
Schlichtes, robustes Einkanal-Interface mit dem besten Kopfhörerverstärker in der Einsteigerklasse. Perfekt für ein Mikrofon.
- Eingänge1 × XLR
- Auflösung24 Bit
- Sampleratebis 96 kHz
- Rauschen (EIN)−128 dBu
- Gewicht560 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Kopfhörerverstärker spielt in einer höheren Liga
- Sehr robust und kompakt gebaut
- Sehr gute Pegelanzeige
- Lautstärke am Mac über Medientasten steuerbar
Nachteile
- Nur ein Eingang
- Kein Loopback
- Max. 96 kHz, keine Zusatzfunktionen
Technische Daten
| Hersteller | Røde |
|---|---|
| Preisklasse | niedrig |
| Ein-/Ausgänge (Kanäle) | 1×2 |
| XLR-Eingänge | 1 |
| Max. Sample-Rate | 96 kHz |
| Auflösung | 24 Bit |
| Max. Gain | 45 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | -128 dBu(A) |
| Dynamikumfang | 104 dB(A) |
| Phantomspeisung | ✓ |
| Eingänge | 1 × XLR/Klinke-Combo (Neutrik) |
| Ausgänge | 2 × Line (6,3 mm sym.), 1 × Kopfhörer (6,3 mm) |
| Anschluss | USB-C (bus-powered) |
| Gewicht | 560 g |
| Abmessungen | 124 × 100 × 38 mm |
Das Video zum Test
Das Røde AI-1 (Werbelink) ist ein schlichtes, kleines Einkanal-Interface aus Metall und hat mich in meinem Vergleich günstiger Einsteiger-Interfaces mit dem Focusrite Scarlett Solo und dem Audient iD4 vor allem mit seinem Kopfhörerverstärker positiv überrascht. Ich habe alle drei mit eigenem Geld gekauft, mit dem Shure SM7B (Werbelink), dem FetHead und dem Røde NT1 getestet und mit meinem Zoom F6 verglichen. Hier erfährst du, warum der Kopfhörerverstärker des AI-1 deutlich stärker ist als bei der Konkurrenz und warum ich es danach selbst für meine Voice-overs genutzt habe.
Einordnung und Testaufbau
Das AI-1 ist ein Interface mit einem Eingang und zwei Ausgängen für ein Mikrofon, ein Instrument oder ein Line-Signal. Preislich liegt es in der Einsteigerklasse, auf einem Niveau mit dem Focusrite Scarlett Solo und dem Audient iD4. Alle Interfaces in diesem Vergleich habe ich von meinem eigenen Geld gekauft. Nichts davon war gesponsert. Was du hier liest, ist also meine eigene Einschätzung.

Getestet habe ich mit dem Shure SM7B, einem sehr leisen dynamischen Mikrofon, das die Preamps stark fordert. Dazu kamen das SM7B mit dem FetHead als Vorverstärker und das Røde NT1 als Kondensatormikrofon. Als Referenz diente mein Zoom F6. Für den Rauschvergleich habe ich die Interfaces mit weißem Rauschen auf möglichst gleiche Wiedergabepegel eingemessen. Das ist nicht wissenschaftlich, gibt aber einen guten Annäherungswert dafür, wie stark die Geräte im Vergleich rauschen.
Den Gain habe ich bei allen Interfaces zunächst voll aufgedreht und dann ein Stück zurückgenommen, auf etwa 90 Prozent. So sind die Ergebnisse untereinander gut vergleichbar.



Hardware und Verarbeitung
Das AI-1 war das kompakteste Interface im Vergleich und auch das flachste. Es ist robust gebaut, komplett aus Metall, und wirkt schlicht und elegant. Besonders die matte schwarze Oberfläche gefällt mir. Die Unterseite ist gummiert und gedämpft, sodass das Gerät sicher auf dem Tisch steht. Es wiegt 560 g und misst 124 × 100 × 38 mm.

Vorn sitzt der Combo-Eingang für XLR oder Klinke. Interessant: Es ist dieselbe Neutrik-Buchse wie beim iD4. Sie ist nur anders ins Gehäuse eingebaut, von der Seite sehen die beiden gleich aus. Auf der Rückseite findest du den USB-C-Anschluss und zwei 6,35-mm-Line-Ausgänge, um zum Beispiel deine Lautsprecher oder Monitore anzuschließen. Der Kopfhörerausgang mit 6,35-mm-Klinke liegt vorn.
Strom bekommt das AI-1 komplett über USB. Ein Netzteil brauchst du nicht. Im Lieferumfang liegt ein Kabel von USB-C auf USB-A. Steckst du einen Kopfhörer ein, werden die Lautsprecherausgänge stumm geschaltet. Ziehst du ihn wieder heraus, laufen die Lautsprecher wieder. Eine USB-LED zeigt dir außerdem an, dass das Interface mit dem Rechner verbunden ist.
Bedienung und Pegelanzeige
Die Bedienung ist simpel und funktional aufgebaut. Es gibt nur zwei Regler. Der Gain-Regler schaltet auf Druck die 48-V-Phantomspeisung ein und aus. Jedes Mal, wenn du die Phantomspeisung umschaltest, wird der Kopfhörer kurz leise gestellt. Das schützt deine Ohren vor einem lauten Knacken. Dem SM7B schadet die Phantomspeisung nicht, sie verändert auch den Ton nicht.
Der zweite Regler steuert die Lautstärke von Kopfhörer und Monitorausgängen. Drückst du ihn, schaltest du das Live-Monitoring ein oder aus. Weitere Bedienelemente gibt es am Gerät nicht.
Sehr gut gelöst ist die Pegelanzeige. Ab −40 dB leuchtet sie grün, ab −12 dB gelb und ab −3 dB rot. Sie zeigt dir also nicht erst den realen Peak an, sondern wird schon vorher rot. Bei Gelb solltest du nicht mehr viel lauter werden. Praktisch finde ich, dass die rote LED nach einer Spitze noch etwas länger an bleibt.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die LED für die Phantomspeisung und die Peak-LED haben genau die gleiche Farbe und sitzen direkt nebeneinander. Dadurch fällt ein Peak weniger auf, wenn die Phantomspeisung an ist.
Der Kopfhörerverstärker: eine andere Liga
Die größte Stärke des AI-1 ist der Kopfhörerverstärker. Er ist besser, als man in dieser Preisklasse erwartet. Mit dem leisen SM7B ohne FetHead musste ich den Kopfhörerregler nur auf etwa 13 Uhr drehen und hörte mich wesentlich lauter als beim Scarlett Solo, bei dem ich voll aufgedreht hatte. Mit dem NT1 reichten höchstens 12 Uhr, und ich hörte mich laut und deutlich.
Meiner Meinung nach hat Røde hier den besten Kopfhörerverstärker von allen drei Geräten verbaut. Der Abstand zu den anderen beiden ist deutlich. Bei leisen dynamischen Mikrofonen merkst du das sofort, denn du hörst dich beim Sprechen laut und klar, ohne den Regler bis zum Anschlag drehen zu müssen.
Am Mac kannst du außerdem die Ausgangslautstärke über die Medientasten der Tastatur verstellen. So gleichst du über den Kopfhörerregler und die Computerlautstärke ab, wie viel du vom Mikrofon und wie viel vom Computer hörst. Das funktioniert wie ein einfacher Software-Mixer. Einen echten Mix-Regler wie beim iD4 gibt es aber nicht.
Praxistest mit SM7B, FetHead und NT1
Mit dem SM7B ohne Vorverstärker stand der Gain auf etwa 90 Prozent. Mit dem FetHead konnte ich den Gain auf 12 Uhr stellen und den Kopfhörer noch leiser pegeln, auf fast 12 Uhr. Beim NT1 mit Phantomspeisung stand der Gain ebenfalls auf 12 Uhr. Sprach ich lauter, war ich in der Aufnahme schon bei −12 dB und damit sehr laut. Sprach ich noch lauter, ging die rote Peak-LED an.

Beim Anhören der Testdateien ist mir aufgefallen, dass der FetHead bei manchen Konstellationen ein tiefes Brummen verursacht. Es ist nicht lauter als das Grundrauschen der meisten Interfaces, aber es ist da. Außerdem ist der FetHead mitunter empfindlich für WLAN- und Mobilfunksignale. Grundsätzlich höre ich bei den Interfaces in der Praxis keinen Unterschied mit oder ohne FetHead. Das AI-1 ist das einzige, bei dem ich einen kleinen Unterschied höre: Mit FetHead rauscht es etwas weniger.
Trotzdem habe ich in der Woche nach dem Test einige Voice-overs mit dem AI-1 und dem SM7B aufgenommen, und zwar ohne FetHead, obwohl ich alle anderen Interfaces zur Auswahl hatte. Das war meine persönliche Entscheidung. Insgesamt am wenigsten gerauscht hat im Vergleich das iD4. Das wichtigste Ergebnis des Vergleichs ist aber: Du kannst jedes dieser Interfaces problemlos nutzen und bekommst eine Audioqualität, die mit meinem deutlich teureren Zoom F6 vergleichbar ist, mitunter sogar etwas besser.
Technische Daten eingeordnet
Das AI-1 nimmt mit 24 Bit und bis zu 96 kHz auf. Für Sprachaufnahmen ist das mehr als genug, 48 kHz würden ausreichen. Beim Gain lag das AI-1 im Vergleich mit etwas über 45 dB am schlechtesten. In der Praxis fiel das kaum ins Gewicht. Das iD4 kam auf 58 dB, das Scarlett Solo der 3. Generation auf 56 dB. Mit Firmware 1.3.1 nennt Røde für das AI-1 inzwischen 60 dB Gain. Welche Firmware mein Testgerät hatte, weiß ich nicht.

Der Gain-Wert allein sagt aber nichts darüber aus, wie gut ein Interface ist oder wie stark es rauscht. Wenn du Videos aufzeichnest und den Ton später digital verstärkst, sind diese Zahlen zweitrangig. Wichtiger finde ich das Eigenrauschen und den Dynamikumfang. Beim Eigenrauschen liegt das AI-1 mit −128 dB (A-bewertet) gleichauf mit dem Scarlett Solo. Der Dynamikumfang ist mit 104 dB knapp über der 100-dB-Marke, die ich als Orientierung nehme, und damit in der Regel ausreichend. Das iD4 lag mit 121 dB vorn.
So habe ich die Zahlen verstanden: Ein hoher Dynamikumfang bei geringem Eigenrauschen bedeutet, dass du eine etwas leiser ausgepegelte Spur später um 10 oder 15 dB anheben kannst, ohne dass das Rauschen stark mitwächst. Der Praxistest mit den drei Interfaces hat das weitgehend bestätigt.
Übrigens gibt es das AI-1 auch im Set mit dem Røde NT1, das ich mir selbst gekauft habe. Wenn du direkt ein gutes Mikrofon dazu willst, ist das Kit mit Spinne und Popschutz ein faires Angebot.
Fazit: Røde AI-1
GutDas Røde AI-1 ist ein schlichtes, robustes Einkanal-Interface mit dem besten Kopfhörerverstärker in meinem Vergleich der Einsteiger-Interfaces. Die Pegelanzeige ist sehr gut, die Bedienung mit zwei Druckreglern simpel, und mit dem SM7B habe ich es ohne FetHead für eigene Voice-overs genutzt. Dafür bietet es wenig Extras: kein Monitor-Mix-Regler, kein Loopback und nur ein Kopfhörerausgang. Wenn du ein Mikrofon aufnimmst und dich dabei laut und klar hören willst, ist es eine sehr gute Wahl.
Kaufen, wenn …
- du genau ein Mikrofon oder ein Instrument aufnimmst
- du einen kräftigen Kopfhörerverstärker für leise dynamische Mikrofone suchst
- du ein kompaktes, robustes Metallgehäuse ohne unnötige Extras willst
- du direkt das Set mit dem Røde NT1 nehmen möchtest
Lieber eine Alternative, wenn …
- du einen Mix-Regler zwischen Mikrofon und Computer sowie zwei Kopfhörerausgänge willst Audient iD4 MKII
- du Loopback und eine möglichst kompakte Bauform brauchst Focusrite Scarlett Solo 4th Gen
Preise prüfen
Alternativen zum Røde AI-1
Audient iD4 MKII
Note 8,2 von 10
Nachfolger des iD4 aus meinem Vergleich, mit Monitor-Mix-Regler, zwei Kopfhörerausgängen, ScrollControl und 58 dB Gain. Der Vorgänger hat im Vergleich am wenigsten gerauscht, das Gehäuse ist dafür deutlich schwerer.
Focusrite Scarlett Solo 4th Gen
Note 7,7 von 10
Aktuelle Generation des Scarlett Solo mit Loopback und Air-Modus. Getestet habe ich die 3. Generation, deren Kopfhörerverstärker im Vergleich der schwächste war.
Universal Audio Volt 1
Note 7,8 von 10
Einkanal-Interface mit Ein-/Ausschalter, Vintage-Modus, MIDI und bis zu 192 kHz. Es hat aber ebenfalls keinen Monitor-Mix und keinen Loopback.
Häufige Fragen zum Røde AI-1
Reicht das AI-1 für das Shure SM7B?
In meinem Test ja, auch ohne FetHead. Ich habe mit dieser Kombination sogar Voice-overs aufgenommen. Mit FetHead rauschte es beim AI-1 etwas weniger.
Wie gut ist der Kopfhörerverstärker?
Für mich war er der beste im Vergleich mit dem Scarlett Solo und dem iD4. Mit dem SM7B reichte etwa 13 Uhr am Regler, beim Scarlett Solo musste ich voll aufdrehen.
Hat das AI-1 einen Mix-Regler oder Loopback?
Nein. Am Mac kannst du die Computerlautstärke aber über die Medientasten anpassen und so grob zwischen Mikrofon und Computer abgleichen. Einen Hardware-Regler, wie ihn das Audient hat, ersetzt das aber nicht.
Braucht das AI-1 ein Netzteil?
Nein, es wird über USB-C mit Strom versorgt. Im Lieferumfang ist ein Kabel von USB-C auf USB-A.
Wie viel Gain hat das AI-1?
In meinem Vergleich lag es mit etwas über 45 dB am niedrigsten. Mit Firmware 1.3.1 nennt Røde inzwischen 60 dB.
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