Video-Setup und Zubehör – Das Android-Tablet als Monitor benutzen

Tablet KonstruktionEs hat etwas gedauert, bis ich nach einiger Zeit das folgende Video-Setup zusammen hatte. Es hilft mir dabei mich beim Videodreh selbst zu sehen, bzw. das Videobild aus ungünstigen Kameraperspektiven besser zu überwachen. Außerdem sind viele der folgenden Bauteile auch für andere Zwecke sehr gut zu verwenden. Dabei kostet das ganze „Zubehör“ etwa 120 € – was durchaus ziemlich preiswert ist. Derzeit verwende ich die Canon EOS 100D mit dem 18-55mm STM Objektiv, was hierfür sehr gut geeignet ist. Nur den Umgang mit dem Autofokus muss ich noch etwas optimieren 😉 Ansonsten besteht mein Setup aus einer Studioklemme, einem Gelenkarm, einer Tablet-Halterung, dem Tablet und ein wenig Kabel. Wie ich dies genau nutze erkläre ich euch in diesem Artikel und in diesem Video.

Beginnen wir mit der Studioklemme von Tarion für etwa 10 €. Diese kann fast überall befestigt werden, insbesondere an fast allen Stativen, sodass diese Klemme die Basis bildet. Sie hält alles sehr gut fest und besitzt ein 1/4 als auch ein 3/8 Zoll Gewinde. Damit sollte man für alle Anwendungsfälle eine gute Klemme haben, nicht nur um ein Tablet zu halten.

Danach folgt ein Gelenkarm von Tarion, der etwa 15 € kostet. Dieser kann ebenso flexibel eingesetzt werden um z.B. einen Blitz, eine leichte Kamera oder eben ein Tablet zu halten. In dem Video gibt es einen ähnlichen kürzeren Gelenkarm zu sehen, da der genannte gerade die Canon 100D hält 😉

Als nächstes folgt eine sehr gute Tablet-Halterung von System-S für etwa 11 €. Diese wird mit dem 1/4 Zoll Gewinde des Gelenkarms verbunden, sodass man maximal flexibel ist. Alle Gerät zwischen 5 und 21cm finden hier drin Platz. Damit haben wir nun eine komplett variable Tablet-Halterung – mit Gelenkarm und Klemme – für etwa 36 € zusammengesucht, die auch für andere Dinge genutzt werden kann. Fotografen wissen wovon ich Rede 😉

Als nächstes folgt natürlich ein Tablet mit Android. Auch Android Smartphones können genutzt werden, wobei man aber die Displaygröße berücksichtigen sollte. Ich habe mir genau für diesen Zweck das Lenovo A7-40 als Amazon Warehousedeal geholt. Es ist 7 Zoll groß und kostet fast neu etwa 75 €. Meines war quasi neu, ich konnte keine Gebrauchsspuren oder Kratzer entdecken. Das Display hat eine mäßige aber nutzbare Auflösung von 1280 x 800 Pixeln, dafür ist aber auch ein IPS-Panel verbaut, was hell genug ist und auch relativ blickwinkelstabil. Für das Geld ein hervorragendes Tablet!

Um mir das Videobild der DSLR anzeigen zu lassen – egal ob Canon EOS 6D oder 100D – benötige ich zunächst zwei Kabel. Zum einen verwende ich das den Kameras beiliegende USB auf Mini-USB-Kabel und zum zweiten ein USB auf Micro-USB Adapter für 4 €. Dann nutze ich je nach Situation die App DslrDashboard (kostenlos) oder DSLR Controller (7 €). Wenn ich einen sehr schnell Autofokus benötige filme ich auch gerne mit dem iPhone 6. Das Videobild kann ich dann per Airplay-Mirroring und der App AirPlay/DLNA Receiver (PRO) (5 €) per WiFi auf das Tablet übertragen. Das funktioniert extrem einfach und schnell. Ist meine Quick and Dirty Version 😉 Und natürlich sollte auch hier wieder klar sein, wie vielseitig man ein Android Tablet einsetzen kann. Auch zum Fernsteuern der DSLR eignet sich das Tablet sehr gut.

Und mit diesem Setup kann man sich einerseits hervorragend selbst filmen, sodass man fast live vor der Kamera sehen kann, was die Kamera denn eigentlich so aufnimmt. Ebenso kann man in ungünstigen Perspektiven, wie z.B. bei der Vorstellung von Produkten wie im Video gezeigt, die Aufnahme noch immer sehr gut überwachen. Und wie gesagt, 120 € sind dafür nicht viel Geld.

Als professionellere Alternativ gibt es natürlich noch die Möglichkeit direkt per HDMI einen Monitor an der DSLR anzuschließen. Der riesige Vorteil ist hier die bessere und latenzfreiere Auflösung. Aber das war es auch schon. Der Nachteil ist einfach der hohe Preis und der relativ geringe Nutzen. Will man z.B. einen 7 Zoll Monitor mit nur 800 x 480 Pixeln, mit Akku und etwas Zubehör kaufen, dann ist man schnell bei 200 € und wesentlich mehr. Klar ist dieses Display zum filmen etwas besser geeignet, aber man zahlt auch mehr für weniger Funktion. Da hat meiner Meinung nach meine Zusammenstellung etwas mehr Vor- als Nachteile.

Nutzt du auch Monitore, Tablets oder Smartphones an deiner Kamera zum filmen oder fotografieren?

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2 Gedanken zu „Video-Setup und Zubehör – Das Android-Tablet als Monitor benutzen

  1. Ich habe mit dem Samsung Galaxy Tab 4 (7 Zoll) und qDSLRDashboard an der EOS 70D nur mit WLAN Erfolg. Die USB-Verbindung funktioniert nicht. Wahrscheinlich wird das Tab nicht unterstützt. Es steht zumindestens so auf der Webseite des App-Anbieters. Wer also mit der von Dir genannten App arbeiten möchte, sollte sich vorher die Kompatibilitätsliste anschauen.

    • Leider ist die Fragmentierung bei Android sehr groß, selbst von Version zu Version scheinen Gerät mal zu funktionieren und mal nicht. Ich habe in letzter Zeit auch wieder vermehr abstürze gehabt. Ich habe keinen blassen Schimmer warum es mal funktioniert und mal nicht.

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