Lightroom mobile auf dem iPad

Lightroom mobileIn den letzten Tagen gab es einige Meldungen darüber, dass Adobe wohl eine mobile Version der erfolgreichen Bildbearbeitungssoftware plant, bzw. bald veröffentlichen könnte. Diese Gerüchte sind nicht neu, auch wenn dieses Mal ein überzeugender Screenshot über die kurzzeitige Verfügbarkeit vorhanden ist. Danach will Adobe 99 $ im Jahr für Lightroom mobile abrufen. Auch könnte Adobe den den Kurs von Abomodellen fortsetzen. Soweit die Gerüchteküche, die teilweise sogar belegbar ist. Aber wie Interessant ist Lightroom mobile wirklich für den Fotografen? 

Die Hardware des iPads

Nehmen wir uns zunächst das iPad als Bearbeitungsplattform vor. Das iPad Air, auf welchem ich auch gerade diesen Artikel schreibe, hat genug Prozessorpower um RAW-Dateien bearbeiten zu können. Dazu gehört nicht nur die CPU, sondern auch die sehr starke GPU. Lediglich der geringe Arbeitsspeicher von einem GB könnte hier limitierend wirken. Auchsreichend wäre es. Was bei der Bildbearbeitung ebenso wichtig ist, ist ein gutes Display. Das Display des aktuellen iPads hat eine Auflösung von 2048 x 1536 Pixel, deckt den sRGB-Farbraum mehr oder weniger ab und eine extreme Blickwinkelstabilität durch IPS-Panel. Was will man mehr? Viele Desktop-Rechner auf denen Lightroom betrieben wird, haben ein schlechteres Display. Die Basis wäre Hardwareseitig vorhanden.

Derzeitige Arbeitsweise von Lightroom

Lightroom basiert auf eine lokale Datenbank, die nicht Netzwerkfähig ist und nur einen Nutzer – zur gleichen Zeit – zulässt. Angeblich soll Lightroom mobile über einen Cloud-Sync angebunden werden. Wie das genau Aussehen soll, ist mir ein Rätsel. Auf jeden Fall gibt es durch die derzeitige Lightroom Datenbankstruktur einige Hürden zu nehmen. Wird man auf die gesamte Datenbank inkl. Bildern zugreifen können oder wird man nur begrenzte ausgewählte Bilder auf dem iPad bearbeiten können? Natürlich wäre ersteres optimal, für mich würde aber auch letzteres reichen. Wenn ich ausgewählte Bilder auf dem iPad bearbeiten könnte, welche ohne großen Aufwand wieder in Lightroom unter OS X oder Windows verfügbar wären, könnte ich mir eine Nutzung durchaus vorstellen, zumindest für einige Bilder. Effizienter wird es vermutlich nicht sein, aber manchmal gemütlicher.

Welche Preismodelle wären praxistauglich?

Mal im Ernst: wer wird 100 $ im Jahr zzgl. voraussichtlicher Einmalzahlung im App Store auf den Tisch legen, wenn die gegenwärtige uneingeschränkte Vollversion in Angebotszeiträumen 80 € kostet? Ich nicht! Adobe muss schon ein sehr attraktives Paket schnüren, dass bezahlbar sein wird, um die Nutzer wirklich zu erreichen. Zwar werden Profis fast jeden Preis bezahlen, aber erfahrungsgemäß machen die Apps den größten Profit, die angemessen im App Store bepreist sind. Hier sollte meiner Meinung nach eine Einmalzahlung von ca. 20 – 30 € eine Obergrenze sein, ohne Abo. Dazu sollte es einen Cloudspeicherplatz von mind. 5 GB geben. Wer mehr will, darf Adobe auch gerne mehr bezahlen. Alle anderen Zahlungsmodelle würden wohl viele Kunden abschrecken, die bereits jetzt Lightroom nutzen. Ich würde zumindest nicht mehr für Lightroom mobile ausgeben, als ich für Lightroom 5 bezahlt habe.

Es bleibt abzuwarten, wie sich Adobe offiziell zu Lightroom mobile äußern wird und welche Preisstrukturen verfolgt werden. Ein teures Abo-Modell hier zu nutzen, würde ich aber als Super-GAU bezeichnen.

Was denkst du über Lightroom mobile und was wäre dein Budget?

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6 Gedanken zu „Lightroom mobile auf dem iPad

  1. Mir würde das Ipad gefallen um die Leuten Bilder zu zeigen und mal zwischen drin auf der Couch ein paar Bilder zu sichten bzw. auszusortieren.
    Aber extra ein Abo dafür abzuschließen wäre es mir nicht wert. Einmalig 20€ oder so fände ich okay und würde mir auch überlegen. Alles andere NEIN DANKE!

    • Das mit den Bildern zeigen stimmt, aber das kann man auch schnell per Export und Sync über Dropbox etc. machen. Ansonsten stimme ich dir, wie in dem Artikel schon geschrieben, voll zu!

    • Stimmt schon, aber mit dieser App kannst du eben keine Bilder bearbeiten. Für mich zumindest, ist dies aber der Kern meines Nutzens, von daher kann ich mit der App nicht wirklich viel anfangen.

  2. Pingback: Lightroom mobile für das iPad vorgestellt | Fotografie Blog web-done.de

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