SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im TestDies ist der erste Artikel in dem ich mich ausführlich mit Stativen auseinandersetzen werde. Seit nunmehr 7 Jahren nutze ich häufig semiprofessionelle Dreibeinstative und möchte hier gerne auf meine Favoriten eingehen. Eines der genialsten Reisestative die ich bislang getestet habe, ist das SIRUI T–005X Traveler Light. Es wiegt gerade mal 1kg mit Kugelkopf C–10X und hat ein Packmaß von 34cm. Damit ist es einfach prädestiniert auf längeren Touren und Reisen mitgenommen zu werden. Daneben ist auch der Preis von derzeit etwa 120,- € durchaus günstig zu bewerten.

Bevor ich auf die Erfahrungen, die ich mit dem Stativ gesammelt habe, eingehen werde, gibt es noch ein paar technische Fakten. Das 1 kg leichte Stativ hat mit dem mitgelieferten Kugelkopf mit Panoramafunktion eine Tragkraft von 4 kg. Der kleine Kugelkopf gefällt auf anhieb, ist durchdacht und macht einen zuverlässigen Eindruck. Er trägt Arca-Swiss kompatible Schnellwechselplatten, wobei bereits eine kleine von Sirui mitgeliefert wird. Es ist also ein komplettes Stativ, was so bereits einsatzbereit ist. Die minimal nutzbare Höhe ist 10,5 cm die maximale 130 cm (ohne Kopf), das ist für das Leichtgewicht ganz ordentlich. Damit kann es auch für leicht reisende Makrofotografen interessant werden, da es besonders in geringen Höhen sehr stabil ist. Ausgefahren bereiten dem Sirui T–005X die 5 Sektionen der Beine leichte Probleme. Lieferbar ist es in den Farben Schwarz (T-005KX), Rot (T-005RX) und Blau (T-005BX), wobei sich die Farbe Rot auch für den häufigen Einsatz bei Dunkelheit anbietet 😉

Zwischenzeitlich habe ich zum großen Konkurrenten des Sirui Stativs, dem Rollei Compact Traveler No. I einen Artikel und einen Vergleich geschrieben.

Auch habe ich ein Video über das Stativ gedreht, was vielleicht schon vorab einige Fragen beantwortet:

Das Stativ Sirui T–005X

Die Beine

Zunächst möchte ich gerne auf das Stativ als solches eingehen. Das Packmaß von 34cm ist wirklich gut, dass Gewicht von 1kg schmeichelt. Das ist aber nicht beeindruckend. Erst wenn man das Sirui in der Hand hält, wird einem bewusst was der Hersteller hier abgeliefert hat. Kein anderes Stativ hat eine vergleichbare Qualität. Die 4 ausfahrbaren Beinsektionen lassen sich durch drehen der gut gummierten Ring-Locks lösen, wobei ich alle Ring-Klemmen mit einem Handdreh gleichzeitig lösen kann. Danach fallen alle Elemente von alleine nach unten, was auf eine unglaublich gute Verarbeitungsqualität/ Präzision hindeutet, gerade weil die Beinsegmente so leicht sind. Festziehen lassen sich die Ring-Locks leicht und halten sofort. Die Beine haben durchdachte abgewinkelt Gummifüße. Zwei der drei Beine haben einen Moosgummigriff/ Kälteschutz, in welchen sich der Hersteller mit seinem Schriftzug verewigt hat.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Klar, bei einer Höhe von 1,3 Metern wird es wackelig – keine Frage. Schuld daran sind die letzten beiden Beinsegmente, die wirklich sehr filigran sind. Das obere Beinsegment hat einen Durchmesser von 22mm, dass untere ist nur 10mm stark, alles natürlich aus Aluminium gefertigt. Häufig reicht es schon das untere 10mm Segment einzufahren, um mehr Stabilität zu erhalten – wenn nötig. Will man die maximale Stabilität der Beine erreichen, so sollte man diese natürlich ganz eingefahren oder nur mit 2–3 Segmenten nutzen.

 

Klappmechanik

Die Bein lassen sich vollständig zum verstauen des Statives nach oben klappen, was das Packmaß verkürzt. Ein anderer Zusammenbau ist bei diesem Stativ nicht ratsam, da es eine starre Mittelsäule hat. Will man das Stativ nutzen, so klappt man die Beine zunächst vollständig um 180° nach unten und lässt sie normalerweise beim ersten Raster bei 20° einrasten. Benötigt man mehr Bodennähe oder seitliche Stabilität, so kann man auch mit nur wenigen oder vollständig eingefahrenen Beinsegmenten mehr Festigkeit erreichen, indem man den Winkel wahlweise auf 60° oder 78° erhöht. Zudem kommt man dadurch auch dem Boden näher und erreicht so die minimale Höhe. Die Klappmechanik ist ebenso einfach wie robust. Die Mechanik liegt offen und bedarf keiner Erklärung – hoffe ich zumindest. Gehalten werden die Beine mit zwei Inbusschrauben. Falls ich es nochmal anmerken darf: Diese Klappmechanik fühlt sich unglaublich robust an.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

 

Mittelsäule

Danach folgt die Mittelsäule mit einigen Besonderheiten. Diese ist nicht vollständig versenkbar, sondern grundsätzlich fest verschraubt. Dadurch hat sie natürlich auch eine hohe Stabilität, insofern nur eines der beiden Segmente genutzt wird. Durch einen weiteren Ring-Lock kann das oberste Element ausgefahren werden, das aber nur mit bedacht. Man erreicht aber auch eine gute Stabilität, wenn beide Mittelsegmente ausgefahren sind und die Beine eingefahren und stark gespreizt genutzt werden. Nachteile sind hier natürlich eine geringe Arbeitshöhe und eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Erschütterungen des Untergrundes, was aber nur selten der Fall sein dürfte.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

An der Oberseite der Mittelsäule befindet sich eine Adapterplatte die – je nach Bedarf – für 1/4 und 3/8 Zoll Schrauben verwendet werden kann. Diese Adapterplatte kann auch vollständig von der Mittelsäule gelöst werden. Da auch die Mittelsäule vollständig gelöst und abgeschraubt werden kann, ergibt sich hier eine weitere Option. So kann die Adapterplatte direkt in das Gewinde der Mittelsäule auf dem Stativ verschraubt werden, was das Sirui T–005X zwar niedriger macht, aber natürlich auch leichter und stabiler. Danach dürfte den meisten nun klar sein, wie vielseitig dieses Stativ einsetzbar ist und welche Optionen es zur Stabilisierung gibt. Wer gerne etwas tiefer arbeitet, erhält dadurch eine sehr gute Stabilität.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Unter dem Gewinde der Mittelsäule, was fest mit der Mechanik für die Beine verbunden ist, gibt es einen kleinen Ring indem – durch den mitgelieferten und gummierten Stabilisierungskarabiner – ein Gewicht, wie z.B. Fotorucksack befestigt werden kann. Dies macht beispielsweise bei starkem Wind Sinn.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Stativkopf C–10X

Wie bereits beschrieben sind die Stative von Sirui gut. Aber bekannt wurde der Hersteller eigentlich erst durch seine Stativköpfe. Das T–005X hat den Kugelkopf C–10X verbaut, der im Einzelkauf schon 75,- € kostet. Der Kopf wiegt 200 Gramm und ist 8,3cm hoch. Dabei trägt das Leichtgewicht satte 4kg, was für diese Kombination vollkommen ausreichend ist. Dazu gibt es die Schnellwechselplatte TY-C10 von Sirui, die unglaublich klein und trotzdem sehr gut ist. Diese wird separat für 20,- € verkauft. Diese ist sehr gut verarbeitet und wiegt 15 Gramm, bei einem Auflagemaß von 3 x 3,8cm und 8mm Höhe. Von Mengs gibt es HIER einen günstigen Nachbau dieser Platte.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Und nun eines der wichtigsten Argumente für das gesamt Stativpaket: Der Kopf und natürlich auch die Stativplatte sind vollkommen Arca-Swiss kompatibel, trotz der kompakten Bauweise. Damit zählt das Sirui T–005X zu den kompaktesten und günstigsten Arca-Swiss fähigen Stativen.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Der Kugelkopf C–10X hat zwar keine separate Friktion, ist aber so sanft lösbar, das man ihn nicht vollkommen losschrauben muss, sodass die Kamera nicht vollständig abstürzt. Was mit gefällt ist das ehrliche metallische Feedback, dass man sofort einschätzen kann, wenn man die Knöpfe dreht. Ich befürworte es ausdrücklich, dass der Feststellknopf nicht gummiert ist wie bei anderen Herstellern. So hat man ein wesentlich besseres Gefühl für die Festigkeit und übertreibt es nicht so schnell, was ein großes Problem bei vielen Köpfen ist. Dazu gibt es noch eine 360° Panoramafunktion mit einem separaten Feststellknopf. Ist dieser gelöst, lässt sich die Kamera butterweich mit der Grad-Skala bewegen und ausrichten.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Auch die Schraube für die Arca-Swiss kompatible Schnellwechselplatte lässt sich sehr gut bedienen. Dabei ist der obere Kopf auch schön klein. Eine weitere Besonderheit gibt es dann noch. Nach dem lösen der Schnellwechselplatte kann man diese noch immer nicht Arca-Swiss like seitlich aus der Halterung schieben. Dies verhindert ein Sicherungsbolzen – der sogenannte Safety-Pin, der die Kamera auch bei nur halb geschlossener Plattenaufnahme festhalten soll, was er auch erfolgreich macht. Vorteile und Nachteile dürften klar sein: Mehr schrauben, weil kein seitlicher Auszug möglich, dafür aber auch kein versehentliches herausrutschen der Kamera. Alles in allem ein guter durchdachter Kugelkopf.

SIRUI T–005X Traveler Light Stativ im Test

Stabilität

Es dürfte klar sein, dass das T005X nicht endlos stabil ist. Doch durch den sehr modularen Aufbau kann man das Stativ den Gegebenheit anpassen und auch mal ein bis zwei Beinsegmente einfahren, die Mittelsäule auf halber Höhe nutzen und etwas Gewicht an den Karabiner hängen, wenn es mal sehr windig ist. Klar, dadurch geht einiges an Höhe verloren, aber man hat ein Stativ, was auch noch gut Windböen aushält ohne stark zu wackeln. Nutzt man es bei Windstille oder für Innenaufnahmen, so kann man es voll ausgezogen nutzen und hat eine Arbeitshöhe von knapp 1,4 Metern.

Wie bei vielen (Reise) Stativen gilt auch hier: Umso niedriger die Arbeitshöhe, desto stabiler steht die Kamera. Übrigens ist der Kugelkopf zu keinem Zeitpunkt eine Schwachstelle gewesen.

Lieferumfang

Stativ mit Kugelkopf C–10X und Schnellwechselplatte TY-C10, Transporttasche, gummierten Karabiner, Inbusschlüssel und Handbuch.

Fazit

Das Sirui T005X ist ein sehr gutes und leichtes Reisestativ, das sehr gut verarbeitet und vielseitig einsetzbar ist. Kritik bekommt es nur, wenn man es mit allen Beinsegmenten nutzt, da es dann instabiler wird. Ansonsten gibt es von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, wobei ich natürlich nicht vom Hersteller für diese Ansicht bezahlt worden bin, leider… 😉

Als Alternative kann ich drei weitere Stativ benennen, die ich auch alle besitze. Da wäre zum einen das Rollei Compact Traveler No. I, welches eigentlich aus dem Hause Fotopro kommt und der Name „Rollei“ oft Missverständnisse auswirft, da die Marke Rollei verkauft worden ist. Nichtsdestotrotz ist das Stativ auch sehr gut und ich werde es in einem späteren Test genauer bewerten. Es ist etwas schwerer, aber trotzdem auch sehr gut und kostet nur etwas 100,- €. Da ich seit Jahren auch ein Slik-Fan bin, wozu ich auch noch in späteren Tests komme, kann ich mit 940 Gramm und 1,61m auch das Slik Sprint PRO II GM empfehlen und wer ganz leicht reisen will, darf auch gerne zum Slik Sprint Mini II GM schauen, dass mit 780 Gramm fast eine eigene Klasse bildet und seit Jahren mein Immer-Dabei-Stativ ist. Leider bietet Slik keine Stative mit Arca-Swiss Köpfen an. Natürlich muss ich als letzte Alternative auch noch den Vorgänger des T-005X benennen, das Sirui T-005, was aber auch einige Schwächen hat. So ist der Stativkopf noch nicht richtig ausgereift und die Mittelsäule ist nicht abschraubbar.

Welches Stativ nutzt du und warum interessierst du dich für Reisestative?

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