Zoom H5


Der Zoom H5 ist ein Klassiker unter den Handyrekordern: zwei XLR-Eingänge, ein aufsteckbares XY-Mikrofon und echte analoge Gain-Regler. Ich habe ihn lange selbst genutzt, ausführlich mit NT1, SM57 und einem FetHead getestet und später oft als Vergleichsgerät herangezogen. Hier erfährst du, warum er immer noch zuverlässig seinen Job macht und wo man ihm sein Alter anmerkt.

Ausstattung im Überblick

Der H5 nimmt mit dem aufgesteckten XY-Mikrofon XYH-5 und zwei XLR-Mikrofonen gleichzeitig auf, also zwei Stereo- und zwei Monospuren. Aufgezeichnet wird als WAV mit bis zu 24 Bit und 96 kHz, alternativ als MP3. 96 kHz gibt es allerdings nur im Stereomodus, im Mehrspurbetrieb ist bei 48 kHz Schluss. Mit der Backup-Funktion zeichnet der H5 die Spuren des XY-Mikrofons ein zweites Mal mit 12 dB weniger Pegel auf. So kommst du auf bis zu sechs Spuren, wobei die Backup-Spuren denselben Inhalt haben.

Die beiden Eingänge an der Unterseite sind XLR/Klinke-Combo-Buchsen mit 48 V Phantomspeisung, du kannst dort also auch Kondensatormikrofone oder Instrumente anschließen. An der XY-Kapsel sitzt zusätzlich ein 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power für Lavalier-Mikrofone. Dazu kommen ein Line-Out und ein separater Kopfhörerausgang, beide als 3,5-mm-Klinke. Der Line-Out lässt sich im Pegel einstellen und kann gleichzeitig mit dem Kopfhörer genutzt werden, etwa um den Ton an eine Kamera zu schicken. Im Gerät stehen Lowcut, Kompressor, Limiter und ein Pad für die Combo-Eingänge zur Verfügung.

Gespeichert wird auf SD- und SDHC-Karten bis 32 GB, ich nutze eine 32-GB-Karte. Am Rechner arbeitet der H5 als USB-Audio-Interface. Zum Zeitpunkt meines Tests war Firmware 2.10 vom Juni 2020 die aktuelle Version.

Hardware und Verarbeitung

Der H5 liegt hervorragend in der Hand und ist sehr kompakt. Die XY-Kapsel löst du mit zwei seitlichen Knöpfen, beim Aufsetzen rastet sie spürbar ein. Die Mikrofone sind schwingend gelagert, das schützt aber nicht vor allen Griffgeräuschen. Ich nehme die Kapsel oft ab, wenn ich nur die XLR-Eingänge brauche, dann ist der Rekorder noch kleiner. Der Bügel oben schützt die Kapsel und gefällt mir richtig gut.

Das Highlight sind für mich die analogen Gain-Regler. Für die XY-Kapsel und für jeden der beiden XLR-Eingänge gibt es ein eigenes Poti, das sich sehr hochwertig anfühlt. Damit pegelst du ganz wunderbar nach Gefühl ein. Daneben liegen Tasten zum Aktivieren der Spuren, Transporttasten und die Aufnahmetaste. Hinten findest du Lautsprecher, Gewinde und viele Gummifüße, sodass der Rekorder immer sicher auf dem Gummi liegt. Außerdem gibt es eine Öse für eine Handschlaufe und einen Anschluss für eine Kabelfernbedienung.

Es gibt aber auch Kritik. Der Batteriedeckel ist ziemlich wackelig und immer kurz davor, von allein abzufallen. Die Abdeckung des SD-Slots ist ebenfalls schwach und bei mir schon halb abgenutzt, hält aber länger, als ich dachte. Die Aufnahme-LED ist mir zu klein, aus der Entfernung siehst du kaum, ob er aufnimmt. Beim Zoom F6 gibt es dafür eine große rote Leuchte. Den USB-Anschluss halte ich für den älteren Mini-USB-Typ. Ein Case liegt bei, und damit passt der H5 sehr transportabel in jeden Rucksack.

Bedienung und Menü

Das monochrome Display zeigt Restaufnahmezeit, Akkustand, aktive Spuren, die Pegelskala von −48 bis 0 dB sowie Format und Phantomspeisung auf einen Blick. Ins Menü kommst du über die Menütaste an der Seite, gesteuert wird mit einem Rad zum Drehen und Drücken. Hältst du die Taste eines Eingangs länger gedrückt, springst du direkt in dessen Einstellungen, etwa zur Phantomspeisung.

Im Input-Menü stellst du pro Kanal den Lowcut in mehreren Stufen ab 80 Hz ein, außerdem Kompressor- und Limiter-Presets, Phantomspeisung, Plug-in-Power und das Pad. Daneben gibt es einen Monitor-Mix für den Kopfhörer und den Line-Out-Pegel. Im Aufnahme-Menü findest du Format, Auto-Aufnahme mit Start- und Stopp-Schwelle, Vorab-Aufnahme, die Backup-Spur, Dateinamen, einen Zähler für die Restzeit und Marker. Unter Tools gibt es ein Stimmgerät und ein Metronom. Außerdem lassen sich Display-Beleuchtung und Kontrast, Batterietyp sowie Test und Formatierung der SD-Karte einstellen.

Der größte Nachteil ist die Geschwindigkeit. Drückst du nach einer Aufnahme auf Stopp, braucht der H5 sehr lange, um die Datei zu speichern, bevor du weitermachen kannst. Das nervt, vor allem im Vergleich zu den neuen Essential-Modellen, die quasi sofort wieder aufnahmebereit sind. Die Zuverlässigkeit ist dafür top. Ich habe noch nie eine Datei verloren, und selbst bei fast leerem Akku stoppt er die Aufnahme automatisch und speichert sie sauber ab.

Als USB-Audio-Interface

Im USB-Menü wählst du, ob der H5 als Kartenleser oder als Audio-Interface erkannt wird. Als Interface gibt es zwei Modi: Stereo, bei dem alle Kanäle als Mix am Rechner ankommen, und Multitrack, bei dem jeder Eingang einzeln erscheint. Im Multitrack-Modus sind 48 kHz und 24 Bit möglich, im Stereomodus nur 16 Bit. Deshalb empfehle ich dir den Multitrack-Modus. Am Mac funktioniert der H5 ohne Treiber, unter Windows brauchst du einen. Die Stromversorgung kannst du dabei auf USB oder Batterie stellen.

Praktisch ist, dass du deine Stimme direkt über den Kopfhörerausgang mithören kannst, etwa bei einer Probeaufnahme am Computer. Zusätzlich gibt es eine Loopback-Funktion. Für einen Rekorder dieser Generation ist das ein ziemlich vielseitiges Paket.

Klang im Test: XY-Mikrofon, NT1 und SM57

Das XY-Mikrofon liefert ein schönes Stereobild. Drehst du den Rekorder, hörst du räumlich, wo du dich befindest. Sprichst du von nah hinein, gibt es starke Popp- und Windgeräusche. Mit dem mitgelieferten Schaumstoff-Windschutz sind sie deutlich reduziert, und das Ergebnis finde ich persönlich ziemlich gut. Draußen bei Wind brauchst du einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1. Unpraktisch: Wenn du dich selbst von vorn aufnimmst, kannst du den Pegel auf dem Display kaum ablesen.

Das Rode NT1 als Großmembran-Kondensator kam bei etwa 5 von 10 auf −12 dB, das Signal war super sauber. Beim dynamischen Shure SM57 mit seinem niedrigen Ausgangspegel musste ich auf etwa 8,5 aufdrehen. Dann gibt es ein leichtes Grundrauschen, das für die meisten Anwendungen aber noch vollkommen ausreicht. Sprichst du näher heran, reicht ein Gain von 6,5, und das Rauschen sinkt. Mit dem Triton Audio FetHead, der rund 27 dB Vorverstärkung bringt, konnte ich den Gain auf etwa 4,9 zurücknehmen und das Rauschen des H5 dadurch reduzieren.

Für sehr leise dynamische Mikrofone wie das Shure SM7B ist der H5 schwach, so würde ich ihn nicht empfehlen. Ein Inline-Preamp ist dann Pflicht. Das bestätigte sich auch später: Im Vergleich mit dem PodTrak P4 rauschte der H5 am SM7B hörbar mehr, und auch die neuen Essential-Rekorder liegen beim Rauschen auf demselben Niveau wie er. Den eingebauten Limiter nutze ich nicht. Er funktioniert, aber nicht besonders gut. Ich pegele lieber etwas leiser ein.

Akku und Stromversorgung

Der H5 läuft mit zwei AA-Zellen. Mit Eneloops und einem Kondensatormikrofon an 48 V Phantomspeisung kam ich in meinem eigenen Test auf 4 Stunden und 40 Minuten. Zoom nennt etwa 10 Stunden mit Alkali-Batterien im Stereomodus mit XY-Mikrofon bei 44,1 kHz und 16 Bit und etwa 5 Stunden im Mehrspurbetrieb mit 48 kHz und 24 Bit.

Die Akkulaufzeit ist also nicht ganz so gut. Ich habe den H5 deshalb lange Zeit einfach per USB-Kabel an einer Powerbank betrieben, das funktioniert problemlos. Optional gibt es das Netzteil AD-17. Im Menü stellst du den Batterietyp ein, bei mir NiMH.

Für wen lohnt sich der H5 noch?

Der H5 ist schon einige Jahre auf dem Markt, aber durch seine analogen Gain-Regler kann man ihn auch heute noch wirklich einwandfrei benutzen. Die Software wirkt etwas veraltet, und heute würde man eher ein Farbdisplay einbauen. Die Audioqualität finde ich aber absolut okay und auch nach heutigen Maßstäben brauchbar. Für Stimme und Instrumente mit überschaubarer Nachbearbeitung ist er ein zuverlässiges Gerät.

Als Einsteiger empfehle ich dir, unter −12 dB einzupegeln. Ist das Signal am Computer zu leise, machst du es lauter. Übersteuerung bekommst du dagegen nie wieder heraus, und als Sicherheitsnetz gibt es die Backup-Spur. Rechne damit, dass du ein paar Sessions brauchst, bis du dich an das Gerät gewöhnt hast.

Heute musst du ihn allerdings mit den 32-Bit-Float-Rekordern vergleichen. Der H4essential und der H6essential klingen nicht besser, nehmen dir aber das Einpegeln ab und sind deutlich schneller. Wer sicher pegeln kann und echte Gain-Regler schätzt, ist mit dem H5 weiterhin gut bedient.

Verarbeitung

Handlich, gummiert, mit Schutzbügel und sehr hochwertigen Gain-Potis. Batteriedeckel und SD-Abdeckung sind wackelig, die Aufnahme-LED ist zu klein.

Bedienung

Analoge Gain-Regler, Direktzugriff auf die Kanaleinstellungen und ein übersichtliches Display. Das Speichern nach dem Stopp dauert aber sehr lange, und der Pegel ist von vorn kaum ablesbar.

Klang

Saubere Aufnahmen mit Kondensatormikrofonen und gutes XY-Stereobild, Preamps mit −120 dBu EIN. Bei leisen dynamischen Mikrofonen rauscht er hörbar.

Ausstattung

Wechselkapseln, zwei XLR/Klinke-Combos, Backup-Spur, Kompressor, Limiter, Interface-Modus, Case und Windschutz. Es gibt kein 32-Bit-Float und nur SDHC bis 32 GB.

Akku

Mit zwei AA-Akkus und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 4:40 Stunden gemessen. Für längere Sessions ist eine Powerbank sinnvoll.

Preis-Leistung

Zuverlässig und mit echten Gain-Reglern, aber die günstigen 32-Bit-Float-Nachfolger bieten heute mehr Komfort fürs Geld.

Der Zoom H5 ist ein robuster, zuverlässiger Handyrekorder mit Wechselkapseln, zwei XLR/Klinke-Combos und sehr angenehmen analogen Gain-Reglern. Ich habe mit ihm noch nie eine Aufnahme verloren, und die Audioqualität ist auch heute noch absolut brauchbar. Sein Alter merkt man ihm aber an: Das Speichern nach dem Stopp dauert lange, die Akkulaufzeit ist mäßig, und es gibt kein 32-Bit-Float. Leise dynamische Mikrofone brauchen einen Inline-Preamp. Wenn du sicher einpegeln kannst und echte Regler magst, ist er weiterhin eine solide Wahl. Wenn du ohne Pegel-Stress arbeiten willst, greif eher zu einem Essential-Modell.

du echte analoge Gain-Regler einem 32-Bit-Float-Workflow vorziehst

du einen robusten Rekorder mit Wechselkapseln und XY-Mikrofon suchst

du eine Backup-Spur mit −12 dB als Sicherheitsnetz schätzt

du sicher einpegeln kannst und keine schnelle Start-Stopp-Folge brauchst

du nie wieder einpegeln willst und einen schnelleren Workflow suchst

du vier XLR-Eingänge und 32-Bit-Float brauchst

du klar bessere Preamps für zwei XLR-Mikrofone willst

XY-Mikrofon, zwei XLR/Klinke-Combos und 32-Bit-Float ohne Einpegeln, dazu ein Farbdisplay und quasi sofortiges Starten und Stoppen. Klanglich liegt er auf demselben Niveau, es gibt aber keine Gain-Regler.

Vier XLR/Klinke-Combos, 32-Bit-Float und ein neues Kapselsystem. Achtung: Die H5-Kapseln passen dort nicht mehr.

Zwei XLR-Eingänge mit deutlich besseren Preamps und 32-Bit-Float bis 192 kHz. Er ist winzig, hat aber kein eingebautes Mikrofon.

Wenn du vor allem Podcasts mit dynamischen Mikrofonen aufnimmst: vier XLR-Eingänge mit mehr Gain und weniger Rauschen am SM7B als der H5, dafür nur 16 Bit und 44,1 kHz.

Hat der Zoom H5 32-Bit-Float?

Nein. Er nimmt mit bis zu 24 Bit und 96 kHz auf, im Mehrspurbetrieb mit maximal 48 kHz. Du pegelst klassisch mit den analogen Gain-Reglern ein, als Sicherheitsnetz gibt es die Backup-Spur mit −12 dB.

Reicht der H5 für ein Shure SM7B?

Nicht wirklich. Für sehr leise dynamische Mikrofone ist der H5 schwach, und es rauscht hörbar. Mit einem Inline-Preamp wie dem Triton Audio FetHead (rund 27 dB) kannst du den Gain zurücknehmen und das Rauschen reduzieren.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei Eneloops und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 4 Stunden 40 Minuten gemessen. Per USB an einer Powerbank läuft er deutlich länger.

Welche Speicherkarten nimmt der H5?

SD- und SDHC-Karten bis 32 GB. Größere SDXC-Karten unterstützt er nicht.

Kann ich den H5 als Audio-Interface nutzen?

Ja. Im Multitrack-Modus erscheinen alle Eingänge einzeln mit 48 kHz und 24 Bit am Rechner, im Stereomodus nur als 16-Bit-Mix. Am Mac läuft er ohne Treiber, unter Windows brauchst du einen.

Passen die H5-Kapseln auf die neuen Essential-Rekorder?

Nein. Der H6essential nutzt ein neues Kapselsystem, alte Kapseln von H5 und H6 sind dort nicht mehr nutzbar.

Zoom H6essential


Vier XLR-Eingänge, ein wechselbares XY-Mikrofon und 32-Bit-Float, sodass du nie wieder einpegeln musst: Mit dem H6essential hat Zoom seinen Klassiker H6 in die Essential-Serie überführt. Ich habe ihn ausführlich ausprobiert, die Akkulaufzeit selbst gemessen und ihn mit SM7B, SM58 und NT1 getestet. Hier erfährst du, wo er glänzt, wo er spart und für wen sich der Umstieg wirklich lohnt.

Technik im Überblick

Der H6essential ist ein reiner 32-Bit-Float-Rekorder. Pro Eingang arbeiten zwei AD-Wandler, eine Gain-Einstellung gibt es nicht mehr, und deshalb findest du oben auch keine Gain-Potis. Aufgenommen wird mit 44,1, 48 oder 96 kHz, immer in 32-Bit-Float, wahlweise auch als MP3. Dazu gibt es BWF- und iXML-Metadaten.

Die Eckdaten: vier XLR/Klinke-Combo-Buchsen mit Verriegelung, 48 V Phantomspeisung pro Kanal schaltbar (zusammen maximal 32 mA), ein äquivalentes Eingangsrauschen von −120 dBu oder weniger und ein mitgeliefertes XY-Mikrofon, das bis 135 dB SPL verarbeitet. Das Rauschverhalten liegt damit ungefähr auf dem Niveau des alten H6, des H4n Pro, des H5 und vieler anderer XLR-Geräte der H-Serie. Dazu kommen ein 2-Zoll-Farbdisplay mit 360 × 240 Pixeln, ein eingebauter Lautsprecher, ein Kopfhörerausgang und ein Line-Out, beide als 3,5-mm-Klinke, sowie ein microSD-Slot für Karten bis 1 TB.

Neu in der Essential-Serie ist die Sprachführung: Menüpunkte werden über Lautsprecher oder Kopfhörer angesagt. Das richtet sich an Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen. Bei mir funktionierte die deutsche Sprachausgabe ziemlich gut, zuverlässig und deutlich. Einen 3,5-mm-Mikrofoneingang gibt es nicht mehr. Externe Quellen laufen ausschließlich über die vier Combo-Buchsen.

Gehäuse und Kapselsystem

Mit 381 g inklusive Batterien ist der H6essential deutlich schwerer als der H4essential, und allein durch das Gewicht wirkt er in der Hand schon wertiger. Das Kunststoffgehäuse ist rau. Es fühlt sich relativ wertig an, ist aber auch recht laut, wenn du es während der Aufnahme berührst. Hinten gibt es vier Gummifüße und ein 1/4-Zoll-Metallgewinde. Die Klappe des Batteriefachs ist für Zoom-Verhältnisse ganz okay. Weil das Fach größer ist, gibt sie an den Seiten aber etwas nach und macht kleine Geräusche, das ist so mittelgut. Der microSD-Slot rechts sitzt in alter Zoom-Tradition hinter einem Gumminoppen, und das ist dem Gerät nicht wirklich würdig.

Das XY-Mikrofon oben ist aus Metall, ziemlich groß und lässt sich nach vorn abklicken. Wichtig zu wissen: Das Kapselsystem ist neu. Alte Kapseln von H5 und H6 passen nicht mehr auf den H6essential. Wenn du das Stereomikrofon nicht brauchst, setzt du einfach eine Abdeckkappe auf und nutzt das Gerät als reinen Vier-Kanal-XLR-Rekorder. Zum Zeitpunkt meines Tests gab es noch kaum neue Kapseln. Inzwischen bietet Zoom unter anderem die EXH-6e-Kapsel mit zwei weiteren XLR/Klinke-Eingängen und das Stereo-Shotgun SSH-6e an. Eine Tasche oder ein Koffer liegt nicht bei.

Bedienung und Menü

Der Rekorder startet schnell, und du kannst quasi sofort aufnehmen. Hier hat Zoom gegenüber den älteren Geräten deutlich nachgebessert, auch das Stoppen und erneute Aufnehmen geht flott. Oben gibt es blaue Tasten, mit denen du die Kapsel und die Eingänge 1 bis 4 einzeln aktivierst, dazu eine Mixer-Taste, Transporttasten und die Aufnahmetaste, die rot aufleuchtet. Gesteuert wird über ein Scrollrad mit Klickraster und eine Enter-Taste an der Seite. Ein Hold-Schalter sperrt die Tasten. Ich finde, die Oberfläche hätte man besser nutzen können: ein größeres Display und dafür etwas kleinere Tasten.

Die Hauptansicht zeigt Aufnahmezeit, Restkapazität, Akkustand und für alle sechs Spuren die Wellenformen. Das Menü ist unten dauerhaft eingeblendet, ein separates Hauptmenü gibt es nicht. Pro Eingang stellst du Hochpassfilter, Phantomspeisung (nur 48 V) und die Kopplung von 1/2 bzw. 3/4 als Stereo- oder Mitte-Seite-Paar ein. Am Ausgang lässt sich ein −20-dBFS-Testton ausgeben, und in den Aufnahmeeinstellungen findest du Vorab-Aufnahme (bei mir zwei Sekunden), Pre- oder Post-Fader-Aufnahme und iXML-Metadaten.

Sehr praktisch finde ich den Export: Eine 32-Bit-Datei kannst du direkt im Gerät als 24-Bit-Datei exportieren, wahlweise einzelne Spuren oder Bereiche, und dabei normalisieren lassen. So musst du am Rechner nicht zwingend mit 32-Bit-Dateien arbeiten.

Mixer, Interface und Timecode

Mit der Mixer-Taste stellst du die Pegel aller aktiven Kanäle für die Stereo-Mischspur ein. Das ist für schnelle Podcasts mit vier Mikrofonen richtig sinnvoll: Spricht einer lauter oder leiser, gleichst du das vorab aus und hast danach direkt eine gut abgemischte Stereospur, quick and dirty. Laut Datenblatt sind bis zu acht Spuren gleichzeitig möglich, mit der EXH-6e-Kapsel kommst du auf sechs XLR-Eingänge.

Per USB-C arbeitet der H6essential als Audio-Interface für PC, Mac, iOS und Android, als Stereo-Gerät (2-in/2-out) oder im Multitrack-Modus mit sechs Ein- und zwei Ausgängen, in 24 Bit oder 32-Bit-Float. Bis 96 kHz geht es im reinen Interface-Modus. Wenn du gleichzeitig auf die Karte aufnimmst, sind es 44,1 oder 48 kHz. Das habe ich im Test ausprobiert: Interface und Aufnahme gleichzeitig ergibt ein schönes Backup.

Timecode und Fernsteuerung gibt es über Zubehör. Mit dem optionalen Bluetooth-Adapter BTA-1 steuerst du den Rekorder per App und kannst drahtlosen Timecode empfangen. Der TCA-1-Timecode-Adapter erzeugt Timecode und gibt ihn aus. Den BTA-1 hatte ich nicht installiert und brauche ihn auch nicht.

Klang: XY-Mikrofon und externe Mikrofone

Die XY-Kapsel liefert ein deutliches Stereobild. Drehst du den Rekorder oder bewegst du dich zur Seite, hörst du das sofort. In der Monospur bleibt das Bild dagegen mittig. Weil die Kapseln nicht entkoppelt sind, hört man Griff- und Klopfgeräusche relativ laut. Besonders kritisch ist Wind: Die Kapseln sind extrem windempfindlich, schon jedes P und jedes Pusten schlägt durch. Seitlich besprochen geht es besser, und ein einfacher Schaumstoff-Windschutz hilft schon etwas. Draußen gehört aber ein Fellwindschutz wie der Zoom WSU-1 drauf. Für Stimmen würde ich einen Abstand von etwa 20 cm wählen, ganz nah dran klingt es nicht gut. Den Hochpassfilter kannst du zuschalten, um tiefes Rumpeln zu reduzieren.

Bei externen Mikrofonen zeigt sich die Grenze der Preamps. Das Shure SM7B direkt am H6essential war für mich praktisch nicht nutzbar, über meinen DT 770 Pro (80 Ohm) habe ich selbst bei voller Kopfhörerlautstärke fast nichts gehört. Mit einem Inline-Preamp wie dem Triton Audio FetHead, der etwa 27 dB Verstärkung bringt, funktioniert es dagegen ohne Probleme. Das SM58 läuft direkt, die Wellenformen bleiben aber klein, und die Kopfhörer müssen voll aufgedreht sein. Das Rode NT1 als Großmembran-Kondensator mit Phantomspeisung funktioniert ziemlich gut. Der Kopfhörerausgang liefert 20 mW pro Kanal an 32 Ohm.

Akku und Stromversorgung

Der H6essential läuft mit vier AA-Zellen oder über USB-C. Ich habe die Laufzeit selbst gemessen: interne Mikrofone aktiv, dazu ein externes XLR-Mikrofon mit Phantomspeisung, 48 kHz, NiMH-Akkus mit 2000 mAh. Ergebnis: 6 Stunden und 17 Minuten. Das ist ungefähr das Doppelte des H4essential, der nur zwei AA-Zellen hat. Mit einer Powerbank, einem Netzteil oder am Computer nimmst du über USB-C unbegrenzt auf.

Zoom nennt für zwei Spuren mit der XY-Kapsel ohne Phantomspeisung und ohne Kopfhörer etwa 18 Stunden mit Alkali- und etwa 14,5 Stunden mit NiMH-Zellen. Bei sechs Spuren mit Kopfhörer sind es etwa 3,5 bzw. 4 Stunden, jeweils ohne Phantomspeisung. Im Menü stellst du Batterietyp, Displayabdunklung und Auto-Abschaltung ein.

Für wen ist der H6essential geeignet?

Mir gefällt vor allem 32-Bit-Float. Wenn ich schräg auf das Display schaue, sehe ich den Pegel gar nicht richtig, und genau dann spielt Übersteuern einfach keine Rolle mehr. Wer sich selbst aufnimmt und nicht ständig alles kontrollieren kann, profitiert enorm. Dazu kommen die sinnvolle Mixer-Funktion, die relativ leisen Tasten und die schnelle Startzeit. Preis-Leistungs-mäßig steht der Rekorder mit vier XLR-Eingängen, sechs Spuren und 32-Bit-Float für mich derzeit relativ allein da.

Klanglich hat sich gegenüber H4n Pro, H6 und H5 dagegen wohl nichts verbessert. Für bessere Preamps musst du zur F-Serie greifen, also zum Zoom F3 oder F6, und das wird deutlich teurer. Weitere Minuspunkte für mich: microSD statt großer SD-Karten, kein 3,5-mm-Mikrofoneingang und keine Tasche im Lieferumfang.

Meine Empfehlung: Bist du neu in der Recording-Welt und nutzt keine extrem leisen dynamischen Mikrofone ohne Inline-Preamp, ist der H6essential ein sehr guter Rekorder für dich. Hast du schon einen H5 oder H6, kommst du mit dem Einpegeln klar und hast keine Probleme mit Übersteuern, dann bleib bei deinem Gerät.

Verarbeitung

Schwer und wertig, mit Metall-XY-Kapsel, verriegelbaren Combo-Buchsen und Metallgewinde. Der microSD-Gumminoppen und die leicht nachgebende Batterieklappe sind typische Zoom-Schwächen.

Bedienung

Schneller Start, Echtzeit-Wellenformen, leise Tasten, Sprachführung und sehr praktischer 24-Bit-Export. Das Display dürfte größer sein.

Klang

32-Bit-Float verhindert Übersteuern, aber die Preamps liegen mit −120 dBu EIN nur auf H-Serien-Niveau. Ein SM7B braucht einen Inline-Preamp.

Ausstattung

Vier XLR/Klinke-Combos, wechselbare Kapsel, Mixer, 6-in/2-out-Interface und Timecode per Zubehör. Es fehlen ein 3,5-mm-Mikrofoneingang und eine Tasche.

Akku

Ich habe mit vier AA-Akkus 6:17 Stunden gemessen, inklusive Phantomspeisung. Per USB-C läuft er unbegrenzt.

Preis-Leistung

Vier XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float zu einem vergleichsweise günstigen Preis sind derzeit fast konkurrenzlos. Wer bessere Preamps will, zahlt in der F-Serie deutlich mehr.

Der Zoom H6essential ist eine gelungene Neuauflage des H6. Er bietet 32-Bit-Float ohne Einpegeln, vier verriegelbare Combo-Eingänge, eine praktische Mixer-Funktion, einen schnellen Start und eine Akkulaufzeit, die bei mir über sechs Stunden lag. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist er derzeit fast konkurrenzlos. Die Preamps haben sich gegenüber den Vorgängern allerdings nicht verbessert, und für leise dynamische Mikrofone wie das SM7B brauchst du einen Inline-Preamp. Für Einsteiger und alle, die nie wieder Pegel-Stress haben wollen, ist er eine sehr gute Wahl. Für besseren Klang führt der Weg zur F-Serie.

du vier XLR-Mikrofone aufnehmen und nie wieder einpegeln willst

du einen Rekorder mit eingebautem Stereomikrofon und vier Eingängen in einem Gerät suchst

du Podcasts mit mehreren Personen direkt als fertige Stereomischung aufnehmen möchtest

du ihn zusätzlich als Mehrkanal-Interface am Rechner oder Tablet nutzen willst

dir zwei Eingänge reichen und du klar bessere Preamps im Mini-Format willst

du sechs XLR-Eingänge mit F-Serien-Preamps und Timecode-Buchse brauchst

dir ein kleinerer Rekorder mit XY-Mikrofon und zwei Combo-Eingängen reicht

Zwei XLR-Eingänge mit deutlich besseren Preamps (−127 dBu EIN) und 32-Bit-Float bis 192 kHz. Er ist winzig, hat aber kein eingebautes Mikrofon.

Sechs XLR-Eingänge, F-Serien-Preamps und Timecode-Buchse. Er ist deutlich teurer, aber klanglich die nächste Stufe.

Der kleine Bruder mit XY-Mikrofon und zwei Combo-Eingängen. Er läuft mit nur zwei AA-Zellen, bei mir ungefähr halb so lange wie der H6essential.

Der Vorgänger mit klassischer Gain-Regelung und altem Kapselsystem. Zum Zeitpunkt meines Tests war er deutlich günstiger und lohnt sich für alle, die sicher einpegeln können.

Muss ich beim H6essential einpegeln?

Nein. Er nimmt immer in 32-Bit-Float mit zwei AD-Wandlern pro Eingang auf, deshalb gibt es keine Gain-Regler mehr. Die Lautstärke passt du später an, oder du nutzt den Mixer für die Stereo-Mischspur.

Passen meine alten H5- oder H6-Kapseln?

Nein. Der H6essential nutzt ein neues Kapselsystem, alte Kapseln sind nicht kompatibel. Passend gibt es zum Beispiel die EXH-6e mit zwei weiteren XLR/Klinke-Eingängen und das Stereo-Shotgun SSH-6e.

Funktioniert ein Shure SM7B direkt am H6essential?

In meinem Test praktisch nicht, es war viel zu leise. Mit einem Inline-Preamp wie dem Triton Audio FetHead, der rund 27 dB bringt, funktioniert es dagegen problemlos.

Wie lange hält der Akku?

Ich habe mit vier NiMH-Akkus (2000 mAh), internen Mikrofonen und einem externen Mikrofon mit Phantomspeisung 6 Stunden und 17 Minuten gemessen. Über USB-C kannst du unbegrenzt aufnehmen.

Kann ich gleichzeitig am Rechner und auf die Karte aufnehmen?

Ja. Im Interface-Modus kannst du parallel auf die microSD-Karte aufnehmen, dann mit 44,1 oder 48 kHz. Nur im reinen Interface-Modus sind 96 kHz möglich.

Brauche ich einen Windschutz?

Draußen auf jeden Fall. Die XY-Kapseln sind extrem windempfindlich. Ein Fellwindschutz wie der Zoom WSU-1 ist dann Pflicht, drinnen hilft schon ein einfacher Schaumstoff-Windschutz.

Zoom PodTrak P4


Vier XLR-Eingänge, vier Kopfhörerausgänge, Soundpads und Mix-Minus in einem Gerät, das in jede Tasche passt: Der Zoom PodTrak P4 will das mobile Podcast-Studio für wenig Geld sein. Ich habe ihn mit SM7B, SM58, Procaster und NT1 getestet und mit dem Zoom H5 verglichen. Hier erfährst du, warum mich die Preamps begeistert haben und welche Kleinigkeiten mich im Alltag richtig nerven.

Ausstattung im Überblick

Der PodTrak P4 ist Rekorder und USB-Audio-Interface zugleich. Er hat vier XLR-Eingänge, jeweils mit zuschaltbarer 48-V-Phantomspeisung, bis zu 70 dB Gain und einem äquivalenten Eingangsrauschen von −124 dBu oder weniger. Für diese Preisklasse ist das schon ziemlich ordentlich. Aufgenommen wird intern als WAV mit 16 Bit und 44,1 kHz, auf SD-Karten in voller Größe. Am Rechner meldet sich der P4 als Interface mit zwei Ein- und zwei Ausgängen, ebenfalls mit 44,1 kHz und 16 Bit, und es gibt einen Class-Compliant-Modus für iOS.

Dazu kommen vier 3,5-mm-Kopfhörerausgänge mit eigener Lautstärke, ein TRRS-Anschluss für Smartphones, Mix-Minus und vier Soundpads mit elf voreingestellten Sounds. Alle Quellen landen auf eigenen Spuren: In meinem Test waren das sechs Spuren, also vier Eingänge, eine für die Sounds und ein Stereo-Mix. Optional lässt sich der Bluetooth-Adapter BTA-2 anschließen, den du aber nicht zwingend brauchst. Mit 290 g ist der P4 für ein Gerät mit vier Eingängen erfreulich leicht.

Hardware und Verarbeitung

Im Vergleich zum Zoom H5 ist der P4 etwas größer und breiter, aber nicht so hoch. Oben sitzen die vier XLR-Buchsen. Das sind keine Combo-Buchsen und sie haben auch keine Verriegelung, meine Kabel mit Neutrik-Steckern halten trotzdem wunderbar. Links findest du einen SD-Slot für große Karten, der sich für Zoom-Verhältnisse qualitativ hochwertig anfühlt, eine 5-V-Strombuchse, für die eine einfache Powerbank ohne Power Delivery reicht, und den USB-Anschluss. Unten liegen die vier Kopfhörerbuchsen, rechts der Port für den BTA-2 und die TRRS-Buchse fürs Smartphone.

Oben hat jeder Kanal einen Gain-Regler, einen Schalter zwischen Mikrofon und 48 V und eine Mute-Taste. Die Potis fühlen sich für ein Gerät dieser Preisklasse ziemlich hochwertig an, und die vielen Hardware-Knöpfe sind im Praxiseinsatz sehr praktisch. Kanal 3 kann alternativ das Smartphone aufnehmen, Kanal 4 das Computer-Audio, etwa für Zoom-Calls. Unten gibt es zwei Gummifüße und einen Gummistreifen, das Batteriefach für zwei AA-Zellen ist etwas dunkler als das Gehäuse.

Ein wichtiger Punkt: Es gibt kein Stativgewinde. Als Notlösung klemme ich den P4 in eine günstige Smartphone-Halterung mit Gewinde, das funktioniert recht gut.

Bedienung, Menü und Mix-Minus

Das Menü bedienst du über vier Tasten, und es ist nicht überfrachtet. Du kommst schnell durch die Dateiliste, die Soundpad-Einstellungen mit Sound, Wiedergabemodus und Pegel, die Mikrofon-Einstellungen mit Lowcut und Limiter pro Kanal, den Dateitransfer per USB und die allgemeinen Einstellungen. Das Einschalten dauert ein paar Sekunden. Bei mir lief Firmware 1.3.

Mix-Minus finde ich richtig genial: Der Gesprächspartner am Telefon oder am Computer hört alle anderen, aber nicht sich selbst. Das hat zum Beispiel mein Zoom F6 nicht, und das finde ich sehr schade. Die Soundpads spielen Jingles, Applaus oder eigene Dateien ab. Eigene Sounds müssen vorher in 16 Bit und 44,1 kHz konvertiert werden.

Mit dem Display bin ich dagegen nicht glücklich. Es ist zu klein und schlecht ablesbar, und eine richtige dBFS-Skala fehlt. Es gibt nur Striche für −12 und −6 dBFS. Im Batteriebetrieb geht die Beleuchtung nach 15 Sekunden aus, nur mit externem Strom bleibt sie dauerhaft an. Mein größter Kritikpunkt sind aber die Gain-Regler: Steht das Gerät vor mir, sehe ich von oben nicht, wo der Pfeil gerade steht. Ein längerer Strich hätte das einfach gelöst. Außerdem sind die roten Tasten so hell, dass sie blenden, während die Aufnahme-LED viel zu klein ist. Das sollte genau umgekehrt sein.

Klang und Limiter

Getestet habe ich den P4 mit dem Shure SM7B, dem SM58, dem Rode Procaster und dem Rode NT1. Die Aufnahmen habe ich ohne Lowcut und Limiter gemacht und nur in der Lautheit angeglichen. Das SM7B lief direkt ohne Vorverstärker, der Gain stand bei etwas über 6 von 10, also mit Luft nach oben. Beim SM58 reichte etwas über 5, beim Procaster knapp unter 6 und beim NT1 mit Phantomspeisung etwa 4,3.

Mein Urteil: Der P4 hat sehr gute AD-Wandler mit viel Gain, die dazu relativ rauscharm sind, zu diesem Preis ist das für mich einmalig. Im Vergleich hatte der Zoom H5 mit dem SM7B schon im Kopfhörer hörbar mehr Rauschen. Auch die Preamps des alten H6 sind meiner Meinung nach nicht so gut wie die des P4.

Richtig überzeugt haben mich die Limiter. Ohne Limiter war das Signal bei Gain 6 schon völlig übersteuert. Mit Limiter hörte ich bei gleicher Einstellung keine Verzerrung, erst ab etwa 8 von 10 eine leichte, und selbst bei 10 nur Kompression mit ein paar Artefakten. Dabei steigt das Rauschen kaum an, was bei günstigen Rekordern oft anders ist. Die Limiter von H5 und H6 sind für mich dagegen kaum benutzbar. Ungenutzte Kanäle solltest du übrigens herunterdrehen oder stummschalten, sonst hörst du ihr Rauschen im Kopfhörer.

Kopfhörer, Akku und Synchronisation

Die Kopfhörerausgänge sind wirklich sehr gut. Jeder hat einen eigenen Regler, unterschiedliche Kopfhörer mit verschiedenen Impedanzen sind also kein Problem. Selbst meinen Beyerdynamic DT 770 Pro mit 250 Ohm, der viel Leistung braucht, versorgt der P4 ohne Probleme.

Mit zwei AA-Zellen läuft der P4 je nach angeschlossenen Mikrofonen etwa drei Stunden, mit vier Kondensatormikrofonen deutlich kürzer. Zoom nennt bei vier Spuren ohne Phantomspeisung etwa 3 Stunden mit Alkali-, 3,5 Stunden mit NiMH- und 8 Stunden mit Lithium-Batterien. Weil das Display im Batteriebetrieb ständig dunkel wird, macht ein Betrieb ohne Powerbank über 30 bis 45 Minuten für mich aber keinen Spaß. Mit Powerbank wird der P4 zum mobilen Recording-Studio für die Wiese. Gehen die Batterien leer, bleibt die Aufnahme bis auf die letzten zehn bis 15 Sekunden auf der Karte erhalten.

Die Tonspur lässt sich problemlos in Final Cut Pro synchronisieren. Etwa eine Stunde bleibt sie ausreichend synchron, danach kann nach rund einer bis anderthalb Stunden ein Frame Versatz entstehen. Bei langen Aufnahmen synchronisiere ich deshalb stundenweise neu. Den USB-Datentransfer finde ich extrem langsam. Nimm lieber die SD-Karte heraus und steck sie in den Computer.

Der Elefant im Raum: 16 Bit und 44,1 kHz

Der letzte Kritikpunkt ist der wichtigste. Der P4 nimmt nur mit 16 Bit und 44,1 kHz auf. Die 16 Bit sind für Sprachaufnahmen mit Limiter gar nicht so wild, die Dynamik reicht aus, wenn du richtig pegelst. 48 kHz sind heute aber der Standard in den meisten Videoprogrammen, und da kann es zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Ich vermute, dass hier ältere, günstige Chips verbaut wurden, aber das ist nur meine Vermutung. Der Zoom H5 nimmt zum Vergleich mit 24 Bit und deutlich höheren Sampleraten auf.

Für wen lohnt sich der P4? Für alle, die mit bis zu vier Personen vor Ort oder remote podcasten, ist er eine ziemlich gute, kompakte Alternative zum Rode Rodecaster Pro. In den Rodecaster-Geräten kannst du deutlich mehr einstellen, aber wenn du wirklich nur Ton brauchst und einfach einen Podcast aufnehmen willst, ist der P4 keine schlechte Wahl.

Verarbeitung

Hochwertige Potis und ein solider SD-Slot. Es gibt aber kein Stativgewinde und keine verriegelten XLR-Buchsen, und die roten Tasten sind zu hell.

Bedienung

Viele Hardware-Regler und ein schlankes Menü. Das Display ist klein und kontrastarm, die Beleuchtung geht im Batteriebetrieb aus, und die Gain-Markierungen sind kaum ablesbar.

Klang

Rauscharme Preamps mit 70 dB Gain, die ein SM7B direkt treiben, dazu hervorragende Limiter. Die Aufnahme ist allerdings auf 16 Bit und 44,1 kHz begrenzt.

Ausstattung

Vier XLR-Eingänge, vier einzeln regelbare Kopfhörerausgänge, Mix-Minus, Smartphone- und USB-Kanal sowie Soundpads. Es fehlen 48 kHz und eine echte Pegelskala.

Akku

Mit zwei AA-Zellen hält er etwa drei Stunden, die Beleuchtung schaltet aber nach 15 Sekunden ab. Praktisch brauchst du eine Powerbank.

Preis-Leistung

Für wenig Geld bekommst du ein komplettes 4-Personen-Podcast-Setup mit starken Preamps. Die 44,1-kHz-Grenze und die Bedienschwächen kosten aber Punkte.

Der Zoom PodTrak P4 ist ein kompaktes mobiles Podcast-Studio mit starken, rauscharmen Preamps, hervorragenden Limitern, vier einzeln regelbaren Kopfhörerausgängen und Mix-Minus. In meinem Test trieb er sogar ein SM7B ohne Vorverstärker. Im Alltag stören das kleine, schlecht ablesbare Display, die abschaltende Beleuchtung im Batteriebetrieb, die schwer ablesbaren Gain-Regler und vor allem die Beschränkung auf 16 Bit und 44,1 kHz. Wenn du einfach nur einen Podcast mit bis zu vier Personen aufnehmen willst, ist er eine gute und günstige Alternative zu den großen Podcast-Konsolen.

du mit bis zu vier Personen vor Ort oder remote podcasten willst

du für jeden Gast einen eigenen Kopfhörerausgang mit eigener Lautstärke brauchst

du Telefon- oder Computer-Gäste per Mix-Minus ohne Echo einbinden möchtest

du ein kompaktes, leichtes Gerät suchst und eine Powerbank mitnehmen kannst

du mehr Einstellmöglichkeiten, ein großes Display und eine Studio-Konsole willst

du 32-Bit-Float, 48 oder 96 kHz und ein eingebautes Stereomikrofon brauchst

du auch Film- und Außenaufnahmen mit Timecode und 32-Bit-Float machen willst

Die große Podcast-Konsole mit deutlich mehr Einstellmöglichkeiten. Sie ist viel größer und deutlich teurer, für stationäre Studios aber komfortabler.

Vier XLR/Klinke-Combos mit 32-Bit-Float und bis 96 kHz sowie ein XY-Mikrofon. Es gibt aber nur einen Kopfhörerausgang, und für ein SM7B braucht er einen Inline-Preamp.

Mein Vergleichsgerät im Test: 24 Bit und höhere Sampleraten, gute Displayskala und wechselbare Kapseln. Mit dem SM7B rauscht er aber deutlich mehr, und die Limiter sind kaum brauchbar.

Sechs XLR-Eingänge, 32-Bit-Float und Timecode für Film und Studio. Er ist deutlich teurer und hat kein Mix-Minus.

Kann der PodTrak P4 ein Shure SM7B ohne Vorverstärker betreiben?

Ja. In meinem Test stand der Gain beim SM7B bei etwas über 6 von 10, es war also noch Luft nach oben, und das Rauschen blieb gering.

Warum nimmt der P4 nur mit 44,1 kHz auf?

Der P4 ist auf 16 Bit und 44,1 kHz beschränkt, sowohl als Rekorder als auch als Interface. Für Sprache reicht das, in Videoprojekten mit 48 kHz kann es aber Kompatibilitätsprobleme geben.

Was ist Mix-Minus?

Gäste am Telefon oder Computer hören alle anderen Teilnehmer, aber nicht sich selbst. So gibt es kein Echo. Der P4 regelt das automatisch.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei AA-Zellen etwa drei Stunden, mit vielen Kondensatormikrofonen deutlich weniger. Weil die Displaybeleuchtung im Batteriebetrieb nach 15 Sekunden abschaltet, empfehle ich eine Powerbank.

Hat der P4 ein Stativgewinde?

Nein. Als Notlösung kannst du ihn in eine günstige Smartphone-Halterung mit Gewinde klemmen, das funktioniert recht gut.

Bleibt die Aufnahme erhalten, wenn der Akku leer ist?

Ja, bis auf die letzten etwa zehn bis 15 Sekunden. Die Aufnahme wird laufend auf die SD-Karte geschrieben.

Zoom F6


Sechs XLR-Eingänge, 32-Bit-Float und das alles in einem Gehäuse von gerade einmal rund 10 × 12 × 6 cm: Der Zoom F6 verspricht, dass du dich nie wieder über übersteuerten oder zu leisen Ton ärgern musst. Ich nehme mit dem F6 normalerweise den Ton für meine eigenen YouTube-Videos auf und habe ihn in einem ausführlichen Video getestet. In diesem Bericht erfährst du, was er kann, wo seine Schwächen liegen und für wen er sich lohnt.

Verarbeitung und Bedienung

Mit 100 × 119,8 × 62,9 mm und 520 g ist der F6 erstaunlich kompakt für sechs volle XLR-Eingänge. Die Verarbeitung empfinde ich als hochwertig: Das Gehäuse ist aus Metall, unten sitzen vier Gummifüße, und an den Seiten gibt es drehbare Bügel, über die du den Rekorder zum Beispiel an einem Gurt befestigen kannst. Die Klappe des SD-Kartenschachts wird von einem kleinen Magneten gehalten, das Batteriefach im Boden öffnest du über eine Schraube.

Fast alle Bedienelemente sitzen vorn: sechs Drehregler, einer pro Kanal, dazu Tasten für Menü, PFL/Enter, Vor/Zurück sowie Stop, Aufnahme und Play/Pause. Der Ein-/Ausschalter sitzt an der Seite und muss einige Sekunden gedrückt werden, damit du das Gerät nicht versehentlich ausschaltest. Man liest allerdings auch, dass er in einer gepolsterten Tontasche etwas fummelig zu erreichen ist. Nach meiner Erfahrung ist die Bedienung ein wenig gewöhnungsbedürftig. Mich stört etwas, dass die Navigationstasten mittig neben dem Display sitzen, man gewöhnt sich aber daran und findet schnell durch das Menü. Sehr gut gefällt mir, dass die Menüs fast nie mehrere Seiten haben und du alle Punkte auf einen Blick siehst. Jeder Eingang hat eine eigene Menüseite für Quelle, Phantomspeisung, Trim, Hochpassfilter, Limiter, Phase, Verzögerung und Panorama. Auch in Tests wird die Bedienung oft als durchdacht und die Menüstruktur als überschaubar beschrieben.

Das Farbdisplay misst 1,54 Zoll bei 240 × 240 Pixeln, ein Touchscreen ist es nicht. Ich finde es durchaus in Ordnung, es könnte aber größer sein und eine höhere Auflösung haben. Im direkten Vergleich zeigt der MixPre-3 II ein schärferes Bild. Für den Einsatz draußen gibt es einen kontrastreichen Modus. Abseits von direktem Sonnenlicht wird die normale Anzeige in Tests meist als klar und gut ablesbar beschrieben. Dafür leuchtet die Aufnahmetaste sehr hell, sodass ich aus dem Augenwinkel sehe, ob gerade aufgenommen wird. In meinem Vergleichsvideo mit dem MixPre-3 II ist mir außerdem aufgefallen, dass sich dessen Regler deutlich hochwertiger anfühlen als die des F6. Ein ähnlicher Eindruck taucht auch in Nutzerberichten auf: Dort ist von einem ganz leichten Spiel der Regler die Rede.

Anschlüsse und Funktionen

Links und rechts hat der F6 je drei verriegelbare Neutrik-XLR-Buchsen mit umschaltbarem Mic- und Line-Pegel sowie Phantomspeisung mit 24 oder 48 V, die du pro Kanal einstellst. Combo-Buchsen für Klinke gibt es nicht. Für Geräte mit 6,3- oder 3,5-mm-Klinke brauchst du deshalb einen Adapter, zum Beispiel XLR auf 6,3 mm oder den Røde VXLR+, den ich im Video zeige und der Lavalier-Mikrofone mit Plug-in-Power versorgt. Winkelstecker passen wegen der seitlichen Bügel nicht.

Dazu kommen ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang, ein 3,5-mm-Line-Out und eine 3,5-mm-Buchse für Timecode-Ein- und -Ausgang. Der Timecode läuft mit einer Genauigkeit von ±0,2 ppm, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Über USB-C arbeitet der F6 als Audio-Interface mit 6 Ein- und 4 Ausgängen bis 96 kHz, ab Firmware 2.0 auch in 32-Bit-Float. Gleichzeitig auf SD-Karte aufnehmen kannst du bis 48 kHz. Am iPhone oder iPad läuft er im Stereomodus. Zum Line-Out habe ich in meinem Zoom-F3-Video eine wichtige Erfahrung beschrieben: Der F6 gibt dort Line-Pegel aus, meine Sony-Kameras erwarten aber Mikrofonpegel, und die direkte Verbindung rauscht dann stark. Der kleinere F3 hat hier einen Ausgang mit Mic-Pegel.

Sehr praktisch finde ich die Vorab-Aufnahme: Drückst du auf Aufnahme, sind schon einige Sekunden im Kasten. Der Puffer beträgt je nach Samplerate 6 s, 3 s bzw. 1 s. Außerdem gibt es AutoMix für Gesprächsrunden, zehn Kopfhörer-Presets, einen Ambisonics-Modus, Spurnamen (bei mir zum Beispiel „SM7B“ auf Spur 2) und per optionalem BTA-1-Adapter eine iOS-App zur Fernsteuerung. Ein Mix-Minus, wie es der PodTrak P4 bietet, hat der F6 nicht, darauf habe ich schon in meinem P4-Test hingewiesen. Gespeichert wird auf SD-, SDHC- und SDXC-Karten bis 1 TB. Es gibt nur einen Kartenslot, eine gespiegelte Sicherung auf eine zweite Karte ist also nicht möglich.

32-Bit-Float in der Praxis

Der wichtigste Grund für den F6 ist für mich das 32-Bit-Float-Verfahren mit zwei AD-Wandlern pro Eingang. Ein Wandler kümmert sich um leise, der andere um laute Signale, und beides landet in einer Datei mit riesigem Dynamikumfang. Im 32-Bit-Modus sind die Drehregler nur noch Fader für den Mix und die Wiedergabelautstärke, ein Einpegeln entfällt.

In meinem Video habe ich das ausprobiert: Mit einem Shure SM7B habe ich erst sehr nah und laut ins Mikrofon gesprochen, quasi geschrien, und dann aus der Entfernung geflüstert. Beides ließ sich in der Nachbearbeitung retten. Mein Fazit aus dem Alltag: Solange die Kabel richtig stecken und du vernünftig ins Mikrofon sprichst, bist du ziemlich sorglos unterwegs. Ich nehme ausschließlich in 32-Bit-Float auf, meist mit 96 kHz, und speichere jede Spur als Mono-Datei. Die Dateien sind zwar relativ groß, aber das ist eben der größte Vorteil dieses Rekorders.

Technisch funktioniert das so: Spitzen, die in einer 24-Bit-Datei über der digitalen Null abgeschnitten würden, bleiben in der 32-Bit-Float-Datei erhalten und lassen sich später verzerrungsfrei absenken. Ganz leise Passagen kannst du dagegen anheben, ohne dass die Qualität leidet. Wer möchte, kann übrigens linear in 16 oder 24 Bit aufnehmen, dann greift der Look-Ahead-Hybrid-Limiter. Es gibt auch einen Dual-Modus mit linearen und Float-Spuren gleichzeitig, so kommen die 14 Spuren zustande (6 × 2 plus LR-Mix). Bei 192 kHz sind nur noch sechs Spuren möglich, dann entfällt auch der Stereomix.

Klang und Vorverstärker

Die sechs Preamps liefern bis zu 75 dB Gain bei einem Eigenrauschen (EIN) von −127 dBu oder weniger. Der Dynamikumfang liegt bei 131 dB. Ich habe den F6 mit einem Røde NT1 und einem Shure SM7B getestet, das SM7B ohne zusätzlichen Vorverstärker wie einen Cloudlifter. Mein Urteil: Die Aufnahmequalität mit 32-Bit-Float lässt überhaupt keine Wünsche offen, die Dynamik ist super, und die Preamps leisten sehr gute Arbeit. Einzige Einschränkung: Das Eigenrauschen könnte ein kleines bisschen niedriger sein, ist aber in 98 Prozent der Fälle überhaupt kein Problem. In meiner Umgebung war das Raumgeräusch ohnehin deutlich lauter als das Rauschen von Rekorder und NT1. In Tests wird die Klangqualität häufig als professionell beschrieben, der Klang von Preamps und Wandlern als offen, ausgewogen und natürlich.

Im Vergleichsvideo ordne ich den MixPre-3 II mit 142 dB Dynamik als besser ein, die 131 dB des F6 sind aber immer noch sehr, sehr viel. Dieselben Preamps stecken übrigens auch im kleineren Zoom F3. Den Kopfhörerverstärker fand ich im F6-Video besser als seinen Ruf und ziemlich gut, im direkten Vergleich mit dem MixPre ist er aber deutlich schwächer. Auch in Tests liest man, dass der Kopfhörerverstärker zwar ausreicht, aber eher die kleine Schwachstelle des F6 ist, gerade bei hochohmigeren Kopfhörern. Er liefert 100 mW pro Kanal an 32 Ohm.

Akku und Stromversorgung

Bei der Stromversorgung hast du die Wahl: vier AA-Akkus oder -Batterien im Boden, ein Sony-Akku der L-Serie (NP-F) auf der Rückseite oder USB-C mit 5 V, etwa über ein Netzteil oder eine Powerbank. In meinem Video zeige ich, dass der F6 externe Quellen bevorzugt und beim Abziehen der Powerbank ohne Unterbrechung auf die eingelegten AA-Akkus umschaltet. Mit einem großen NP-F-Akku hält er nach meiner Erfahrung wirklich ewig. Ist der NP-F-Akku leer, springen die AA-Zellen als Reserve ein, und du kannst den Akku im laufenden Betrieb tauschen. In Erfahrungsberichten ist von über 12 Stunden Aufnahme mit einem L-Akku die Rede, selbst mit phantomgespeisten Mikrofonen.

Die Laufzeit hängt stark von den Einstellungen ab. Mit NiMH-Akkus (2500 mAh) sind es mindestens 10,5 Stunden bei zwei Spuren mit 48 kHz/16 Bit und mindestens 7 Stunden bei sechs Spuren mit 48 kHz/24 Bit. Bei sechs Spuren mit 192 kHz, Phantomspeisung und hellem Display bleibt nur noch etwa 1 Stunde. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 10 W. Deshalb reichen nach meiner Erfahrung auch einfachere USB-Netzteile und Powerbanks. Ein Kritikpunkt: Die Akkuanzeige ist bei den internen AA-Akkus nicht sehr genau, auch wenn du den Akkutyp im Menü einstellst.

Zubehör und Lieferumfang

Im Karton liegen der Rekorder, eine Kamera-Montageplatte und eine Kurzanleitung. Ein USB-Kabel ist nicht dabei, der Lieferumfang fällt also knapp aus. Das wird auch in Tests häufig als kleiner Minuspunkt genannt. Die Montageplatte schraubst du oben an vier Schrauben fest. Wie ich im Video zeige, kannst du so ein Sandwich-Setup bauen: Rekorder unten auf das Stativ, Kamera oben drauf.

Optional gibt es den Bluetooth-Adapter BTA-1 für die iOS-App und Timecode per Funk, das Netzteil AD-17, eine Tasche und den Controller F-Control FRC-8 mit 60-mm-Fadern. Rechne außerdem mit SD-Karte, NP-F-Akku samt Ladegerät, vier AA-Akkus und bei Bedarf XLR-Klinke-Adaptern.

Für wen ist der Zoom F6 geeignet?

Ich empfehle den F6 vor allem Creatorinnen und Creatorn, die Wert auf guten Ton legen. Denn Audio ist immer 50 Prozent vom Video. Für mich ist der F6 eine der besten Anschaffungen überhaupt und preis-leistungsmäßig einer der besten Rekorder, die ich kenne. Ich habe mit ihm noch nie eine Tonspur verloren. Besonders gut passt er, wenn du ihn stationär auf dem Tisch nutzt, das Display also von vorn abliest und meistens nur Aufnahme und Stopp drückst. Wenn du dagegen ständig am Mix und an den Einstellungen drehst, ist vielleicht ein anderer Rekorder sinnvoller.

In meinem Zoom-F3-Video bin ich noch konkreter geworden. Für unterwegs würde ich eher den kleineren F3 mitnehmen, der dieselben Preamps hat. Im Studio oder Büro rate ich zum F6, auch wenn du nur ein oder zwei Mikrofone hast, weil Bedienung, Stromversorgung und Ablesbarkeit besser sind. Dank Timecode, Kameraplatte und sechs Eingängen eignet sich der F6 außerdem für Filmdrehs, Interviews mit mehreren Gästen und Field Recording. Oft wird er als idealer Rekorder für Solo-Filmer, mobile Podcaster und Field Recording mit begrenztem Budget beschrieben, und auch für Profis gilt er als günstiger Zweitrekorder.

Verarbeitung

Hochwertiges Metallgehäuse mit Gummifüßen, Bügeln und Magnetklappe. Die Regler fühlen sich nach meiner Erfahrung aber weniger wertig an als beim MixPre-3 II.

Bedienung

Übersichtliche, kaum verschachtelte Menüs und eine hell leuchtende Aufnahmetaste. Die mittig sitzenden Tasten finde ich gewöhnungsbedürftig, das kleine Display könnte schärfer sein.

Klang

Die 32-Bit-Float-Qualität lässt für mich keine Wünsche offen, das Eigenrauschen könnte minimal niedriger sein. Den Kopfhörerverstärker finde ich ordentlich, er kommt aber nicht an den des MixPre-3 II heran. Auch in Tests gilt er als kleine Schwachstelle.

Ausstattung

Sechs XLR-Eingänge, 14 Spuren, Timecode, Interface-Betrieb und AutoMix in einem kompakten Gehäuse. Es fehlen Combo-Buchsen, ein zweiter SD-Slot, Mix-Minus und ein Line-Out mit Mic-Pegel.

Akku

AA, Sony NP-F und USB-C mit nahtlosem Umschalten, mit NP-F-Akku hält er nach meiner Erfahrung ewig. Die Akkuanzeige bei AA-Zellen ist ungenau.

Preis-Leistung

In der Mittelklasse bekommst du hier sechs XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float und starken Preamps, pro Kanal gerechnet ist das sehr günstig. Für mich ist er preis-leistungsmäßig einer der besten Rekorder, die ich kenne.

Der Zoom F6 ist für mich eine der besten Anschaffungen für alle, die Wert auf guten Ton legen. Sechs XLR-Eingänge mit 32-Bit-Float nehmen dir das Einpegeln ab, die Preamps leisten nach meiner Erfahrung sehr gute Arbeit, und in meinem Alltag hat der F6 noch nie eine Tonspur verloren. Kleine Abzüge gibt es für das eher kleine Display, die gewöhnungsbedürftig platzierten Tasten, den fehlenden Mix-Minus und den Line-Out mit Line- statt Mikrofonpegel. Wenn du noch rauschärmere Preamps und mehr Dynamik brauchst, landest du beim deutlich teureren MixPre-3 II. Für alle anderen ist der F6 ein hervorragendes Gesamtpaket zu einem fairen Mittelklassepreis.

du mehrere Mikrofone gleichzeitig aufnehmen willst, zum Beispiel für Podcast, Interview oder Film mit bis zu sechs XLR-Quellen

du nie wieder einpegeln und keine Angst vor Übersteuerung haben möchtest (32-Bit-Float)

du den Rekorder stationär auf dem Schreibtisch nutzt und ihn zugleich als USB-Interface einsetzen willst

du flexible Stromversorgung mit AA, Sony NP-F oder Powerbank brauchst

du meist mobil unterwegs bist, nur zwei Eingänge brauchst und den Ton per Mic-Pegel direkt in die Kamera geben willst

dir die besten Preamps und 142 dB Dynamik wichtiger sind als der Preis und drei XLR-Eingänge reichen

du einen Podcast-Rekorder mit Mix-Minus und vier Kopfhörerausgängen suchst und auf 32-Bit-Float verzichten kannst

Der „kleine Bruder“ des F6 mit denselben Preamps, aber nur zwei XLR-Eingängen. Er ist deutlich kompakter und leichter und hat einen Line-Out mit Mic-Pegel für Consumer-Kameras. Meine Empfehlung aus dem F3-Test: mobil der F3, stationär der F6.

In meinem Vergleichsvideo hat er die besseren Preamps, 142 dB statt 131 dB Dynamik, einen deutlich besseren Kopfhörerverstärker und wertigere Regler. Dafür gibt es nur drei XLR-Eingänge, und er kostet mehr als das Doppelte.

Habe ich in meinem F6-Beitrag als Konkurrenten genannt: 32-Bit-Float im Handyrekorder-Format mit vier Combo-Eingängen und eingebauten Mikrofonen. Der Dynamikumfang ist mit 113 dB aber niedriger. Einen eigenen Test des X8 habe ich bisher nicht gemacht.

Deutlich günstigere 32-Bit-Float-Option mit vier XLR/Klinke-Combos und eingebautem Mikrofon. Das Eigenrauschen ist mit −120 dBu höher, und die Samplerate endet bei 96 kHz. Einen direkten Vergleich mit dem F6 habe ich nicht veröffentlicht.

Muss ich beim Zoom F6 noch einpegeln?

Im 32-Bit-Float-Modus nicht. Die Drehregler steuern dann nur den Mix und die Abhörlautstärke. Ich achte nur darauf, dass ein Signal ankommt und die Kabel richtig stecken. In 16 oder 24 Bit pegelst du dagegen klassisch ein, dann hilft der Limiter.

Kann ich den Zoom F6 als Audio-Interface nutzen?

Ja. Er arbeitet mit 6 Ein- und 4 Ausgängen bis 96 kHz, ab Firmware 2.0 auch in 32-Bit-Float. Parallel auf SD-Karte aufnehmen geht bis 48 kHz. Unter Windows brauchst du einen Treiber, am iPhone oder iPad läuft er nur im Stereomodus.

Kann ich den F6 direkt an meine Kamera anschließen?

Über den 3,5-mm-Line-Out ja, er liefert aber Line-Pegel. An meinen Sony-Kameras mit Mic-Eingang rauscht das stark. Ich speichere deshalb auf SD-Karte und synchronisiere später in Final Cut Pro. Der Zoom F3 hat einen Ausgang mit Mic-Pegel.

Brauche ich für das Shure SM7B einen Cloudlifter?

Ich nutze das SM7B am F6 ohne zusätzlichen Vorverstärker und finde das Rauschverhalten vollkommen in Ordnung. Die Preamps liefern bis zu 75 dB Gain.

Welche Akkus passen in den Zoom F6?

Vier AA-Akkus oder -Batterien (NiMH, Alkali oder Lithium), Sony-Akkus der L-Serie (NP-F) auf der Rückseite oder 5 V über USB-C, zum Beispiel per Powerbank. Fällt die externe Quelle aus, schaltet der F6 nach meiner Erfahrung ohne Unterbrechung auf die AA-Akkus um.

Wie groß darf die SD-Karte sein?

Der F6 nimmt SD-, SDHC- und SDXC-Karten bis 1 TB auf. Es gibt nur einen Kartenslot, eine Sicherung auf eine zweite Karte ist also nicht möglich.

Zoom F3


Zwei XLR-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz und ein Gehäuse, das kaum größer ist als ein Zauberwürfel: Der Zoom F3 ist der kleine Bruder des F6 und will vor allem Filmern den Ton-Stress abnehmen. Ich habe ihn in einem ausführlichen Video getestet, unter anderem mit einem Shure SM7B und einem Sennheiser MKH 8050, und direkt mit meinem F6 verglichen. Hier erfährst du, was der Winzling kann, wo er spart und für wen er die bessere Wahl ist.

Verarbeitung und Gehäuse

Mit 75 × 77,3 × 47,8 mm und 242 g inklusive Batterien ist der F3 der kleinste Rekorder der F-Serie. Das Metallgehäuse hat seitliche Schutzbügel, Gummifüße und ein Stativgewinde, und durch die kompakte Form wirkt er in der Hand schwerer, als die Zahl vermuten lässt. Mein Eindruck: Er ist ziemlich massiv gebaut, die verriegelbaren XLR-Buchsen sitzen fest und fühlen sich sehr hochwertig an. An den Ösen kannst du ihn mit einem Band am Arm, am Gürtel oder an einer Tonangel befestigen, was bei so einem kleinen Gerät richtig praktisch ist.

Es gibt aber auch Stellen, an denen Zoom gespart hat. Den Batterieschacht finde ich schwer zu öffnen, und er wirkt nicht ganz so hochwertig wie der Rest. Auch die Abdeckung des microSD-Slots ist etwas wackelig geraten. Hinter einer weiteren Abdeckung sitzt der Anschluss für den optionalen Bluetooth-Adapter BTA-1. Die Startzeit ist dafür wirklich unfassbar schnell.

Display und Bedienung

Oben sitzt ein blau beleuchtetes, monochromes LCD mit 96 × 64 Pixeln. Es zeigt die Eingänge in Echtzeit als Wellenform an, was beim Kontrollieren der Aufnahme sehr hilft. Man kann alles erkennen, besonders ist das Display aber nicht, und neben dem Farbdisplay des F6 spielt es klar in einer anderen Liga. Die rote Aufnahme-LED leuchtet dafür sehr hell und ist auch in heller Umgebung gut zu sehen, sodass du immer weißt, ob gerade aufgenommen wird.

Bedient wird der F3 über wenige Tasten, Plus/Minus, eine Zahnrad-Taste für die Kanaleinstellungen und einen Hold-Schieber als Tastensperre. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt, sind mir aber etwas zu klein. Die Zahnrad-Taste finde ich relativ schwer zu erreichen. Das Menü selbst ist übersichtlich: Samplerate, Mono- oder Stereodateien, Vorab-Aufnahme, ein kurzes Signal beim Start und Stopp, Line-Out-Pegel, Line-Out-Limiter und Line-Out-Delay, USB-Audio-Interface, Bluetooth sowie Test und Formatierung der Speicherkarte. Pro Kanal stellst du Mikrofon, Mikrofon mit 24 oder 48 V Phantomspeisung oder Line ein, dazu Hochpassfilter, Phasenumkehr und Verzögerung.

Wichtig zu wissen: Plus und Minus sind keine Gain-Regler. Sie verändern nur die Darstellung der Wellenform und die digitale Lautstärke für Kopfhörer und Line-Out. Die Vorab-Aufnahme habe ich auf drei Sekunden gestellt. Drückst du auf Aufnahme, sind die letzten Sekunden schon im Kasten, und bei mir lief die Aufnahme innerhalb von drei, vier Sekunden nach dem Einschalten.

32-Bit-Float in der Praxis

Wie der F6 arbeitet der F3 mit zwei AD-Wandlern pro Eingang (Dual-AD-Converter). Einer ist für leise Signale zuständig, einer für laute, und beides landet in einer 32-Bit-Float-Datei mit riesigem Dynamikumfang. Eine Gain-Einstellung gibt es am Gerät nicht, du musst also gar nichts einpegeln, und ein Übersteuern ist praktisch ausgeschlossen. Aufgenommen wird als WAV mit 44,1 bis 192 kHz, mono oder stereo, mit BWF- und iXML-Metadaten.

Gerade beim Filmen ist das ein Segen. Mein Fazit aus dem Test: Solange die Kabel sitzen und die Mikrofone einigermaßen vernünftig angebracht sind, wirst du nie wieder schlechten Ton haben, nie wieder übersteuern und nie wieder zu laut oder zu leise aufnehmen. Die Lautstärke passt du später im Schnitt- oder Audioprogramm an. Ich nehme mit 96 kHz auf. Außerdem habe ich getestet, was passiert, wenn mitten in der Aufnahme der Akku leer geht: Die Tonspur bleibt erhalten.

Anschlüsse und Funktionen

Der F3 hat zwei verriegelbare XLR-Eingänge, Combo-Buchsen für Klinke gibt es nicht. Die Phantomspeisung liefert 24 oder 48 V, insgesamt stehen für beide Kanäle zusammen 10 mA zur Verfügung. Dazu kommen ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang, ein 3,5-mm-Line-Out mit eigener Lautstärke, ein microSD-Slot für Karten bis 1 TB und eine USB-C-Buchse für Strom, Datentransfer und den Betrieb als Audio-Interface.

Richtig praktisch ist der Line-Out: Den Ton kannst du direkt an quasi jede Kamera ausgeben, auch an Consumer-Kameras mit analogem Mikrofoneingang, weil der F3 hier nach meinem Test Mikrofonpegel liefert. Ein Line-Out-Limiter begrenzt zu laute Spitzen, damit der Kameraeingang nicht übersteuert.

Am Computer, iPad oder iPhone arbeitet der F3 als 2-in/2-out-Interface mit bis zu 96 kHz, ab Firmware 2.0 auch in 32-Bit-Float, inklusive Loopback-Funktion für Streams. Mit dem optionalen BTA-1 kannst du ihn per App unter iOS und Android fernsteuern, Kanäle einstellen und die Aufnahme starten. Timecode gibt es nur über Zubehör, über Bluetooth mit einem passenden Timecode-Gerät oder über den Timecode-Adapter TCA-1, und im Menü ist die Funktion eher rudimentär. Ich selbst nutze den BTA-1 nicht und brauche ihn auch nicht.

Klang und Vorverstärker

Die Preamps des F3 sind laut meinem Test quasi eins zu eins dieselben wie im F6, mit einem Eigenrauschen von −127 dBu oder weniger und 75 dB Verstärkung. Deshalb habe ich mir einen Klangvergleich zwischen den beiden gespart. Getestet habe ich den F3 mit dem Sennheiser MKH 8050 als Kleinmembran-Kondensator und mit dem Shure SM7B als sehr leisem dynamischem Mikrofon, das gute Preamps braucht.

Mein Urteil: Die Preamps sind wirklich ziemlich gut und für alle Mikrofone, die es so gibt, absolut ausreichend. Am SM7B hört sich der F3 nicht nur ausreichend, sondern optimal an, und mit dem MKH 8050 ergibt er ein hochprofessionelles Setup für Filmton. Im Vergleich zu meinem alten Zoom H5 kann der F3 mindestens genauso viel, abgesehen von den aufsteckbaren Mikrofonkapseln, hat aber deutlich bessere Preamps und arbeitet wesentlich schneller. Den Kopfhörerverstärker finde ich gar nicht so schlecht. Er liefert 50 mW pro Kanal an 32 Ohm.

Akku und Stromversorgung

Der F3 läuft mit zwei AA-Batterien oder -Akkus (Alkali, NiMH oder Lithium) oder über USB-C, zum Beispiel per Powerbank oder mit dem Netzteil AD-17. Meine eigenen Werte mit Eneloops: Mit zwei Kondensatormikrofonen an 48 V Phantomspeisung kommst du auf etwa anderthalb bis drei Stunden, mit nur einem dynamischen Mikrofon ohne Phantomspeisung auf ungefähr sieben Stunden. Mit einer Powerbank am USB-C-Port läuft er praktisch beliebig lange.

Die Herstellerwerte gehen in dieselbe Richtung: Ohne Phantomspeisung, ohne Kopfhörer und mit ausgeschalteter Display-Beleuchtung sind mit Alkali-Batterien etwa acht Stunden drin. Mit Kopfhörer und 48 V Phantomspeisung sind es nur noch rund zwei Stunden, mit NiMH-Akkus etwa drei. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 5 W. Im Menü stellst du den Batterietyp ein, damit die Anzeige möglichst genau ist.

F3 oder F6: Für wen ist der Zoom F3 geeignet?

Der F3 ist für mich eines der genialsten Geräte, die es für Filmer gibt: extrem kompakt, sehr schnell einsatzbereit, zuverlässig und mit hervorragender Aufnahmequalität. Und wie ich gern sage: Audio ist 50 Prozent vom Video. Du kannst noch so gute Kameras, Objektive und Licht haben, mit schlechtem Ton werden deine Videos nicht wirklich gut.

Bei der Frage F3 oder F6 ist meine Empfehlung klar. Bist du oft mobil oder draußen unterwegs, ist der F3 die eindeutig bessere Wahl, weil der F6 größer und schwerer ist und mehr Platz in der Tasche braucht. Arbeitest du dagegen stationär wie ich im Studio- oder Büro-Setup, rate ich zum F6, selbst wenn du nur ein oder zwei Mikrofone hast. Er hat die bessere Bedienung, die bessere Stromversorgung, und von vorn siehst du besser, ob er gerade aufnimmt. Brauchst du mehr als zwei Eingänge oder eingebaute Mikrofone, ist der F3 ohnehin nicht dein Gerät.

Verarbeitung

Massives Metallgehäuse mit sehr hochwertigen, verriegelbaren XLR-Buchsen. Abzüge gibt es für den schwer zu öffnenden Batterieschacht und die wackelige microSD-Abdeckung.

Bedienung

Übersichtliches Menü, Echtzeit-Wellenform und eine gut sichtbare Aufnahme-LED. Die Tasten sind mir etwas klein, und das monochrome Display ist zweckmäßig, aber nichts Besonderes.

Klang

Dieselben Preamps wie im F6 mit −127 dBu EIN, dazu 32-Bit-Float bis 192 kHz. Am SM7B und am MKH 8050 klingt der F3 für mich hervorragend.

Ausstattung

Interface-Betrieb mit 32-Bit-Float, Line-Out-Limiter und App-Steuerung sind stark. Es gibt aber nur zwei Eingänge, keine eingebauten Mikrofone, und Timecode und Bluetooth nur über Zubehör.

Akku

Zwei AA-Zellen reichen bei mir für etwa 1,5 bis 7 Stunden, je nach Phantomspeisung. Per USB-C-Powerbank läuft er praktisch unbegrenzt.

Preis-Leistung

In der Mittelklasse bekommst du hier die Preamp- und Wandlertechnik des größeren F6 im Mini-Format. Wer nur zwei Kanäle braucht, spart gegenüber dem F6 spürbar.

Der Zoom F3 ist ein winziger 2-Kanal-Feldrekorder mit hervorragender 32-Bit-Float-Qualität und für Filmer für mich die einfachste Lösung gegen schlechten Ton. In meinem Test hat er mit schneller Startzeit, zuverlässigen Aufnahmen und denselben guten Preamps wie der F6 überzeugt. Der Line-Out lässt sich direkt an Consumer-Kameras betreiben. Kleine Abzüge gibt es für den fummeligen Batterieschacht, die kleinen Tasten und das einfache Display. Wenn du mobil filmst und zwei Eingänge reichen, ist der F3 eine sehr gute Wahl. Wenn du stationär arbeitest, empfehle ich dir eher den F6.

du mobil filmst und einen winzigen Rekorder für bis zu zwei XLR-Mikrofone suchst

du nie wieder einpegeln willst und dir 32-Bit-Float bis 192 kHz wichtig ist

du den Ton direkt in eine Consumer-Kamera einspeisen möchtest

du den Rekorder auch als kompaktes 2-Kanal-Interface am Rechner oder iPad nutzen willst

du meist stationär arbeitest oder mehr als zwei Eingänge, Timecode-Buchse und Farbdisplay brauchst

du eingebaute Stereomikrofone und vier XLR-Combo-Eingänge zu einem deutlich niedrigeren Preis suchst

dir ein Lavalier-Rekorder ohne XLR-Eingänge für unterwegs reicht

Der große Bruder mit denselben Preamps, aber sechs XLR-Eingängen, Farbdisplay, Timecode-Buchse und NP-F-Akkuschacht. Stationär ist er für mich die bessere Wahl, mobil ist er größer und schwerer.

Deutlich günstigerer 32-Bit-Float-Rekorder mit vier XLR/Klinke-Combos und eingebautem XY-Mikrofon. Die Preamps sind mit −120 dBu EIN schwächer, und bei 96 kHz ist Schluss.

In meinem F3-Beitrag als Konkurrent genannt: 32-Bit-Float im Handyrekorder-Format mit mehreren Kanälen und eingebauten Mikrofonen. Einen eigenen Test des X8 habe ich bisher nicht gemacht.

Noch kleinerer 32-Bit-Float-Rekorder für Lavalier-Mikrofone mit 3,5-mm-Eingang statt XLR. Er ist sehr günstig, aber auf ein Ansteckmikrofon beschränkt.

Muss ich beim Zoom F3 einpegeln?

Nein. Dank 32-Bit-Float und zwei AD-Wandlern pro Eingang gibt es gar keine Gain-Einstellung. Plus und Minus verändern nur die Wellenform-Darstellung und die digitale Lautstärke für Kopfhörer und Line-Out.

Kann ich den F3 direkt an meine Kamera anschließen?

Ja, über den 3,5-mm-Line-Out. In meinem Test ließ sich der Ton direkt in eine Consumer-Kamera einspeisen, ohne dass es stark rauscht. Ein Line-Out-Limiter schützt dabei vor Übersteuerung im Kameraeingang.

Reichen die Preamps für ein Shure SM7B?

Ja. Ich habe das SM7B direkt am F3 ohne zusätzlichen Vorverstärker betrieben, und das Ergebnis war für mich nicht nur ausreichend, sondern optimal.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei Eneloops kam ich bei zwei Kondensatormikrofonen mit 48 V auf etwa 1,5 bis 3 Stunden, mit einem dynamischen Mikrofon ohne Phantomspeisung auf rund 7 Stunden. Per USB-C-Powerbank läuft er praktisch unbegrenzt.

Hat der Zoom F3 Timecode?

Nicht direkt. Timecode ist nur über Zubehör möglich: drahtlos mit dem Bluetooth-Adapter BTA-1 und einem kompatiblen Timecode-Gerät oder mit dem Timecode-Adapter TCA-1.

Welche Speicherkarten nimmt der F3?

microSDHC- und microSDXC-Karten bis 1 TB. Im Menü kannst du die Karte formatieren und testen, ob sie schnell genug ist.

Zoom F2


Der Zoom F2 ist ein streichholzschachtelgroßer Rekorder für Lavalier-Mikrofone, der dank 32-Bit-Float ohne jede Pegelregelung auskommt. Ich habe ihn mir selbst gekauft, mehrere Wochen genutzt, die Laufzeit gemessen und ihn mit dem mitgelieferten Lavalier, dem Rode Lavalier GO und dem Rode VideoMic NTG getestet. Hier liest du, warum er für Creator wie mich ein riesiger Sprung ist und welche Kinderkrankheiten mich genervt haben.

Was der Zoom F2 kann

Der F2 nimmt Mono-WAV-Dateien mit 44,1 oder 48 kHz in 32-Bit-Float auf, mit BWF-Metadaten. 48 kHz reichen für Stimmaufnahmen und viele andere Aufnahmen in der Regel vollkommen aus. Möglich macht das ein System aus zwei AD-Wandlern: Einer ist für sehr leise Signale zuständig, der andere für sehr laute, und beides landet in einer 32-Bit-Datei mit riesigem Dynamikumfang. Einen Gain-Regler gibt es deshalb gar nicht. Den Pegel passt du später im Schnitt- oder Audioprogramm an.

Für Leute wie mich, die sich selbst aufnehmen, ist das super spannend. Während ich spreche, muss ich überhaupt nicht darauf achten, wie das Gerät ausgepegelt ist oder wie laut ich gerade rede. Ich klemme den F2 an, fange an zu quatschen und kümmere mich in der Nachbearbeitung um den Ton.

Die Anschlüsse sind schnell erklärt: ein 3,5-mm-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power, was für die meisten Lavalier-Mikrofone reicht, und ein 3,5-mm-Ausgang für Kopfhörer, den du auch als Line-Out nutzen kannst. Beide Buchsen haben ein Schraubgewinde, damit das Kabel nicht von allein herausrutscht. Dazu kommen ein microSD-Slot, der Karten bis 1 TB aufnimmt, und eine USB-C-Buchse für Strom, Dateitransfer und die Editor-Software. Zoom nennt außerdem eine besonders genaue interne Uhr, damit Ton und Video nicht auseinanderlaufen.

Gehäuse und Lieferumfang

Der F2 wiegt ohne Batterien 32 g. Mit Batterien ist er gefühlt gar nicht mehr so leicht, aber immer noch winzig. Hinten sitzt ein Gürtelclip, den ich für genau diesen Einsatz sehr praktisch finde: Das Lavalier läuft unter dem T-Shirt, Pulli oder Hemd, und der Rekorder steckt in der Tasche oder hinten am Gürtel, sodass man ihn von vorn nicht sieht. Den microSD-Slot verdeckt eine etwas komische Gummiabdeckung, das ist nicht super gelöst.

An anderer Stelle wird manchmal ein Wackelkontakt an den Buchsen oder ein billiges Batteriefach kritisiert. Bei meinem Exemplar hatte ich da überhaupt keine Probleme, und das Batteriefach fühlt sich für mich nicht billig an. Falls dein Gerät solche Probleme hat, schick es zurück und lass es reparieren oder austauschen.

Im Lieferumfang liegen das Lavalier-Mikrofon LMF-2 mit Windschutz und Mikrofonklemme sowie zwei Alkali-AAA-Batterien. Ohne die Klemme kannst du das Mikrofon gar nicht richtig befestigen. Das LMF-2 hat eine Kugelcharakteristik. Es ist nicht das beste Lavalier, eher im mittleren bis unteren Segment angesiedelt und klanglich mittelgut, aber für den Einstieg völlig brauchbar.

Bedienung und F2 Editor

Die einfache Bedienung finde ich an dem Gerät mit am wichtigsten. Ich schiebe den Schalter auf On, warte ein paar Sekunden, bis die Batterie-LED aufhört zu blinken, drücke die Aufnahmetaste, und der F2 nimmt auf. Mehr muss ich nicht tun. Stecke ich ihn in die Tasche, schiebe ich den Schalter noch auf Hold, dann kann ich drücken, was ich will, es wird nichts mehr verstellt.

Vorn gibt es Tasten für die Kopfhörerlautstärke, Play für die letzte Aufnahme, Stopp und die Aufnahmetaste. Ein Display hat der F2 nicht, stattdessen drei LEDs: Batterie, Eingang (zeigt an, ob Ton ankommt, und leuchtet rot, wenn es sehr laut wird) und Aufnahme/Wiedergabe. Drückst du bei aktiver Hold-Funktion eine Taste, blinkt die LED kurz auf.

Alles Weitere stellst du am PC oder Mac im F2 Editor ein: den 80-Hz-Lowcut, den ich nicht nutze, weil ich so etwas lieber in der Nachbearbeitung mache, eine Voreinstellung für die Kopfhörerlautstärke (bei mir +7 dB), 44,1 oder 48 kHz, das Muster für die Dateinamen, Datum und Uhrzeit, den Batterietyp für eine genauere Akku-LED und die Auto-Abschaltung zwischen Aus und 60 Minuten. Bei elf Stunden Laufzeit finde ich zehn Minuten angemessen. Außerdem kannst du die Karte formatieren und auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Das Übertragen der PC-Uhrzeit hat bei mir allerdings nicht richtig funktioniert.

F2 oder F2-BT?

Den F2 gibt es in Schwarz und Weiß und zusätzlich als F2-BT mit eingebautem Bluetooth. Ich habe mir die normale Version ohne Bluetooth selbst gekauft, das Gerät gehört also mir, und ich wurde für das Video von niemandem finanziert. Die BT-Version ist etwas teurer und läuft etwas kürzer.

Mit der kostenlosen App F2 Control kannst du den F2-BT drahtlos starten und stoppen, den Akkustand sehen, die Ausgangslautstärke regeln, den Lowcut schalten und weitere Einstellungen vornehmen, die am Gerät mit seinen wenigen Tasten sonst schwierig sind. Außerdem kann der F2-BT drahtlosen Timecode von einem kompatiblen Bluetooth-Timecode-Gerät empfangen und in die Dateien schreiben. Wenn du professioneller produzierst und mehrere Tonspuren hundertprozentig synchron haben willst, ist das sehr sinnvoll. Ich persönlich brauche das nicht.

Klang im Praxistest

Mit dem mitgelieferten LMF-2 bin ich durch die Wohnung gelaufen: vom Büro auf den Flur, ins hallige Badezimmer, ins Wohnzimmer mit laufendem Geschirrspüler und raus auf den Balkon mit vorbeifahrenden Autos. Spannend fand ich, dass ich nie am Gain drehen musste. Rede ich leiser, hebe ich die Spur später an. Rede ich bei Straßenlärm lauter, senke ich die Spur später ab, und die Störgeräusche wirken dadurch leiser. Selbst mit dem Mikrofon in einer Armlänge, etwa 60 cm entfernt, ließ sich meine leise Stimme noch gut verstärken.

Das Rode Lavalier GO klingt dem LMF-2 recht ähnlich, für mich vielleicht einen Hauch besser. Wenn du upgraden willst, wäre es eine erste Option. Es hat aber keinen Schraubverschluss, du musst also aufpassen, dass sich der Stecker nicht herauszieht. Zum Schluss habe ich noch das Shotgun-Mikrofon Rode VideoMic NTG per 3,5-mm-Klinke angeschlossen. Es sollte sich von der Qualität her noch etwas besser anhören, und auch damit finde ich das Ergebnis total angemessen. Den Kopfhörerausgang habe ich mit Sony-Kopfhörern betrieben, das funktionierte ohne Probleme.

Mein Urteil: Das ist nicht die absolute Oberklasse, aber gerade für Lavalier-Mikrofone, bei denen man sowieso kein Highend-Audio hat, finde ich das Ergebnis total in Ordnung. Und ich brauche mir keine Gedanken um Übersteuern oder zu leise Pegel zu machen. Das finde ich ziemlich genial.

Akku und Kinderkrankheiten

Der F2 läuft mit zwei AAA-Zellen (Alkali, Lithium oder NiMH) oder über USB-C. Meine Laufzeit von rund elf Stunden habe ich nicht abgelesen, sondern selbst gemessen und mir sogar aufgeschrieben: Mit Eneloops und dem originalen Lavalier kam ich auf 10 Stunden 59 Minuten, mit dem Rode Lavalier GO auf 11 Stunden 5 Minuten. Eneloops kannst du also bedenkenlos dauerhaft verwenden. Zoom nennt für Lavalier-Betrieb bei 48 kHz etwa 14 Stunden mit Alkali-, etwa 10 Stunden mit NiMH- und etwa 18 Stunden mit Lithium-Batterien.

Zum Zeitpunkt meines Tests hatte der F2 noch ein paar Kinderkrankheiten. Die Firmware war noch die Auslieferungsversion. Mehrmals ließ sich eine Aufnahme mit der Stopptaste nicht beenden. Erst wenn ich auf Aus geschoben habe, beendete er die Aufnahme nach 10 bis 20 Sekunden, gespeichert wurde sie in der Regel trotzdem. Das sah nach einem Softwarefehler aus. Ob er inzwischen behoben ist, habe ich nicht erneut getestet. Ein echter Minuspunkt ist auch die USB-Übertragung: Sie ist unglaublich langsam. Nimm die microSD-Karte lieber heraus und lies sie direkt am Computer aus.

Verarbeitung

Winzig, leicht, mit Gürtelclip und verschraubbaren Buchsen. Bei meinem Exemplar gab es keine Wackler, nur die Gummiabdeckung des microSD-Slots ist nicht gut gelöst.

Bedienung

Einschalten, Aufnahme drücken, fertig. Dazu kommen Hold-Schalter und ein praktischer PC-Editor. Abzüge gibt es für das fehlende Display und die Stopp-Probleme der frühen Firmware.

Klang

32-Bit-Float macht Übersteuern und zu leise Pegel praktisch unmöglich. Klanglich keine Oberklasse, für Lavalier-Aufnahmen aber total in Ordnung.

Ausstattung

Lavalier mit Windschutz und Klemme liegt bei, dazu Lowcut, microSD bis 1 TB und USB-C. Es gibt nur einen Mono-Eingang, kein Display und Bluetooth nur beim F2-BT.

Akku

Mit zwei AAA-Eneloops habe ich rund elf Stunden gemessen. Per USB-C läuft er unbegrenzt.

Preis-Leistung

Sehr günstig für einen 32-Bit-Float-Rekorder samt Lavalier. Für Creator, die sich selbst aufnehmen, ist das ein starkes Paket.

Der Zoom F2 ist für Creator wie mich ein riesiger Sprung. Er ist winzig, nimmt in 32-Bit-Float ohne Pegelregelung auf, ist kinderleicht zu bedienen und hielt mit zwei AAA-Akkus bei mir rund elf Stunden durch. Ich klemme ihn an, rede los und kümmere mich erst in der Nachbearbeitung um den Ton. Klanglich ist er keine Oberklasse, für Lavalier-Aufnahmen aber total angemessen. Abzüge gibt es für die extrem langsame USB-Übertragung, das fehlende Display und die Stopp-Probleme der frühen Firmware. Wenn du ein unsichtbares Ansteckmikrofon-Setup ohne Pegel-Stress suchst, ist der F2 eine sehr gute Wahl.

du dich selbst mit einem Lavalier aufnimmst und nie wieder pegeln willst

du einen winzigen Rekorder suchst, der unsichtbar am Gürtel oder in der Tasche verschwindet

dir eine lange Laufzeit mit zwei AAA-Zellen wichtig ist

du ein günstiges Komplettpaket inklusive Lavalier-Mikrofon willst

du ein eingebautes Stereomikrofon und ein Display willst

du XLR-Mikrofone wie Shotguns oder Kondensatormikrofone mit Phantomspeisung anschließen willst

du neben einem Stereomikrofon auch zwei XLR-Eingänge brauchst

Ebenfalls 32-Bit-Float und sehr klein, aber mit XY-Stereomikrofon, OLED-Display und 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power. Er ist größer und eher zum Hinstellen oder in der Hand gedacht als zum Anstecken.

Zwei XLR-Eingänge mit 24/48 V Phantomspeisung und sehr guten Preamps in 32-Bit-Float bis 192 kHz. Er ist teurer, deutlich größer und nicht zum Verstecken am Körper gedacht.

Handyrekorder mit XY-Mikrofon, zwei XLR/Klinke-Combos und einem 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power für Lavaliers. Er ist vielseitiger, aber kein Ansteckrekorder.

Muss ich beim Zoom F2 einpegeln?

Nein. Dank 32-Bit-Float mit zwei AD-Wandlern gibt es gar keinen Gain-Regler. Die Lautstärke passt du später im Schnitt- oder Audioprogramm an.

Wie lange halten die Batterien?

Ich habe mit zwei Eneloop-AAA-Akkus 10 Stunden 59 Minuten mit dem originalen Lavalier und 11 Stunden 5 Minuten mit dem Rode Lavalier GO gemessen. Über USB-C läuft er unbegrenzt.

Hat der F2 ein Display?

Nein. Er zeigt Batterie, Eingangspegel und Aufnahme über drei LEDs an. Einstellungen nimmst du am PC oder Mac im F2 Editor vor, beim F2-BT auch per App.

Welche Lavalier-Mikrofone passen?

Die meisten Lavaliers mit 3,5-mm-Klinke, denn der Eingang liefert 2,5 V Plug-in-Power. Ich habe neben dem mitgelieferten LMF-2 das Rode Lavalier GO genutzt. Auch das Shotgun Rode VideoMic NTG mit 3,5-mm-Stecker lief am F2.

Was ist der Unterschied zwischen F2 und F2-BT?

Der F2-BT hat Bluetooth für die App F2 Control (Start/Stopp, Lautstärke, Lowcut und mehr) und kann drahtlosen Timecode von einem kompatiblen Gerät empfangen. Er ist etwas teurer und läuft etwas kürzer.

Wie bekomme ich die Dateien am schnellsten auf den Rechner?

Über die microSD-Karte. Die USB-Übertragung war in meinem Test unglaublich langsam, deshalb lese ich die Karte lieber direkt am Computer aus.

Zoom H1essential


Der Zoom H1essential ist der Nachfolger des beliebten H1n und bringt 32-Bit-Float in die kleinste Zoom-Klasse. Du musst also nie wieder einpegeln. Ich habe den 92-Gramm-Rekorder ausführlich getestet, die Akkulaufzeit selbst gemessen und ihn mit einem Lavalier-Mikrofon ausprobiert. Hier liest du, für wen er sich lohnt und wann du mit dem H1n besser fährst.

Technik im Überblick

Der H1essential nimmt immer in 32-Bit-Float auf, mit 44,1, 48 oder 96 kHz, mono oder stereo, mit BWF- und iXML-Metadaten. Ein Einpegeln ist nicht mehr nötig. Das integrierte XY-Mikrofon mit zwei im 90-Grad-Winkel angeordneten Kapseln verarbeitet bis 120 dB SPL. Das ist nicht extrem laut, reicht in der Regel aber aus.

Dazu kommen ein 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power, zum Beispiel für Lavalier-Mikrofone, und ein kombinierter 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Ausgang. Gespeichert wird auf microSD-Karten bis 1 TB, damit kannst du tagelang aufzeichnen. Das monochrome OLED-Display hat 128 × 64 Pixel, außerdem sind ein kleiner Lautsprecher und eine USB-C-Buchse an Bord. Am Rechner, iPad oder Smartphone arbeitet der H1essential als USB-Mikrofon, und das sogar, während er gleichzeitig auf die Karte aufnimmt.

Wie alle Geräte der Essential-Serie hat er eine Sprachführung: Menüpunkte werden angesagt, was Menschen mit Sehbehinderung die Bedienung erleichtert. Bei mir funktionierte das auf Deutsch relativ schnell und zuverlässig.

Gehäuse und Verarbeitung

Mit 92 g inklusive Batterien ist der H1essential ein echtes Leichtgewicht, den größten Teil des Gewichts machen gefühlt die Batterien aus. Das Gehäuse fühlt sich von der Haptik her sehr hochwertig an. Die XY-Kapseln haben sich gegenüber dem H1n nicht wirklich verändert. Ein Schutzkäfig fehlt, sie sind also nicht besonders gut geschützt, aber da alles aus Kunststoff ist, geht bei einem Sturz vermutlich nicht so viel kaputt.

Links sitzen der Kopfhörer/Line-Ausgang und ein Lautstärkerad. Den eingestellten Wert zeigt das Display an, das finde ich gut, weil es reproduzierbar ist. Dazu kommen der Ein-/Ausschalter und ein Hold-Schieber. Rechts liegen der microSD-Slot hinter einer Gummiklappe, die wie bei Zoom üblich etwas wackelig und nicht so hochwertig gemacht ist, die Menütaste, USB-C und der Mikrofon/Line-Eingang. Auf der Rückseite gibt es den Lautsprecher und ein Stativgewinde, diesmal aus Metall. Die Batterieklappe ist für Zoom-Verhältnisse ganz okay, und innen sorgt Schaumstoff dafür, dass die Batterien nicht klappern.

Bedienung und Display

Das OLED-Display ist sehr gut ablesbar und hat einen super Kontrast, ist aber etwas klein. Die Schrift ist mir sehr, sehr klein, ich habe da schon meine Probleme. Insgesamt gefällt mir das Display aber deutlich besser als beim Vorgänger. Die Pegelanzeige ist nicht besonders genau, wichtig ist eigentlich nur zu sehen, dass überhaupt etwas aufgenommen wird. Der Start dauert ein paar Sekunden, danach kannst du sofort aufnehmen. Ältere Zoom-Geräte waren da wirklich nicht so schnell.

Mit eigenen Tasten wechselst du zwischen Stereo und Mono, schaltest den Lowcut in drei Stufen (80, 160 und 240 Hz) und setzt während der Aufnahme Marker. Außerdem gibt es eine Taste zum Löschen. Im Menü findest du Samplerate, Vorab-Aufnahme (zum Beispiel zwei Sekunden), automatische Aufnahme, Wiederholung, USB-Mikrofon-Modus inklusive Direct Monitor, Overdub, Display-Helligkeit, Energiesparfunktion und Batterietyp.

Im Wiedergabemenü kannst du Aufnahmen normalisieren und als 24-Bit-Datei exportieren. Bei längeren Dateien dauert das im Gerät aber wirklich sehr lange. Ich würde deshalb versuchen, direkt mit den 32-Bit-Dateien zu arbeiten. Zum Zeitpunkt meines Tests lief Firmware 1.10. Inzwischen hat Zoom ein Update für die Essential-Serie veröffentlicht, das unter anderem eine Pegelanpassung während der Aufnahme, MP3-Aufnahme und eine KI-Rauschunterdrückung ergänzt.

Klang: XY-Mikrofon und Lavalier

Im Stereomodus zeichnet das XY-Paar ein klares Stereobild. Gehst du zur Seite oder drehst du den Rekorder, hörst du das deutlich. Im Monomodus bleibst du dagegen immer mittig, für Stimmen kann das von Vorteil sein. Ganz nah dran klingt es nicht gut, ich würde bei Sprache eher 10 bis 20 cm Abstand halten. Der Lowcut nimmt Rumpeln heraus, bei 240 Hz merkst du aber schon, wie die Stimme abflacht.

Die größte Schwäche ist Wind. Die Kapseln sind extrem windempfindlich, jeder Hauch ist zu hören, und Pusten ist ein Desaster. Mit einem einfachen Schaumstoff-Windschutz wird es schon deutlich besser, so kannst du den H1essential drinnen sogar als Interviewmikrofon nutzen. Draußen brauchst du einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1. Zusätzlich solltest du auf Griffgeräusche achten, man hört wirklich jede Berührung. Ein Shockmount hilft gegen Hand- und Tischgeräusche.

Am 3,5-mm-Eingang habe ich das Rode Lavalier GO im gleichen Abstand wie die internen Kapseln ausprobiert. Den direkten Vergleich hörst du im Video. Insgesamt hat sich die Audioqualität gegenüber dem H1n wohl nicht wirklich verbessert, aber auch nicht verschlechtert. Ein gewisses Rauschen ist bei so einem Gerät immer dabei, es sind weder die besten Preamps noch die besten Mikrofone. Trotzdem ist es besser, so einen Rekorder dabeizuhaben, als die internen Preamps einer Kamera oder schlechte Mikrofone zu nutzen.

Akku und Stromversorgung

Der H1essential läuft mit zwei AAA-Batterien oder -Akkus. Zoom gibt etwa 10 Stunden mit Alkali-Batterien an, mit NiMH-Akkus etwa 9 und mit Lithium etwa 18 Stunden, jeweils bei Stereoaufnahme ohne Kopfhörer. Ich habe selbst nachgemessen: interne Mikrofone im Stereomodus, 48 kHz und zwei Eneloop-AAA-Akkus. Ergebnis: 9 Stunden und 43 Minuten. Das passt sehr gut zu den Herstellerangaben. Über USB-C läuft er unbegrenzt, etwa an einer Powerbank oder am Netzteil AD-17. Im Menü stellst du den Batterietyp ein, bei mir NiMH, damit die Anzeige einigermaßen genau ist.

H1essential oder H1n?

32-Bit-Float ist gerade für Anfänger eine super Funktion: nichts einpegeln, kein Übersteuern, kein zu leiser Ton. Was ich weniger gut finde: Du kannst nicht manuell sagen, dass du lieber in 24 Bit aufnehmen möchtest. Dafür hätte man noch einen Gain-Regler einbauen müssen, und ich vermute, das war ein technischer Kompromiss. Display, Gehäuse und Batteriefach gefallen mir besser als bei den Vorgängern.

Meine Empfehlung: Hast du einen H1n, kommst du damit klar und kannst den Gain gut einstellen, dann behalte ihn und ignorier den Essential einfach. Kennst du dich in der Audiowelt gut aus und kannst sicher pegeln, kannst du auch zum H1n greifen. Der war zum Zeitpunkt meines Tests deutlich günstiger. Bist du Einsteiger oder willst du einfach nie wieder über Pegel nachdenken, ist der H1essential die bessere Wahl.

Verarbeitung

Leicht, haptisch hochwertig, mit Metallgewinde und ordentlicher Batterieklappe. Die XY-Kapseln sind ungeschützt, und die microSD-Klappe ist wackelig.

Bedienung

Kontrastreiches OLED, Direkttasten für Stereo, Mono, Lowcut und Marker sowie Sprachführung. Die Schrift ist sehr klein, und der Export im Gerät ist langsam.

Klang

32-Bit-Float verhindert Übersteuern, Preamps und Kapseln bleiben aber auf H1n-Niveau. Hinzu kommen hohe Wind- und Griffempfindlichkeit.

Ausstattung

3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power, USB-Mikrofon-Funktion, Overdub, Vorab-Aufnahme und microSD bis 1 TB. XLR-Eingänge gibt es in dieser Klasse nicht.

Akku

Ich habe mit zwei AAA-Akkus 9:43 Stunden gemessen. Über USB-C läuft er unbegrenzt.

Preis-Leistung

32-Bit-Float im günstigen Taschenformat ist für Einsteiger ein starkes Angebot. Wer sicher pegeln kann, spart mit dem H1n.

Der Zoom H1essential ist ein einfacher, leichter Taschenrekorder, der dir dank 32-Bit-Float den Pegel-Stress komplett abnimmt. Das OLED-Display ist kontrastreich, und mit zwei AAA-Akkus kam ich auf fast zehn Stunden Laufzeit. Klanglich bleibt er ein Kompromiss auf dem Niveau des H1n, und ohne Windschutz ist das XY-Mikrofon kaum zu gebrauchen. Für Einsteiger, Musiker zum Proben und Filmer, die einen kleinen Zweitrekorder suchen, ist er eine gute Wahl. Erfahrene Nutzer, die sicher pegeln, können mit dem H1n sparen.

du einen sehr kleinen, leichten Rekorder ohne Einpegeln suchst

du Proben, Notizen oder Atmo schnell und unkompliziert aufnehmen willst

du ein Lavalier-Mikrofon per 3,5-mm-Klinke anschließen möchtest

du den Rekorder auch als USB-Mikrofon am Rechner nutzen willst

du XLR-Mikrofone anschließen willst und mehr Spuren brauchst

du nur ein Lavalier aufnimmst und einen noch kleineren Ansteckrekorder suchst

du bis zu vier XLR-Mikrofone und eine Mischfunktion brauchst

Der nächstgrößere Essential-Rekorder mit XY-Mikrofon und zwei XLR/Klinke-Combo-Eingängen, ebenfalls in 32-Bit-Float.

Winziger 32-Bit-Float-Rekorder zum Anstecken für Lavalier-Mikrofone, aber ohne eingebautes Mikrofon.

Vier XLR/Klinke-Combos, wechselbare XY-Kapsel und Mixer. Er ist deutlich größer und teurer, dafür ein kleines Mehrspur-Studio.

Wenn du lieber zwei externe XLR-Mikrofone mit deutlich besseren Preamps (−127 dBu EIN) nutzen willst. Er ist ebenfalls ein winziger 32-Bit-Float-Rekorder, hat aber kein eingebautes Mikrofon und ist deutlich teurer.

Muss ich beim H1essential einpegeln, und kann ich auch in 24 Bit aufnehmen?

Einpegeln musst du nicht. Er nimmt immer in 32-Bit-Float auf, Übersteuern ist praktisch ausgeschlossen. Die Lautstärke passt du später an oder exportierst die Datei im Gerät normalisiert als 24-Bit-Datei. Direkt in 24 Bit aufnehmen kannst du dagegen nicht. Du kannst Aufnahmen im Gerät aber als 24-Bit-Datei exportieren, was bei langen Dateien sehr lange dauert. Mit einem Firmware-Update kam inzwischen MP3-Aufnahme dazu.

Wie lange halten die Batterien?

Ich habe mit zwei Eneloop-AAA-Akkus im Stereomodus bei 48 kHz 9 Stunden und 43 Minuten gemessen. Zoom nennt etwa 10 Stunden mit Alkali- und etwa 18 Stunden mit Lithium-Batterien.

Kann ich ein Lavalier-Mikrofon anschließen?

Ja, über den 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power. Ich habe das mit dem Rode Lavalier GO ausprobiert.

Kann ich den H1essential als USB-Mikrofon nutzen?

Ja. Per USB-C arbeitet er an PC, Mac, iOS- und Android-Geräten als USB-Mikrofon und kann dabei gleichzeitig auf die microSD-Karte aufnehmen. Im Menü schaltest du den USB-Mikrofon-Modus ein und stellst zum Beispiel Direct Monitor ein. In meinem Test ließ sich der Modus schnell aktivieren und wieder verlassen.

Kann ich den Ton direkt in meine Kamera schicken?

Ja, über den 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Ausgang. Der ist allerdings ein kombinierter Anschluss: Hängt die Kamera dran, kannst du dort nicht gleichzeitig Kopfhörer anschließen. Die Lautstärke regelst du mit dem Rad an der Seite, und das Display zeigt den eingestellten Wert an, sodass er reproduzierbar bleibt.

Brauche ich einen Windschutz?

Unbedingt. Die XY-Kapseln sind extrem windempfindlich. Drinnen reicht ein einfacher Schaumstoff-Windschutz, draußen solltest du einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1 verwenden.

Zoom H4essential


Der Zoom H4essential ist die Mittelklasse der neuen Essential-Serie und tritt die Nachfolge des legendären H4n Pro an. Er bringt 32-Bit-Float, ein Farbdisplay und einen deutlich flotteren Workflow mit. Ich habe ihn ausführlich getestet, die Akkulaufzeit selbst gemessen und ihn mit SM7B, SM58 und NT1 ausprobiert. Hier erfährst du, was wirklich besser geworden ist und wo Zoom nichts verändert hat.

Technik im Überblick

Die wichtigste Neuerung ist 32-Bit-Float. Du musst nicht mehr einpegeln, du kannst es aber auch gar nicht mehr. Der H4essential nimmt als Rekorder immer in 32-Bit-Float auf, wahlweise mit 44,1, 48 oder 96 kHz, als WAV mit BWF- und iXML-Metadaten. Am Rechner, iPad oder Smartphone arbeitet er per USB-C als Audio-Interface mit vier Ein- und zwei Ausgängen im Multitrack-Modus oder 2-in/2-out im Stereo-Modus, in 24 Bit oder 32-Bit-Float.

Das eingebaute XY-Mikrofon verarbeitet bis 130 dB SPL, das ist schon ziemlich laut und gar nicht schlecht. Das äquivalente Eingangsrauschen der XLR-Eingänge liegt bei −120 dBu oder weniger. Das ist ungefähr wie beim H4n Pro, verbessert hat sich da nicht viel. Dazu kommen zwei verriegelbare XLR/Klinke-Combo-Buchsen mit schaltbarer 48-V-Phantomspeisung, ein 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power für Lavaliers und ein 3,5-mm-Kopfhörer/Line-Ausgang. Gespeichert wird auf microSD-Karten bis 1 TB, damit nimmst du tagelang auf. Angezeigt wird alles auf einem 2-Zoll-Farbdisplay mit 360 × 240 Pixeln, und es gibt einen eingebauten Lautsprecher.

Wie die anderen Essential-Modelle hat der H4essential eine Sprachführung für Menschen mit Sehbehinderung. Timecode und App-Steuerung gibt es über den optionalen Bluetooth-Adapter BTA-1, Timecode alternativ auch über den Adapter TCA-1.

Gehäuse und Verarbeitung

Zoom gibt 243 g inklusive Batterien an. In der Hand fühlt sich der H4essential so leicht an, dass ich immer denke, es seien gar keine Batterien drin. Oben sitzen die beiden XY-Kapseln im 90-Grad-Winkel, hinten der Lautsprecher, ein 1/4-Zoll-Gewinde, drei Gummifüße und das Batteriefach. Das Fach ist eines der hochwertigeren von Zoom. Es funktioniert gut und zuverlässig, und innen sorgt Schaumstoff dafür, dass nichts klappert. Früher waren die Batteriefächer bei Zoom immer sehr filigran, hier ist das deutlich besser geworden.

Unten liegen die beiden Combo-Buchsen mit Verriegelung, dazu eine Öse für einen Riemen. Wichtig: XLR ist immer Mikrofon und Klinke immer Line, im Menü kannst du das nicht mehr umstellen. Links findest du Mikrofon/Line-Eingang, Kopfhörer/Line-Ausgang, das Lautstärkerad mit digitaler Anzeige im Display und den microSD-Slot. Rechts sitzen das blaue Scrollrad mit Enter-Taste, USB-C für Strom und Daten, der Ein-/Ausschalter und unter einer Gummiklappe der Anschluss für den BTA-1.

Insgesamt macht das Gehäuse einen ziemlich guten Eindruck. Der Kunststoff ist für Zoom-Verhältnisse echt hochwertig, an manchen Stellen aber rau, und das kann bei Berührung auch mal etwas lauter werden. Die Tasten lassen sich quasi lautlos drücken, ohne Klickmoment, das finde ich ziemlich gut.

Bedienung und Menü

Die Startzeit ist ziemlich schnell, und du kannst sofort aufnehmen. Auch Stoppen und neu Starten geht praktisch ohne Wartezeit. Hier hat sich gegenüber den älteren Zoom-Rekordern wirklich viel getan. Bei meinem H5 vergehen nach dem Stopp viele Sekunden, bis ich die nächste Aufnahme starten kann, und das nervt manchmal echt.

Das Farbdisplay ist deutlich besser als beim H4n Pro, auch wenn die Farben noch besser genutzt werden könnten. Die Hauptansicht zeigt Aufnahmezeit, Restkapazität, Akkustand und die Pegel aller Spuren. Mit eigenen Tasten aktivierst du das XY-Mikrofon und die Eingänge 1 und 2, eine weitere Taste schaltet zwischen Normal- und Mixer-Ansicht um. Durch das Menü geht es mit dem Scrollrad: Dateiliste, Input mit Hochpassfilter, Mono-Mix, Plug-in-Power, 48-V-Phantomspeisung und dem Koppeln der Eingänge als Stereo- oder Mitte-Seite-Paar, Output, Aufnahmeeinstellungen mit Samplerate, Vorab-Aufnahme (bei mir zwei Sekunden), Pre- oder Post-Mixer-Aufnahme und iXML, außerdem SD-Karte, USB und System.

Das seitliche Scrollrad finde ich nicht optimal, ich überspringe damit manchmal Menüpunkte. Vielleicht ist das aber auch nur eine Umgewöhnung, weil ich die älteren Geräte kenne. Während der Aufnahme kannst du im Menü nur Marker setzen, den Output einstellen oder die Datei löschen, alles andere läuft über den Mixer.

Mixer, Interface und Backup

Mit der Mixer-Taste stellst du für jede Spur ein, wie laut sie in der Stereo-Mischspur landet. Das Mikrofon kann zum Beispiel auf −20 dB, die anderen Kanäle etwas höher. Für Podcaster, die immer mit denselben zwei, vielleicht auch unterschiedlichen Mikrofonen arbeiten, ist das sehr praktisch: einmal einstellen und dann immer die fertige Stereospur nutzen.

Im USB-Menü wählst du zwischen Dateitransfer und Audio-Interface, als Stereo-Mix oder Multitrack-Gerät. Besonders praktisch: Der H4essential kann gleichzeitig als Interface arbeiten und auf die Karte aufnehmen, dann mit 44,1 oder 48 kHz. So hast du immer noch ein Backup. Die Stromversorgung lässt sich dabei auf USB oder Batterie stellen, was am Laptop sinnvoll sein kann. 96 kHz gibt es nur im reinen Interface-Modus.

Klang: XY-Mikrofon und externe Mikrofone

Das XY-Paar bildet das Stereobild sauber ab. Drehst du den Rekorder oder bewegst du dich zur Seite, hörst du, wie sich das Bild verschiebt. Die Handgeräusche sind für solche Rekorder ganz okay und werden gar nicht so laut übertragen. Das Kopfhörerkabel hört man allerdings, weil die Kapseln kaum entkoppelt sind. Im Monomodus bleibt das Stereobild weg, und du wirst beim Drehen nur leiser.

Wind ist wie bei allen kleinen Zoom-Rekordern das große Thema. Die Mikrofone sind sehr, sehr windempfindlich. Ein aufgesteckter Windschutz, bei mir der vom Zoom H5, schwächt Pop- und Windgeräusche deutlich ab. Für Handheld-Einsätze aus kurzer Distanz und draußen sowieso solltest du immer einen Windschutz nutzen, für draußen am besten einen Fellwindschutz wie den Zoom WSU-1.

Bei externen Mikrofonen zeigen sich die Grenzen. Das Shure SM7B direkt am H4essential war so leise, dass ich mich in meinen DT 770 Pro (80 Ohm) bei voller Lautstärke kaum gehört habe. Monitoring kannst du dir da komplett sparen. Mit dem Triton Audio FetHead davor, der 27 dB Verstärkung bringt, klappt es dagegen gut. Das Shure SM58 direkt ist okay, mit Kopfhörer auf 100 höre ich mich ausreichend laut. Beim Rode NT1 als rauscharmem Großmembran-Kondensator spielt das Rauschniveau des H4essential kaum noch eine Rolle. Der Kopfhörerausgang liefert 20 mW pro Kanal an 32 Ohm.

Akku und Stromversorgung

Der H4essential läuft mit zwei AA-Zellen oder über USB-C. Meine eigene Messung: interne Mikrofone in Stereo, dazu ein externes Kondensatormikrofon mit Phantomspeisung, 48 kHz, NiMH-Akkus mit 2000 mAh. Ich bin auf 3 Stunden und 3 Minuten gekommen. Über USB-C nimmst du unbegrenzt lange auf, bis die Speicherkarte voll ist.

Zoom nennt für zwei Spuren mit dem XY-Mikrofon ohne Phantomspeisung und ohne Kopfhörer etwa 9 Stunden mit Alkali- oder NiMH-Zellen. Bei vier Spuren mit Kopfhörer und ohne Phantomspeisung sind es mit NiMH etwa 4 Stunden, mit Alkali etwa zweieinhalb. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 3 W. Im Systemmenü stellst du Batterietyp, Display-Abdunklung und Auto-Abschaltung ein.

Fazit und für wen er sich lohnt

Für mich ist der H4essential eine gute Erneuerung im Vergleich zum H4n Pro. Das Display ist deutlich besser, 32-Bit-Float ist auf keinen Fall ein Nachteil, der Mixer ist praktisch, und haptisch macht das Gerät einen ziemlich guten Eindruck. Schade finde ich, dass du 32-Bit-Float nicht manuell auf 24 Bit umstellen kannst. Inzwischen hat Zoom ein Firmware-Update für die Essential-Serie veröffentlicht, das unter anderem eine Pegelanpassung während der Aufnahme, MP3-Aufnahme und eine KI-Rauschunterdrückung ergänzt.

Der Knackpunkt bleibt die Audioqualität. −120 dBu Eigenrauschen ist nicht besonders gut, und daran hat sich nichts verbessert. Mein H5 liegt auf demselben Niveau, dynamische Mikrofone rauschen dort genauso stärker. Außerdem nutzt der H4essential microSD-Karten, ich finde große SD-Karten deutlich praktischer, wenn du Dateien per Karte statt per USB überträgst.

Meine Empfehlung: Hast du einen H4n Pro und kommst mit dem Einpegeln klar, behalte ihn, klanglich gibt es keine Verbesserung. 32-Bit-Float verhindert nur, dass du zu leise oder zu laut aufnimmst. Wer viel Erfahrung beim Pegeln hat, kann auch zu den älteren, zum Zeitpunkt meines Tests deutlich günstigeren Modellen greifen. Startest und stoppst du aber oft Aufnahmen und wühlst dich viel durch Menüs, ist der H4essential deutlich spannender, weil er einfach viel schneller arbeitet.

Verarbeitung

Leicht, haptisch gut, mit einem der besten Batteriefächer von Zoom, verriegelbaren Combo-Buchsen und lautlosen Tasten. Der raue Kunststoff kann bei Berührung Geräusche machen.

Bedienung

Sehr schneller Start, Aufnahme quasi ohne Verzögerung, gutes Farbdisplay und Sprachführung. Das seitliche Scrollrad finde ich nicht optimal.

Klang

32-Bit-Float verhindert Übersteuern, die Preamps rauschen mit −120 dBu EIN aber hörbar. Ein SM7B braucht einen Inline-Preamp.

Ausstattung

XY-Mikrofon bis 130 dB SPL, zwei XLR/Klinke-Combos, 3,5-mm-Eingang mit Plug-in-Power, Mixer und 4-in/2-out-Interface mit gleichzeitiger Aufnahme. Es gibt nur microSD.

Akku

Mit zwei AA-Akkus, Stereo-XY und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 3:03 Stunden gemessen. Per USB-C läuft er unbegrenzt.

Preis-Leistung

32-Bit-Float, zwei XLR-Eingänge und ein eingebautes Stereomikrofon zu einem niedrigen Preis sind ein faires Paket. An den Preamps hat Zoom aber gespart.

Der Zoom H4essential ist eine gelungene Erneuerung des H4n Pro. Er bietet 32-Bit-Float ohne Einpegeln, ein deutlich besseres Farbdisplay, eine praktische Mixer-Funktion, lautlose Tasten und einen extrem flotten Workflow beim Starten und Stoppen. Klanglich hat Zoom aber nichts verbessert: Die Preamps rauschen auf dem bekannten Niveau der H-Serie, und für leise dynamische Mikrofone brauchst du einen Inline-Preamp. Wenn du einen kompakten Allrounder mit Stereomikrofon und zwei XLR-Eingängen suchst und nie wieder pegeln willst, ist er eine gute Wahl. Wer klanglich mehr will, muss zur F-Serie greifen.

du einen kompakten Rekorder mit eingebautem Stereomikrofon und zwei XLR-Eingängen suchst

du nie wieder einpegeln und Übersteuern ausschließen willst

du oft Aufnahmen startest und stoppst und einen schnellen Workflow schätzt

du ihn auch als Interface mit gleichzeitiger Backup-Aufnahme nutzen möchtest

du vier XLR-Eingänge und eine wechselbare Kapsel brauchst

dir zwei XLR-Eingänge ohne eingebautes Mikrofon reichen, du aber deutlich bessere Preamps willst

du sicher einpegeln kannst und ein günstigeres 24-Bit-Gerät mit Gain-Reglern bevorzugst

Der große Bruder mit vier XLR/Klinke-Combos, wechselbarem Kapselsystem und vier AA-Zellen. Bei mir hielt er ungefähr doppelt so lange durch.

Zwei XLR-Eingänge mit F-Serien-Preamps (−127 dBu EIN) und 32-Bit-Float bis 192 kHz. Er ist teurer und hat kein eingebautes Mikrofon.

Der ältere Rekorder mit Wechselkapseln und analogen Gain-Reglern. Er liegt klanglich auf demselben Niveau, ist aber deutlich langsamer beim Starten und Stoppen.

Der kleinste Essential-Rekorder mit XY-Mikrofon und 3,5-mm-Eingang, aber ohne XLR. Er ist leichter und günstiger.

Muss ich beim H4essential einpegeln?

Nein. Er nimmt immer in 32-Bit-Float auf, eine Gain-Einstellung gibt es nicht. Lautstärken passt du später an oder vorab über den Mixer für die Stereospur.

Ist der Klang besser als beim H4n Pro?

Nein. Das Eigenrauschen liegt bei −120 dBu und damit auf dem bekannten Niveau. 32-Bit-Float verhindert nur zu leise oder übersteuerte Aufnahmen.

Funktioniert ein Shure SM7B am H4essential?

Direkt angeschlossen war es in meinem Test viel zu leise. Mit einem Inline-Preamp wie dem Triton Audio FetHead mit 27 dB Verstärkung funktioniert es gut.

Wie lange halten die Batterien?

Mit zwei NiMH-Akkus (2000 mAh), Stereo-XY und einem Kondensatormikrofon an 48 V habe ich 3 Stunden und 3 Minuten gemessen. Ohne Phantomspeisung hält er deutlich länger, per USB-C unbegrenzt.

Kann ich ein Lavalier-Mikrofon anschließen?

Ja, über den 3,5-mm-Mikrofon/Line-Eingang mit 2,5 V Plug-in-Power.

Kann ich gleichzeitig streamen und aufnehmen?

Ja. Im Interface-Modus nimmt der H4essential parallel auf die microSD-Karte auf, dann mit 44,1 oder 48 kHz. So hast du immer ein Backup.

Zoom UAC-232


Das Zoom UAC-232 bringt 32-Bit-Float aus den Feldrekordern auf den Schreibtisch: zwei Eingänge, zwei A/D-Wandler pro Kanal und kein einziger Gain-Regler am Gerät. Klingt revolutionär, oder? Ich habe es im Vergleich mit dem Universal Audio Volt 1, dem Audient iD4 MKII und dem SSL 2 mit dem Shure SM7B getestet. Hier erfährst du, warum mich Preamps und Kopfhörerausgang überzeugt haben und warum das Interface für mich persönlich trotzdem nichts ist.

Einordnung und Testaufbau

Das UAC-232 ist ein Interface mit zwei Eingängen und zwei Ausgängen. Seine Besonderheit ist die Aufnahme in 32-Bit-Float mit bis zu 192 kHz. In meinem Vergleich war es das teuerste der vier Interfaces, liegt preislich aber noch in der Mittelklasse.

Alle Geräte habe ich unter denselben Bedingungen getestet: Aufnahme mit 24 Bit und 48 kHz, unbearbeitete Tonspuren, nur die Lautstärke angepasst und ein Limiter gegen sehr laute Spitzen. Als Mikrofon diente das Shure SM7B, ein sehr leises dynamisches Mikrofon und damit der Worst Case für jeden Preamp. Abgehört habe ich mit dem Beyerdynamic DT 770 Pro in der 250-Ohm-Variante.

Wichtig: Den 32-Bit-Float-Modus habe ich im Vergleich nicht aktiviert, weil ich am Computer mit 24 Bit aufnehme. Das UAC-232 lief also im 24-Bit-Modus, in dem der Gain eine Rolle spielt. Alles, was ich über Rauschen und Lautstärke schreibe, ist mein Höreindruck im direkten Vergleich und keine Labormessung.

Anschlüsse und Stromversorgung

Auf der Rückseite gibt es zuerst den USB-C-Datenport, über den das Gerät auch Strom bekommen kann. Daneben liegt ein zweiter USB-C-Anschluss nur für Strom, gedacht zum Beispiel für iPads oder iPhones, die nicht genug Leistung liefern. Er erwartet 5 V. Dazu kommen MIDI In und MIDI Out als fünfpolige DIN-Buchsen und die beiden symmetrischen Monitorausgänge. An den Seiten gibt es keine Anschlüsse.

Auf der Vorderseite sitzen zwei XLR-Combo-Eingänge, jeweils mit einem eigenen Schalter für die 48-V-Phantomspeisung. Dazu kommen ein Schalter für den Instrumenteneingang, der Eingang 1 hochohmig für Gitarre oder Bass macht, und Signal-LEDs. Die zeigen dir, ob gerade ein Eingangssignal ankommt. Wenn ich etwas näher herangehe, funktioniert das allerdings nicht immer perfekt.

Rechts findest du den Kopfhöreranschluss mit eigenem Regler, einen Regler für die Monitorlautstärke und eine Direct-Monitor-Taste, mit der du dich live selbst hörst oder eben nicht. Das UAC-232 wiegt 355 g, misst 164 × 105,5 × 65 mm und lässt sich wahlweise liegend oder aufgestellt nutzen.

32-Bit-Float: Nie mehr einpegeln?

Auf der Front prangt ein 32-Bit-Float-Schriftzug, der blau leuchtet, wenn du den Modus aktivierst. Unterstützt dein Aufnahmeprogramm das, nimmst du in 32-Bit-Float auf und musst den Gain überhaupt nicht mehr einstellen. Im Inneren arbeiten pro Eingang zwei A/D-Wandler mit unterschiedlicher Verstärkung. Sie können sehr leise und sehr laute Signale gleichzeitig aufnehmen, und das Gerät wählt automatisch den passenden Wandler. Das Ergebnis landet in einer ziemlich großen Datei bzw. wird so an deinen Rechner übertragen.

Das kennst du vielleicht von Feldrekordern wie dem Zoom F6, und tatsächlich stecken im UAC-232 dieselben Mikrofon-Preamps wie im F6. Für alle, die oft mit wechselnden Lautstärken arbeiten, etwa beim Gesang, bei lauten Instrumenten oder spontanen Lachern im Podcast, ist das ein echtes Argument.

Im 16- oder 24-Bit-Modus musst du den Gain dagegen einstellen, und zwar ausschließlich per Software. Ab Werk setzt das Interface je nach Quelle feste Verstärkungen: +45 dB für ein dynamisches Mikrofon ohne Phantomspeisung, +27 dB für ein Kondensatormikrofon mit Phantomspeisung, +24 dB für Line und +18 dB für Gitarre oder Bass. Deshalb hast du mich im Video auch schon gehört, bevor ich irgendetwas eingestellt hatte.

Bedienung und Software

Gain-Regler gibt es am Gerät keine. Alles läuft über die Software ZOOM UAC-232 Mix Control, und diese Software kommt, ehrlich gesagt, aus der Hölle. Sie ist wirklich sehr schlecht gemacht, und es macht einfach keinen Spaß, damit umzugehen. Wenn ich ein Mikrofon aussteuere, frage ich mich, warum das nicht über einen Drehregler geht, der die Software mit Daten speist. Technisch würde das ja total gut gehen. Hier wollte man es revolutionär machen und hat es in der Praxis nicht optimal umgesetzt, zumindest meiner Meinung nach.

Dazu kommen die blauen LEDs. Ich finde sie wirklich ein bisschen grell, und du kannst ihre Helligkeit leider nicht einstellen oder dimmen. Das war bei den anderen Interfaces im Vergleich ausnahmslos besser.

Auch der Loopback ist schwach umgesetzt, ähnlich wie beim iD4 MKII. Du kannst nur eine zusätzliche Spur erstellen, auf der Mikrofon und Computerton gemischt landen. Separate Signale gab es in der damaligen Software-Version nicht. Vielleicht verbessern künftige Updates das eine oder andere. Die Software bietet außerdem einen Music- und einen Streaming-Modus, um Ein- und Ausgänge passend zu konfigurieren.

Praxistest mit dem Shure SM7B

Interessant sind Monitorausgang und Kopfhörerausgang, die für Zoom fast schon unüblich richtig gut sind. Ich hatte den Kopfhörer noch gar nicht weit aufgedreht und konnte mich mit dem SM7B schon laut genug hören. Drehe ich weiter auf, wird es mir sogar zu laut. Das SM7B kannst du damit also ohne Probleme betreiben, im 32-Bit-Float-Modus umso besser, weil du dann in der Software nichts mehr aussteuern musst. Der Kopfhörerausgang liefert 100 mW pro Kanal an 63 Ohm.

Trotz der sehr guten Preamps und des sehr guten Kopfhörerausgangs höre ich mich beim Monitoring aber immer noch relativ laut rauschen. Ich würde sogar sagen, es rauscht dabei lauter als beim SSL 2, das in meinem Vergleich auch noch günstiger war. Das äquivalente Eingangsrauschen liegt bei −127 dBu oder besser (IHF-A).

Bei den Kopfhörerausgängen hat übrigens keines der vier Interfaces versagt. Das SSL 2 und das UAC-232 waren aber noch etwas besser als das Volt 1 und das iD4 MKII. Denk außerdem daran, dass das SM7B ein Worst-Case-Mikrofon ist. Mit Kondensatormikrofonen spielt die Verstärkung kaum eine Rolle, dann geht es vor allem um das Klangbild.

Für wen eignet sich das UAC-232?

Für mich persönlich ist das Interface derzeit nichts. Ich nehme am Computer mit 24 Bit auf, mag die hellen LEDs nicht und mag die Software nicht. Damit spielt das UAC-232 seine größte Stärke, das 32-Bit-Float, bei mir gar nicht aus, und die Schwächen bei der Bedienung bleiben.

Anders sieht es aus, wenn deine DAW 32-Bit-Float unterstützt und du genau diesen Vorteil nutzen willst. Dann bekommst du zwei Eingänge, sehr gute Preamps, einen kräftigen Kopfhörerausgang, MIDI und die Gewissheit, dass nichts mehr übersteuert. Das UAC-232 läuft an Windows, macOS und iOS, Android wird nicht unterstützt. Bei iOS-Geräten mit Lightning-Anschluss brauchst du die separate Stromversorgung. Denk außerdem daran, dass 32-Bit-Float-Dateien deutlich größer werden als 24-Bit-Dateien. Dafür bleibt die Qualität auch bei starkem Anheben oder Absenken in der Nachbearbeitung erhalten.

Wenn du dagegen lieber mit klassischen Drehreglern arbeitest und vor allem Sprache aufnimmst, bist du mit einem einfacheren Interface mit Hardware-Gain oft entspannter unterwegs.

Verarbeitung

Solides Gehäuse, liegend oder aufgestellt nutzbar. Die blauen LEDs sind grell und nicht dimmbar, die Signal-LED reagiert nicht immer zuverlässig.

Bedienung

Kein Gain-Regler am Gerät, der Gain lässt sich nur per Software einstellen, und die Software ist sehr schwach. Direct Monitor und Kopfhörerregler sind direkt erreichbar.

Klang

Sehr gute Preamps und 32-Bit-Float mit zwei Wandlern pro Kanal. Im Monitoring rauschte es mit dem SM7B trotzdem hörbar.

Ausstattung

Zwei Combo-Eingänge, 32-Bit-Float bis 192 kHz, MIDI In/Out, separater Stromanschluss und ein kräftiger Kopfhörerausgang. Der Loopback ist nur eine gemischte Spur.

Akku

Kein Akku. Strom kommt über den USB-C-Datenport oder über den separaten 5-V-USB-C-Anschluss.

Preis-Leistung

Auf dem Papier viel Ausstattung zum fairen Preis, im Alltag bremsen Software und Bedienung.

Das Zoom UAC-232 ist ein 32-Bit-Float-Interface mit starken Preamps und einem für Zoom ungewöhnlich kräftigen Kopfhörerausgang. Das SM7B betreibst du damit ohne Probleme, und im 32-Bit-Float-Modus musst du nie mehr einpegeln. Die sehr schwache Software, fehlende Gain-Regler am Gerät, grelle LEDs und ein Loopback ohne getrennte Kanäle trüben aber den Alltag, und im Monitoring hörte ich mehr Rauschen als beim günstigeren SSL 2. Wenn deine DAW 32-Bit-Float unterstützt und du genau das nutzen willst, ist es eine interessante Wahl. Für 24-Bit-Aufnahmen mit klassischen Reglern gibt es angenehmere Interfaces.

deine DAW 32-Bit-Float unterstützt und du nie mehr einpegeln willst

du zwei Mikrofone oder Mikrofon plus Instrument gleichzeitig aufnimmst

du einen kräftigen Kopfhörerausgang für leise Mikrofone wie das SM7B brauchst

du MIDI-Geräte direkt anschließen möchtest

du zwei Eingänge mit Hardware-Reglern, leisem Rauschen und gutem Loopback suchst

dir ein Eingang reicht und du einen Monitor-Mix-Regler direkt am Gerät willst

du 32-Bit-Float auch mobil als Rekorder nutzen willst

Aktuelle Version des SSL 2 mit zwei Eingängen, 64 dB Gain und Hardware-Reglern. Den Vorgänger SSL 2 fand ich im Vergleich am rauschärmsten und mit dem besten Loopback, die Taster wirkten aber billig.

Einkanal-Interface mit Monitor-Mix-Regler, zwei Kopfhörerausgängen und massivem Metallgehäuse. Der Loopback ist ähnlich schwach, es gibt kein 32-Bit-Float.

Hochwertig verarbeitetes Einkanal-Interface mit Ein-/Ausschalter, Vintage-Modus, MIDI und nur leisem Rauschen. Es fehlen Monitor-Mix und Loopback.

Feldrekorder mit 32-Bit-Float, sechs Eingängen und denselben Preamps, der auch als Interface arbeitet. Er ist deutlich teurer, dafür auch mobil einsetzbar.

Muss ich beim UAC-232 den Gain einstellen?

Im 32-Bit-Float-Modus nicht, wenn deine DAW das unterstützt. Im 16- oder 24-Bit-Modus stellst du den Gain ausschließlich per Software ein, Regler am Gerät gibt es nicht.

Reicht das UAC-232 für das Shure SM7B?

Ja. Der Kopfhörerausgang war mit dem SM7B schon bei geringer Einstellung laut genug. Beim Monitoring hörte ich allerdings ein Rauschen.

Hat das UAC-232 einen Loopback?

Ja, aber nur als zusätzliche Spur, auf der Mikrofon und Computerton gemischt sind. Separate Kanäle gab es in der getesteten Software-Version nicht.

Funktioniert das UAC-232 am iPad oder iPhone?

Ja, mit iOS. Bei Geräten mit Lightning-Anschluss brauchst du die separate Stromversorgung über den zweiten USB-C-Port. Android wird nicht unterstützt.

Welche Formate und Abtastraten unterstützt das UAC-232?

Es arbeitet mit 24 Bit oder 32-Bit-Float und mit 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 oder 192 kHz. Die Verbindung zum Rechner läuft über USB 2.0 nach USB Audio Class 2.0.

Lassen sich die LEDs dimmen?

Nein. Die blauen LEDs sind ziemlich grell, und ihre Helligkeit lässt sich nicht einstellen.