Synology DS415+ im Test – DSM 6.0

Synology DS415+ NAS Test TestberichtIn den letzten Artikeln habe ich ja schon einiges dazu geschrieben, wie ich zur DS415+ gekommen bin und welche Festplatten ich benutze. In diesem Artikel möchte ich nun weiter auf die Synology DS415+ eingehen, welches derzeit mein Haupt-NAS bildet. Der Umstieg von QNAP HS–251 zu Synology verlief eigentlich recht simpel, auch wenn ich zunächst einige Funktionen suchen musste und ich auch einiges vermisst habe. Bevor ich aber meine Erfahrungen schildere, möchte ich gerne noch die wichtigsten Fakten loswerden.

Technische Daten:

  • Intel Atom C2538 64-bit Quad Core 2.4 GHz CPU mit Hardware-Verschlüsselungsmodul (AES-NI)
  • 2 GB DDR3 RAM
  • 4 Laufwerksfächer, HotSwap fähig
  • max. 32 TB Kapazität 🙂
  • 2 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, 1 x eSATA, 2 x Gigabit LAN
  • Stromverbrauch: 32,64 Watt im Zugriff, 14,78 Watt HDD-Ruhezustand

Dies sind zumindest für mich die wichtigsten Informationen. Man kann gut sehen wie potent und zukunftssicher die DS415+ ist, was sie bei einem Preis von etwa 520 € auch durchaus sein sollte. Auch wenn dieses NAS schon seit September 2014 im Handel ist, ist es auch 2016 und auch noch 2017 eines der leistungsfähigsten bezahlbaren 4-Bay NAS, weshalb ich sie mir auch geholt habe.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Einrichtung

Die Einrichtung war sehr einfach und darüber lohnt es sich kaum ein Wort zu verlieren. Jedoch viel mir schnell auf, dass zum Zeitpunkt der Einrichtung (November 2015) das aktuelle Betriebssystem DSM 5.2 nicht ausreichend für mich war. Außerdem komme ich ja von einem Qnap NAS und finde Synology nicht zwingend benutzerfreundlicher. Klar, es ist eine Umstellung. Ich muss erst mal wieder alle wichtigen Menüs und Unterpunkt durchchecken und prüfen, ob denn die Einstellungen so sind wie ich sie gerne haben möchte und mitunter auch etwas recherchieren, was denn genau welche Einstellung verändert. Dabei sollte man nur die Dienste und Optionen aktivieren, die man auch wirklich nutzt. Alles andere macht das NAS unsicherer und verbraucht meist auch etwas mehr Strom. Auf jeden Fall finde ich, dass Qnap die Software nicht schlechter als Synology gestaltet hat.

DS415 - Synology DiskStation 3

Welches RAID ich benutze und welche Festplatten ich verbaut habe, gibt es in den bereits genannten Links nachzulesen:
– NAS für Fotografen – Synology DS415+, SHR und WD Blue
– WD Green und WD Blue anstatt WD Red im NAS

Auf jeden Fall ist für mich das Synology Hybrid RAID (SHR) mit Abstand die beste Lösung und ein Grund gewesen, weshalb ich mir kein Qnap 4-Bay NAS geholt habe.

Synology DiskStation - DS415

Die Hardware

Die Hardware macht einen gemischten Eindruck. Alles wirkt etwas filigran, zugleich aber auch ausreichend Robust. Es sind insbesondere an den Kunststoff-Einbaurahmen viele kleinere Teile die abbrechen könnten, da man HDD auch ohne Werkzeug verbauen kann. Aber zugleich kann man sich auch sicher sein, dass Synology alle Teile millionenfach verkauft hat und daher alles schon Stabil genug sein wird. Bei mir ist zumindest noch nichts abgebrochen. Praktisch sind die vier Hot-Swap fähigen Einschübe für 2,5 und 3,5 Zoll Festplatten alle mal.

Das weitere Gehäuse wirkt auch stabil und nichts klappert. Unter dem Deckel auf der Vorderseite, den man ganz einfach abziehen kann, sind die Laufwerke verborgen. Dieser Deckel ist mit einer Schutzfolie umwickelt, welche ich einfach mal dort belassen habe, man weiß ja nie 🙂 Eine Status LED und vier weitere für jede HDD sind auf der Front sichtbar. Der Ein-/ Ausschalter ist auch vorne angebracht und dazu gesellt sich noch ein USB 2.0 Anschluss, was leider etwas schade ist. Mehr USB 3.0 bitte! Alle weiteren Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite, mitsamt eines etwas ungewöhnlichen Stromanschlusses.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Mein vorheriges NAS HS–251 von Qnap lief fast lautlos, da lüfterlos. Da ist die DS415+ um ein vielfaches lauter. Zum einen hört man die Festplatten wesentlich deutlicher, als in dem vorherigen Metallgehäuse des Qnap und zum anderen ist der Lüfter immer deutlich hörbar. Bei mir steht die DS415+ in einer Abstellkammer, weshalb mich diese Geräuschkulisse nicht wirklich stört. Ich muss sagen, dass ich lüfterlose oder leise Geräte liebe. Daher würde ich die DS415+ nicht im Arbeitszimmer oder Wohnzimmer einsetzen. Bei anderen unempfindlicheren Menschen scheint dies aber kein Problem zu sein. Weiterhin kann man auch den verbauten Lüfter durch einen leiseren ersetzen, dass soll auch schon den Lärm stark reduzieren.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Verschlüsselung

Nun aber mal ins Detail. Die Verschlüsselung war schon beim Qnap ein großes Thema. Die DS415+ unter DSM 5.2 tat sich damit etwas schwer. Zwar konnte ich bereits hier Gemeinsame Ordner verschlüsseln und sodann die Zugriffsrechte in diesem Ordner so konfigurieren, dass mehrere Nutzer nur bestimmte Unterordner nutzen können. Damit habe ich dann nur noch einen verschlüsselten Ordner indem alle Daten liegen, somit waren alle Daten verschlüsselt.

DS415 - Synology DiskStation 6

ABER, es konnte mit der mitgelieferten Software kein verschlüsseltes Backup der verschlüsselten Daten angelegt werden, was für mich ein Ausschlusskriterium ist. Jedoch wurde bereits im Oktober 2015 die erste DSM 6.0 beta veröffentlicht, welche diesbezüglich stark erweitert wurde.

DS415 - Synology DiskStation 4

Zum Thema Beta auf einem produktiven NAS habe ich mich schon im vorherigen Artikel geäußert. Bislang behielt ich recht. Auch die Beta 2 läuft problemlos. Somit kann ich jetzt alle meine verschlüsselten Daten wiederum verschlüsselt auf ein externes USB 3.0 RAID mit 2 Festplatten sichern. Also konnte ich erst mit DSM 6 meine Ansprüche an die DS415+ befriedigen. Das ist aber auch ein subjektiver Anspruch 😉

Geschwindigkeit

Wenn man soviel Geld ausgibt, will man natürlich auch eine gewisse Leistung haben. Dies bietet die DS415+, wenn auch nicht in Perfektion. Lesen und Schreiben von unverschlüsselten Daten klappen oft mit 107 MB/s. Sind die Daten verschlüsselt, so schreibe ich nur noch mit etwa 70 MB/s und lese mit etwa 90 MB/s. Das reicht für mich immer noch aus. Muss ich schnell Daten auf das NAS schaufeln, so schubse ich diese manchmal auch in einen unverschlüsselten Ordner. Hier war auch mein Qnap HS–251 nicht langsamer und man konnte sogar das gesamte Laufwerk verschlüsseln. Wenn DSM 6 aber reift, wird sich hier wohl auch noch etwas tun.

Per Link-Aggregation, wobei beide LAN-Ports genutzt werden, erreicht man dann so richtig Speed, was ich aber nicht nutze. Aber so kommt man selbst bei einer Verschlüsselung schnell mal über 150 MB/s beim Schreiben als auch Lesen von Daten. Das ist schon enorm. Mehr Details gibt es dazu bei Synology direkt. Das sollte für die nächsten Jahre reichen 🙂

weitere Merkmale

Ansonsten kann die Synology DS415+ alles, was ein gutes NAS können muss. Welche Dienste es hier alles genau gibt, führt hier zu weit und ist auch kein Qualitätskriterium. Es gibt zumindest für mich nichts was mir fehlt. Auch das Time Machine Backup meiner anderen Geräte laufen auf der DS415+ ohne Probleme.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Backups mit Hyper Backup

Was unter DSM 5 noch Time Backup hieß, heißt nun Hyper Backup. Eine App die ich sehr zufrieden für externe und interne Backups nutze. Versionierung mit schöner Oberfläche und bislang hoher Zuverlässigkeit macht Spaß und ist sinnvoll.

DS415 - Synology DiskStation 11

DS415 - Synology DiskStation 2

Hyper Backup ist wohl einer der besten Backuplösungen die es geben kann. Hier leistete Qnap wesentlich weniger und Synology hat hier ganz klar die Nase vorn.

DS415 - Synology DiskStation

Zudem kann auch die gesamte Systemkonfiguration mit gesichert werden.

DS415 - Synology DiskStation 7

DS415 - Synology DiskStation 3

Da ich meine gesamtes NAS nur alle paar Wochen extern sichere, nutze ich derzeit ein RAID mit 3 Festplatten. Eine WD Blue HDD dient als tägliches lokales Backup für die wichtigsten Daten. Immer wenn neues extrem wichtige Daten reinkommen, macht ich relativ zeitnah auch ein externes Backup. Bislang fahre ich mit dieser Strategie wunderbar, wobei ich auch noch keine Ausfälle hatte.

DS415 - Synology DiskStation 12DS415 - Synology DiskStation 5

Apps

Außerdem gibt es im Paket-Zentrum eine Menge sinnvoller Anwendungen. Ich nutze derzeit nur die wichtigsten von Synology.

DS415 - Synology DiskStation 8

Widgets

Den Ressourcenmonitor und vieles mehr kann man sich dauerhaft seitlich einblenden lassen, was ich gerne nutze. So hat man sofort im Blick, was aktuell so abgeht.

DS415 - Synology DiskStation 9

Btrfs

Außerdem gibt es unter DSM 6 das neue Dateisystem Btrfs, was derzeit verschlüsselt noch zu träge ist. Hier kann man aber zukünftig noch einiges erwarten. Der riesige Vorteil an Btrfs ist, dass man mit nur geringen Speicherplatzaufwand Schnappschüsse erstellen kann, was gerade für ein NAS eine Art lokales Backup darstellen kann. So werden zumindest gelöschte und veränderte Daten im Rahmen des Schnappschusses aufgehoben. Das kopieren von Daten, insbesondere kleinerer Dateien soll ebenso schneller und effizienter sein. Derzeit nutze ich es aber noch nicht. Da warte ich denn lieber noch ein paar Monate, sodass es wirklich zuverlässig und schnell funktioniert. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Btrfs auf der Synology noch nicht so ganz ausgereift ist.

läuft…

Und natürlich läuft bei mir auch alles wie es laufen soll, das ist extrem wichtig! Zuverlässig, auch mit der DSM Beta – ohne Abstürze. Alle meine Daten fühlen sich wohl auf der DS415+. Auch Lightroom läuft, wie schon mal beschrieben, ohne Probleme auf dem NAS.

Fazit

Mit etwa 520 € ist die Synology DS415+ ein eher teures 4-Bay NAS. Wenn man allerdings die Hardware und die Software von Synology anschaut, kann man sich schon sehr sicher sein, dass die DS415+ auch noch in 5 Jahren gute Dienste leisten wird. Bei NAS-Systeme um die 350 – 400 € sehe ich das eher nicht, denn z.B. die DS416 arbeitet noch mit einer 32-bit CPU und die DS415play besitzt keine Hardwareverschlüsselung. Die paar Euro mehr sind also sehr gut investiert. Zumindest meiner Meinung nach und bei mir 🙂

WD Red in Synology DS415+ NAS

Die Geräuschkulisse ist okay, aber auch nicht grandios leise. Alles andere läuft einfach. Und genau so sollte es sein. Außerdem zahlt man bei Synology auch noch etwas für die Zuverlässigkeit hinsichtlich der Hard- und Software. Und diese kann ich selbst unter der Beta DSM bestätigen – zumindest bislang.

Synology DS415+ NAS Test Testbericht

Daher gibt es von mit eine klare Empfehlung, wenn man ein zukunftssicheres NAS mit SHR oder RAID 5 betreiben will und die Daten verschlüsselt. Ich bin damit durchaus zufrieden, ja, fast glücklich 😉

Wer etwas kürzer denkt und ein paar Euros sparen will, kann sich auch mal die Synology DS416 genauer anschauen, die aber nur 1GB RAM besitzt. Ansonsten ist auch noch das QNAP TS–453 Pro ein sehr geiles stück Hardware, jedoch „nur“ mit RAID 5 nutzbar, was gleich große Festplatten fast zu einer Notwendigkeit macht.

Jetzt würde mich noch interessieren, wie denn deine aktuelle Speicherlösung aussieht. Kannst du meine Empfehlung und Erfahrungen bestätigen?

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5 Gedanken zu „Synology DS415+ im Test – DSM 6.0

  1. Pingback: NAS für Fotografen - Synology DS415+, SHR und WD Blue | Fotoblog web-done.de

  2. „Per Link-Aggregation, wobei beide LAN-Ports genutzt werden, erreicht man dann so richtig Speed, was ich aber nicht nutze. Aber so kommt man selbst bei einer Verschlüsselung schnell mal über 150 MB/s beim Schreiben als auch Lesen von Daten.“

    Naja, die Gegenstelle, z.B. der PC ist i.d.R. trotzdem nur mit einem LAN-Port verbunden und da ist bei 1 Gbit/s = 125 MB/s Schluss, mehr ist nicht drin. LAG ist aber nützlich, wenn mehrere Clients gleichzeitig auf das NAS zugreifen.

    • Naja, zu 98% wird die Gegenstelle nicht nur der PC, sondern auch ein Router sein. LAG erfordert ein wenig Ausbau in sachen Netzwerkstruktur, das sollte klar sein.

      Und wenn man sich ein NAS für über 500 € und einen LAG Switch kauft, ist ein zweiter LAN Port wohl die geringste Hürde 🙂

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