Lautsprecherausgängen und USB-C-Hub. Abstriche gibt es beim Gain von nur 60 dB, mit dem du für das SM7B meist einen FetHead brauchst, beim fehlenden Ein-/Ausschalter, den sehr hellen LEDs und der Matrix-Software, die es nur für Windows gibt. Wenn du ein schlankes Streaming-Setup mit Konsole oder Kamera willst, ist er eine sehr platzsparende Lösung.

Kaufen, wenn …

  • du Mikrofon, HDMI-Capture und Hotkeys in einem Gerät haben willst
  • du Konsolen streamst und das Bild in 4K an den Fernseher durchschleifen möchtest
  • du ein Kondensatormikrofon nutzt oder dein dynamisches Mikrofon sehr nah besprichst
  • du unter Windows mit der Matrix-Software virtuell mischen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

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Alternativen zum Mackie MainStream

Zoom UAC-232

6,8Gut
Note 6,8 von 10

Reines Audio-Interface mit zwei XLR-Eingängen und 32-Bit-Float. Das SM7B ließ sich damit im Vergleich ohne Probleme betreiben, und der Kopfhörerausgang ist sehr kräftig. Die Software ist allerdings schwach, Capture und Hotkeys gibt es nicht.

Audient iD4 MKII

7,9Gut
Note 7,9 von 10

Einkanal-Interface mit 58 dB Gain, zwei Kopfhörerausgängen und Monitor-Mix-Regler in einem robusten Metallgehäuse. Es ist günstiger, bietet aber kein Video.

Røde RØDECaster Pro II

8,9Sehr gut
Note 8,9 von 10

Podcast- und Streaming-Zentrale mit vier XLR-Eingängen, 76 dB Gain und SMART-Pads. Sie ist deutlich größer und teurer und hat keine HDMI-Capture-Funktion.

Im Vergleich mit 8 anderen Audio-Interfaces

Häufige Fragen zum Mackie MainStream

Reicht der MainStream für das Shure SM7B?

Meist nicht ohne Hilfe. Mit 60 dB Gain bekam ich das SM7B bei vollem Gain nur in den grünen Bereich. Du musst sehr nah herangehen oder einen Inline-Preamp wie einen FetHead nutzen.

Nimmt der MainStream 4K auf?

Nein. Per HDMI nimmt er 1080p mit 60 fps auf, ein 4K-60-Signal schleift er nur durch, zum Beispiel an einen Fernseher.

Funktioniert der MainStream am Mac?

Ja, als Interface und Capture-Karte, so habe ich ihn getestet. Die Matrix-Software für Routing, Effekte und Pads gibt es aber nur für Windows.

Braucht der MainStream ein Netzteil?

Nein. Er bekommt Strom über das USB-C-Kabel zum Computer, das mindestens USB 3.1 unterstützen sollte. Einen Ein-/Ausschalter gibt es nicht.

Kann ich ein Headset anschließen?

Ja, über die 3,5-mm-TRRS-Buchse auf der Rückseite mit Stereo-Ausgang und Mikrofoneingang. Dazu gibt es einen 3,5-mm-Aux-Eingang mit Mix-Minus, etwa für ein Smartphone, über das du Anrufer einbindest.

Was machen die sechs Tasten?

Sie senden F1 bis F6 an den Computer. In OBS oder in der Matrix-Software belegst du sie zum Beispiel mit Szenenwechseln oder Sounds.

Quellen (5)

Eigene Tests und Beiträge

Hersteller, Shops und Fremdtests