
Hochwertig verarbeitetes Einkanal-Interface mit wenig Rauschen und Vintage-Modus. Wer Loopback oder einen Monitor-Mix braucht, sollte zu einer Alternative greifen.
- Eingänge1 × XLR
- Auflösung24 Bit
- Sampleratebis 192 kHz
- Rauschen (EIN)−127 dBu
- Gewicht550 g
Auf einen Blick
Vorteile
- Sehr hochwertige Haptik und Verarbeitung
- Ein-/Ausschalter
- Vintage-Preamp-Modus
- Nur leises Grundrauschen
Nachteile
- Keine Mix-Funktion zwischen Eingang und Computer
- Keine Loopback-Funktion
- Kopfhörerpegel mit leisen Mikrofonen nur ausreichend
Technische Daten
| Hersteller | Universal Audio |
|---|---|
| Preisklasse | niedrig |
| Ein-/Ausgänge (Kanäle) | 1×2 |
| XLR-Eingänge | 1 |
| Max. Sample-Rate | 192 kHz |
| Auflösung | 24 Bit |
| Max. Gain | 55 dB |
| EIN (Eigenrauschen) | -127 dBu(A) |
| Dynamikumfang | 112 dB(A) |
| Phantomspeisung | ✓ |
| Eingänge | 1 × XLR/Klinke-Combo (Mic/Line/Instrument), MIDI In |
| Ausgänge | 2 × Line (6,3 mm), 1 × Kopfhörer (6,3 mm), MIDI Out |
| Anschluss | USB-C (bus-powered), optional 5-V-Netzteil |
| Gewicht | 550 g |
| Abmessungen | 145 × 130 × 50 mm |
Das Video zum Test
Das Universal Audio Volt 1 (Werbelink) ist das günstigste Interface von UA und bringt für wenig Geld einige Extras mit: einen Vintage-Modus, MIDI-Anschlüsse und eine Haptik, die in dieser Klasse selten ist. Ich habe es im direkten Vergleich mit dem Audient iD4 MKII, dem SSL 2 und dem Zoom UAC-232 (Werbelink) getestet, und zwar mit dem Shure SM7B als Worst-Case-Mikrofon. Hier erfährst du, was das Volt 1 gut macht und welche Funktionen ihm fehlen.
Einordnung und Testaufbau
Das Volt 1 ist ein Einkanal-Interface mit einem Eingang und zwei Ausgängen. Preislich gehört es zur Einsteigerklasse und steht ganz unten im Programm von Universal Audio. Für meinen Vergleich habe ich vier Interfaces ausgewählt, die nach meiner Einschätzung das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Alle liefen unter denselben Bedingungen.

Alle Aufnahmen liefen mit 24 Bit und 48 kHz, die Tonspuren sind komplett unbearbeitet. Ich habe nur die Lautstärke angepasst und am Ende einen Limiter darübergelegt, damit sehr laute Signale nicht übersteuern. Als Mikrofon diente das Shure SM7B, ein sehr leises dynamisches Mikrofon, das die Preamps stark fordert. Als Kopfhörer kam der Beyerdynamic DT 770 Pro (Werbelink) in der 250-Ohm-Variante zum Einsatz. So sehe ich direkt, ob die Preamps stark genug sind und ob ich mich im Kopfhörer noch laut genug hören kann.
Vorweg: Das ist ein Praxisvergleich und keine Labormessung. Was am Ende an Qualität herauskommt, beschreibe ich so, wie ich es gehört habe. Gerade beim Rauschen und bei der Lautstärke im Kopfhörer fallen die Unterschiede zwischen den Geräten teils subjektiv aus.



Anschlüsse und Stromversorgung
Auf der Rückseite sitzt ein Ein-/Ausschalter. In dieser Preisklasse ist das selten, und ich halte es für ein klares Plus. Daneben sitzt der USB-C-Anschluss, über den das Volt 1 Daten überträgt und auch Strom bekommt. Liefert dieser Port nicht genug Strom oder nutzt du zum Beispiel ein iPad oder iPhone, gibt es zusätzlich eine Hohlstecker-Buchse. Das passende Kabel mit USB-Stecker auf der anderen Seite liegt bei. So kannst du das Interface über ein USB-Netzteil mit Strom und über USB-C mit Daten versorgen. Die Buchse erwartet 5 V Gleichspannung. Ein normales USB-Netzteil reicht dafür aus.

Außerdem findest du hinten MIDI In und MIDI Out als klassische fünfpolige DIN-Buchsen sowie die beiden Monitorausgänge für deine Lautsprecher. Auf der Vorderseite liegt der Combo-Eingang für XLR oder Klinke, an dem du Mikrofone, Line-Signale oder Instrumente anschließen kannst, und der Kopfhörerausgang mit 6,35-mm-Klinke.
Bedienung und Verarbeitung
Auf Bildern und im Video wirkt das Volt 1 weniger hochwertig, als es tatsächlich ist. In der Hand fühlt es sich solide an. Die Knöpfe machen einen wertigen Eindruck, und die Farbgebung finde ich gelungen und eigenständig.

Vorn sitzt der Gain-Regler mit LED-Kette. Daneben findest du den Vintage-Schalter. Er verändert den Frequenzgang leicht und färbt den Ton. Technisch ist er eine analoge Schaltung, die sich am Röhren-Preamp des UA-Pults 610 orientiert. Dazu kommen ein Instrument-Schalter, ein Schalter für die 48-V-Phantomspeisung und eine Direct-Monitoring-Taste.
Die Phantomspeisung ist gut gelöst. Die Taste blinkt, bis die Spannung anliegt, denn das Gerät schaltet die Ausgänge kurz leise, aktiviert den Strom und schaltet die Ausgänge dann wieder ein. So hast du keine lauten Knackgeräusche auf den Kopfhörern, und beim Ausschalten passiert dasselbe. Ganz rechts liegen die Regler für die Monitorlautstärke und die Kopfhörerlautstärke, ergänzt durch eine kleine Pegelanzeige für die Ausgangslautstärke. Auch diese Regler sind sauber verarbeitet.
Praxistest mit dem Shure SM7B
Das SM7B braucht viel Verstärkung, du musst es weit nach oben pegeln. Ich habe den Gain voll aufgedreht und den Kopfhörerausgang ebenfalls. Die Gain-Anzeige wird beim Sprechen orange. Rot, also das Zeichen für Übersteuerung, bekomme ich mit dem SM7B nicht hin. Die Anzeige ist trotzdem gut ablesbar, und die Ausgangs-Pegelanzeige verhält sich ähnlich.

Im Kopfhörer höre ich ein leises Rauschen, das nicht stört. Die Kopfhörerlautstärke mit dem verstärkten Signal des SM7B ist in Ordnung. Sie reicht aus, Reserven nach oben gibt es aber kaum. Ich würde sie als ausreichend bezeichnen.
Im Vergleich der vier Interfaces war das Audient iD4 MKII im Kopfhörer etwas lauter, dafür habe ich dort ein lauteres Hintergrundrauschen gehört als beim Volt 1. Am leisesten gerauscht hat für mich das SSL 2. Bei den Kopfhörerausgängen hat keines der vier Geräte versagt, das SSL 2 und das Zoom UAC-232 waren aber noch etwas besser als das Volt 1 und das iD4 MKII.
Das SM7B ist dabei ein Worst-Case-Mikrofon. Mit dynamischen Mikrofonen, die mehr Ausgangspegel liefern, oder mit Kondensatormikrofonen spielt die Verstärkung der Preamps kaum noch eine Rolle, dann geht es vor allem um das Klangbild.
Was dem Volt 1 fehlt
Ansonsten ist das Volt 1 gut verarbeitet. Zwei Funktionen fehlen aber, die gerade für Streamer und Podcaster wichtig sein können. Erstens gibt es keine Mix-Funktion. Es gibt also keinen Regler, mit dem du einstellst, wie viel du vom Mikrofon und wie viel vom Computer im Kopfhörer hörst. Du kannst Direct Monitoring nur ein- oder ausschalten. Die Balance zwischen eigener Stimme und Computerton regelst du dann am Rechner.

Zweitens gibt es keine Loopback-Funktion. Du kannst den Ton vom Rechner also nicht zusätzlich auf einem eigenen, auch virtuellen Kanal über das Interface aufzeichnen. In dem Moment nimmst du nur den Eingang des Volt 1 auf. Willst du zum Beispiel Spielesound oder einen Gesprächspartner aus dem Rechner mit in den Stream holen, brauchst du dafür eine Software-Lösung oder ein anderes Interface.
Das SSL 2 hat im Vergleich die beste Loopback-Umsetzung mit zwei separaten Kanälen für den Computerton. Das iD4 MKII und das UAC-232 bieten zumindest einen Monitor-Mix bzw. eine gemischte Loopback-Spur. Wenn du nur ein Mikrofon oder ein Instrument aufnimmst und dir das reicht, vermisst du diese Funktionen aber nicht.
Technische Daten eingeordnet
Der Mikrofoneingang bietet 55 dB Gain, ein äquivalentes Eingangsrauschen von −127 dBu (A-bewertet) und einen Dynamikumfang von 112 dB (A-bewertet). Gewandelt wird mit 24 Bit, wahlweise mit 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 oder 192 kHz. Für Sprachaufnahmen brauchst du nicht mehr als 24 Bit und 48 kHz. Das ist für mich der Standard, den jedes Interface heute schaffen sollte. Das iD4 MKII kommt auf 58 dB Gain, das aktuelle SSL 2 MKII (Werbelink) auf 64 dB. Beim reinen Gain liegt das Volt 1 in diesem Feld also eher hinten. Das erklärt, warum ich den Regler mit dem leisen Shure-Mikrofon bis zum Anschlag drehen musste.

Für mich sind Eigenrauschen und Dynamikumfang aber wichtiger als der reine Gain-Wert. Ein hoher Dynamikumfang bedeutet, dass du eine etwas leiser ausgepegelte Spur in der Nachbearbeitung anheben kannst, ohne dass das Rauschen stark mitwächst. Beim Rauschen hat mich das Volt 1 im Praxistest positiv überrascht.
Der Kopfhörerausgang liefert bis zu 84 mW pro Kanal an 32 Ohm, an 300 Ohm sind es noch 22 mW. Das passt zu meinem Eindruck, dass es mit dem hochohmigen DT 770 Pro und dem leisen SM7B ausreichend, aber nicht übermäßig laut wird. Mit niederohmigen Kopfhörern hast du mehr Reserven, weil der Ausgang dort fast viermal so viel Leistung abgibt.
Fazit: Universal Audio Volt 1
GutDas Universal Audio Volt 1 ist ein hochwertig verarbeitetes Einkanal-Interface mit wenig Rauschen, Vintage-Modus und für diese Preisklasse ungewöhnlichen Extras wie Ein-/Ausschalter und MIDI-Anschlüssen. Mit dem SM7B kam ich bei vollem Gain auf eine ausreichende Lautstärke und hörte nur ein leises Rauschen. Wer Loopback oder einen Monitor-Mix zwischen Mikrofon und Computer braucht, sollte aber zu einer Alternative greifen. Wenn du nur ein Mikrofon oder ein Instrument aufnimmst und Wert auf Haptik legst, ist es eine gute Wahl.
Kaufen, wenn …
- du ein Mikrofon oder ein Instrument aufnimmst und keinen Loopback brauchst
- dir eine hochwertige Haptik und ein Ein-/Ausschalter wichtig sind
- du MIDI-Geräte ohne zusätzliches Interface anschließen möchtest
- du den Vintage-Modus als analoge Klangfarbe ausprobieren willst
Lieber eine Alternative, wenn …
- du einen Monitor-Mix-Regler und zwei Kopfhörerausgänge willst Audient iD4 MKII
- du zwei Eingänge und einen sehr guten Loopback für Streams brauchst Solid State Logic SSL 2 MKII
- du nie mehr einpegeln willst und 32-Bit-Float nutzen möchtest Zoom UAC-232
Preise prüfen
Alternativen zum Universal Audio Volt 1
Audient iD4 MKII
Note 8,2 von 10
Ähnlich teuer, mit Monitor-Mix-Regler, zwei Kopfhörerausgängen, ScrollControl und 58 dB Gain. Im Vergleich war es im Kopfhörer etwas lauter, rauschte dabei aber stärker.
Solid State Logic SSL 2 MKII
Note 8,7 von 10
Aktuelle Version des SSL 2 mit zwei Eingängen und 64 dB Gain. Der Vorgänger SSL 2 war im Vergleich am rauschärmsten und hatte den besten Loopback. Die Taster wirkten aber billig.
Zoom UAC-232
Note 7,4 von 10
Zwei Eingänge, 32-Bit-Float und ein sehr kräftiger Kopfhörerausgang. Den Gain stellst du nur per Software ein, und die Software ist schwach.
Røde AI-1
Note 7,8 von 10
Kompaktes Einkanal-Interface aus Metall mit einem sehr starken Kopfhörerverstärker. Es geht nur bis 96 kHz und hat weder MIDI noch Vintage-Modus.
Häufige Fragen zum Universal Audio Volt 1
Reicht das Volt 1 für das Shure SM7B?
In meinem Test ja, aber nur mit voll aufgedrehtem Gain. Die Lautstärke im Kopfhörer war ausreichend, das Rauschen leise.
Hat das Volt 1 eine Loopback-Funktion?
Nein. Den Ton vom Computer kannst du nicht über das Interface auf einem eigenen Kanal mitaufnehmen. Einen Mix-Regler zwischen Mikrofon und Computer gibt es ebenfalls nicht.
Was macht der Vintage-Modus?
Er verändert den Frequenzgang und färbt so den Klang. Technisch ist er eine analoge Schaltung, inspiriert vom Röhren-Preamp des UA-Pults 610.
Funktioniert das Volt 1 am iPad oder iPhone?
Ja. Falls das Gerät nicht genug Strom liefert, versorgst du das Volt 1 über die 5-V-Hohlstecker-Buchse und das mitgelieferte USB-Kabel extra mit Strom.
Eignet sich das Volt 1 zum Streamen?
Für ein Mikrofon im Stream ja. Weil Loopback und Monitor-Mix fehlen, musst du Computerton wie Spielesound oder Gesprächspartner aber per Software in den Stream holen. Brauchst du das direkt am Gerät, sind das SSL 2 MKII oder unter Windows der Mackie MainStream mit seiner Matrix-Software die bessere Wahl.
Hat das Volt 1 MIDI?
Ja, MIDI In und MIDI Out als fünfpolige DIN-Buchsen auf der Rückseite.
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