Røde RØDECaster Pro II Test

Preis-Leistungs-Sieger
Røde RØDECaster Pro II im Test – Vorschaubild des Videos
9,0
UrteilHervorragendNote 9,0 von 10

Leistungsstarke Podcast- und Streaming-Zentrale mit hervorragenden Preamps und enormer Flexibilität. Gegenüber dem Vorgänger in fast allen Punkten besser.

  • Eingänge4 × XLR
  • Auflösung24 Bit
  • Sample­ratebis 48 kHz
  • Rauschen (EIN)−132 dBu
  • Gewicht1.950 g

Auf einen Blick

Vorteile

  • Rauscharme Revolution-Preamps mit +76 dB Gain
  • Dual-USB für zwei Rechner gleichzeitig
  • 8 frei programmierbare SMART-Pads, 9 Kanäle
  • Touchscreen und durchdachte Anschlüsse

Nachteile

  • Nur 24 Bit / 48 kHz
  • Teuer
  • Dynamikumfang (113 dB) unter dem von Feldrekordern

Technische Daten

Technische Daten: Røde RØDECaster Pro II
HerstellerRøde
Preisklassehoch
Ein-/Ausgänge (Kanäle)2×16
XLR-Eingänge4
Max. Sample-Rate48 kHz
Auflösung24 Bit
Max. Gain76 dB
EIN (Eigenrauschen)-132 dBu(A)
Dynamikumfang113 dB(A)
Phantomspeisung✓
Eingänge4 × XLR/Klinke-Combo (Neutrik), Bluetooth, 2 × USB
Ausgänge2 × Line (6,35 mm sym.), 4 × Kopfhörer (6,35 mm)
Anschluss2 × USB-C (Audio), USB-C Power, Ethernet, WLAN, Bluetooth
Gewicht1.950 g
Abmessungen305 × 270 × 60 mm

Das Video zum Test

Video von YouTube. Beim Abspielen werden Daten an YouTube übertragen. Datenschutzerklärung

Der RØDECaster Pro II (Werbelink) ist Rekorder, Audio-Interface, Mixer und MIDI-Controller in einem und gilt als eine der bekanntesten Podcast-Zentralen. Ich hatte ihn zwei Wochen lang zum Testen hier, habe mir Hardware, Preamps und Effekte genau angesehen und ihn mit dem Shure SM7B ausprobiert. Hier erfährst du, warum mich vor allem die neuen Preamps überzeugt haben und wo es kleinere Schwächen gibt.

Für wen ist der RØDECaster Pro II gedacht?

Der RØDECaster Pro II ist in erster Linie eine Podcast-Station. Schon die erste Generation war dafür sehr gut geeignet. Die zweite Generation richtet sich zusätzlich stärker an Streamer, YouTuber und alle, die woanders live senden, und eignet sich jetzt auch besser für Musiker, auch wenn er nicht in erster Linie für sie gebaut ist. Er nimmt also auf, arbeitet als Interface am Rechner, mischt live und kann über die SMART-Pads sogar MIDI-Befehle senden.

RØDECaster Pro II in Schwarz von oben
RØDECaster Pro II in Schwarz von oben Bild: RØDE (Herstellerbild)

Zur Transparenz: Ich habe den RØDECaster Pro II von Røde bzw. der deutschen Marketingagentur zum Testen zugeschickt bekommen und musste ihn nach etwa zwei Wochen zurückschicken. Meine Eindrücke beruhen also auf dieser Testphase und nicht auf einem langen Alltagseinsatz. Preislich spielt er in der Oberklasse der Podcast-Mixer.

Oberfläche des Rodecaster Pro II mit Drehregler
Rückseite des Rodecaster Pro II mit Anschlüssen
Rodecaster Pro II von oben mit Display, Fadern und Pads
Rodecaster Pro II: Bedienfeld und Anschlüsse Bild: web-done (Standbild aus dem Testvideo)

Anschlüsse und Hardware

Auf der Rückseite sitzen vier Neutrik-Combo-Buchsen für Mikrofone, Line-Signale und Instrumente. Sie sind von oben und unten lesbar beschriftet, haben aber keine XLR-Verriegelung. Nötig ist sie nicht, weil die Kabel auch so gut halten. Dazu kommen zwei symmetrische Line-Ausgänge und vier Kopfhörerausgänge, alle als 6,35-mm-Klinke. Die Kopfhörerverstärker liefern 250 mW an 32 Ohm. Meinen Beyerdynamic DT 770 Pro (Werbelink) mit 250 Ohm trieben sie ohne Probleme an.

Rückseite mit vier XLR-Combo-Eingängen
Rückseite mit vier XLR-Combo-Eingängen Bild: RØDE (Herstellerbild)

Besonders praktisch sind die zwei USB-C-Interfaces: Du kannst zwei Rechner gleichzeitig anschließen und auf beiden aufnehmen. Daneben gibt es einen microSD-Slot, einen Ethernet-Port, WLAN, Breitband-Bluetooth für Smartphones und drahtloses Monitoring sowie einen Kensington-Lock. Der dritte USB-C-Port ist nur für die Stromversorgung da und verlangt USB Power Delivery mit 15 V und 2 A, also 30 W. Du brauchst also ein etwas stärkeres Netzteil oder eine leistungsfähige Powerbank. Im Lieferumfang sind ein passendes Netzteil und ein massives USB-C-Kabel, das hochwertig verarbeitet ist.

Unten findest du ein 3/8-Zoll-Gewinde und eine VESA-Halterung mit vier Gewinden, an den Seiten Griffmulden zum Tragen. Vorn gibt es keine Anschlüsse mehr. Die erste Generation hatte dort noch einen Kopfhörerausgang. Mit 1,96 kg ist er etwa so schwer wie der Vorgänger. Auf dem Tisch spielt das keine Rolle, unterwegs kann es aber relevant sein.

Bedienung: Touchscreen, Fader und SMART-Pads

Der Ein-/Ausschalter fühlt sich etwas schwammig an. Vermutlich soll das verhindern, dass du ihn aus Versehen betätigst. Hältst du ihn kurz gedrückt, fährt das Gerät in ein paar Sekunden hoch, begleitet von einer bunten Lichtanimation.

Drehregler und Pads des RØDECaster Pro II
Drehregler und Pads des RØDECaster Pro II Bild: RØDE (Herstellerbild)

Herzstück ist das 5,5 Zoll große Touchdisplay mit haptischem Feedback. Ein Dreh-Drück-Rad übernimmt zahlreiche Funktionen, im neutralen Modus zum Beispiel die Lautstärke des Monitorings. Oben sitzen Regler für die Kopfhörerausgänge, daneben acht SMART-Pads für Soundeffekte, Jingles oder MIDI-Befehle, die du über Bänke mehrfach belegen kannst. Der große Record-Button ist gut sichtbar platziert.

Wichtig zu wissen: Die sechs Fader regeln nicht den Gain, sondern den Mix. Sie bestimmen, wie laut jede Quelle in der Stereospur landet. Du kannst aber auch alle Einzelspuren aufnehmen und später abmischen. Insgesamt neun Kanäle sind frei belegbar, zum Beispiel vier XLR-Eingänge, Bluetooth für einen Gast am Smartphone, USB 1 und USB 2 für zwei Rechner etwa bei Videocalls und die Soundeffekte. Bei ausgeschaltetem Gerät summt das Gehäuse leise, aber spürbar, wenn die Hand darauf liegt. Auf der Tonspur hört man davon nichts.

Preamps und Klang

Die neuen Revolution-Preamps sind für mich die größte Stärke des Geräts. Sie liefern bis zu 76 dB Gain bei einem äquivalenten Eingangsrauschen von −131,5 dBV (A-bewertet) und rauschen damit sehr wenig. Beim Gain und beim Rauschverhalten sind sie vergleichbar mit meinem Zoom F6 (Werbelink) und den MixPre-II-Geräten, die ich am Schreibtisch nutze. Gegenüber der ersten Generation haben sie sich deutlich verbessert.

Zwei Sprecherinnen bei einer Podcast-Aufnahme mit dem RØDECaster Pro II
Zwei Sprecherinnen bei einer Podcast-Aufnahme mit dem RØDECaster Pro II Bild: RØDE (Herstellerbild)

Der Dynamikumfang liegt bei 113 dB. Das ist ordentlich, aber kein Spitzenwert. Der Zoom F6 kommt auf 131 dB, die MixPre-II-Geräte auf 142 dB. Aufgenommen wird mit 24 Bit und 48 kHz, 32-Bit-Float gibt es nicht. Du musst die Eingänge also weiterhin manuell einpegeln.

Das Shure SM7B habe ich direkt an Eingang 1 angeschlossen. Wählst du im Menü das passende Mikrofon-Preset, nimmt das Gerät automatisch Einstellungen vor und stellt beim SM7B 55 dB Gain ein. Ich habe auf 60 dB erhöht, das ist nach meiner Erfahrung ein besserer Wert für dieses Mikrofon. Einen Booster wie FetHead (Werbelink) oder Cloudlifter habe ich dabei nicht verwendet, das Mikrofon hing direkt am Eingang. Die Audioqualität des SM7B am RØDECaster finde ich gut.

Aufnahme, Effekte und Monitoring

Aufgenommen wird in Stereo oder Mehrspur auf microSDHC/SDXC-Karten oder auf USB-Speicher. Ich habe einen USB-A-Stick über einen Adapter am USB-C-Port angeschlossen. Nach ein paar Sekunden taucht er im Display auf, der Record-Button wechselt von Blau auf Grün, und ein Druck startet sofort die Aufnahme. Nach dem Stopp ist die Datei nach relativ kurzer Zeit gespeichert. Ein interner Speicher von 4 GB ist nur für die Sounds der SMART-Pads gedacht.

RØDECaster Pro II mit anschließbaren Geräten
RØDECaster Pro II mit anschließbaren Geräten Bild: RØDE (Herstellerbild)

Pro Kanal lässt sich die Sprachverarbeitung zuschalten. Das sind Røde-Presets mit APHEX-Prozessoren, die du in der Tiefe anpassen kannst. Dazu kommen Echo und Hall. Über die SMART-Pads kannst du Jingles abspielen, deine Stimme live verfremden oder Wörter mit einem Piepton überblenden. Das kann unterhaltsam sein, auf Dauer aber auch stören. Beim Piepton ist unpraktisch, dass immer nur eine Person ihn auslösen kann.

Ein Punkt noch: Beim Live-Monitoring höre ich meine Stimme mit einer minimalen Verzögerung, gefühlt ein oder zwei Millisekunden. Andere Interfaces mit Direct Monitoring oder Rekorder wie der Zoom F6 können das besser. Weil ich andere Interfaces gewohnt bin, höre ich da ein minimales Echo heraus. Wer weniger auf solche Details achtet, wird das vermutlich kaum bemerken, und man gewöhnt sich relativ schnell daran.

Pro II oder erste Generation?

Die erste Generation des RØDECaster Pro ist der Version II in vielen Punkten sehr ähnlich, technisch aber etwas schwächer. Besonders die Preamps sind schwächer: weniger Gain, mehr Eigenrauschen und weniger Dynamikumfang. Je nach Mikrofon, etwa beim SM7B, kann dort ein Booster wie FetHead oder Cloudlifter nötig sein. Außerdem sind die Anschlüsse weniger durchdacht, vor allem bei Strom und USB-C.

Bedienung des RØDECaster Pro II per Touchscreen
Touchscreen des RØDECaster Pro II Bild: web-done / eigenes Video

Meine Empfehlung: Wenn dir der Aufpreis nichts ausmacht, greif in den meisten Fällen zum RØDECaster Pro II. Als Zubehör gibt es das RØDECover 2, eine transparente Staubschutzhülle, die vor allem verhindert, dass Staub in die Faderschächte fällt.

Suchst du eine deutlich kompaktere und günstigere Lösung und brauchst nur Ton, ist der Zoom PodTrak P4 (Werbelink) eine Überlegung wert. In den RØDECaster-Geräten kannst du aber deutlich mehr einstellen. Wer ein noch größeres Pult mit großem Display und Automix will, findet im Mackie DLZ Creator einen direkten Konkurrenten. Der RØDECaster ist im Vergleich deutlich kompakter.

Bewertung im Detail

Verarbeitung9,0/10

Massive Bauweise, Neutrik-Buchsen, hochwertige Fader und durchdachte Anschlüsse auf der Rückseite. Der Ein-/Ausschalter fühlt sich etwas schwammig an.

Bedienung8,5/10

Großer Touchscreen mit haptischem Feedback, frei belegbare Kanäle und SMART-Pads sowie Mikrofon-Presets. Für den großen Funktionsumfang brauchst du aber etwas Einarbeitungszeit.

Klang9,0/10

Rauscharme Revolution-Preamps mit 76 dB Gain treiben ein SM7B direkt. Die Aufnahme ist auf 24 Bit und 48 kHz begrenzt, der Dynamikumfang liegt bei 113 dB.

Ausstattung9,5/10

Dual-USB für zwei Rechner, Bluetooth, WLAN, Ethernet, vier Kopfhörerausgänge mit 250 mW, neun Kanäle, Effekte und MIDI-Pads. Es gibt kein 32-Bit-Float.

Preis-Leistung9,0/10

Er ist teuer, bietet dafür aber Preamps auf Feldrekorder-Niveau und eine hohe Flexibilität. Gegenüber dem Vorgänger ist er in fast allen Punkten besser.

Akkuk. A.

Kein eingebauter Akku. Der Betrieb läuft über das Netzteil oder eine Powerbank mit USB-C PD (15 V, 2 A).

Gesamtnote9,0/10

Fazit: Røde RØDECaster Pro II

Hervorragend
9,0

Der RØDECaster Pro II ist eine leistungsstarke Podcast- und Streaming-Zentrale. Er bietet sehr rauscharme Revolution-Preamps, die ein SM7B ohne Booster treiben, starke Kopfhörerverstärker, Dual-USB für zwei Rechner und viel Flexibilität bei Kanälen, Effekten und SMART-Pads. Gegenüber dem Vorgänger ist er in fast allen Punkten besser. Abstriche gibt es bei der Beschränkung auf 24 Bit und 48 kHz, dem moderaten Dynamikumfang und einer minimalen Latenz beim Live-Monitoring. Wenn du regelmäßig mit mehreren Personen podcastest oder streamst und ein Gerät für alles willst, ist er eine sehr gute Wahl.

Kaufen, wenn …

  • du mit bis zu vier Personen vor Ort plus Gästen per Telefon oder Rechner podcastest
  • du streamst und zwei Rechner gleichzeitig anbinden willst
  • du rauscharme Preamps für dynamische Mikrofone wie das SM7B ohne Booster brauchst
  • du Jingles, Effekte und MIDI-Befehle direkt am Gerät auslösen möchtest

Lieber eine Alternative, wenn …

Preise prüfen

Alternativen zum Røde RØDECaster Pro II

Mackie DLZ Creator

8,5Sehr gut
Note 8,5 von 10

Großer Digitalmixer mit 10,1-Zoll-Display, Automix für vier Mikrofone, Mix-Minus und Preamps mit 80 dB Gain. Er ist größer, schwerer und ähnlich teuer.

Zoom PodTrak P4

7,4Gut
Note 7,4 von 10

Kompakter Podcast-Rekorder mit vier XLR-Eingängen, vier Kopfhörerausgängen und Mix-Minus zu einem Bruchteil des Preises. Er nimmt aber nur 16 Bit und 44,1 kHz auf und bietet weit weniger Einstellungen.

Sound Devices MixPre-3 II

8,8Sehr gut
Note 8,8 von 10

Rekorder und Interface mit Referenz-Preamps, 142 dB Dynamik und 32-Bit-Float. Er ist mobil einsetzbar, hat aber nur drei XLR-Eingänge und keine Podcast-Funktionen wie Pads oder Bluetooth-Gäste.

Mackie MainStream

7,7Gut
Note 7,7 von 10

Deutlich kleinere Streaming-Lösung mit Capture- und Hotkey-Funktionen, wenn du vor allem allein streamst und kein Vier-Personen-Pult brauchst.

Im Vergleich mit 39 anderen Audio-Interfaces

Häufige Fragen zum Røde RØDECaster Pro II

Braucht das Shure SM7B am RØDECaster Pro II einen Booster?

In meinem Test nicht. Die Revolution-Preamps liefern bis zu 76 dB Gain. Ich habe das SM7B ohne Booster direkt mit 60 dB betrieben, das Preset stellt 55 dB ein.

Nimmt der RØDECaster Pro II in 32-Bit-Float auf?

Nein. Rekorder und Interface arbeiten mit 24 Bit und 48 kHz, du musst also manuell einpegeln.

Kann ich zwei Computer gleichzeitig anschließen?

Ja. Über die beiden USB-C-Interfaces kannst du zwei Rechner gleichzeitig verbinden und auf beiden aufnehmen, etwa einen fürs Streaming und einen für Calls.

Wohin nimmt der RØDECaster Pro II auf?

Auf microSDHC- oder microSDXC-Karten oder auf einen USB-Speicher, wahlweise in Stereo oder Mehrspur. Der interne 4-GB-Speicher ist nur für die SMART-Pad-Sounds gedacht.

Welche Stromversorgung braucht er?

Den dedizierten USB-C-Power-Port mit Power Delivery (15 V, 2 A). Ein passendes Netzteil liegt bei, alternativ geht eine entsprechend starke Powerbank.

Lohnt sich der Aufpreis gegenüber der ersten Generation?

Meiner Meinung nach in den meisten Fällen ja. Die Preamps der ersten Generation haben weniger Gain, mehr Rauschen und weniger Dynamik, und die Anschlüsse sind weniger durchdacht.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.