Canon EOS 70D Autofokus-Einstellungen – 4 Objektive im Video-Test

Wie gut ist der Canon EOS 70D Autofokus beim Filmen, und welche Einstellungen und Objektive holen das Beste aus ihm heraus? Nach meinem ersten Test zum kontinuierlichen Autofokus der 70D habe ich die Kamera mit vier sehr unterschiedlichen Objektiven im Videomodus laufen lassen: vom teuren L-Zoom bis zum günstigen Kit-Objektiv. Unglaublich, wie viel Zeit so ein kleines Zwei-Minuten-Video in Anspruch nehmen kann – aber das Ergebnis fand ich wieder richtig spannend. Hier bekommst du meine Erfahrungen, die technischen Daten der Objektive und konkrete Tipps, worauf du bei den Autofokus-Einstellungen achten solltest.

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Getestet habe ich die 70D im Videomodus mit Offenblende an EF 24-70 mm f/4L IS USM, EF-S 18-55 mm IS STM, EF 35 mm f/2 IS USM und EF 40 mm f/2.8 STM.
  • Testsieger fürs Filmen: das EF-S 18-55 mm IS STM – schnell, aber nicht zu schnell, sehr genau, kein Pumpen und quasi lautlos.
  • Das 24-70 mm L ruckelt und pumpt auf den letzten Millimetern hörbar, das 35 mm IS ruckelt sogar sichtbar.
  • Das 40-mm-Pancake fokussiert gleichmäßig, ist aber hörbarer als das 18-55 mm STM.
  • Für ordentlichen Ton gehört an die 70D ein externes Mikrofon am 3,5-mm-Eingang.
Canon EOS 70D Autofokus Test mit vier Objektiven

Was der Autofokus der 70D technisch kann

Bevor es an die Objektive geht, kurz zur Kamera selbst. Laut Datenblatt arbeitet der Sucher-Autofokus der 70D mit 19 Kreuzsensoren und einem Arbeitsbereich von 0 bis 18 EV. Für Fotos ist das der klassische Phasen-AF über den Spiegel. Beim Filmen ist der Spiegel aber hochgeklappt, und dann übernimmt der Dual Pixel CMOS AF auf dem Sensor, den Canon mit der 70D eingeführt hat. Genau dieser Livebild-Autofokus ist es, der die 70D zum Zeitpunkt meines Tests so interessant für Filmer gemacht hat.

Dazu kommen ein drehbarer 3-Zoll-Touchscreen mit 1,04 Mio. Bildpunkten, eine Gesichtserkennung als AF-Erkennungsfunktion und Video in Full HD bis 29p. Wichtig für den Ton: Die 70D hat einen 3,5-mm-Mikrofoneingang, aber keinen Kopfhörerausgang. Was das für die Praxis heißt, siehst du weiter unten.

Merkmal Canon EOS 70D
Sucher-AF Phasen-AF mit 19 Kreuzsensoren, 0 bis 18 EV
AF-Erkennung Gesichtserkennung
Schärfekontrolle Abblendtaste, Livebild
AF-Mikrojustierung ±20 Schritte, bis zu 40 Objektive
Monitor 3,0 Zoll, 1,04 Mio. Bildpunkte, drehbar, Touchscreen
Video 1.920 × 1.080 bis 29p, 1.280 × 720 bis 59p, max. 29:59 min
Audio Mikrofoneingang 3,5 mm, kein Kopfhörerausgang

Mein Testaufbau

Der Aufbau war ähnlich wie beim ersten Autofokus-Test. Die EOS 70D lief manuell im Videomodus, alle Objektive habe ich mit Offenblende benutzt. Mit einer zweiten Kamera habe ich das Display der 70D abgefilmt, damit du im Video genau erkennst, wann ich wo fokussiert habe.

Um die Geräusche der Objektive deutlich zu machen, habe ich den Audiopegel bewusst nicht manuell eingestellt. In einer leisen Umgebung geben die Objektive dadurch klar erkennbare Geräusche von sich. In der Praxis und in lauterer Umgebung zeichnet die Kamera diese Geräusche nie so laut auf. Wer ohnehin eine erträgliche Audioqualität mit der DSLR haben möchte, sollte ein externes Richtmikrofon benutzen.

Achte im Video nicht nur auf die Geräusche, sondern sieh genau hin: Von Pumpen bis zu deutlichen Rucklern ist alles dabei. Besonders auf den letzten Millimetern beim Fokussieren hinkt das eine oder andere Objektiv etwas hinterher.

💡 Tipp: So testest du deine eigenen Objektive
Mach es wie ich: Kamera aufs Stativ, Offenblende, Videomodus, und dann per Fingertipp auf dem Touchscreen zwischen einem nahen und einem fernen Motiv wechseln. Schau dir die Aufnahme danach einmal mit und einmal ohne Ton an. So erkennst du sofort, ob ein Objektiv nur hörbar arbeitet oder auch sichtbar ruckelt.

Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM: teuer, aber nicht ideal fürs Video

Das Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM* ist das teuerste Objektiv in diesem Vergleich. Beim reinen Fotografieren macht es einen recht guten Job. Im Videomodus gibt es aber unschöne Nebeneffekte. Wie das EF 24-105 mm f/4L IS USM ist es über längere Distanzen eher ruhig und leise. Auf den letzten Millimetern hört man allerdings ein deutliches Ruckeln und Pumpen.

Interessant: Mit einem externen Mikrofon wird diese Schwäche nahezu wettgemacht. Das Ruckeln hört man zwar, sieht es aber kaum. Stellst du im Video den Ton ab, erkennst du nur noch selten Ruckler. Außerdem gibt der USM-Motor ein Nebengeräusch von sich, das ich so noch nicht gehört hatte – ein leichtes Fiepen, Piepen oder Quietschen. In lauterer Umgebung hört man davon nicht mehr viel, ganz verschwunden ist es aber nicht. Mein Fazit: Das 24-70 mm L macht an der 70D erst mit externem Mikro Spaß, und es gibt bessere Objektive für den Autofokus der 70D.

Daten laut Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM
Aufbau 15 Linsen in 12 Gruppen, 9 Blendenlamellen
Naheinstellgrenze 0,38 m (Makro), max. Abbildungsmaßstab 0,7-fach
Stabilisator 4 Blendenstufen
AF-Antrieb Ring-USM, manuelles Nachfokussieren jederzeit möglich
Filter / Gewicht 77 mm / 600 g
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Canon EF-S 18-55 mm IS STM: der heimliche Testsieger

Das Canon EF-S 18-55 mm IS STM* ist einfach nur unglaublich. Natürlich ist es weder besonders lichtstark noch sehr robust gebaut, und die Abbildungsleistung ist okay, aber nicht wirklich gut. Nutzt du es aber als günstiges Video-Objektiv an der 70D, kommst du in den vollen Genuss des Autofokus in Verbindung mit dem STM-Motor. Ein wunderbarer Kontrast zum teuren 24-70 mm: Es ist schnell, aber nicht zu schnell, sehr genau, pumpt nicht und ist quasi vollkommen lautlos.

Das passt zu dem, was Canon selbst über das Objektiv schreibt: Der Schrittmotor (STM) sorgt laut Canon-Support für einen leisen und gleichmäßigen Movie Servo AF, und die EOS 70D wird dabei ausdrücklich als kompatible Kamera genannt. Der Fokusring arbeitet elektronisch, die Drehung wird also abgetastet und an den Motor weitergegeben.

Für die 70D gibt es aus meiner Sicht kein besseres Objektiv, um Videos aufzunehmen. Wer etwas sehr Lichtstarkes sucht, ist damit nicht optimal bedient. Ansonsten kann ich jede Empfehlung für das Preis-Leistungs-Verhältnis aussprechen. Und zur Bildqualität: Wir reden im Videomodus von 1.920 × 1.080 Pixeln, also rund 2 Megapixeln.

Daten laut Canon / digitalkamera.de EF-S 18-55 mm f/3.5-5.6 IS STM
Kleinbild-Äquivalent 29–88 mm
Aufbau 13 Linsen in 11 Gruppen, 7 Blendenlamellen
Naheinstellgrenze 0,25 m, max. 0,36-fach
Stabilisator 4 Blendenstufen
Filter / Gewicht 58 mm / 205 g
UVP (digitalkamera.de) 229 €

⚠️ Gut zu wissen beim STM: Laut Canon arbeitet der Motor nicht, wenn die Kamera aus ist oder sich per Auto-Abschaltung schlafen gelegt hat. Dann kannst du auch nicht manuell fokussieren. Nach längerer Pause wechselt das Objektiv zudem in einen Schlafmodus – einmal den Auslöser halb drücken, dann reagiert es wieder.

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Canon EF 35 mm f/2 IS USM: stark für Fotos, schwach mit Video-AF

Das Canon EF 35 mm f/2 IS USM* hat sowohl am Vollformat als auch an der 70D eine spannende und stark unterschätzte Bildwirkung. 35 mm ist für mich eine sehr brauchbare Brennweite. Blende 2,0 ist sehr gut, noch besser ist der Bildstabilisator, der auch beim Filmen Vorteile bringt.

Mit dem kontinuierlichen Autofokus der 70D scheint es sich aber nicht gut zu verstehen. Es ist mittelmäßig laut und ruckelt beim feinen Fokussieren – und das erkennst du auch ohne Ton. Mit dem Autofokus der 70D würde ich es daher nicht unbedingt nutzen. Anders beim manuellen Fokussieren: Der Fokusring hat einen langen Weg und läuft sehr sanft. Zusammen mit Stabilisator und Lichtstärke könnte das Objektiv auch an einer Canon EOS 6D spannend sein.

Daten laut Canon EF 35 mm f/2 IS USM
Aufbau 10 Linsen in 8 Gruppen, 8 Blendenlamellen
Naheinstellgrenze 0,24 m, max. 0,24-fach
Stabilisator 4 Blendenstufen
AF-Antrieb Ring-USM, manuelles Nachfokussieren jederzeit möglich
Filter / Gewicht 67 mm / 335 g
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Canon EF 40 mm f/2.8 STM Pancake: klein, leicht, aber hörbar

Das Canon EF 40 mm f/2.8 STM* spürst du an der 70D kaum. Es ist so klein und leicht, dass es beim Fotografieren einfach Spaß macht. Obwohl es ebenfalls einen STM-Motor hat, ist es deutlich lauter und hörbarer als das 18-55 mm STM. Außerdem läuft der AF-Motor immer mit, auch beim manuellen Fokussieren, weil es keinen mechanischen Fokus gibt. Willst du in leiser Umgebung filmen, ist wieder ein externes Mikrofon empfehlenswert.

Ansonsten macht das Pancake mit dem Autofokus der 70D einen guten Job: Es ruckelt fast nicht und fokussiert gleichmäßig. Einen Bildstabilisator hat es nicht, dafür ist es verhältnismäßig günstig.

Daten laut Canon EF 40 mm f/2.8 STM
Aufbau 6 Linsen in 4 Gruppen, 7 Blendenlamellen
Naheinstellgrenze 0,3 m, max. 0,18-fach
Stabilisator nein
Filter / Maße / Gewicht 52 mm / 68,2 × 22,8 mm / 130 g
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Alle vier Objektive im Vergleich

Objektiv Geräusch Ruckeln/Pumpen Stabilisator Mein Video-Urteil
EF 24-70 mm f/4L IS USM leise, leichtes Fiepen hörbar auf den letzten Millimetern, kaum sichtbar ja nur mit externem Mikro
EF-S 18-55 mm IS STM quasi lautlos keins ja klare Empfehlung
EF 35 mm f/2 IS USM mittelmäßig laut auch sichtbar ja lieber manuell fokussieren
EF 40 mm f/2.8 STM hörbar fast keins nein gut, mit externem Mikro

Autofokus-Einstellungen der 70D fürs Filmen: meine Empfehlungen

Aus dem Test lassen sich ein paar praktische Regeln ableiten, mit denen du den Video-Autofokus der 70D besser nutzt:

  • Objektiv passend wählen: Für Videos mit kontinuierlichem Autofokus greifst du zu einem STM-Objektiv. Canon nennt die 70D ausdrücklich als Kamera für den leisen Movie Servo AF mit dem 18-55 mm STM.
  • Fokus per Touch setzen: Im Livebild tippst du auf dem drehbaren Touchscreen auf das Motiv. So habe ich auch im Test zwischen den Schärfeebenen gewechselt.
  • Gesichtserkennung nutzen: Bei Interviews und Vlogs hilft die Gesichtserkennung, die Schärfe auf der Person zu halten.
  • Ton separat aufnehmen: Fokusgeräusche landen auf dem internen Mikrofon. Ein externes Mikrofon am 3,5-mm-Eingang entschärft das Problem bei allen vier Objektiven.
  • Pegel kontrollieren: Ich habe den Pegel im Test bewusst nicht manuell eingestellt, damit man die Geräusche hört. Für echte Aufnahmen solltest du ihn selbst kontrollieren. Da die 70D keinen Kopfhörerausgang hat, kannst du den Ton nur über die Pegelanzeige prüfen.
  • Manuell fokussieren, wenn der AF ruckelt: Je mehr du beim Filmen manuell einstellst, desto kleiner werden die technischen Unterschiede zwischen den Objektiven. Beim 35 mm IS ist der lange, sanfte Fokusring dafür ideal.
  • Front- oder Backfokus beim Fotografieren korrigieren: Für den Sucher-AF bietet die 70D eine AF-Mikrojustierung mit ±20 Schritten für bis zu 40 Objektive.

💡 Tipp: Clips planen
Ein einzelner Videoclip läuft an der 70D laut Datenblatt maximal 29:59 Minuten. Bei langen Interviews oder Vorträgen solltest du rechtzeitig neu starten.

Welches Objektiv für wen?

  • Du filmst viel und willst wenig ausgeben: EF-S 18-55 mm IS STM – für den Preis leistet es an der 70D unglaublich viel.
  • Du willst ein kleines Immerdrauf mit mehr Lichtstärke: EF 40 mm f/2.8 STM, für Videos am besten mit externem Mikro.
  • Du fotografierst überwiegend und filmst gelegentlich: EF 24-70 mm f/4L IS USM, wobei der Video-AF erst mit externem Ton überzeugt.
  • Du fokussierst beim Filmen ohnehin manuell: EF 35 mm f/2 IS USM mit seinem sanften Fokusring und Stabilisator.

Fazit

Klar, die meisten nutzen auch die Canon EOS 70D überwiegend zum Fotografieren. Mit dem richtigen Objektiv schlägst du aber zwei Fliegen mit einer DSLR. Wer eine 70D hat und häufiger filmen will, muss sich einfach das EF-S 18-55 mm IS STM kaufen. Die anderen Objektive sind nur bedingt zum Filmen mit Autofokus geeignet. Je mehr du manuell einstellst, desto geringer werden die Unterschiede.

Welche Objektive verwendest du an der 70D zum Fotografieren oder Filmen? Schreib es mir gern in die Kommentare.

FAQ zu den Canon EOS 70D Autofokus-Einstellungen

Welche Autofokus-Einstellungen sind bei der Canon EOS 70D fürs Filmen sinnvoll?

Setze den Fokus im Livebild per Touchscreen, nutze bei Personen die Gesichtserkennung und kombiniere den kontinuierlichen AF am besten mit einem STM-Objektiv. Den Ton nimmst du über ein externes Mikrofon auf.

Welches Objektiv ist für den Video-Autofokus der 70D am besten?

In meinem Test das EF-S 18-55 mm IS STM: schnell, aber nicht zu schnell, sehr genau, ohne Pumpen und quasi lautlos.

Warum hört man den Autofokus im Video?

Das interne Mikrofon nimmt die Motorgeräusche des Objektivs auf. Ein externes Mikrofon am 3,5-mm-Eingang der 70D reduziert das deutlich.

Hat die 70D einen Kopfhörerausgang?

Nein. Laut Datenblatt gibt es einen Mikrofoneingang, aber keinen Audioausgang.

Kann ich bei STM-Objektiven manuell fokussieren, wenn die Kamera aus ist?

Nein. Laut Canon arbeitet der Fokusmotor nur bei eingeschalteter Kamera. Im Schlafmodus weckst du das Objektiv durch halbes Drücken des Auslösers.

Kann ich Front- oder Backfokus an der 70D korrigieren?

Ja, über die AF-Mikrojustierung mit ±20 Schritten für bis zu 40 Objektive.

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