Canon EOS 100D im Test: kleine DSLR mit 18-55 mm IS STM im Praxiseinsatz

Nachdem ich bereits meine ersten Eindrücke geschildert habe, geht es in diesem Test der Canon EOS 100D um Technik und Handling in der Praxis – mit dem Kit-Objektiv Canon EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS STM*. Eines vorweg: Die Canon EOS 100D* ist eine vollwertige DSLR, die klasse Bilder macht. Viele semiprofessionelle DSLRs bieten nicht mehr „Bildleistung“ als die Canon 100D. Dazu kommen viele Features und Automatiken für Einsteiger, die aber auch fortgeschrittene Amateure oder Profis nicht stören.

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Sehr kleine und leichte DSLR: laut Canon ca. 407 g betriebsbereit, 116,8 × 90,7 × 69,4 mm.
  • 18-Megapixel-APS-C-Sensor, DIGIC 5, ISO bis 12.800, erweiterbar auf 25.600.
  • Touchscreen mit 3 Zoll, aber nicht schwenkbar.
  • Bildqualität auf dem Niveau größerer Canon-APS-C-Modelle.
  • Für meine Hände ist der Griff zu klein, das wirkt sich bei Freihand-Makros aus.
  • Ideal für Reisende, Wanderer und Einsteiger, weniger für Sport und Makro.
Die Canon EOS 100DDie Canon EOS 100D

Technische Daten der Canon EOS 100D

Markteinführung April 2013
Sensor CMOS, APS-C, 22,3 × 14,9 mm, ca. 18,0 MP effektiv (18,5 MP gesamt), Cropfaktor 1,6
Bildprozessor DIGIC 5
Autofokus (Sucher) 9 AF-Felder, mittiger Kreuzsensor
Autofokus (Live View) Hybrid CMOS AF II, Gesichtserkennung und Verfolgung
ISO Auto 100–6.400, manuell 100–12.800, erweiterbar auf H: 25.600
Belichtungsmessung 63 Messfelder; Mehrfeld-, Selektiv-, Spot- und mittenbetonte Messung
Belichtungsreihe 3 Aufnahmen, ±2 Blenden
Serienbilder max. 4 Bilder/s
Kürzeste Verschlusszeit 1/4.000 s
Sucher optischer Spiegelsucher, 95 % Abdeckung
Monitor 3,0 Zoll, ca. 1,04 Mio. Bildpunkte, kapazitiver Touchscreen, fest verbaut
Video Full HD 1.920 × 1.080 mit 30p/25p/24p, 720p mit 60p/50p
Ton internes Mono-Mikrofon, 3,5-mm-Eingang für externe Mikrofone, manuelle Pegelung, Windfilter
Bildstabilisator nicht im Gehäuse (im Kit-Objektiv IS STM)
Speicher SD/SDHC/SDXC
Akkuleistung ca. 440 Aufnahmen
Maße / Gewicht 116,8 × 90,7 × 69,4 mm; ca. 407 g (schwarz) bzw. 410 g (weiß) mit Akku und Karte

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Einordnung: Wie viel DSLR steckt in der 100D?

Alle denkbaren manuellen Funktionen einer DSLR besitzt die 100D. Damit hast du grundsätzlich alle Möglichkeiten, die auch eine Canon 7D oder 60D bietet. Beim Bild selbst bieten die ein- und zweistelligen Canon-Modelle mit APS-C-Sensor zum Zeitpunkt meines Tests keine nennenswerten Vorteile. Das Bild ist aber nur ein Aspekt einer Spiegelreflexkamera. Oft ist viel wichtiger, wie man zum fertigen Bild kommt. Hier haben die größeren Canon-DSLRs Vorteile: einen besseren Autofokus und einen größeren, schwereren, aber auch handlicheren und griffigeren Body. Genau bei der Größe spielt die Canon EOS 100D aber ihre Stärken aus.

Praxistest: Handling und Griff

Beim Fotografieren kommen leider auch die größten Nachteile zum Vorschein. Für meine Hände ist der vordere Griff viel zu klein. Die Folge: Die Kamera wackelt etwas stärker. Meine 60D liegt im Vergleich viel gemütlicher und stabiler in der Hand und wackelt dadurch weniger. Gerade bei meinen Freihand-Makros ist das ein großes Manko. Bei weitwinkligen Landschaftsaufnahmen oder kurzen Verschlusszeiten wirkt sich der Nachteil dagegen kaum auf das Bild aus.

Jeder muss also für sich entscheiden, was ihm wichtiger ist: eine kompakte, leichte Kamera oder bessere Griffigkeit und dadurch mitunter bessere Ergebnisse. Für Sport- und Makrofotografen ist die 100D sicher nicht gemacht. Reisende, Wanderer oder Einsteiger können mit der Canon EOS 100D aber sehr glücklich werden. Damit spricht Canon ein immer größeres Publikum an, denn Mobilität und gute Technik werden vielen Kunden immer wichtiger.

Für den Test war ich mit der 100D in einem Park in Berlin unterwegs, dabei hatte ich das EF-S 18-55mm IS STM und das Tamron SP AF 60mm F/2.0 Di II Macro*. Ich bevorzuge statt des mitgelieferten Tragriemens eher Handschlaufen. Gerade bei der 100D ist möglichst kleines Zubehör sinnvoll, deshalb habe ich eine sehr einfache Handschlaufe von Samsung benutzt – für mein Empfinden eine optimale Sicherung.

Mit dem EF-S 18-55mm wirkt die 100D sehr ausgewogen. Sie ist nicht zu kopflastig, und trotzdem kannst du das Objektiv zum Stabilisieren gut mit der Hand fassen. Der Autofokus ist fast lautlos, das Auslösegeräusch angenehm, wie bei anderen dreistelligen Canons auch. Zum Transportieren lässt sich der Body besser halten, als man vermuten würde. Er erinnert mich ein wenig an die 1000D.

💡 Tipp für ruhige Hände
Weil der kleine Griff mehr Wackler zulässt, solltest du bei der 100D lieber eine etwas kürzere Belichtungszeit wählen, als du es von größeren DSLRs gewohnt bist. Eine kleine Handschlaufe statt des Tragriemens passt besser zur kompakten Kamera.

Unboxing und Haptik – Testvideo

Canon EOS 100D: Unboxing und Haptik

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Bildqualität und Beispielbilder

Wie schon angemerkt, macht die EOS 100D hervorragende Bilder. Sie sind ausgewogen und haben gerade als RAW-Datei viel Potenzial für die Nachbearbeitung. Die kamerainterne Bildbearbeitung bietet viele Möglichkeiten. Wer aber einen Computer zu Hause hat, bearbeitet die RAW-Bilder besser dort. Ich bin kein Fan der kamerainternen Bearbeitung und habe sie deshalb nicht weiter getestet. Eine DSLR spielt damit meiner Meinung nach nicht ihre Stärken aus.

Die folgenden Bilder sind alle JPEGs „out of cam“, also unbearbeitet aus der Kamera, in voller Auflösung.

Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)Beispielbilder (JPEG OOC)
DetailansichtDetailansicht

HDR und Co.: die Automatiken der 100D

Ich würde mich selbst als fortgeschrittenen Amateur bezeichnen. Ich nutze gern die Automatik der Kamera, solange das Ergebnis so ist, wie ich es mir wünsche. Parameter ändere ich nur, wenn die Situation es erfordert. Meist fotografiere ich im P-Modus oder mit Zeit- bzw. Blendenautomatik. Nur bei schlechten, aber gleichbleibenden Lichtverhältnissen oder beim Blitzen arbeite ich voll manuell. Das Wissen dafür hätte ich jederzeit, es ist aber selten sinnvoll.

Bei Bildern mit hohem Kontrastumfang, also etwa hellem Himmel und vielen dunklen Schatten, solltest du mit dem Histogramm prüfen, ob sich später alle Bereiche passend aufhellen oder abdunkeln lassen. Für einen noch höheren Kontrastumfang kannst du eine Belichtungsreihe erstellen und am Computer zu einem HDR zusammenfügen. Die 100D bietet laut Datenblatt Belichtungsreihen mit 3 Aufnahmen und ±2 Blenden und zusätzlich eine interne HDR-Funktion: Sie schießt drei Aufnahmen nacheinander und fügt sie zu einem JPEG zusammen.

Ich bevorzuge trotzdem eine gut belichtete RAW-Datei, denn die HDRs der 100D sind relativ stark beschnitten und nachgeschärft. Leider führen auch kleine Verwacklungen zu schlechten Ergebnissen.

HDR-BeispieleHDR-BeispieleHDR-BeispieleHDR-BeispieleHDR-BeispieleHDR-BeispieleHDR-BeispieleHDR-Beispiele
HDR-Vergleich Original, Canon-HDR und Desktop-HDRHDR-Vergleich Original, Canon-HDR und Desktop-HDRHDR-Vergleich Original, Canon-HDR und Desktop-HDRHDR-Vergleich Original, Canon-HDR und Desktop-HDR

Nachtaufnahmen und Mehrfachbelichtung

Anders sieht es bei der Vierfachbelichtung aus, die das Rauschen bei schlechtem Licht mindern und Verwacklungen reduzieren soll. Hier konnte ich relativ gute Ergebnisse erzielen, vor allem die Verwacklungsunschärfe wird stark reduziert. Gerade bei der kleinen 100D ist das eine sehr gute Alternative: Wer schon eine so kleine DSLR hat, will unterwegs vielleicht auch auf ein schweres Stativ verzichten.

Die Testbilder zum Nachtmodus habe ich alle ohne Stativ gemacht. Beim ersten Bild musste ich mich schon sehr anstrengen, um bei 1/5 Sekunde keine größeren Verwacklungen zu bekommen. Bei allen Bildern habe ich denselben Ausschnitt gewählt. Auch hier zeigt sich, dass der Nachtmodus die Bilder deutlich beschneidet.

Freihand ISO 6.400, Freihand ISO 12.800, Nachtmodus (ISO 12.800)Freihand ISO 6.400, Freihand ISO 12.800, Nachtmodus (ISO 12.800)Freihand ISO 6.400, Freihand ISO 12.800, Nachtmodus (ISO 12.800)

Natürlich hat die Canon-DSLR auch weitere Motivprogramme, etwa für Makro- oder Nachtaufnahmen. Wer sich mit dem Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO auskennt, ist mit manuellen Einstellungen aber besser bedient. Für Laien sind die Voreinstellungen eine gute Möglichkeit, auch ohne Vorwissen gute Bilder zu machen.

Makrofotografie

Die 100D eignet sich für die meisten Alltagssituationen sehr gut, die Makrofotografie gehört leider nicht dazu. Den kleinen Body ruhig zu halten, ist wesentlich schwerer als bei größeren DSLRs. Um unscharfe Bilder zu vermeiden, solltest du bei der 100D die Belichtungszeit verkürzen oder ein Stativ benutzen. Die folgenden Makros habe ich so beschnitten, dass sie etwa einer 100-%-Ansicht entsprechen.

Makro-CropsMakro-CropsMakro-CropsMakro-CropsMakro-CropsMakro-Crops

Bildrauschen – ISO-Test

Wie bei Canon gewohnt, ist der 18-Megapixel-Sensor der EOS 100D auf der Höhe der Zeit. Die ISO lässt sich bis 25.600 erweitern, dann tritt aber sehr starkes Bildrauschen auf. Für Bilder bis etwa 1.000 Pixel fürs Web kannst du durchaus ISO 6.400 verwenden. Für mittelgroße Ausdrucke würde ich maximal ISO 3.200 nehmen, vorausgesetzt, du reduzierst das Rauschen in der Nachbearbeitung etwas. Ich habe dasselbe Motiv mit steigender ISO aufgenommen und anschließend beschnitten, so erkennst du das zunehmende Rauschen gut.

ISO-Testreihe 1ISO-Testreihe 1ISO-Testreihe 1
ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2ISO-Testreihe 2

💡 Meine ISO-Empfehlung
Fürs Web bis ISO 6.400, für mittelgroße Ausdrucke bis ISO 3.200 mit leichter Rauschreduzierung. ISO 12.800 und 25.600 sind eher Notlösungen.

Videofunktion

Mit dem 18-55mm IS STM ist auch der Autofokus im Videomodus brauchbar. Bei offener Blende und großen Distanzunterschieden pumpt der Fokus zwar noch etwas und wirkt oft ungenau. Für den Videoschnipsel zwischendurch ab Blende 8 und unter 30 mm ist der AF aber durchaus zu empfehlen. Dazu fokussiert das STM-Objektiv sehr leise bis quasi unhörbar.

Ansonsten bietet die 100D alles, was man von den großen Geschwistern kennt: manuelle Belichtung, einen Anschluss für externe Mikrofone und eine manuelle Lautstärkeregelung. Mit etwas Erfahrung, manuellem Fokus und einem lichtstarken Objektiv lassen sich auch mit der Mini-DSLR hervorragende Videos drehen. Für mein Testvideo habe ich die ersten Sequenzen mit dem Canon EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS STM gedreht, die letzte mit dem Tamron SP AF 60mm F/2.0 Di II Macro 1:1.

Canon EOS 100D: Testvideo

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Fazit zur Canon EOS 100D

Grob zusammengefasst ist die 100D eine 650D* oder 700D* in einem noch kleineren Body ohne Schwenkdisplay. Der Body ist klein und kompakt, manchmal auch zu klein. Technisch bietet die 100D nahezu alles, was auch der große Bruder 700D kann. Wem man zum Kauf raten kann, ist eine sehr individuelle Frage. Für Fotografen, die viel unterwegs sind und bei denen jedes Gramm zählt, ist die 100D eine gute Wahl. Wer bereits Canon-EF- oder EF-S-Objektive besitzt, sollte die Konkurrenz meiden.

Das hochauflösende Touchdisplay rundet die gelungene 100D ab. Ich benutze trotzdem noch sehr häufig die Knöpfe und das Rändelrad. Beim Setzen des AF-Punktes im Live View oder beim Zoomen in Bilder spielt das berührungsempfindliche Display aber alle Vorteile aus. Wer etwas noch Kleineres möchte, kann sich die kompakte Sony DSC-HX50 anschauen.

Pro Contra
Sehr klein und leicht Griff für große Hände zu klein
Bildqualität wie bei größeren Canon-APS-C-DSLRs Kein Schwenkdisplay
Touchscreen, gut bei AF-Punkt und Bildzoom Nur 9 AF-Felder
Brauchbarer Video-AF mit STM-Objektiven, Mikrofoneingang Interne HDRs stark beschnitten und nachgeschärft

FAQ zur Canon EOS 100D

Wie schwer ist die Canon EOS 100D?

Laut Canon wiegt das schwarze Modell ca. 407 g mit Akku und Speicherkarte, das weiße ca. 410 g – jeweils ohne Objektiv.

Ist die Canon 100D für Einsteiger geeignet?

Ja. Sie hat viele Automatiken und Motivprogramme, aber auch alle manuellen Funktionen einer DSLR.

Hat die Canon EOS 100D einen Touchscreen?

Ja, einen 3-Zoll-Touchscreen mit ca. 1,04 Mio. Bildpunkten. Er ist aber nicht schwenkbar.

Bis zu welcher ISO ist die Canon 100D brauchbar?

Nach meinem Test fürs Web bis ISO 6.400, für mittelgroße Ausdrucke bis ISO 3.200.

Kann ich an der 100D ein externes Mikrofon anschließen?

Ja, über den 3,5-mm-Eingang. Den Tonpegel kannst du manuell einstellen.

Taugt die Canon EOS 100D für Makros?

Mit Stativ oder kurzer Belichtungszeit ja. Freihand wackelt der kleine Body bei mir mehr als größere DSLRs.

Apple – zwischen Produktivität und Kritik

Heute möchte ich mich mal einem Thema widmen, das nur indirekt etwas mit der Fotografie zu tun hat. Aber dafür umso mehr in den Medien präsent ist. Apple. Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, das in den letzten Jahren dermaßen umstritten ist. In der Öffentlichkeit gibt es meistens nur zwei Gruppen von Menschen: Fanboys und alle anderen.

Apple und die KreativenApple Macbook pro 13 zoll

Der Arbeitsplatz von tendenziell kreativ tätigen Menschen wird wohl meist von einem oder mehreren IT-Geräten geschmückt, welche im kalifornischen Cupertino entworfen wurden. Das ist die Branche, die Apple traditionell bedient. Und Fotografen kann man wohl in die Schublade der Kreativen packen. Jedoch gibt es auch viele, die ein Windows System nutzen. Für diese Nutzer dürfte dieser Artikel noch interessanter seinGanz abseits der Technik ist wohl das Marketing und das Design von Apple daran schuld, dass sich die Kreativen von diesen Produkten angesprochen fühlen. Das Besondere, es soll nur funktionieren und gut aussehen und das „Think different“-Image wirkt wie ein Magnet auf diese Zielgruppe. Hinzu kommt noch Apple’s Preispolitik. Nicht jeder kann Weiterlesen →