
Kompaktes mobiles Podcast-Studio mit starken Preamps und Mix-Minus. Die 16-Bit/44,1-kHz-Beschränkung und das kleine Display stören.
- Eingänge4 × XLR
- Aufnahme16 Bit
- Sampleratebis 44,1 kHz
- Gewicht290 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Sehr gute A/D-Wandler mit viel Gain (70 dB) – SM7B ohne Zusatz-Preamp
- Hervorragende Limiter, 4 einzeln regelbare Kopfhörerausgänge
- Mix-Minus und Soundpads
- Kompakt mit vielen Hardware-Tasten
Nachteile
- Nur 16 Bit / 44,1 kHz
- Kleines Display ohne dBFS-Skala
- USB-Datentransfer extrem langsam
- Kein Stativgewinde
Technische Daten
| Hersteller | Zoom |
|---|---|
| Preisklasse | niedrig |
| XLR-Eingänge | 4 |
| Spuren | 6 (4 Einzelspuren + Stereo-Mix) |
| Max. Sample-Rate | 44,1 kHz |
| Auflösung | 16 Bit |
| 32-Bit-Float | ✗ |
| Eingebautes Mikrofon | ✗ |
| Max. Gain | – |
| EIN (Eigenrauschen) | – |
| Dynamikumfang | – |
| Frequenzbereich | – |
| Aufnahmeformat | WAV |
| Batterie / Stromversorgung | 2 × AA (bis ca. 4 h) oder USB-C |
| Gewicht | 290 g |
| Eingänge (Details) | 4 |
| Abmessungen | 112 × 155 × 47 mm |
Das Video zum Test
Vier XLR-Eingänge, vier Kopfhörerausgänge, Soundpads und Mix-Minus in einem Gerät, das in jede Tasche passt: Der Zoom PodTrak P4 will das mobile Podcast-Studio für wenig Geld sein. Ich habe ihn mit SM7B, SM58, Procaster und NT1 getestet und mit dem Zoom H5 verglichen. Hier erfährst du, warum mich die Preamps begeistert haben und welche Kleinigkeiten mich im Alltag richtig nerven.
Ausstattung im Überblick
Der PodTrak P4 ist Rekorder und USB-Audio-Interface zugleich. Er hat vier XLR-Eingänge, jeweils mit zuschaltbarer 48-V-Phantomspeisung, bis zu 70 dB Gain und einem äquivalenten Eingangsrauschen von −124 dBu oder weniger. Für diese Preisklasse ist das schon ziemlich ordentlich. Aufgenommen wird intern als WAV mit 16 Bit und 44,1 kHz, auf SD-Karten in voller Größe. Am Rechner meldet sich der P4 als Interface mit zwei Ein- und zwei Ausgängen, ebenfalls mit 44,1 kHz und 16 Bit, und es gibt einen Class-Compliant-Modus für iOS.
Dazu kommen vier 3,5-mm-Kopfhörerausgänge mit eigener Lautstärke, ein TRRS-Anschluss für Smartphones, Mix-Minus und vier Soundpads mit elf voreingestellten Sounds. Alle Quellen landen auf eigenen Spuren: In meinem Test waren das sechs Spuren, also vier Eingänge, eine für die Sounds und ein Stereo-Mix. Optional lässt sich der Bluetooth-Adapter BTA-2 anschließen, den du aber nicht zwingend brauchst. Mit 290 g ist der P4 für ein Gerät mit vier Eingängen erfreulich leicht.
Hardware und Verarbeitung
Im Vergleich zum Zoom H5 ist der P4 etwas größer und breiter, aber nicht so hoch. Oben sitzen die vier XLR-Buchsen. Das sind keine Combo-Buchsen und sie haben auch keine Verriegelung, meine Kabel mit Neutrik-Steckern halten trotzdem wunderbar. Links findest du einen SD-Slot für große Karten, der sich für Zoom-Verhältnisse qualitativ hochwertig anfühlt, eine 5-V-Strombuchse, für die eine einfache Powerbank ohne Power Delivery reicht, und den USB-Anschluss. Unten liegen die vier Kopfhörerbuchsen, rechts der Port für den BTA-2 und die TRRS-Buchse fürs Smartphone.
Oben hat jeder Kanal einen Gain-Regler, einen Schalter zwischen Mikrofon und 48 V und eine Mute-Taste. Die Potis fühlen sich für ein Gerät dieser Preisklasse ziemlich hochwertig an, und die vielen Hardware-Knöpfe sind im Praxiseinsatz sehr praktisch. Kanal 3 kann alternativ das Smartphone aufnehmen, Kanal 4 das Computer-Audio, etwa für Zoom-Calls. Unten gibt es zwei Gummifüße und einen Gummistreifen, das Batteriefach für zwei AA-Zellen ist etwas dunkler als das Gehäuse.
Ein wichtiger Punkt: Es gibt kein Stativgewinde. Als Notlösung klemme ich den P4 in eine günstige Smartphone-Halterung mit Gewinde, das funktioniert recht gut.
Bedienung, Menü und Mix-Minus
Das Menü bedienst du über vier Tasten, und es ist nicht überfrachtet. Du kommst schnell durch die Dateiliste, die Soundpad-Einstellungen mit Sound, Wiedergabemodus und Pegel, die Mikrofon-Einstellungen mit Lowcut und Limiter pro Kanal, den Dateitransfer per USB und die allgemeinen Einstellungen. Das Einschalten dauert ein paar Sekunden. Bei mir lief Firmware 1.3.
Mix-Minus finde ich richtig genial: Der Gesprächspartner am Telefon oder am Computer hört alle anderen, aber nicht sich selbst. Das hat zum Beispiel mein Zoom F6 nicht, und das finde ich sehr schade. Die Soundpads spielen Jingles, Applaus oder eigene Dateien ab. Eigene Sounds müssen vorher in 16 Bit und 44,1 kHz konvertiert werden.
Mit dem Display bin ich dagegen nicht glücklich. Es ist zu klein und schlecht ablesbar, und eine richtige dBFS-Skala fehlt. Es gibt nur Striche für −12 und −6 dBFS. Im Batteriebetrieb geht die Beleuchtung nach 15 Sekunden aus, nur mit externem Strom bleibt sie dauerhaft an. Mein größter Kritikpunkt sind aber die Gain-Regler: Steht das Gerät vor mir, sehe ich von oben nicht, wo der Pfeil gerade steht. Ein längerer Strich hätte das einfach gelöst. Außerdem sind die roten Tasten so hell, dass sie blenden, während die Aufnahme-LED viel zu klein ist. Das sollte genau umgekehrt sein.
Klang und Limiter
Getestet habe ich den P4 mit dem Shure SM7B, dem SM58, dem Rode Procaster und dem Rode NT1. Die Aufnahmen habe ich ohne Lowcut und Limiter gemacht und nur in der Lautheit angeglichen. Das SM7B lief direkt ohne Vorverstärker, der Gain stand bei etwas über 6 von 10, also mit Luft nach oben. Beim SM58 reichte etwas über 5, beim Procaster knapp unter 6 und beim NT1 mit Phantomspeisung etwa 4,3.
Mein Urteil: Der P4 hat sehr gute AD-Wandler mit viel Gain, die dazu relativ rauscharm sind, zu diesem Preis ist das für mich einmalig. Im Vergleich hatte der Zoom H5 mit dem SM7B schon im Kopfhörer hörbar mehr Rauschen. Auch die Preamps des alten H6 sind meiner Meinung nach nicht so gut wie die des P4.
Richtig überzeugt haben mich die Limiter. Ohne Limiter war das Signal bei Gain 6 schon völlig übersteuert. Mit Limiter hörte ich bei gleicher Einstellung keine Verzerrung, erst ab etwa 8 von 10 eine leichte, und selbst bei 10 nur Kompression mit ein paar Artefakten. Dabei steigt das Rauschen kaum an, was bei günstigen Rekordern oft anders ist. Die Limiter von H5 und H6 sind für mich dagegen kaum benutzbar. Ungenutzte Kanäle solltest du übrigens herunterdrehen oder stummschalten, sonst hörst du ihr Rauschen im Kopfhörer.
Kopfhörer, Akku und Synchronisation
Die Kopfhörerausgänge sind wirklich sehr gut. Jeder hat einen eigenen Regler, unterschiedliche Kopfhörer mit verschiedenen Impedanzen sind also kein Problem. Selbst meinen Beyerdynamic DT 770 Pro mit 250 Ohm, der viel Leistung braucht, versorgt der P4 ohne Probleme.
Mit zwei AA-Zellen läuft der P4 je nach angeschlossenen Mikrofonen etwa drei Stunden, mit vier Kondensatormikrofonen deutlich kürzer. Zoom nennt bei vier Spuren ohne Phantomspeisung etwa 3 Stunden mit Alkali-, 3,5 Stunden mit NiMH- und 8 Stunden mit Lithium-Batterien. Weil das Display im Batteriebetrieb ständig dunkel wird, macht ein Betrieb ohne Powerbank über 30 bis 45 Minuten für mich aber keinen Spaß. Mit Powerbank wird der P4 zum mobilen Recording-Studio für die Wiese. Gehen die Batterien leer, bleibt die Aufnahme bis auf die letzten zehn bis 15 Sekunden auf der Karte erhalten.
Die Tonspur lässt sich problemlos in Final Cut Pro synchronisieren. Etwa eine Stunde bleibt sie ausreichend synchron, danach kann nach rund einer bis anderthalb Stunden ein Frame Versatz entstehen. Bei langen Aufnahmen synchronisiere ich deshalb stundenweise neu. Den USB-Datentransfer finde ich extrem langsam. Nimm lieber die SD-Karte heraus und steck sie in den Computer.
Der Elefant im Raum: 16 Bit und 44,1 kHz
Der letzte Kritikpunkt ist der wichtigste. Der P4 nimmt nur mit 16 Bit und 44,1 kHz auf. Die 16 Bit sind für Sprachaufnahmen mit Limiter gar nicht so wild, die Dynamik reicht aus, wenn du richtig pegelst. 48 kHz sind heute aber der Standard in den meisten Videoprogrammen, und da kann es zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Ich vermute, dass hier ältere, günstige Chips verbaut wurden, aber das ist nur meine Vermutung. Der Zoom H5 nimmt zum Vergleich mit 24 Bit und deutlich höheren Sampleraten auf.
Für wen lohnt sich der P4? Für alle, die mit bis zu vier Personen vor Ort oder remote podcasten, ist er eine ziemlich gute, kompakte Alternative zum Rode Rodecaster Pro. In den Rodecaster-Geräten kannst du deutlich mehr einstellen, aber wenn du wirklich nur Ton brauchst und einfach einen Podcast aufnehmen willst, ist der P4 keine schlechte Wahl.
Fazit: Zoom PodTrak P4
GutDer Zoom PodTrak P4 ist ein kompaktes mobiles Podcast-Studio mit starken, rauscharmen Preamps, hervorragenden Limitern, vier einzeln regelbaren Kopfhörerausgängen und Mix-Minus. In meinem Test trieb er sogar ein SM7B ohne Vorverstärker. Im Alltag stören das kleine, schlecht ablesbare Display, die abschaltende Beleuchtung im Batteriebetrieb, die schwer ablesbaren Gain-Regler und vor allem die Beschränkung auf 16 Bit und 44,1 kHz. Wenn du einfach nur einen Podcast mit bis zu vier Personen aufnehmen willst, ist er eine gute und günstige Alternative zu den großen Podcast-Konsolen.
Kaufen, wenn …
- du mit bis zu vier Personen vor Ort oder remote podcasten willst
- du für jeden Gast einen eigenen Kopfhörerausgang mit eigener Lautstärke brauchst
- du Telefon- oder Computer-Gäste per Mix-Minus ohne Echo einbinden möchtest
- du ein kompaktes, leichtes Gerät suchst und eine Powerbank mitnehmen kannst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du mehr Einstellmöglichkeiten, ein großes Display und eine Studio-Konsole willst Røde RØDECaster Pro II
- du 32-Bit-Float, 48 oder 96 kHz und ein eingebautes Stereomikrofon brauchst Zoom H6essential
- du auch Film- und Außenaufnahmen mit Timecode und 32-Bit-Float machen willst Zoom F6
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Alternativen zum Zoom PodTrak P4
Røde RØDECaster Pro II
Note 8,9 von 10
Die große Podcast-Konsole mit deutlich mehr Einstellmöglichkeiten. Sie ist viel größer und deutlich teurer, für stationäre Studios aber komfortabler.
Zoom H6essential
Note 8,0 von 10
Vier XLR/Klinke-Combos mit 32-Bit-Float und bis 96 kHz sowie ein XY-Mikrofon. Es gibt aber nur einen Kopfhörerausgang, und für ein SM7B braucht er einen Inline-Preamp.
Zoom H5
Note 7,0 von 10
Mein Vergleichsgerät im Test: 24 Bit und höhere Sampleraten, gute Displayskala und wechselbare Kapseln. Mit dem SM7B rauscht er aber deutlich mehr, und die Limiter sind kaum brauchbar.
Zoom F6
Note 9,3 von 10
Sechs XLR-Eingänge, 32-Bit-Float und Timecode für Film und Studio. Er ist deutlich teurer und hat kein Mix-Minus.
Häufige Fragen zum Zoom PodTrak P4
Kann der PodTrak P4 ein Shure SM7B ohne Vorverstärker betreiben?
Ja. In meinem Test stand der Gain beim SM7B bei etwas über 6 von 10, es war also noch Luft nach oben, und das Rauschen blieb gering.
Warum nimmt der P4 nur mit 44,1 kHz auf?
Der P4 ist auf 16 Bit und 44,1 kHz beschränkt, sowohl als Rekorder als auch als Interface. Für Sprache reicht das, in Videoprojekten mit 48 kHz kann es aber Kompatibilitätsprobleme geben.
Was ist Mix-Minus?
Gäste am Telefon oder Computer hören alle anderen Teilnehmer, aber nicht sich selbst. So gibt es kein Echo. Der P4 regelt das automatisch.
Wie lange halten die Batterien?
Mit zwei AA-Zellen etwa drei Stunden, mit vielen Kondensatormikrofonen deutlich weniger. Weil die Displaybeleuchtung im Batteriebetrieb nach 15 Sekunden abschaltet, empfehle ich eine Powerbank.
Hat der P4 ein Stativgewinde?
Nein. Als Notlösung kannst du ihn in eine günstige Smartphone-Halterung mit Gewinde klemmen, das funktioniert recht gut.
Bleibt die Aufnahme erhalten, wenn der Akku leer ist?
Ja, bis auf die letzten etwa zehn bis 15 Sekunden. Die Aufnahme wird laufend auf die SD-Karte geschrieben.
Quellen (4)
Eigene Tests und Beiträge
- YouTube-Video „Zoom PodTrak P4 im Praxis-Test: Das perfekte Podcasting-Tool?“, Kanal Alexan Der, 05.02.2023 (Transkript über automatische Untertitel)
- Blogbeitrag vom 2.11.2024 mit technischen Daten und „Meine Meinung“ (Pro/Contra-Liste)
Hersteller, Shops und Fremdtests



