
Einfacher 32-Bit-Float-Taschenrekorder ohne Einpegel-Stress. Klanglich ein Kompromiss; erfahrene Nutzer sparen mit dem H1n.
- Aufnahme32-Bit-Float
- Sampleratebis 96 kHz
- Gewicht92 g
Auf einen Blick
Vorteile
- 32-Bit-Float – kein Einpegeln nötig, ideal für Einsteiger
- Gut ablesbares Display mit hohem Kontrast
- Gehäuse und Batteriefach besser als beim Vorgänger
- Schnell und einfach bedienbar
Nachteile
- 32-Bit-Float nicht abschaltbar (kein 24-Bit-Modus)
- Audioqualität/Rauschen gegenüber H1n nicht verbessert
- Sehr kleine Schrift im Display
- Keine XLR-Eingänge
Technische Daten
| Hersteller | Zoom |
|---|---|
| Preisklasse | niedrig |
| XLR-Eingänge | 0 |
| Spuren | 2 (Stereo) |
| Max. Sample-Rate | 96 kHz |
| Auflösung | 32-bit float |
| 32-Bit-Float | ✓ |
| Eingebautes Mikrofon | ✓ |
| Max. Gain | – |
| EIN (Eigenrauschen) | – |
| Dynamikumfang | – |
| Frequenzbereich | – |
| Aufnahmeformat | WAV, MP3, BWF |
| Batterie / Stromversorgung | 2 × AAA oder USB-C |
| Gewicht | 92 g |
| Eingänge (Details) | 0 |
| Abmessungen | 136,6 × 53,9 × 29 mm |
Das Video zum Test
Der Zoom H1essential ist der Nachfolger des beliebten H1n und bringt 32-Bit-Float in die kleinste Zoom-Klasse. Du musst also nie wieder einpegeln. Ich habe den 92-Gramm-Rekorder ausführlich getestet, die Akkulaufzeit selbst gemessen und ihn mit einem Lavalier-Mikrofon ausprobiert. Hier liest du, für wen er sich lohnt und wann du mit dem H1n besser fährst.
Technik im Überblick
Der H1essential nimmt immer in 32-Bit-Float auf, mit 44,1, 48 oder 96 kHz, mono oder stereo, mit BWF- und iXML-Metadaten. Ein Einpegeln ist nicht mehr nötig. Das integrierte XY-Mikrofon mit zwei im 90-Grad-Winkel angeordneten Kapseln verarbeitet bis 120 dB SPL. Das ist nicht extrem laut, reicht in der Regel aber aus.
Dazu kommen ein 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power, zum Beispiel für Lavalier-Mikrofone, und ein kombinierter 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Ausgang. Gespeichert wird auf microSD-Karten bis 1 TB, damit kannst du tagelang aufzeichnen. Das monochrome OLED-Display hat 128 × 64 Pixel, außerdem sind ein kleiner Lautsprecher und eine USB-C-Buchse an Bord. Am Rechner, iPad oder Smartphone arbeitet der H1essential als USB-Mikrofon, und das sogar, während er gleichzeitig auf die Karte aufnimmt.
Wie alle Geräte der Essential-Serie hat er eine Sprachführung: Menüpunkte werden angesagt, was Menschen mit Sehbehinderung die Bedienung erleichtert. Bei mir funktionierte das auf Deutsch relativ schnell und zuverlässig.
Gehäuse und Verarbeitung
Mit 92 g inklusive Batterien ist der H1essential ein echtes Leichtgewicht, den größten Teil des Gewichts machen gefühlt die Batterien aus. Das Gehäuse fühlt sich von der Haptik her sehr hochwertig an. Die XY-Kapseln haben sich gegenüber dem H1n nicht wirklich verändert. Ein Schutzkäfig fehlt, sie sind also nicht besonders gut geschützt, aber da alles aus Kunststoff ist, geht bei einem Sturz vermutlich nicht so viel kaputt.
Links sitzen der Kopfhörer/Line-Ausgang und ein Lautstärkerad. Den eingestellten Wert zeigt das Display an, das finde ich gut, weil es reproduzierbar ist. Dazu kommen der Ein-/Ausschalter und ein Hold-Schieber. Rechts liegen der microSD-Slot hinter einer Gummiklappe, die wie bei Zoom üblich etwas wackelig und nicht so hochwertig gemacht ist, die Menütaste, USB-C und der Mikrofon/Line-Eingang. Auf der Rückseite gibt es den Lautsprecher und ein Stativgewinde, diesmal aus Metall. Die Batterieklappe ist für Zoom-Verhältnisse ganz okay, und innen sorgt Schaumstoff dafür, dass die Batterien nicht klappern.
Bedienung und Display
Das OLED-Display ist sehr gut ablesbar und hat einen super Kontrast, ist aber etwas klein. Die Schrift ist mir sehr, sehr klein, ich habe da schon meine Probleme. Insgesamt gefällt mir das Display aber deutlich besser als beim Vorgänger. Die Pegelanzeige ist nicht besonders genau, wichtig ist eigentlich nur zu sehen, dass überhaupt etwas aufgenommen wird. Der Start dauert ein paar Sekunden, danach kannst du sofort aufnehmen. Ältere Zoom-Geräte waren da wirklich nicht so schnell.
Mit eigenen Tasten wechselst du zwischen Stereo und Mono, schaltest den Lowcut in drei Stufen (80, 160 und 240 Hz) und setzt während der Aufnahme Marker. Außerdem gibt es eine Taste zum Löschen. Im Menü findest du Samplerate, Vorab-Aufnahme (zum Beispiel zwei Sekunden), automatische Aufnahme, Wiederholung, USB-Mikrofon-Modus inklusive Direct Monitor, Overdub, Display-Helligkeit, Energiesparfunktion und Batterietyp.
Im Wiedergabemenü kannst du Aufnahmen normalisieren und als 24-Bit-Datei exportieren. Bei längeren Dateien dauert das im Gerät aber wirklich sehr lange. Ich würde deshalb versuchen, direkt mit den 32-Bit-Dateien zu arbeiten. Zum Zeitpunkt meines Tests lief Firmware 1.10. Inzwischen hat Zoom ein Update für die Essential-Serie veröffentlicht, das unter anderem eine Pegelanpassung während der Aufnahme, MP3-Aufnahme und eine KI-Rauschunterdrückung ergänzt.
Klang: XY-Mikrofon und Lavalier
Im Stereomodus zeichnet das XY-Paar ein klares Stereobild. Gehst du zur Seite oder drehst du den Rekorder, hörst du das deutlich. Im Monomodus bleibst du dagegen immer mittig, für Stimmen kann das von Vorteil sein. Ganz nah dran klingt es nicht gut, ich würde bei Sprache eher 10 bis 20 cm Abstand halten. Der Lowcut nimmt Rumpeln heraus, bei 240 Hz merkst du aber schon, wie die Stimme abflacht.
Die größte Schwäche ist Wind. Die Kapseln sind extrem windempfindlich, jeder Hauch ist zu hören, und Pusten ist ein Desaster. Mit einem einfachen Schaumstoff-Windschutz wird es schon deutlich besser, so kannst du den H1essential drinnen sogar als Interviewmikrofon nutzen. Draußen brauchst du einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1. Zusätzlich solltest du auf Griffgeräusche achten, man hört wirklich jede Berührung. Ein Shockmount hilft gegen Hand- und Tischgeräusche.
Am 3,5-mm-Eingang habe ich das Rode Lavalier GO im gleichen Abstand wie die internen Kapseln ausprobiert. Den direkten Vergleich hörst du im Video. Insgesamt hat sich die Audioqualität gegenüber dem H1n wohl nicht wirklich verbessert, aber auch nicht verschlechtert. Ein gewisses Rauschen ist bei so einem Gerät immer dabei, es sind weder die besten Preamps noch die besten Mikrofone. Trotzdem ist es besser, so einen Rekorder dabeizuhaben, als die internen Preamps einer Kamera oder schlechte Mikrofone zu nutzen.
Akku und Stromversorgung
Der H1essential läuft mit zwei AAA-Batterien oder -Akkus. Zoom gibt etwa 10 Stunden mit Alkali-Batterien an, mit NiMH-Akkus etwa 9 und mit Lithium etwa 18 Stunden, jeweils bei Stereoaufnahme ohne Kopfhörer. Ich habe selbst nachgemessen: interne Mikrofone im Stereomodus, 48 kHz und zwei Eneloop-AAA-Akkus. Ergebnis: 9 Stunden und 43 Minuten. Das passt sehr gut zu den Herstellerangaben. Über USB-C läuft er unbegrenzt, etwa an einer Powerbank oder am Netzteil AD-17. Im Menü stellst du den Batterietyp ein, bei mir NiMH, damit die Anzeige einigermaßen genau ist.
H1essential oder H1n?
32-Bit-Float ist gerade für Anfänger eine super Funktion: nichts einpegeln, kein Übersteuern, kein zu leiser Ton. Was ich weniger gut finde: Du kannst nicht manuell sagen, dass du lieber in 24 Bit aufnehmen möchtest. Dafür hätte man noch einen Gain-Regler einbauen müssen, und ich vermute, das war ein technischer Kompromiss. Display, Gehäuse und Batteriefach gefallen mir besser als bei den Vorgängern.
Meine Empfehlung: Hast du einen H1n, kommst du damit klar und kannst den Gain gut einstellen, dann behalte ihn und ignorier den Essential einfach. Kennst du dich in der Audiowelt gut aus und kannst sicher pegeln, kannst du auch zum H1n greifen. Der war zum Zeitpunkt meines Tests deutlich günstiger. Bist du Einsteiger oder willst du einfach nie wieder über Pegel nachdenken, ist der H1essential die bessere Wahl.
Fazit: Zoom H1essential
GutDer Zoom H1essential ist ein einfacher, leichter Taschenrekorder, der dir dank 32-Bit-Float den Pegel-Stress komplett abnimmt. Das OLED-Display ist kontrastreich, und mit zwei AAA-Akkus kam ich auf fast zehn Stunden Laufzeit. Klanglich bleibt er ein Kompromiss auf dem Niveau des H1n, und ohne Windschutz ist das XY-Mikrofon kaum zu gebrauchen. Für Einsteiger, Musiker zum Proben und Filmer, die einen kleinen Zweitrekorder suchen, ist er eine gute Wahl. Erfahrene Nutzer, die sicher pegeln, können mit dem H1n sparen.
Kaufen, wenn …
- du einen sehr kleinen, leichten Rekorder ohne Einpegeln suchst
- du Proben, Notizen oder Atmo schnell und unkompliziert aufnehmen willst
- du ein Lavalier-Mikrofon per 3,5-mm-Klinke anschließen möchtest
- du den Rekorder auch als USB-Mikrofon am Rechner nutzen willst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du XLR-Mikrofone anschließen willst und mehr Spuren brauchst Zoom H4essential
- du nur ein Lavalier aufnimmst und einen noch kleineren Ansteckrekorder suchst Zoom F2
- du bis zu vier XLR-Mikrofone und eine Mischfunktion brauchst Zoom H6essential
Preise prüfen
Alternativen zum Zoom H1essential
Zoom H4essential
Note 7,6 von 10
Der nächstgrößere Essential-Rekorder mit XY-Mikrofon und zwei XLR/Klinke-Combo-Eingängen, ebenfalls in 32-Bit-Float.
Zoom F2
Note 8,4 von 10
Winziger 32-Bit-Float-Rekorder zum Anstecken für Lavalier-Mikrofone, aber ohne eingebautes Mikrofon.
Zoom H6essential
Note 8,0 von 10
Vier XLR/Klinke-Combos, wechselbare XY-Kapsel und Mixer. Er ist deutlich größer und teurer, dafür ein kleines Mehrspur-Studio.
Zoom F3
Note 9,0 von 10
Wenn du lieber zwei externe XLR-Mikrofone mit deutlich besseren Preamps (−127 dBu EIN) nutzen willst. Er ist ebenfalls ein winziger 32-Bit-Float-Rekorder, hat aber kein eingebautes Mikrofon und ist deutlich teurer.
Häufige Fragen zum Zoom H1essential
Muss ich beim H1essential einpegeln, und kann ich auch in 24 Bit aufnehmen?
Einpegeln musst du nicht. Er nimmt immer in 32-Bit-Float auf, Übersteuern ist praktisch ausgeschlossen. Die Lautstärke passt du später an oder exportierst die Datei im Gerät normalisiert als 24-Bit-Datei. Direkt in 24 Bit aufnehmen kannst du dagegen nicht. Du kannst Aufnahmen im Gerät aber als 24-Bit-Datei exportieren, was bei langen Dateien sehr lange dauert. Mit einem Firmware-Update kam inzwischen MP3-Aufnahme dazu.
Wie lange halten die Batterien?
Ich habe mit zwei Eneloop-AAA-Akkus im Stereomodus bei 48 kHz 9 Stunden und 43 Minuten gemessen. Zoom nennt etwa 10 Stunden mit Alkali- und etwa 18 Stunden mit Lithium-Batterien.
Kann ich ein Lavalier-Mikrofon anschließen?
Ja, über den 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power. Ich habe das mit dem Rode Lavalier GO ausprobiert.
Kann ich den H1essential als USB-Mikrofon nutzen?
Ja. Per USB-C arbeitet er an PC, Mac, iOS- und Android-Geräten als USB-Mikrofon und kann dabei gleichzeitig auf die microSD-Karte aufnehmen. Im Menü schaltest du den USB-Mikrofon-Modus ein und stellst zum Beispiel Direct Monitor ein. In meinem Test ließ sich der Modus schnell aktivieren und wieder verlassen.
Kann ich den Ton direkt in meine Kamera schicken?
Ja, über den 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Ausgang. Der ist allerdings ein kombinierter Anschluss: Hängt die Kamera dran, kannst du dort nicht gleichzeitig Kopfhörer anschließen. Die Lautstärke regelst du mit dem Rad an der Seite, und das Display zeigt den eingestellten Wert an, sodass er reproduzierbar bleibt.
Brauche ich einen Windschutz?
Unbedingt. Die XY-Kapseln sind extrem windempfindlich. Drinnen reicht ein einfacher Schaumstoff-Windschutz, draußen solltest du einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1 verwenden.
Quellen (3)
Eigene Tests und Beiträge
- YouTube-Video „Zoom H1 essential im Test – Besser als Zoom H1n?“, Kanal Alexan Der, 28.03.2024 (Transkript über automatische Untertitel)
- Blogbeitrag vom 13.11.2024 mit Kurzfazit, Zubehör (Windschutz, WSU-1, Shockmount) und Kapitelübersicht
Hersteller, Shops und Fremdtests



