Samsung NX Mini mit NX-M 9-27mm im Test

Samsung NX Mini Gehaeuse Body KameraDie Samsung NX Mini ist eine kompakte Systemkamera oder eine Smartkamera, die neben den typischen Features auch einige Besonderheiten bietet. So kann das Display um 180° nach oben geschwenkt werden, sodass man optimal Selfies erstellen kann. Außerdem bietet die NX Mini das RAW-Dateiformat an und besitzt ein Wechselobjektivbajonett, was für eine Kamera dieser Größe spannend sein dürfte. Das unglaublich kompakte Gehäuse speichert bei vollem Akku etwa 650 Bilder auf eine MicroSD-Karte. Aber wie sinnvoll ist eine solche kompakte Systemkamera für etwa 370 € in der Praxis?

Zunächst aber erst einige Informationen zu den wichtigsten technischen Daten:

  • 1 Zoll „großer“ 20 Megapixel CMOS Bildsensor
  • Jpeg und RAW
  • 3 Zoll Display mit 460.800 Pixel
  • max. ISO 25.600
  • klappbares Display
  • WLAN und NFC
  • 110 x 62 x 23 Millimeter bei 271 Gramm

Haptik

Qualitativ macht die NX Mini einen sehr guten Eindruck. Vor einiger Zeit habe ich bereits über die Samsung NX300 geschrieben, ganz ähnlich verhält es sich auch mit der NX Mini. Der Auslöser hat einen guten Druckpunkt und die Tasten auf der Rückseite sind fühlbar und haben ebenso einen guten Druckpunkt. Um die Kamera einzuschalten, muss man auch eine Taste drücken. Ein Schalter hätte mir hier etwas besser gefallen. Auf der rechten Seite befindet sich eine Klappe unter der sich der Speicherkartensteckplatz, der riesige Akku, HDMI- und USB-Anschluss verbergen. Alles wirkt sehr aufgeräumt. Das Display ist gut, könnte aber auch etwas höher aufgelöst sein. Das Touchdisplay funktioniert gut, wobei man die Kamera aufgrund des kleinen Gehäuses leider etwas wackeliger hält, so ist es zumindest mir aufgefallen. Ansonsten spricht das Display gut an und lässt sich über die mittlerweile üblichen Gesten steuern. Das Display lässt sich um ca. 180° nach oben schwenken, sodass man sich selbst im Livebild sehen und sehr gut Selfies erstellen kann. Ist die Kamera aus, so wird sie eingeschaltet, wenn man das Display nach oben bewegt. Außerdem ist die Schwenkfunktion des Displays natürlich bei Aufnahmen in bodennähe sehr praktisch.

Da ich meistens mit etwas größeren Kameras rumhantiere, wirkt die NX Mini schon sehr klein in meinen Händen. Es gibt nur eine sehr kleine Daumenablage auf der Rückseite, die nicht weiter geformt und sehr hart ist. Auch auf der Vorderseite vermisst man eine kleine Griffmulde. Daher liegt die Kamera nicht ganz optimal in der Hand. Sony kann das mit der etwas größeren RX100 besser. Wegen ein paar Millimetern Dicke und ein paar Gramm Gewicht, muss man schon etwas an Handlichkeit einbüßen.

Das Samsung NX-M 9-27mm Objektiv wirkt durch die bloße „Größe“ etwas filigran. Leider unterstützt diesen Eindruck auch die Haptik und die Funktion. Um das Objektiv zu aktivieren muss man es zunächst manuell ausfahren und auf 9mm drehen. Hier gibt es zwei kleine Raster, die etwas verwirren. Außerdem verläuft die Brennweitenveränderung etwas unsanft und schleifend. Es fühlt sich irgendwie billig an. Das kriegt man auch besser hin. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Objektivkappe. Diese lässt sich mit etwas Feingefühl leicht lösen. Jedoch hält man die Kappe dann nur an den vorderen Fingerspitzen fest, sodass diese durchaus mal ungewollt Richtung Boden fällt. Das kann man auch besser lösen. Aber – und das ist ein großes aber – so wichtig ist die Haptik des Objektivs nicht, denn diese beeinflusst die Bildqualität nicht.

Ausstattung

WLAN/ WiFi mit den üblichen Android und iOS Apps ist nutzbar, per NFC sogar noch einfacher zu paaren. Dabei kann die NX Mini auch zu einem Babyphone mutieren. Das Auslösen per Smartphone und Anzeige des Livebildes dürfte selbstverständlich sein. Auch Videos können so gesteuert werden. Das Bilder zum Computer oder Smartphone kabellos gesendet werden können, gehört zum Standard.

Bei einer solchen „Ich-will-mitgenommen-werden-Kamera“ vermisse ich eine GPS-Empfänger. Das ist schade, aber durchaus zu verschmerzen.

Bildqualität

Die meisten werden sich nicht lediglich aufgrund der Größe und den Features für die Samsung NX Mini interessieren. Interessant wird die kleine Systemkamera erst durch die doch relativ hohe Bildqualität. Das folgt nicht allein daraus, dass sie einen 1 Zoll großen 20 MP-Bildsensor hat, sondern erst das RAW-Dateiformat und Wechselobjektive runden das Paket nach oben hin ab. Wobei auch schon die folgenden Jpegs überzeugen können.

Das Objektiv

Im Zusammenspiel mit dem 9-27mm Objektiv der kleinen Samsung NX Mini scheint sich wirklich das abzuzeichnen, was ich zunächst nur vermutet habe. Die Bildqualität steht in Sachen Schärfe und Details vielen großen Spiegelreflexkameras in nichts nach und das bei 20 MP. Hier leistet bereits das kleine Zoom Objektiv – was umgerechnet auf das 35mm Kleinbildformat eine Brennweite von etwa 24-73mm entspricht – unglaublich viel. Folgend habe ich einige Crops hochgeladen.

Autofokus und Bildsensor

Wenn der Fokus der NX Mini sitzt, dann ist man von der Schärfe der kleinen wirklich überrascht. Nur leider trifft der Fokus nicht immer. Besonders bei Makros oder kleineren Motiven wird das zum Geduldsspiel. Mit der NX300 war ich sehr glücklich, die NX Mini kann hier leider nicht aufschließen. Gelungene Makros sind häufig nur bei manuellem Fokus möglich. Bei größeren Motiven passt der Fokus natürlich fast immer. Das liegt nicht zuletzt an der sehr hohen Schärfentiefe. Zwar ist das 9-27mm Objektiv mit einer Offenblende von 3,5-5,6 alles andere als Lichtstark, aber auch mit besseren Objektiven wird man nur schwer Bilder mit einen stark unscharfen Hintergrund erstellen können. Bei Makros sieht das natürlich etwas anders aus, aber bei Porträts wird das schon schwieriger. Dies liegt an dem dann doch etwas kleineren Bildsensor. 1 Zoll ist für eine kompaktkamera sehr groß, im Vergleich zu einer DSLR dann doch eher klein.

Bildrauschen

Wie schon angemerkt macht die NX Mini scharfe und ausgewogene Bilder. Die automatische Belichtung ist sehr ausgewogen, der automatische Weißabgleich passt und auch der Dynamikumfang ist sehr gut. Bei 20 Megapixeln und einem 1 Zoll großen Bildsensor sind natürlich die einzelnen Pixel des Bildsensors verhältnismäßig klein. Erfahrungsgemäß ist dieses Verhältnis für ein stärkeres Bildrauschen bekannt. Das trifft eben auch auf die Samsung zu. Was bei Tageslicht noch extrem scharf ist, wird schon ab ISO 400 merklich schlechter. Zunächst aber einige ISO Testaufnahmen, die etwas aufgehellt und beschnitten sind. Demnach werden die hier gezeigten Beispiele in der Praxis besser wirken, aber so kann man sehr schön die Tendenz zum Rauschen sichtbar machen.

ISO Testreihe: 200, 400, 800, 1.600, 3.200, 6.400, 12.800, 25.600:

ISO 200 ist wirklich sehr gut. Von ISO 100 ist abzuraten, da es mehr rauscht als ISO 200. ISO 400 ist etwas schlechter, ISO 800 hat schon Detailverluste. ISO 1.600 wirk schon etwas matschig und ISO 3.200 steigert die Weichzeichnung. ISO 6.400 sollte nur in Ausnahmen genutzt werden, wobei ISO 12.800 nicht viel schlechter ist. ISO 25.600 ist gesamteinheitlich unbrauchbar 😉

Damit ist die NX Mini zwar Lichtstark, aber mit Einschränkungen in der Bildqualität. Wobei man berücksichtigen sollte, dass auch ein verrauschtes Bild in schwarz/weiß besser aussieht als gar kein Foto.

Das RAW-Dateiformat

Weiterhin herrscht die NX Mini das Samsung eigene RAW-Dateiformat „SRW“. RAW Dateien Zeichen sich durch mehr Möglichkeit in der Bildnachbearbeitung aus, da sie 100% der ausgezeichneten Bildinformationen unkomprimiert beinhalten. Auch die Jpegs der Samsung sind bereits gut, aber durch die RAW-Dateien kann man noch wesentlich mehr herausholen. Die folgenden RAW-Bilder habe ich mit Adobe Lightroom ein wenig bearbeitet.

Selbstportraits aka Selfies

Durch das klappbare Display eignet sich die NX Mini natürlich sehr gut um von sich und anderen Selfies zu machen. Wenn man heute Facebook und Co. durchblättert, scheint das kein Einzelphänomen zu sein, sondern eher die Regel. Außerdem kann man mit dieser Kamera auch hervorragen Videos von sich aufzeichnen, während man sich Live dabei betrachten kann. Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, wie oft er wirklich Selfies erstellt, auf jeden Fall hat man die Option dies komfortabel zu machen.

Videos

Ja, die NX Mini kann auch Videos, 30 Bilder pro Sekunde in Full HD, also 1920 x 1080 Pixel. Im Zusammenhang mit der Selfie-Funktion eine gute „Youtube-Kamera“ 😉

Sonstiges

Obwohl die NX Mini bereits einen internen Blitz verbaut hat, wird trotzdem ein externer Blitz mitgeliefert. Dieser wird über den Anschluss an der Oberseite verbunden (Bild siehe oben).

Neben den zig Menüpunkten und diversen Modis die in der Samsung wählbar sind, ist für mich die Panorama-Funktion immer sehr spannend. Diese Aufgabe löst die Samsung zu meiner vollsten Zufriedenheit 😉

Samsung NX Mini Testbilder Beispielbilder Outdoor Landschaft

Fazit

Die Samsung NX Mini ist schon ein interessantes Paket, wobei ich doch den Käuferkreis etwas relativeren möchte, denn nicht jeder benötig eine so kompakte Systemkamera. Trotzdem, will man sehr mobil sein, benötigt eine wirklich gute Bildqualität, fotografiert meistens bei guten Lichtverhältnissen und nicht zuletzt sich selbst, ist die NX Mini ein schönes Paket zu einem akzeptablen Preis.

Alternativen

Möchte man das Objektiv nicht wechseln und trotzdem kompakt bleiben, ist die Sony RX100 sehr interessant. Wenn es etwas größer sein darf, ist natürlich die NX300 die erste Wahl.

Was denkst du über die Samsung NX Mini? Ist sie dir zu klein oder hat sie genau die richtige Größe?

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Ein Gedanke zu „Samsung NX Mini mit NX-M 9-27mm im Test

  1. Ich bin von meiner NX mini extrem begeistert. Hatte sie im Luxus-Bundle mit Zoom und Blitz + 7″ Samsung Tablet + Lightroom für ca. 280EUR bei Ebay schon fast geschenkt bekommen (neu) und muss immer wieder staunen, was das kleine Ding kann. Besonders gut gefällt mir neben der hervorragenden Bildqualität die Touchbedienung. Wenn man sich da erst mal eingearbeitet hat, geht das richtig fix und intuitiv! Eine tolle Ergänzung zu meinen APS-C Kameras. Was ich noch suche, ist ein Adapter um mein C-mount Canon 12,5-75mm/1:1,8 anzuschließen …

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