Sankt Peter-Ording im Winter

Lighthouse Westerhever IIIIch kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich letztes Jahr Anfang März an der Nordsee war. Bei knapp 20°C und blauem Himmel fällt es sehr schwer zu glauben, dass noch immer Winter in Cuxhaven war. Dieses Jahr hat uns ein Geburtstagsgeschenk an meiner Freundin dazu gebracht, vergangenes Wochenende in einem Wellness-Hotel bei St. Peter-Ording zu verbringen. Gerade im Winter könnte man meinen, dass Pool und Sauna einen guten Ausgleich zu 40 km/h 1°C nass-kaltem Wind darstellen, aber dieser Ansicht waren wohl nur 50% der Reisenden. Deshalb musste ich immer wenn es besonders kalt oder windig war etwas argumentieren 😉

Trotzdem sind solche Reisen meist prädestiniert dazu gute Bilder zumachen. Die Jahreszeit versprach eher weniger Touristen und durch zwar relativ sonnigem, zum Teil aber auch trübem Wetter, könnte man so manche Nordsee-Stimmung besser einfangen. Schade war nur, dass auch die Sonne abends nicht direkt am Horizont verschwand, sondern schon einige Minuten früher in der besagten Trübe. Nichtsdestotrotz waren die Sonnenuntergänge schön und spannend – gleichwohl nicht perfekt.

Sankt Peter-Ording I

Es war übrigens mein erster Besuch in Sankt Peter-Ording, sodass man durch die zahlreichen Pfähle und Pfahlbauten durchaus beeindruckt sein darf. Mit dem Auto kann man direkt durch den Ort über den Deich bis kurz vor den Dünen fahren. Ein breiter Weg führt durch den sonst nicht betretbaren Dünenbereich. Schilder mit den Aufschriften „Dünenschutz ist Küstenschutz“ oder „Dünenschutz betrifft uns alle“ bringen den Intellektuellem zum schmunzeln, wenn er die abgesperrten – aber doch sehr zugemüllten Dünen betrachtet. Wer schon mal an den doch sehr müllfreien, einsamen und vollständigen zugänglichen Stränden der polnischen Ostsee war weiß, dass so etwas nichts bringt. Hier meint man wirklich mit eskalierenden schwachsinnigen Schildern den Touristen Weisheiten aufzuzwingen. Wie man deutlich sehen kann, wird das Ziel verfehlt. Mülleimer und ein höflicher Appell wären das Mittel meiner Wahl, aber nun ja…

Auf jeden Fall ist der Strandbereich sehr schön und man kann sich diverser Wege und Pfahlreihen anschließen, um den breiten aber nicht besonders tiefen bei Ebbe freigelegten Wattbereich zu erkunden. Wie schon gesagt, bilden die Pfahlbauten den Kern der Szenerie.

Sankt Peter-Ording IIDas obere Panorama zeigt den überblick über den Strandbereich, aufgrund der Größe habe ich das Bild HIER in voller Größe nochmal verlinkt. So gewinnt man einen kleinen Überblick über den gesamten Strandbereich.

Sankt Peter-Ording III

Ich finde es immer wieder faszinierend, welche Strukturen sich in dem feinen Sand bilden können. So hinterlässt jeder kleine Stein und jede Muschel einen „Sandschatten“. Wenn die Sonne dazu etwas schräg steht, ergeben sich wunderbare kleine Lichtschatten – wenn man genau hinsieht 😉

Sankt Peter-Ording IVAnsonsten ist das Wattenmeer in St. Peter-Ording nicht schlammig und sehr gut begehbar, was andernorts eine Wanderung schnell zur Tortur werden lässt. Würde man versuchen das gezeigte Bild in diesem Ort zu einer wärmeren Jahreszeit aufzunehmen, so würde man wohl zig Touristen mit ablichten – ein großer Vorteil des Winters 😉

Sankt Peter-Ording VDas einzige wirklich gute Foto was mir bei den Pfahlbauten gelungen ist, ist etwas abstrakt geworden. Trotzdem gefällt es mir durch das Gegenlicht und die Schatten ziemlich gut. Ich mag solche abstrakten Bilder, bei denen man etwas genauer hinschauen und sich Gedanken dazu machen muss und einem doch etwas Interpretationsspielraum gegeben wird.

Sankt Peter-Ording VIAußerdem gibt es noch einen sehr langen Bretterweg/ Steg, auf welchem sich wunderbar angebracht auch eine Bank befindet. Auch hier kann man mit dem Gegenlicht spielen und die Szene gut festhalten.

Sankt Peter-Ording VII

Anschließend gibt es noch einen Überblick über den Strand, was übrigens nicht leicht ist diesen so abzubilden. In Nähe des Ufers bei 55mm gelingt einem diese Kompromiss-Aufnahme. Es ist noch genug drauf, um sich etwas zu orientieren, aber auch einige Details sind bei Blende f/10 gut und scharf sichtbar.

Übrigens sind die meisten und besten Bilder am zweiten Tag entstanden, nachdem wir auch das zweite Mal über den Strand gegangen sind. Das bestätigt mal wieder die These vieler Fotografen, dass man bessere Bilder an Locations macht, die man bereits kennt oder zumindest besichtigt hat. Außerdem wurden alle Bilder mit meiner Canon EOS 6D und dem EF 24-105mm L Objektiv gemacht, was für solche Touren meiner Meinung nach perfekt ist.

Lighthouse Westerhever I

Auch am ersten Tag waren wir bereits am Strand von Westerhever, wo sich wohl eines der bekanntesten Motive dieser Gegend befindet. Leider war es aber schon etwas zu dunkel und zu diesig um gute Aufnahmen von dem Leuchtturm Westerhever zu machen. Am zweiten Tag gegen halb 6 waren wir pünktlich zum Sonnenuntergang da. Und ja, es wurde etwas mir Lightroom nachgeholfen 😉

An diesem Abend war es aber auch besonders windig und kalt. Besonders auf dem Deich zog der Wind sehr aggressiv hinüber und man sollte sich je nach Jahreszeit klar machen, dass eine lange Unterhose, Mütze und Fellkapuze angenehme Vorzüge haben. Ebenso sollten kamerafreundliche Handschuhe getragen werden.

Lighthouse Westerhever II

Etwa 45 Minuten später war die Sonne schon lange verschwunden und es wurde dunkler und kälter. Bis dahin habe ich zeit gehabt eine interessante Perspektive zu suchen, die ich dann auch mitten auf dem Deich fand. Durch das etwas diesige Wetter kann auch wunderbar die Lichter des Leuchtturms sichtbar machen, was natürlich sehr wichtig für diese Szene ist.

Außerdem muss ich mal wieder betonen wie gut mein mittlerweile schon 6 Jahre altes Slik Stativ ist. Es ist wunderbar leicht und steht auch noch bei diesem Bild auf dem stürmischen Deich bei einer Belichtungszeit von 20 Sekunden sehr stabil.

Lighthouse Westerhever III

Zu guter Letzt gibt es noch ein Bild vom Leuchtturm Westerhavenerstrand, was bei 105mm, starkem Crop und aufhellen noch immer ausreichend ist, zumindest fürs Web. Natürlich rauscht es etwas und ist nicht perfekt, aber mir gefällts und das sollte jedem Fotografen am wichtigsten sein.

An dem Abend war ich zumindest fotografisch relativ glücklich. Es war der 14. Februar, an dem es natürlich auch noch mehr gibt als fotografieren. So schafften meine Freundin und ich es noch pünktlich ins Hotel zum Abendessen und danach hatten wir auch noch 30 Minuten Zeit für den Pool. Das nenne ich mal Kontrast.

IMG_1525

Am letzten Tag waren wir dann auf Nordstrand – eine eingedeichte (!) Halbinsel nordöstlich von St. Peter-Ording. Unendliche weiten – so erscheint einem das Wattenmeer. Hier sieht man den Weg zur Hallig Südfall. Ich war bei diesem Sturm echt nicht motiviert die Kamera aus dem Rucksack zu kramen, weshalb ich das obige Bild mit dem iPhone gemacht habe. Es war echt richtig windig und irgendwie auch trostlos. Eben die andere Seite des Wattenmeers im Winter. Hinzu kam, dass wir auf dem Rückweg durch den starken Gegenwind zickzack gelaufen sind, weshalb wir an einer anderen Stelle zurück ans Ufer wollten. Nachdem wir 15 Minuten durch knöcheltiefen Schlamm unsere Klamotten echt vollgesaut haben, was auch nicht vollkommen ungefährlich ist, wenn der Schlick zu tief wird, haben wie beschlossen wieder an der Ausgangsposition zurück zum Ufer zu gehen. Das war so nervig wie es sich anhört.

Insgesamt war es aber ein schönes Wochenende, wobei die letzte Wanderung nicht die angenehmste war. Im Nachhinein wird das Gedächtnis aber durch die hier gezeigten Bilder etwas aufgefrischt, was die Tage in Sankt Peter-Ording etwas positiver in Erinnerung bleiben lassen, als sie ohne diese wären 😉

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